Lyrikzeitung & Poetry News

11. März 2012

46. Nicht neidisch

Einsortiert unter: Österreich, Deutsch — Schlagworte: , — lyrikzeitung @ 13:12

In der Wiener Kleeblattgasse hat Ende Jänner ein Buchshop eröffnet, in dem ausschließlich Romane und Abhandlungen von Frauen verkauft werden. Und Theorien über Feminismus. / Wiener Zeitung

Die Theorien können anscheinend auch von Männern sein, wenn ich die Formulierung mal ernst nehme. Aber egal: Keine Gedichte? Bin ich nicht neidisch. Sie werden schon kriegen, was sie verdienen. :-)

11. Februar 2012

40. NEUES AUS DER SCHWEIZER LITERATUR – zweite Lieferung

Einsortiert unter: Deutsch, Schweiz — Schlagworte: , , — lyrikzeitung @ 12:01

09.02.2012
Alte Schmiede
1010 , Wien

1. Abend: Lebens-Werk KLAUS MERZ Präsentation der WERKAUSGABE (in sieben Bänden; Haymon Verlag, ab 2011) • MARKUS BUNDI (Herausgeber, Zürich) positioniert den Autor und sein Werk • Klaus Merz (Unterkulm, Aargau) liest aus Die Lamellen stehen offen. Frühe Lyrik 1963-1991 (Band 1), In der Dunkelkammer. Frühe Prosa 1971-1982 (Band 2), Fährdienst. Prosa 1983-1995 (Band 3 der Werkausgabe) • Begrüßung: GEORG HASIBEDER (Programmleiter, Haymon Verlag) • in Zusammenarbeit mit dem Haymon Verlag, Innsbruck, mit freundlicher Unterstützung durch PRO HELVETIA, Schweizer Kulturstiftung

22. Januar 2012

84. Chronische Poetische Aporie (CPA)

Einsortiert unter: Österreich, Englisch, USA — Schlagworte: , , , — lyrikzeitung @ 01:39

In folgendem Gespräch wird das übliche Frage-Antwort-Spiel umgekehrt und zu einem Antwort-Frage-Spiel. Charles Bernstein wurde gebeten, zu Zitaten aus seinen Texten Fragen zu stellen. Sein umfangreiches, bisher nicht übersetztes Werk* befasst sich auf ebenso ironische wie politische und chaotische Weise mit den Unwägbarkeiten aller Bedeutungen

Antwort Bernstein: Xo.

Frage Bernstein: Was ist der kleinste Sinn-Baustein? Ein Fonem – der winzigste Laut, den man als eigenständige Einheit hören kann? Oder ist die Sprache in ihrer Gesamtheit der kleinste Baustein?

Antwort Bernstein: Ideen sind tot, außer im Spiel.

Frage Bernstein: Was denken Sie über die abstrakten Begriffe der Politik, Theologie, Philosophie und Literaturtheorie: Konstruktion und Transzendenz, Sein und Vergeben, Dialektik und Möglichkeit, Freiheit und Rausch, Materialität und Affekt, Melancholie und Staatsbürgertum, Nation und Gedanke, Verwirrung und Wildnis, Demokratie und Begrenzung?

(…)

Bernstein: jed jimmsy’s cack. ib giben durrs urk klurpf. ig ooburs quwate ag blurg.

Frage Bernstein: Sind Sie ein jüdischer Dichter? Für Brian Ferneyhough haben Sie ein Libretto über Walter Benjamin geschrieben, “Shadowtime” (Schattenzeit). Ist das aus einer jüdischen Perspektive geschrieben? In einem Aufsatz in der Zeitschrift “Radical Poetics and Secular Jewish Practice” schreiben Sie, dass Sie sich verpflichtet fühlen, die Arbeit nichtreligiöser europäischer jüdischer Kultur weiterzuführen, die im systematischen Vernichtungsprozess des Zweiten Weltkriegs ausgelöscht wurde. Aber ist das nicht alles längst Vergangenheit? Können wir das nicht hinter uns lassen?

Bernstein: Grandiose Verstopfungen.

Frage Bernstein: Wie finden Sie die österreichische Küche?

Bernstein: Wenn ein Text in ein Gedicht-Kostüm gesteckt wird, dann ist das an und für sich eine Provokation, die grundlegenden Fragen zu Sprache, Sinn und Kunst zu betrachten. Chronische Poetische Aporie (CPA).

