Getagged: Politik
58. “Quatsch mit Gedicht”
Unsere Gesellschaft braucht mehr Wir und weniger Ich
meint Andrea Nahles und hat vielleicht recht. Aber ihre Vorstellung von Quatsch (lesen die nicht Schwitters? Charms? Tja, merkt man) und von einem Gedicht ist von vorgestern:
Eines ist das Wir sicher nicht: Die “Tyrannei des Gemeinsinns”, vor der es Alan Posener in der “Welt” gruselte. Die ideengeschichtliche Brücke, die er baut von Jean-Jacques Rousseau über Papst Leo XIII. bis zum Faschismus des 20. Jahrhunderts ist zweifellos bemerkenswert – abenteuerlich und phantasiereich. Vor allem ist seine Herleitung aber, mit Verlaub: großer Quatsch mit Gedicht am Schluss.
70. Süßholz
Der republikanische Senator Rand Paul hielt eine von Beobachtern als wichtig angesehene Rede zum jährlichen Gipfeltreffen der U.S. Hispanic Chamber of Commerce in Washington, DC., von der es im Vorfeld hieß, es ginge um eine Einwanderungsreform. Offenbar war sie gut vorbereitet – 90 Minuten vor seiner Redezeit stand ein halbes Dutzend Fernsehkameras bereit, ebenso wie die großen Zeitungen “NYT and WaPo”.
L&Poe mischt sich nicht in die US-amerikanische Politik ein*; aber Sprache(n) und Poesie spielten feste mit. Offenbar glaubt man es den Hispanics schuldig zu sein.
Paul begann mit einem Sprachmix:
Por favor disculpen mi Espanol. Como creci en Houston -es un poco ‘espanglish y un poco Tex Mex.
[Bitte entschuldigen Sie mein Spanisch. Da ich in Houston aufwuchs, ist es ein wenig "Spanglisch" und ein wenig Tex Mex.]
Und mit einer Anekdote. Als Teenager jobbte er neben Immigranten beim Rasenmähen und dergleichen. Einmal fragte er einen von ihnen, wieviel er verdiene; “tres dolars”, antwortete er. Der Texaner: “Auch ich bekomme drei Dollar die Stunde”. “Nein,” der Immigrant, “drei Dollar am Tag”.
Jetzt die Poesie.
Er habe Miguel de Unamuno im College gelesen. Der habe einen guten Rat für die Republikaner parat:
“Miremos más que somos padres de nuestro porvenir que no hijos de nuestro pasado.”**
[Laßt uns lieber Eltern unserer Zukunft sein als Kinder unserer Vergangenheit]
In Pauls politischer Prosa:
Die Republikaner müssen Eltern einer neuen Zukunft mit den Latinowählern sein oder wir bescheiden uns mit einem dauerhaften Minderheitenstatus.
Die Latinos würden viele Werte mit den Republikanern teilen, wie: Freiheit, Familie, Glauben, konservative Werte, Verteidigung des ungeborenen Lebens und der traditionellen Ehe.***
Sie wären also natürliche Verbündete der Republikaner, aber in ihrem Eifer zur Abschottung der Grenzen hätten die ihre Verbündeten vor den Kopf gestoßen.
Um das zu ändern, bemühte er außer der Erinnerung an seine deutschen Vorfahren noch zwei hispanische Dichter: Gabriel García Márquez und Pablo Neruda. Er zitiert Verse aus einem Liebesgedicht Nerudas, die irgendwie beweisen sollen, daß Latinos und Republikaner zusammengehören:
Niemand fängt die Leidenschaft der lateinischen Kultur besser ein als Pablo Neruda.
Ich mag, wie Neruda in “Wenn du mich vergißt” eine leidenschaftliche Drohung ausstößt, aber so endet****:
“Pero
si cada día,
cada hora,
sientes que a mí estás destinada
con dulzura implacable,
si cada día sube
una flor a tus labios a buscarme,
ay amor mío, ay mía,
en mí todo ese fuego se repite,
en mí nada se apaga ni se olvida”Doch wenn Du
jeden Tag,
jede Stunde
empfindest, daß Du für mich bestimmt bist,
mit unverrückbarer Süße,
wenn jeden Tag
eine Blüte aufsprießt zu Deinen Lippen, um mich zu suchen,
ach, meine Liebe, ach, Meine,
so wiederholt sich in mir all dies Feuer,
und nichts erlischt in mir, nichts wird vergessen
Wer spürt da nicht die unverrückbare Süße und das vereinigte Feuer des gesamtkonservativen Dialogs. (Aber nicht aus Versehen Lorca zitieren – der war schwul.)
