Getagged: Sjón
48. Mechanik und Esprit
Auf eine andere Art exotisch wirkt in einer nach dem Authentischen, Eigentlichen, Unmittelbaren gierenden Leserwelt jene Gruppe der französischen Schriftsteller, die sich «Oulipo» abkürzt (auf Deutsch: «Werkstatt für potenzielle Literatur») und die der Pariser Romanist Jürgen Ritte einem begeisterten Publikum in einer Hotelbar vorstellte. Die Mitglieder der Gruppe schreiben nach selbst verordneten, teilweise sehr komplizierten Regeln – von denen der Leser möglichst nichts bemerkt. Das Verfahren ist noch nicht die Kunst: Aber es ermöglicht sie, bringt sie im besten Fall gerade durch Beschränkung hervor. Die von Ritte übersetzten Beispiele zeigten wunderbar, wie auch Komik aus purer Mechanik entstehen kann – wenn sie vom Öl des Esprits angetrieben wird.
O-Töne: Das ist ein weiterer Trumpf des Leukerbader Festivals. Die Veranstalter legen Wert darauf, dass viel in Originalsprachen gelesen wird. So konnte man Isländisch (Sjón) und Weissrussisch hören (Valzhyna Mort), ungarische Verse (Istvan Kemeny) und englische Prosa (…) / Martin Ebel, Tages-Anzeiger
96. e.poesie
poesiefestival berlin
So 19.6.20:00
Akademie der Künste, Pariser Platz, Foyers
Eintritt €10/7
Mit und von Ondřej Adámek Tschechien / Sjón Island; Mark Barden USA / Zakaria Mohammed Palästina; Eliav Brand Israel / Michael Stauffer Schweiz; Dmitri Kourliandski Russland / Stanislaw Lwowski Russland und Rozalie Hirs Niederlande sowie Natalia Pschenitschnikowa Stimme, den Schauspielerinnen Anna Kubelík und Samia Dauenhauer, weiteren Solisten / Performern, dem KNM Berlin sowie dem KNM campus ensemble.
e.poesie beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Wort und Musik, genauer mit der perspektivreichen Relation aus zeitgenössischer Poesie und der Musik von heute. Fünf Komponisten präsentieren mit ihren Poetenkollegen aktuelle Positionen im Grenzbereich zwischen deklamiertem Text, Instrumentalmusik und Klang- bzw. Lautperformance. Musik und Poesie erobern sich die spektakuläre Architektur der Akademie der Künste und beziehen sie in die Kompositionen ein.
94. Poesiegespräche
Poesiegespräch: Die Crux mit der Lyrik. Billy Collins im Gespräch
So 19.6. 17:00
Akademie der Künste, Pariser Platz, Black Box
Eintritt €5/3
Mit Billy Collins USA und Ron Winkler Dichter und Übersetzer, Deutschland
Der Bestseller-Dichter und ehemalige Poet Laureate Billy Collins tritt zum ersten Mal in Deutschland auf. Sein Übersetzer Ron Winkler spricht mit ihm über sein Werk.
Poesiegespräch: e.poesie
So 19.6. 18:30
Akademie der Künste, Pariser Platz, Black Box
Eintritt €5/3
Mit Ondřej Adámek Komponist, Tschechien Mark Barden Komponist, USA Rozalie Hirs Komponistin und Autorin, Niederlande Sjón Autor, Island Moderation Lydia Rilling Musikwissenschaftlerin, Berlin
Lydia Rilling diskutiert mit beteiligten Komponisten und Poeten über ihre spannende, außergewöhnliche Zusammenarbeit zur e.poesie und stellt Werke der sich anschließenden Konzertperformance vor.
61. “Poetry on the road” 12
Zum vollen Dutzend gibt es sogar ein Feature. Regine Beyer hat darin elf Jahre „poetry on the road“ aufgearbeitet: die Geschichte eines Literaturfestivals, das einst mit seinem Blick über die deutschen Sprachgrenzen hinaus eine Sonderstellung in Deutschland einnahm.
Tatsächlich hat die Reihe auch im zwölften Jahr ihres Bestehens nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt. Zur Eröffnung im Schauspielhaus am Freitagabend (20 Uhr) haben sich so namhafte Autoren wie Christoph Hein, Ulrike Draesner und Sjón aus Island angekündigt. Wobei mitunter die literarischen Gattungszuordnungen auffälliger sind als die Namen selbst. Christoph Hein zum Beispiel wird sich gemeinsam mit Autor und Sänger Wenzel der Lyrik annähern – bislang kannte man ihn lediglich als Dramatiker und Romancier.
