Monat: November 2009

60. Semiotik in Erlangen

Seit der Romantik hadert die Literatur mit einem besonders anspruchsvollen Wahrnehmungsmodell: einer Ästhetik, die auf Andacht, Ergriffenheit, hohe Töne, große Gefühle zielt und dem Betrachter so lange Geduld abverlangt, bis er sich erweckt fühlt. Wilhelm Heinrich Wackenroders „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“ (1796) mit ihren… Continue Reading „60. Semiotik in Erlangen“

59. Der Würfelspieler

Das jetzt in einer deutsch-arabischen Ausgabe erschienene Langgedicht „Der Würfelspieler“ vereint das Beste aus beiden Phasen. Es ist Darwishs literarisches Testament. Man sollte wie die arabischen Leser zumindest eine Ahnung haben, wer dieses Gedicht geschrieben hat. Wenn man weiß, von wem sie kommen, sind… Continue Reading „59. Der Würfelspieler“

58. Meine Anthologie 4: Hinde

Hirez runeta    hintun in daz ora – wildu noh – hinta – Der Hirsch raunte    der Hindin in die Lauscher: „Willst du noch – Hinde………..?“ (aus: Älteste deutsche Dichtungen. Übersetzt und herausgegeben von Karl Wolfskehl und Friedrich von der Leyen. Leipzig: Insel 1920, S.… Continue Reading „58. Meine Anthologie 4: Hinde“

57. Meine Anthologie 3: Krause

Zwischen den Schenkeln bist du eine Negerin, die krause Rose hebt sich dunkel für die Hand von deinem Körper ab. Ich beginne zärtlich am Fuß, aber dann zögert der Blick. Zwischen den Schenkeln bist du eine Negerin, die krause Rose hebt sich dunkel für… Continue Reading „57. Meine Anthologie 3: Krause“

56. Vorbild

Eigentlich war sie eine jüdische Bankierstochter aus Elberfeld. Geboren 1869. Assimiliertes deutsches Bürgertum, Klavier, Gouvernante, Lektüre. Die Mutter, beinahe noch in der Goethezeit geboren, liest nichts als Goethe. Sitzt mit ihrer jüngsten Tochter irgendwann im späten 19. Jahrhundert in Elberfeld am Rosenholztisch und dichtet… Continue Reading „56. Vorbild“

55. Leipziger Literaturfestival textenet.de

Am Donnerstag beginnt das Literaturfestival textenet.de. Das Programm klingt vielversprechend. Keine 30 Tage hatten Steffen Birnbaum und Bertram Reinecke Zeit, ein Konzept auf die Beine zu stellen. Für den Verband deutscher Schriftsteller und den Förderverein Freie Literaturgesellschaft Leipzig leiten sie das Festival, mit dem… Continue Reading „55. Leipziger Literaturfestival textenet.de“

54. OST MEETS WEST

[obwohl die erste Veranstalztung vorbei ist und die zweite heute abend: better late than never]: Festival der freien Künste im Gräfe-Kiez 2 Nächte der bildenden Kunst, Literatur, Musik und Kino Präsentiert von NIMMERSATT Kinderbuchladen, PROPELLER Verlag und GAF Zeitschrift 1. Abend: Freitag 6. November… Continue Reading „54. OST MEETS WEST“

53. Kein Einzeltäter

Der nigerianische Schriftsteller Chinua Abebe wendet sich gegen das ihm angehängte Etikett als „Vater der modernen afrikanischen Literatur“. Nadine Gordimer hatte ihn vor zwei Jahren so genannt, als er mit dem Internationalen Man Booker Prize ausgezeichnet wurde. Davor und danach ist er oft so… Continue Reading „53. Kein Einzeltäter“

52. Nachlese

… zu Enzensbergers 80.: Er werde zu seinem Wiegenfest „gar keine Interviews“ geben, ließ er seinen Verlag mitteilen. / Der Stern Hans Magnus Enzensberger – ein Gespräch (Radio Vatikan) Zu seinem 80. Geburtstag führte Peter Voß ein ausführliches Gespräch mit dem bedeutenden deutschen Intellektuellen.… Continue Reading „52. Nachlese“

51. „Wer soll die alle fotografieren?“ (Wer spricht von Lesen?)

Beim Erscheinen meines Buches „Fototermin“, also 1984, hatte ich das Gefühl ich hätte alle wichtigen deutschsprachigen Autoren nicht nur fotografiert, sondern auch gelesen. Es gibt inzwischen viel zu viele Autoren und viel zu viele Bücher. Dieses Gefühl wird sich nie mehr einstellen. Die Leipziger… Continue Reading „51. „Wer soll die alle fotografieren?“ (Wer spricht von Lesen?)“

50. Wie ein alter grönländischer Schamane

„Alles, was ich von diesem Land brauche, habe ich im Gedächtnis. Ich bewege mich mühelos wie ein alter grönländischer Schamane, der seit langem die nützliche Kunst gelernt hat, die Seele vom Körper zu befreien und sie auf eine Wanderung durch die Welt zu schicken.“… Continue Reading „50. Wie ein alter grönländischer Schamane“

49. Wenzel vertont Hein

Die Inszenierung des Stücks „Die wahre Geschichte des Ah Q“ von Christoph Hein in der Regie von Ekkehard Emig steht in Neustrelitz kurz bevor. Hans Eckardt Wenzel wird das einführende Soiree am kommenden Sonntag mitgestalten. Gespräch im Nordkurier 11.11.: Sie sprechen von dem Programm… Continue Reading „49. Wenzel vertont Hein“

48. WENN DU IN BIENEN SPRICHST

Freitag  13. November  2009, 20h Klara Li Gesang Clemens Schittko Lyrik Honoration im Anschluss nach eigenem Ermessen Amaranthas Salon / artemis Angewandte Bildende Darstellende Kunst Oderberger Strasse 12 10435 Berlin P.Berg 030 44 73 12 94/ 0163 8356763 http://www.evita-arte.de / http://www.klaralinthe.de

47. Gedichte ohne Waffenschein *

Michail Kalaschnikow hat ein berühmtes Gewehr erfunden – Präsident Medwedjew überreichte ihm dafür den Dank des Vaterlandes. Er hat aber auch Gedichte geschrieben. „In meiner Jugend erwartete man, daß ich Dichter werden würde“, sagt er heute. „Aber ich wurde keiner. Es gibt auch ohne… Continue Reading „47. Gedichte ohne Waffenschein *“

46. Der 11. November

… ist nicht nur Martinstag* und Enzensbergers Geburtstag (und nebenbei der von Heinrich IV., Paracelsus, Dostojewski, Paul Signac, René Clair, Kurt Vonnegut, Carlos Fuentes, Andreas Reimann (Glückwunsch!), Demi Moore, Ally McBeal, Leonardo DiCaprio and the lot), sondern in Großbritannien Armistice Day – Gedenktag zum… Continue Reading „46. Der 11. November“