Frage Bernstein: Gibt es keinen Weg, der Künstlichkeit zu entkommen? Wie wäre es mit natürlicher Sprache und direkten Aussagen? Was ist Ihnen lieber, ein Saal voller Spiegel oder die erhabene Majestät eines in der Morgendämmerung verschwindenden Berges, wenn Nebelschwaden den Anblick wegbrennen wie heimkehrende Engel?

/ Der Standard 20.1.

Charles Bernstein liest am Donnerstag, den 26. Jänner, um 18 Uhr in der Alten Schmiede – Literarisches Quartier, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien.

*) vgl. aber hier: 58. Attack of the Difficult Poems – Angriff der Schwierigen Gedichte

26. Dezember 2011

96. Li Bais Meditation

Einsortiert unter: China — Schlagworte: , , — lyrikzeitung @ 06:54

Als bloßes Rauschmittel sollte Alkohol bei Li Bai dennoch nicht verstanden werden, stattdessen als eine jener Zauberdrogen der Äußeren Alchemie, die zur Erkenntnis des Dao und der Unsterblichkeit führen können. Erst dank der Kraft des Fusels konnte er seine göttliche Begabung entfalten und mithilfe des magischen Getränks mit Göttern und Geistern in Verbindung treten, die wiederum mittels Lyrik durch ihn kommunizierten. Kurz gefasst handelt es sich also um eine daoistische Meditationsform, die für eine unstillbare Sehnsucht nach dem Absoluten sowie das Finden und Einswerden mit diesem steht. / Der Standard

23. Dezember 2011

90. Doppelt so lang?

Einsortiert unter: Österreich, Deutsch — Schlagworte: , , , , — lyrikzeitung @ 16:24

Sensation
Stille Nacht: Neue Strophen aufgetaucht
Das berühmteste Weihnachts-Lied der Welt hat jetzt 6 Strophen.

melden die Ösis (Oe24.at). Bevor ich das weitergebe, schau ich lieber mal nach (wär ich Journalist, würd ich sagen: ich recherchiere). Und mein Gedächtnis trübt nicht. Hat schon immer 6 Strophen. Nur die meisten Gesangbücher – katholische wie evangelische – drucken davon fast stets nur die 1., 2. und 6. (Die beiden letzteren auch noch in umgekehrter Reihenfolge). Merkwürdig, denn offenbar haben sie sonst keine Probleme mit vielstrophigen Liedern.

Ösileser unlocker meint:

große Sensation… im Gebetsbuch meiner Mutter stehen auch noch alle 6 Strophen.

Kleiner Tip für die nächstjährige Weihnachtsnummer: Wikipedia hat alle 6 Strophen und daneben die verkürzte Fassung der Gesangbücher.

– Besser gelingt der Ösi-Kulturredaktion die Berichterstattung über eine neue Aufführung der Dreigroschenoper im Wiener Volkstheater. Zwar schreiben sie Brechts Vornamen falsch und verwenden einen recht aufgeblähten Stil:

Zurückhaltendes München, weltoffenes Wien

Während die Münchner, dort feierte das Stück am 22. Jänner unter der Regie von Christian Stückl Premiere, sich mit dem Thema Nacktheit zurückhaltend zeigten – dort blitzte ein Plastikbusen, präsentiert sich Wien ab 16. 12 mehr als freizügig. Schottenberg setzt auf hemmungslose Nacktheit und zeigt die Schauspielerinnen völling entblößt im Eva-Kostüm.

Doch dafür bebildern sie ihren Bericht fast völling erschöpfend mit  14 Farbfotos.

22. Dezember 2011

88. Sprachzensur

Einsortiert unter: Österreich, Deutsch — Schlagworte: , , — lyrikzeitung @ 19:16

Große Aufregung um Wörter aus dem Wörterbuch “Österreichisch-Deutsch”, die auf Glastafeln gedruckt am Wiener Flughafen Schwechat die Besucher begrüßen sollen.

Auf den vor Wochen installierten Tafeln befinden sich Wörter wie “Futlapperl” Schamlippe oder “wischerln”, was soviel wie urinieren bedeutet.

