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92. Das Gedicht 20 oder Der Dom war nicht weit

Wer hätte das gedacht?

Nach Angaben des Börsenverein des Deutschen Buchhandels macht die Lyrik nur einen verschwindet geringen Anteil an den Umsätzen des Buchhandels aus. Rund ein Drittel des geschätzten Gesamtumsatzes der Branche von rund 9,6 Milliarden Euro im Jahr 2011 machte Belletristik aus. Der Lyrik-Anteil an der Belletristik betrug nur 1,2 Prozent – Tendenz in den vergangenen Jahren fallend. „Viele nehmen sich ja heute kaum noch Zeit für die reine Lektüre“, sagt der Vorsitzende der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, Ralph Grüneberger. / Literatur: 20 Jahre Literaturzeitschrift „Das Gedicht“ – weiter lesen auf FOCUS Online

Das zu einer Meldung zum 20. Jubiläum der Zeitschrift “Das Gedicht”, die durch einen “Skandal”, wie die Medien immer wieder berichten (einen von der Sorte, bei der nord- oder ostdeutsch Sozialisierte fragend die Stirn runzeln, “im wahrsten Sinne des Wortes handfest” halt) die Auflage steigerte:

Im Jahr 2000 sorgte der Dichter Anton G. Leitner mit seiner Literaturzeitschrift „Das Gedicht“ für einen im wahrsten Sinne des Wortes handfesten Skandal.

Unter der Überschrift „Geile Gedichte – Vom Minnesang zum Cybersex“ und mit unsittlich geballter Faust auf dem Titelbild hatte er erotische Gedichte renommierter Autoren wie Ulla Hahn und Friederike Mayröcker auf den Markt gebracht. „Die kamen päckchenweise zurück“, erinnert er sich heute – teils waren erboste Nachrichten dabei. Eine Mainzer Buchhandlung verweigerte damals zum Beispiel die Annahme, weil der „Dom nicht weit“ war.

Doch was ein wirtschaftlicher Totalschaden zu werden drohte, entpuppte sich als außerordentlicher Glücksfall. Weil die Medien auf ihn aufmerksam wurden, die „Bild“-Zeitung auf einer Doppelseite über seine „geilen Gedichte“ berichtete und in der damals höchst populären RTL-Show „Sieben Tage, sieben Köpfe“ ein Witz über die Abkürzung seines mittleren Namens – G. – fiel, schoss die Auflage für „Das Gedicht“ in die Höhe – und auf 10 000 Stück. „Wir kamen gar nicht hinterher mit dem Nachdrucken“, erinnert sich Leitner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

90. Deutsch-deutsch in Leipzig

1988 begegneten sie sich das erste Mal: Ralph Grüneberger aus Leipzig, der zu einer Lesung als “Arbeiterdichter” nach Osnabrück reisen durfte, und Wolfgang Rischer, damals noch Lehrer. Er lebt in Süpplingen bei Helmstedt. Nahe am einstigen Grenzübergangspunkt. … Später – da war der Schampus vom 9. November 1989 längst geflossen – wurden die beiden Dichter aus Sachsen und Niedersachsen Freunde. …

Die beiden pflegen eine fast nüchterne, nachdenkliche, aber farbige Sprache beim Dichten, lassen die Bilder und Eindrücke entstehen und lassen die Hintergedanken, die sie dabei haben, anklingen oder auftauchen. Je nachdem. Bei Grüneberger kommt das fast lakonisch. Er weiß, dass man Worte nicht aufbrezeln muss, damit sie sich entfalten. … aufgelackt, die / Wieneuwagen. Wie Kadaver / stehen daneben / Die verlassenen Karossen …”

Die beiden sind in ihrer Sprache zu Hause, auch in ihren Doppeldeutigkeiten. Wie hier, wo Grüneberer eben auch über “westblech” spricht, aber eben das, das ab 1990 über ostdeutsche Straßen flutete und die “peinliche Technik / Der Duroplastindustrie” verdrängte. Und die Fahrer der “Plastikbomber”?

“Unter neuem Kennzeichen fahren sie fort.” Eine ernüchternde Feststellung. So trocken und so wahr. / Ralf Julke, Leipziger Internet-Zeitung

“Wunder ganz in der Nähe”, ein deutsch-deutscher Gedichtdialog von und mit Ralph Grüneberger und Wolfgang Rischer. Musikalische Intermezzi: Die Lyrischen Saiten, Hörwerk Leipzig, Leipzig 2010, ISBN 978-3-86189-938-9, 9,95 Euro

128. „Tage der Poesie“ in Leipzig

In Sachsen gibt es erstmals „Tage der Poesie“. Vom 24. bis 26. Juni treffen sich rund 50 Autoren im Leipziger Haus des Buches. Sie wollen bei diesem Podium der Begegnung anhand zahlreicher Beiträge darüber diskutieren, was zeitgenössische Lyrik ausmacht.