Am ungewöhnlichen Ort kommt es tags darauf (10.30 Uhr) zu einem ungewöhnlichen Treffen: In den Tiefen der Domkrypta wird Hein dann gemeinsam mit seinem Schweizer Dichterkollegen und Kabarettisten Franz Hohler literarische Höhen erklimmen. /
Johannes Bruggaier, kreiszeitung.de
45. Sjóns Gedichte
„BuchKunst Kleinheinrich“ aus Münster hat die zweisprachige Ausgabe der Gedichte Sjóns mit 30 Aquarellen von Bernd Koberling bereichert. Verschwimmende Farbspielereien, die wie mikroskopische Welten wirken, gelegentlich auch wie Flechten auf den Felsen Islands. Koberlings Farbfantasien zwischen verblasstem Rot und kanariengelbem Frühlingssehnen sind die perfekte Ergänzung zu den rätselhaften Sprachbildern, die Sjón mit seinen Gedichten schafft. Momentaufnahmen und Stimmungsbilder, Seelenblitze und Geisterstimmen – es ist eine Vielfalt, die Sjón mit seinen Gedichten beschwört. „sieben finger auf einem sargdeckel / zähne begraben an einem abgelegenen ort / vogelflügel genagelt aufs gelenk / ich zähle meine wimpern / im zimmer in dem du geboren bist / räche dich nicht“, heißt es in „selbstporträt“. Wie in jedem guten Gedicht werden auch bei Sjón die Worte beim wiederholten Lesen fühlbar im Mund. Und wie schon in seinem Roman „Schattenfuchs“ auch hier seine Suche nach Geschichten und Bildern in der Vergangenheit wie in dem Gedicht „paris (1895/1985)“. „allein in der nacht / mit einem haschverkäufer / der flüstert: / chocolat, monsieur? / (zu hause stirbt jemand) / und am ende der straße / an der ecke / erreiche ich einen laden / mit mechanischen Puppen / (zu hause stirbt jemand) / sie sind mannshoch / antiquiert / und warten darauf / aufgezogen zu werden / (zu hause stirbt jemand).“ / Dirk Becker, Potsdamer Neueste Nachrichten
Sjón ist am morgigen Mittwoch, 20 Uhr, zu Gast im Wilhelmshorster Peter-Huchel-Haus, Hubertusweg 41. Den Abend moderiert Katharina Narbutovic, die Lesung der deutschen Übersetzungen übernimmt Lutz Seiler. Der Eintritt kostet 5, ermäßigt 4 Euro.
20. Sjón im Huchelhaus
Freunde der isländischen Pop-Sirene Björk sollten sich den Abend des 12. Januar vormerken. Der Lyriker Sjón – eigentlich Sigurjón Birgir Sigurðsson – kommt zu einer Lesung ins Wilhelmshorster Peter-Huchel-Haus. Für Björk hat der Schriftsteller einige Liedtexte geschrieben, außerdem machte er sich einen Namen, als er zu dem Lars-von-Trier-Film „Dancer in the Dark“ die Songtexte beisteuerte. Dafür wurde Sjón sogar für einen Oscar nominiert.
Mit Björk ist der Dichter seit seiner Jugend befreundet. Mit 15 Jahren gründete er in Reykjavík eine surrealistische Lyrikergruppe und veröffentlichte seinen ersten Band. Zu dieser Gruppe stieß bald die Sängerin und experimentierte in diesem intimen Rahmen mit Texten. / Märkische Allgemeine
137. Alberto Szpunberg in Dresden
Eine diesen Herbst im Wiesbadener Verlag luxbooks erscheinende Anthologie wird, in der Reihe „luxbooks latin“, den Focus vor allem in Hinblick auf „Neue Argentinische Poesie“ scharf stellen und hierzulande noch wenig bekannte Autoren wie Martín Gambarotta, Santiago Llach oder Marina Mariasch vorstellen. Doch zuvor gibt es die einmalige Gelegenheit, einem der namhaftesten Dichter Lateinamerikas in Dresden persönlich zu begegnen: der 1940 in Buenos Aires geborene und heute in der Nähe von Barcelona lebende Alberto Szpunberg gibt – zusammen mit seinen deutschen Übersetzern Joana und Tobias Burghardt – dem Poesiefestival „Bardinale“ die Ehre und wird am 3. September als einer von vier Gästen des internationalen Leseabends „Poetry International“ im Jazzclub Neue Tonne aus seinen Büchern lesen. …
Im deutschsprachigen Raum kann man ihn jetzt entdecken: in der auf spanisch- sowie portugiesischsprachige Lyrik spezialisierten Stuttgarter Edition Delta ist unter dem Titel „Der Wind ist manchmal wie alle“ ein vorzüglicher Auswahlband seiner Poesie erschienen. Ein Grund mehr dabeizusein, wenn Alberto Szpunberg in Dresden eine Auswahl aus seinem umfangreichen Werk vorstellen wird.
/ Volker Sielaff, Dresdner Neueste Nachrichten 30.8.
„Poetry International“ mit Alberto Szpunberg (Argentinien), Serhij Zhadan (Ukraine), Sjón (Island) und István Kemény (Ungarn) am 3. September, 20 Uhr im Jazzclub Neue Tonne. Eintritt: 8 / 6 Euro.
118. Füllhorn
Eine bisher an mir vorbeigegangene Seite fliegt mir in einer Anmerkung von Ron Winkler zu, danke! Die literaturwerkstatt Berlin stellt ihre Reihe “Gespräch des Monats” zum Nachhören ins Netz. Ich höre gerade Sherwin Bitsui, klingt gut! Hier können Sie stundenlang zuhören. Es sprechen: Oskar Pastior, Karl Mickel, Peter Rühmkorf, Adolf Endler, Mayröcker und Erb und…
Ihr nennt es Sprache: Rolf Dieter Brinkmann
Zum Todestag von Rolf Dieter Brinkmann lasen am 22.4.2010 Hans Christoph Buch, Matthias Göritz, Günter Herburger, Stephan Turowski in der Literaturwerkstatt Berlin. Die Moderation hatte Jan Röhnert.
Michael Lentz: Offene Unruh
In seinem aktuellen Buch kehrt Michael Lentz zu Liebesgedichten zurück. In der Literaturwerkstatt Berlin stellte er am 31.3.2010 “Offene Unruh – 100 Liebesgedichte” vor.