Die unangebrachten Wörter sollen nun durch “Willkommen-Schriftzüge” ersetzt werden.

http://noe.orf.at/news/stories/2512659/

Dazu ein Kommentar von Christian Ide Hintze:

2. Wer immer die Idee hatte, diese Wörter dem von Astrid Wintersberger unter beratender Mitarbeit von H.C. Artmann herausgegebenen Wörterbuch zu entnehmen: vor den Vorhang! Das Hosen- und Handtaschenbuch mit dem roten Einband ist weder “für” noch “gegen” etwas, es propagiert nichts und bekämpft auch nichts, es zählt lediglich einige Wörter auf, gibt ihnen eine literarische, eine augenzwinkernde Note und eignet sich als Türöffner für labyrinthische Sprachspiele jeglicher Art. (…)

4. Wer immer die Idee hatte, die Wörter “Futlapperl” und “wischerln” zu zensurieren, mit Packpapier zu verhängen und damit besonders hervorzuheben: vor den Vorhang! Die beiden Wörter sind geradezu prädestiniert für Phantasien über etymologische oder lautmalerische Zusammenhänge.

5. Wer immer die Idee hatte, die Zensurmaßnahme mit dem Argument, es sei “unerlässlich, dafür Sorge zu tragen, dass Passagieren keine potenziell fremdenfeindlichen, diskriminierenden, frauenfeindlichen oder religiöse Gefühle verletzenden Inhalte aufgezwungen werden” , zu rechtfertigen: runter von der Bühne! Bierernst trifft die Sache ebenso wenig wie die Verwechslung von lexikalischen Begriffen mit Inhaltsangaben oder Botschaften. …

6. Wer immer die Genehmigung zur Aufstellung dieser Wörter gegeben, dann wieder zurückgezogen bzw. beschränkt hat, muss irgendwann einmal – vielleicht zum allerersten Mal überhaupt – angefangen haben, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

7. Ich ziehe meinen Hut vor Artmanns Fähigkeit, über seinen Tod hinaus das p.t. Publikum, auch das pressesprecherische, mit Fragen zur Sprache zu beschäftigen.

/ DER STANDARD – Printausgabe, 14. Dezember 2011

30. November 2011

127. Ruth Oberhuber, Peter Gstöttmeier und Reinhard Schmidt heißen die diesjährigen GewinnerInnen des Literaturpreises Ohrenschmaus 2011

Wien (OTS/ÖVP-PK) – Zum fünften Mal wurde heuer der Literaturpreis Ohrenschmaus in den Kategorien Prosa, Lyrik und Lebensberichte im Wiener Museumsquartier vergeben. “Dieser Literaturpreis ist ein Kulturprojekt – und kein Sozialpreis – und soll das öffentliche Bild von behinderten Menschen nachhaltig verändern. Menschen mit Lernbehinderung wollen zeigen, was sie können und das ist beeindruckend, wie die zahlreichen Texte beweisen. Zudem sollen Literatinnen und Literaten durch die Ausschreibung des Literaturpreises motiviert werden, ihr Talent und ihre Leidenschaft zum Schreiben weiterzuverfolgen”, so der Initiator und ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung, Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg.

Bei der diesjährigen Preisverleihung gestern, Dienstag, wurden die Siegertexte im Rahmen einer abwechslungsreichen Veranstaltung, moderiert von Barbara van Melle und Ronny Pfennigbauer, im Wiener Museumsquartier prämiert. Die Jury des Ohrenschmauses, bestehend aus Felix Mitterer (Ehrenschutz), Eva Jancak, Barbara Rett, Andrea Stift, Heinz Janisch, Ludwig Laher und Kurt Palm, hat heuer folgende SiegerInnen auserkoren: Peter Gstöttmaier mit dem Text “Söbständi” (in der Kategorie Lebensberichte), Reinhard Schmidt mit “Ascheimer” (in der Kategorie Prosa) sowie Ruth Oberhuber mit “Der Durchbruch des Kindes in mir” (in der Kategorie Lyrik).