Ein „Worttreffen“ soll es nach Auskunft von Initiator Ralph Grüneberger werden, eine Begegnung von Dichterinnen und Dichtern, von Poesie und Positionen, vor allem aber eine Begegnung von Sprache*. / Leipziger Volkszeitung

*) also vmtl: Sprache trifft Sprache. Ob Zuhörer erwünscht sind, wird nicht mitgeteilt.

106. Sächsisches Worttreffen

Ein „Worttreffen“ soll es nach Auskunft von Ralph Grüneberger, dem Initiator der erstmals veranstalteten „Tage der Poesie in Sachsen“ am 25. und 26. Juni in Leipzig, werden – eine Begegnung von Dichterinnen und Dichtern, von Poesie und Positionen, vor allem aber eine Begegnung von Sprache.

Erwartet werden am 25. und 26. Juni im Leipziger Haus des Buches mehr als 30 Lyrikerinnen und Lyriker, unter ihnen Wilhelm Bartsch, Hans Brinkmann, Roza Domascyna, Peter Frömmig, Kerstin Hensel, Dieter Mucke, Thomas Rosenlöcher, Brigitte Struzyk, Ron Winkler, Jan Wagner und Michael Wüstefeld. Als Ehrengast wird Günter Kunert am Samstagabend im Haus des Buches lesen. / Leipziger Internet-Zeitung

92. stadt / land / fluss

Der jüngst im engagierten österreichischen Leykam Verlag erschienene Gedichtband stadt land fluss des 23 Jahre jungen Grazer Lyrikers Christoph Szalay, der den aufregenden Lebenslauf eines Profiskifahrers mit ehemaligen Olympia-Avancen vorzuweisen hat, tastet sich auf vielfältige Art an seine Worte heran. Anlass zur Dichtung gibt in Kapitel 1 die physische Grenzerfahrung mit unmittelbarer Natur: flüchtige schlaglichthafte Texte zeigen draußen auf dem land hautnahes Erleben in Eis, Schnee und Berg. In Kapitel 2 wird stadt als mondäner Raum besungen, wo der einzelne inmitten einer grotesken Sprachversatzstückwelt verlorenzugehen droht. In fluss, dem etwas stilleren dritten Kapitel, fließt Beziehungsalltag in knappe Reflexionen ein und mündet in zyklische Gedichtpassagen. / Armin Steigenberger, Die Berliner Literaturkritik, 11.03.10

SZALAY, CHRISTOPH: stadt / land / fluss: gedichte. Leykam Verlag, Graz 2009. 184 S., 14,50 €.

[Da ich selber nachschlagen mußte, füge ich einen kleinen Beitrag zur Titelkunde hinzu, Buchmendel wird es gefallen: Ein Buch von Ralph Grüneberger, 1989 im Mitteldeutschen Verlag erschienen, trug den Titel "Stadt. Name. Land". Das ist eine rein sachliche Information ohne jede weitere Bedeutung. M.G.]

92. Lyrik und Lyriker bei textenet

www.textenet.de

Freitag, 20. November 2009 um 19:30 Uhr

Werkstatt für Kunstprojekte
Jens Paul Wollenberg und Uta Pilling – „Ein Bericht für eine Akademie“
Jens Paul Wollenberg liest „Ein Bericht für eine Akademie“ von Franz Kafka, Musik: Uta Pilling

Freitag, 20. November 2009 um 20:00 Uhr

Galerie Koenitz:
Bild und Bildner – Texte zur bildenden Kunst
Texte zur Bildenden Kunst mit Interessierten aus Bildender Kunst und Literatur: u.a. Rosemarie Fret, Jutta Pillat und Ralph Grüneberger, Musik: Martin Höpfner

Freitag, 20. November 2009 um 21:00 Uhr

Galerie A und V:
Ronald M. Schernikau – Abend
Mit Tobias Amslinger und Hannes Becker

