Monat: Oktober 2009

141. Wie hat George unser Land geprägt?

Im FAZ- Gespräch Ulrich Raulff: Zunächst passiert da etwas, das ich als nachholende Normalität beschreiben würde. Wir haben zwanzig, dreißig Jahre lang erlebt, dass alle paar Jahre eine neue Geschichte der Frankfurter Schule herauskam. Dieses linksliberale Stratum unserer Ideen und Geistesgeschichte, unserer bundesrepublikanischen Formationsgeschichte… Continue Reading „141. Wie hat George unser Land geprägt?“

140. Auszeichnung

Der irakische Lyriker Saâdi Youssef erhielt in Rabat den internationalen Lyrikpreis Argana, der vom „Beit Achiîr“ (Haus der Poesie) Marokkos verliehen wird. Während der Zeremonie las der Autor im Beisein namhafter Vertreter der Kultur und Politik einige seiner Gedichte vor, begleitet von der Musik… Continue Reading „140. Auszeichnung“

139. Hohepriesterin der russischen Lyrik

Was für eine Herausforderung, Ihnen Anna Achmatowa ans Herz zu legen! Wenn Sie russophil sind, werden Sie sie anbeten. Wenn Sie ein Herz haben, das schlägt, werden Sie sie anbeten, wenn Sie in Ihrem Leben ein geliebtes Wesen verloren haben, wird sie Ihre Gallionsfigur… Continue Reading „139. Hohepriesterin der russischen Lyrik“

138. Ohne Filter

„Altern muss ich, aber sterben würde ich lieber nicht.“ Heißt es – bar jeder Naivität – in einem der Gedichte, die an Geburtstagen entstehen. In einem anderen: „Meine Haut … hängt lose, wellig, wie Dünen auf dem Mars.“ In „Darmspiegelung“ betrachtet er, „wie der… Continue Reading „138. Ohne Filter“

137. Monika Rincks Begriffsstudio

supplement zur augustliste         stand oktober (25) 2009 2865    das innere näschen des umlaut-kosmos‘ (kösmös) 2866    sültkrumpli 2867    blitze im wurmloch 2868    das blutgretschen 2869    herrenbravoismus 2870    live-frottage (mit nitro) 2871    die in nitro getauchte muse 2872    wolke in der verzimpertheit 2873    orientkörbchen… Continue Reading „137. Monika Rincks Begriffsstudio“

136. Lyrikline-Festwoche

Die Berliner Festwoche der Lyrikline findet auf mehreren Bühnen statt. Der Eintritt ist bis auf die Abschlussveranstaltung frei. Anmeldungen sind aber erwünscht. Infos: http://www.lyrikline.org Mo, 26. 10, 19.30 Uhr, Palais der Kulturbrauerei. Passwort: Poesie. Mit Leobogang Mashile (Südafrika) und Monika Rinck (Deutschland). Geschlossene Festveranstaltung… Continue Reading „136. Lyrikline-Festwoche“

135. Preis für Natascha Wodin

Für ihren Roman „Nachtgeschwister“ erhält die Berliner Autorin Natascha Wodin den Brüder-Grimm-Literaturpreis 2009 der Stadt Hanau. Schon 1989 wurde Wodin mit diesem Preis für ihren Roman „Einmal lebt ich“ ausgezeichnet. Erstmals wird damit der Preis ein zweites Mal an die gleiche Autorin vergeben. Eine… Continue Reading „135. Preis für Natascha Wodin“

134. Hertas Akte

„Ich habe alles chronologisch geordnet“, sagt Richard Wagner. „Das hier ist das Deckblatt von Hertas Akte. Hier sehen Sie den operativen Vorgang mit der Registriernummer und dem Decknamen, ,Cristina‘. Hier steht das Datum, wann die Akte eröffnet wurde: am 8. März 1983. Und das… Continue Reading „134. Hertas Akte“

133. Junge Literatur in Österreich

Überzeugend verknüpft Hanno Millesi (Jg. 1966) Momentaufnahmen aus dem Leben seines Erzählers mit dem Tod von Künstlern, die durch Unfälle starben oder freiwillig aus dem Leben schieden. Lisa Spalt setzt sich in ihrem spielerischen und gleichzeitig dichten Text Loop mit der „Poetik der Reproduktion“… Continue Reading „133. Junge Literatur in Österreich“

132. Leonore Kandel

Lenore Kandel hing bei den Beat poets herum, Jack Kerouac verewigte sie, sie schrieb ein Buch mit Liebesgedichten, die als obszön verboten und von der Polizei beschlagnahmt wurden, sie glaubte an eine kommunale Lebensweise, anarchisches Straßentheater, Bauchtanz und alles Schöne. Die Dichterin, eins der… Continue Reading „132. Leonore Kandel“

131. Qualtig

Pastiors sprachspielerische Gedichte sind keine Leselyrik. Ihr Sinn oder Unsinn erfüllt sich erst im Vortrag: Befreit von korsettierender Grammatik und Semantik und im Fluss von Wortmalereien, Silben- und Lautvertauschungen verliert sich mehr und mehr der Bedeutungsgehalt der Worte, werden Buchstaben zu reinem Klang. Das… Continue Reading „131. Qualtig“

130. Gedicht im Kopf

Langweilige, eigentlich nervtötende Meetings machten ihn zum Lyriker. Da arbeitete der schottische Autor John Burnside noch als Programmierer, unablässig damit beschäftigt Computerbefehle zu erteilen und endlose Zahlenreihen zu analysieren, wie er dem Publikum bei seiner jüngsten Lesung im Literaturhaus erzählte. Ein Job, der einerseits… Continue Reading „130. Gedicht im Kopf“

129. „Gegenwartsliteratur…

… halte ich für uninteressant“ erklärt  Marcel Reich-Ranicki allen Cicero-Lesern. Ich gehörte bisher nicht dazu, und warum sollte sich das ändern? Wer es aber genauer wissen will, erhält folgende Information: Professor Marcel Reich-Ranicki ist Deutschlands Literaturpapst. 2006 legt er den vollständigen Kanon der Deutschen… Continue Reading „129. „Gegenwartsliteratur…“

128. Gedicht

WIR REDEN NICHT MEHR VIEL, WIR ZÄHLEN ZÜGE Am Telefon, du chattest nebenbei, Die Gegenseite hat die Hände frei, Ich wiederhole mich dabei, ich lüge, Daß es mir gar nichts ausmacht, dich zu hören, Wie du dich aufteilst zwischen zwei Systemen, Mir zuhörst, schreibst,… Continue Reading „128. Gedicht“

127. Neu: „manuskripte“ und „Lichtungen“

Ein gewohnt breites, literarisches Spektrum decken die „manuskripte“ in Nummer 185 ab. So findet sich etwa „das Alpland und feine Ohr“, eine in Arbeit befindliche Prosaschrift von Friederike Mayröcker. Günter Brus steuerte neben Lyrik auch das Titelbild der aktuellen Ausgabe bei. Die bulgarische Dichterin… Continue Reading „127. Neu: „manuskripte“ und „Lichtungen““