Besonders stolz sind Initiator Franz-Joseph Huainigg und die Partnerorganisationen Caritas, Diakonie, Jugend am Werk, Lebenshilfe und Vienna People First auf das druckfrische Ohrenschmaus-Buch, das die besten eingereichten Texte aus insgesamt fünf Jahren versammelt. Das Buch ist ab sofort im Buchhandel (Verlag der Provinz) erhältlich. Besonderer Dank gilt den Sponsoren Erste Bank, Raiffeisen Wien, Baumax, Zotter, Lions Club Wieselburg, Verbund, Wiener Städtische und dem Museumsquartier Wien, die mit ihrer Unterstützung einen zentralen Beitrag leisten.

Begründungen der Jury 2011:

Peter Gstöttmaier “Söbständi” (Preisträger Lebensberichte) “Söbständi ist, allas sölba macha, sölba denka und toan”, schreibt der 1962 in Waldhausen geborene Peter Gstöttmaier und hat gerade dadurch die Jury fast einstimmig überzeugt, ihn zum heurigen Preisträger des “Ohrenschmauses” in der Sparte Lebensbericht zu machen. Wobei wahrscheinlich besonders die Authentizität des handgeschriebenen Textes und das Verwenden der Umgangssprache beeindruckten. Denn Selbständigsein ist nicht nur wichtig, sondern bedeutet auch, sein Leben selber in die Hand zu nehmen und aufzuschreiben.

Ruth Oberhuber “Der Durchbruch des Kindes in mir” (Preisträgerin Lyrik) Bei den vielen schönen Lyriktexten, die heuer beim “Ohrenschmaus” eingereicht wurden, überzeugten die Jury ganz besonders die Gedichte der 1993 in Linz geborenen Ruth Oberhuber, die mit poetisch starken Worten vom Erwachsenwerden und dem von zu Hause ausziehen erzählt. “Ich wollte sehen, ob ich leben kann”, schreibt sie und hat es wahrscheinlich schon bewiesen, obwohl es nicht immer leicht und einfach ist, “wenn der Wind eisfischen geht” und es “Regen, Nebel”, “dann wieder Sonne und Licht” gibt.

Reinhard Schmidt “Ascheimer” (Preisträger Prosa) “Ascheimer” – dieser Text ist in meinen Augen auch deshalb großartig, weil er das Gutgemeinte thematisiert, das für Nichtstandardmenschen noch lange nicht das Gute sein muss. Beladen mit den Ladengeschenken, vor denen dem Erzähler graust, flüchtet er sich täglich in ein anderes Geschäft, wo er den unangetasteten frischen Kuchen im Mistkübel verschwinden lässt. Wunderbar auch, wie sich der Autor am Schluss die Perspektive der Bäckersfrau aneignet, die ob des regelmäßigen absurden Geschehens immer lachen muss. Alle eingereichten Texte finden Sie im Internet unter www.ohrenschmaus.net

17. Oktober 2011

73. Open Mike – Die Termine

Das Mikro ist offen: 15 Minuten beim open mike

Für 23 junge Autoren entscheiden beim open mike 15 Minuten über den Erfolg. Ausgewählt aus über 700 Einsendungen, ist für sie beim Finale am 5. und 6. November in der Wabe in Berlin 15 Minuten das Mikro geöffnet, um Jury und Publikum von ihren Texten zu überzeugen und die versammelte literarische Welt auf sich aufmerksam zu machen. Drei Preise können die Juroren Felicitas Hoppe, Tilman Rammstedt und Kathrin Schmidt vergeben, einen für Lyrik. Insgesamt steht ein Preisgeld von 7500 EUR zur Verfügung. Dem Gewinner des Preises der taz-Publikumsjury winkt ein Textabdruck in der taz.

Der open mike bietet über den Wettbewerb hinaus mit Lesereise, Autoren-Workshop, Kolloquium und Schreibwerkstätten eine umfassende literarische Nachwuchsförderung.
Das Wettbewerbswochenende wird durch ein Rahmenprogramm ergänzt: Autoren und Wissenschaftler diskutieren am Vortag des Wettbewerbs in einem Kolloquium das Politische in der Literatur mit open mike-Teilnehmern der letzten Jahre. Am Vorabend stellen mit Konstantin Ames, Sebastian Polmans und Rabea Edel traditionell ehemalige open miker ihre neuen Bücher vor. Direkt nach dem Wettbewerb geht es für die Gewinner nach Frankfurt, Zürich und Wien, wo sie sich und ihre Texte der literarischen Öffentlichkeit vorstellen, begleitet von Juror Tilman Rammstedt. Beim Workshop im Februar 2012 kommen alle Finalisten noch mal zusammen und arbeiten in konzentrierter Atmosphäre mit Autoren und Lektoren an ihren Texten.
Auch für ganz junge Autoren gibt es ein Angebot: Kostenlose Prosa- und Lyrik- Schreibwerkstätten für junge Autoren von 16-23 Jahren bieten die ehemaligen open miker Tom Schulz in Berlin und Thomas von Steinaecker in Frankfurt am Main an, “open poems“ und „open writing“, beide starten in der Woche nach dem open mike.