Samstag, 21. November 2009 um 16:00 Uhr

Werkstatt für Kunstprojekte:
Verlagspräsentation der Leipziger Belletristik-Verlage
Mit Verlag Faber & Faber, Plöttner Verlag – für den Verlag lesen: Reinhard Bernhof & Thomas Kunst, Poetenladen – für den Verlag lesen: Katharina Bendixen & Johanna Schwedes, Leipziger Literaturverlag – für den Verlag lesen: Viktor Kalinke & Carsten Zimmermann, Connewitzer Verlagsbuchhandlung, Passage Verlag, Mitteldeutscher Verlag – für den Verlag liest Jörg Jacob, PaperOne – für den Verlag treten auf: Volly Tanner & Wolfgang Flür (vom Schlagzeuger der Gruppe „Kraftwerk“ zum Schriftsteller), Zeitschrift EDIT, Carpe Plumbum, Poesiealbum neu, Buchverlag für die Frau – für den Verlag liest: Christel Foerster, edition vulcanus – für den Verlag lesen: Maren Uhlig & Elmar Schenkel, Edition TP, Ausgabe 1 – für den Verlag lesen Marcel Rabe & Thomas Jez

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154. Poetisches Podium

Am 30. September findet zum dritten Mal in diesem Jahr das “Poetische Podium“ der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik statt. …

Am Mittwoch lesen nun Kerstin Hensel und Angela Krauß, zwei der renommiertesten Autorinnen Deutschlands. Anschließend stellen die Autoren Simone Voß und Ekkehard Schulreich ihre Texte vor. Es moderiert Ralph Grüneberger.

Mittwoch, 30. September, 17 Uhr im Haus des Buches, Saal 1 (Gerichtsweg 28). Das “Poetische Podium“ wird vom Kulturamt der Stadt Leipzig sowie der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. [sic]

Der Eintritt für die Veranstaltung ist frei. [Und für die Zuhörer?]

/ Leipziger Internet-Zeitung

2. Leipziger Lyrikbibliothek

Grüneberger, 1951 in Leipzig geboren, ist vielen besser bekannt als Lyriker. Anfang Juni wurde er als Erster Vorsitzender der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e. V. im Amt bestätigt. Er steht dem Verein seit 1996 vor und sichtbarster Erfolg der Arbeit ist der Aufbau der Leipziger Lyrikbibliothek, die in der Stadtbibliothek Leipzig ihr Domizil gefunden hat. Und noch weiter ausgebaut werden soll und bekannter werden soll. So hat es der Verein gleich mit entschieden und zwei Arbeitsgruppen gegründet. / Leipziger Internet-Zeitung

39. “Poesiealbum” und “Poesiealbum neu”

GUTE ZEIT FÜR LYRIK

40 Jahre nach Erscheinen des ersten Heftes der Reihe „Poesiealbum“ tritt die traditionelle Lyrikreihe, die bis 1990 im Verlag Neues Leben Berlin erschienen und von Bernd Jentzsch 1967 begründet worden ist, in diesen Tagen gleich zweifach auf den Plan.

Zum einen offerierte die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. (GZL) unlängst das Heft 1/2007 und nunmehr aus Anlass ihres 15-jährigen Bestehens das Heft 2/2007 ihrer Mitgliederanthologie. Und zum anderen verkündete Bernd Jentzsch im Beisein seines Verlegers Klaus-P. Anders bei der Feier der Lyrikgesellschaft in Leipzig seine Absicht, im Märkischen Verlag Wilhelmshorst die Reihe mit vier Heften pro Jahr fortsetzen zu wollen. Das erste Heft liegt bereits vor und widmet sich dem lyrischen Werk Peter Huchels (Nr. 277); die Nummer 278 wird Ernst Jandl präsentieren.

Beide Vorhaben unterscheiden und ergänzen sich gleichermaßen. Die in Leipzig ansässige internationale Lyrikgesellschaft stellt ihre Edition bewusst in den Dienst neuer Texte aus den Reihen des rund 230 Mitglieder zählenden Autorenvereins. Beabsichtigt ist darüber hinaus, ab 2008 zusätzlich zu den beiden Halbjahresanthologien zwei Themenhefte als Sonderausgaben vorzulegen. Die von Bernd Jentzsch, Ehrenmitglied der GZL, betreute Fortsetzung der Reihe gilt dem Einzelheft und zunächst vornehmlich den Werken jener Autorinnen und Autoren, die als „Poesiealbum“ herauszugeben Bernd Jentzsch während seiner Arbeit als Lektor nicht zu realisieren vermochte.

Zur Leipziger Buchmesse 2008 werden beide Initiativen gemeinsam für die Reihe „Poesiealbum“ werben, um den Zuspruch, dessen sich das Gedicht in heutiger Zeit immer mehr zu vergewissern vermag, zu bündeln.

Sowohl die Edition kunst & dichtung der Lyrikgesellschaft als auch der Märkische Verlag bieten das „Poesiealbum“ als Einzelheft oder im Abonnement an. Gern verweist dabei der eine auf den anderen.

Ralph Grüneberger und Klaus-P. Anders

Pressemeldung 04. November 2007