Die Wettbewerbstexte des 19. open mike erscheinen als Anthologie im Allitera Verlag und sind ab dem 2.11.2011 in den Buchhandlungen Anakoluth, Prenzlauer Berg, und ebertundweber, Kreuzberg, erhältlich, danach im Buchhandel oder unter www.allitera.de.
Am 13.11.2011 um 0:05 Uhr sendet Deutschlandradio Kultur die Reportage „19. open mike“.

Der 19. open mike ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation in Zusammenarbeit mit der WABE und dem Allitera Verlag.

Termine

Freitag, 4.11.2011, 14 -18 Uhr
Kolloquium „Was macht einen Text politisch?“
- Nur auf Einladung -
Podium: Andres Veiel (Regisseur und Autor), Thomas Ernst (Literaturwissenschaftler), Tom Schulz (Autor), Katja Lange-Müller (Autorin)
Moderation: Ina Hartwig (Literaturkritikerin, Frankfurt)
Ort: Literaturwerkstatt Berlin, Knaackstr. 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin

Freitag, 4.11.2011, 20 Uhr
Leben und Schreiben nach dem open mike
In Lesung und Gespräch: Konstantin Ames (Berlin), Rabea Edel (Berlin), Sebastian Polmans (Niederkrüchten)
Moderation: Karin Heyl (Crespo Foundation, Frankfurt)
Ort: WABE , Danziger Str.101, 10405 Berlin, Eintritt 5 EUR/erm. 3 EUR

19. open mike – Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik
Samstag, 5.11. 2011
ab 14 Uhr: Lesungen 19. open mike
Sonntag, 6.11. 2011
ab 12 Uhr: Lesungen 19. open mike
ca. 16.45 Uhr: Bekanntgabe der Preisträger des 19. open mike durch die Juroren Felicitas Hoppe, Kathrin Schmidt und Tilman Rammstedt
Ort: WABE , Danziger Str.101, 10405 Berlin, Eintritt frei

Lesereise der open mike-Preisträger 2011
Mittwoch, 9.11.11, 20 Uhr
Literaturhaus Zürich
mit Jurymitglied Tilman Rammstedt
Ort: Literaturhaus Zürich, Limmatquai 62, CH-8001 Zürich
www.literaturhaus.ch

Donnerstag, 10.11.11, 19 Uhr
Literaturhaus Wien
mit Jurymitglied Tilman Rammstedt
Ort: Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, A-1070 Wien
www.literaturhaus.at

Freitag, 11.11.11, 20 Uhr
open mike@ orange peel
mit Jurymitglied Tilman Rammstedt
Ort: orange peel, Kaiserstraße 39, 60309 Frankfurt am Main
www.orange-peel.de

Die Lesereise zum 19. open mike ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Zürich, dem Literaturhaus Wien und Volltext im Rahmen der BUCHWIEN Lesefestwoche und text&beat@orangepeel.

Schreibwerkstätten

Ab 9.11. 2011
Open poems
Lyrik-Schreibwerkstatt für junge Dichter von 16–23 Jahren.
Leitung: Tom Schulz
open poems findet jeden zweiten Mittwoch statt, jeweils von 17:00 bis 18:30 Uhr.
Termine 2011: 9.11., 23.11., 7.12., 21.12.
Anmeldung erforderlich unter: mail@literaturwerkstatt.org
Ort: Literaturwerkstatt Berlin, Knaackstr. 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin

Ab 11.11.2011
Open writing
Prosa-Schreibwerkstatt für junge Autoren von 17 bis 23 Jahren.
Leitung: Thomas v. Steinaecker
Open writing findet an insgesamt neun Freitagen von 14 bis 18 Uhr statt, Termine und Infos unter: www.crespo-foundation.de
Bewerbung (2-5 Seiten Prosa und Lebenslauf) bis zum 11.10. an: Katrin Krampe, Crespo Foundation, Tel. 069 – 27 10 7950, katrin.krampe@crespo-foundation.de
Ort: Crespo Foundation, Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt

9. August 2011

39. Soll Weinheber bleiben?

Einsortiert unter: Österreich, Deutsch — Schlagworte: , , — lyrikzeitung @ 11:33

Er war ein populärer Dichter, vor allem dank seines Mundart-Zyklus „Wien wörtlich“, beherrschte aber auch die poetische Hochsprache eines Rilke oder Anton Wildgans. Seine Position im Nationalsozialismus – er pries Hitler – ist schon lange ein Stein des Anstoßes: Nun gibt es eine neue Debatte um Josef Weinheber (1892 bis 1945). Ein Denkmal im Schillerpark könnte entfernt, die Ehrenmitgliedschaft an der Kunstakademie aberkannt werden.

„Die Akademie der Verdrängenden Künste“ lautet der Titel eines Artikels in der jüdischen Zeitschrift „Nu“. Die Plattform für Geschichtspolitik, gebildet aus Studierenden und jungen Lehrenden, wirft der Akademie vor, sie habe, anders als andere Kulturinstitute (Museen, Nationalbibliothek), die Bewältigung der NS-Vergangenheit versäumt: Provenienzforschung, Rückgaben, Aberkennung von Ehrenmitgliedschaften aus dieser Zeit, etwa jene für Weinheber. „Die konkreten Vorwürfe: In der offiziellen Selbstdarstellung der Akademie wird die Nazi-Zeit unter den Tisch gekehrt. Im Besitz der Akademie befinden sich möglicherweise arisierte Objekte“, heißt es in dem „Nu“-Artikel. / Barbara Petsch, Die Presse

4. Juli 2011

7. 2. GEDICHTKONFERENZ 2011 in der Alten Schmiede

Einsortiert unter: Österreich, Deutsch, Deutschland — Schlagworte: , , , — lyrikzeitung @ 11:44

2. GEDICHTKONFERENZ 2011 in der Alten Schmiede Wien am kommenden Mittwoch:

“2. GEDICHTKONFERENZ 2011 Zustandsbilder – Empfindungsregister – Zurichtungen von Sprache CHRISTIAN FILIPS (Berlin) liest aus HEISSE FUSIONEN (roughbooks, 2010) • HELMUT NEUNDLINGER (Wien) liest aus TAGDUNKEL (Mitter Verlag) • STEFAN BAYER (Wien) liest aus BOTANISCHE TRÄUME (Sisyphus Verlag, 2010)

Christian Filips’ sich fortschreibendes Gedichtprojekt Heiße Fusionen bietet ein Panorama zeitgenössischen urbanen Bewusstseins. Die Krise, nicht zuletzt eine Folge verschlingender Fusionen, ist allgegenwärtig. Sie bricht als „Instant Krise“ ins sprachlich und denkerisch kaum mehr gegebene „Private“ ein. Die Bestandsaufnahme wird mit sprachlichen Tableaus geleistet, in denen Bildsplitter, Fragmente, Versatzstücke und technokratische Jargons die Herrschaft über das Bewusstsein an sich gerissen haben. Nur Heischesätze, zwar auch schon im Diktat des grenzenlosen Habenwollens benannt, leisten mit ihren Evokationen von Empfindung und Beziehung eine Art Widerstand gegen die Brechung.

“Mit Sprachwitz und bissigem Sarkasmus bannt Filips die Phänomene der Wirtschaftskrise in poetische Abbreviaturen mit gelegentlich köstlichen und manchmal bitterbösen Pointen.” (Roman Bucheli, NZZ)

Christian Filips, *1981 in Osthofen bei Worms. Schulzeit in Frankreich und Belgien, Studium der Philosophie und Germanistik in Wien und Berlin. Dramaturgische Arbeit mit Tänzern, Komponisten und Performern, dichterische Übersetzungen aus dem Englischen, Niederländischen, Italienischen; lebt als freischaffender Dichter und Dramaturg (u.a. für Literaturwerkstatt Berlin, Lautten Compagney Berlin, Zeitgenössische Oper Berlin, Deutsche Oper Berlin, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) in Berlin. Neugründung der Liedertafel als Werkstatt für Dichter, Komponisten und Sänger; Zusammenarbeit mit der Sing-Akademie zu Berlin / Universität der Künste.  Auftritte als Moderator, gelegentlich auch als Sänger und Performer, insbesondere mit Bo Wiget und der Lautten Compagney. Seit 2010 Mitherausgeber der roughbooks (zusammen mit Urs Engeler), Programm- und Archivleiter der Sing-Akademie zu Berlin. Schluck auf Stein. Gedichte (2001); Rimbaud-Preis 2001 (Ö 1 / Der Standard).

*

Das Themenspektrum der „Botanischen Träume“ ist weit gefächert – es reicht von Liebe, Angst, Enttäuschung, Freundschaft und Tod über gesellschaftskritische und politische Texte bis hin zu solchen, die in erster Linie durch ihre äußere Form die Schönheit lyrischer Ausdruckskraft zur Geltung bringen wollen. Die Gedichte versuchen die Leserin und den Leser zuerst mit einer magischen, metaphorischen, an rhetorischen Stilmitteln reichen Sprache in ihren Bann zu ziehen, um sie und ihn anschließend mit emotionalem und geistigem Tiefgang zu überzeugen.

Stefan Bayer, *1989 in Wien, wo er nach Kindheit und Jugend in Niederösterreich wieder lebt.
Seit 2007 Studium der Biologie und Romanistik an der Universität Wien.
Publikationen sowie in Literaturzeitschriften und Anthologien; Positive Ladungen. Gedichte (2008).

*

Während Helmut Neundlinger von existentiellen Konstellationen und Situationen erzählt, komponiert er mit Worten und idiomatischen Wendungen und fügt so seine Gedichte zusammen. Wie das Oxymoron des Buchtitels pulsiert hier das Lebensgefühl in Gegensätzen, die doch als Einheit erscheinen. Schlaf und Nichtschlaf bilden ein zentrales Motiv der Unruhe vor dem Verlangen nach Ruhe, so wie Schlingensiefs grenzenlose Welterfassung, in einem eigenen Abschnitt angerufen, mit rastloser Betriebsamkeit kontrastiert und sich zu einem Spiel mit der Macht verbindet; die liedhafte Leichtigkeit vieler Gedichte ist dabei von ihrer Empfindungstiefe nicht zu trennen.

Die Gedichte des Lyrikbandes „tagdunkel“ nehmen die Sprache dort auf, wo sie scheinbar am nacktesten dem Alltagsmund entfährt: in den Redewendungen, den rhetorischen Tagesresten und vermeintlichen „Nebenwörtern“ jener Sprechakte, in deren Zwischen- und Untertönen sich die Sehnsüchte und Ängste des Subjekts ablagern. Wenn dieses Ich nicht gerade mit sich selbst über seine innere Dunkelheit verhandelt, dann richtet es sich – auf beredte Weise „nichts sagend“ – an ein namenloses „Du“, erhält Nachrichten von Schlingensief oder einem toten Fußballspieler aus Kamerun. Der Schlaf spielt eine so zentrale Rolle, dass er akribisch gesammelt wird, und Wettbüros erweisen sich als Zufluchtsorte nicht gelebter Träume und unausgesprochener Tragödien.

Helmut Neundlinger, *1973 in Grieskirchen (OÖ), lebt seit 1992 in Wien. Studium der Philosophie und Germanistik. Lektor, Journalist, Publizist, Musiker, Redakteur von „Recherche. Zeitung für Wissenschaft“. Regelmäßige journalistische Beiträge in der Wiener Straßenzeitung „Augustin“, im Monatsmagazin „Datum“ und netzwerkanalytische Interpretationen von Fußballspielen im „Standard“. Bücher: Co-Herausgabe von Christian Loidl 1957–2001 (2007); „von einen sprachen“. Untersuchungen zum Werk Ernst Jandls. Gemeinsam mit Michael Hammerschmid (2008); Tagebuch des inneren Schreckens. Essays über Hermes Phettbergs „Predigtdienste“ (2009).

Ältere Artikel »

Theme: Silver is the New Black. Bloggen Sie auf WordPress.com.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 241 other followers