_____________
*) Paul schlug einen “Mittelweg zwischen Amnestie und Ausweisung” vor (“The solution doesn’t have to be amnesty or deportation,” said Paul. “A middle ground might be called probation”), die Einführung einer Probezeit.
**) Ein Satz, der sich außer in Pauls Gedächtnis auch in jedem gedruckten oder digitalen Zitatlexikon findet.
***) Einige deutsche Konservative scheinen auch daran zu arbeiten. Es ist halt schwürig.
****) Zuckerbrot und Peitsche, fördern und fordern***** heißt das Mantra. Paul sagt auch, noch nie habe er einen Immigranten gesehen, der kostenloses Essen verlangt.
*****) An noch anderer Stelle auch: “Leidenschaft und Gesetzestreue”. Wie tief versteht die konservative Seele, warum die romanischen****** Sprachen romanisch heißen.
******) Das Wort romance vereinigt romanisch, romanhaft und romantisch. Ein guter Anfang für einen politischen Liebesroman.
Quelle: Slate
15. Quellenarbeit
Verfolgt man das endlose Gerede in Medien und Blogs und an den Stammtischen, mag man schon irre werden am Menschen und der Möglichkeit des Gesprächs, das wir seit Hölderlin* sind. Verwirrte Lehre zu verwirrtem Handeln, so faßte schon Goethe zusammen. In der Tat, mancher der Mitredenden handelt ja später, wie ers nicht besser hörte.
Wie wohltuend dann, in einem Gedichtbuch zu lesen. Das Gespräch mit einem Gedicht zu führen, das man mehrmals liest und bedenkt. Dabei beobachtend wie es selbst schon ein Gespräch zwischen seinen Zeilen und Worten ist. Wie es ins Gespräch mit den anderen Gedichten im Band tritt, und mit anderen, direkt oder indirekt, bewußt oder unbewußt zitierten Sätzen. Ein Stimmengewirr, in dem Ordnung und Chaos zugleich walten.
Die Gedanken kamen mir, als ich in Bertram Reineckes “Sleutel voor de hoogduitsche Spraakkunst” las. Ich las das Sonett “Ich zöger noch, mir jenen Kinderort” und fand in der Anmerkung zur Entstehung dieses Gedichts, das auf einem Prosagedicht Jürgen Beckers basiert, Überlegungen des Autors zu alten und neuen Denkstrukturen. Dann ging ich zum fünfteiligen Titelgedicht, und hier fand ich dann in den Anmerkungen folgende Reflexion:
Damit man nicht in einen solchen Text wiederum seine Vorurteile über diese Zeit und deren Autoren hineinträgt, sondern deren Vorstellungen herausarbeitet, ist hier eine besonders strenge Quellenarbeit notwendig. So darf das Montageverfahren Inhalte nur neutral zusammenziehen und nicht durch geschickte Kombinatorik versuchen Witz zu erzeugen, wie es in den Texten nach der Centoregel geschieht.
Bertram Reinecke: Sleutel voor de hoogduitsche Spraakkunst. Hrsg. Ulf Stlterfoht. (roughbook 019). Leipzig, Berlin und Solothurn, 2012, S. 81.
Ah danke. Abermals, abermals. Poetry made my day. Weggebeizt das bunte Gerede des An-/erlebten – das hundert-/züngige Mein-/gedicht, das Genicht.
*) Paulus / Gilgamesch
122. Das Letzte
Die Beschneidungsdebatte um den niedersächsischen Grünen-Landtagskandidaten Ulf Dunkel ist vorerst beendet: Der 50-Jährige zog am Montag die Konsequenzen aus der scharfen Kritik an seinem Gedicht zur Beschneidungspraxis. Dunkel werde im Fall eines Wahlsiegs auf sein Mandat verzichten, sagte Michael Jäger vom Grünen-Kreisverband Cloppenburg am Montag auf dapd-Anfrage. Der Vorstand des Kreisverbands begrüße die Entscheidung. (…)
Dunkel war in die Kritik geraten, nachdem er im Internet ein umstrittenes Gedicht zur Beschneidungspraxis von Juden und Muslimen veröffentlicht hatte. Darin heißt es: “Wetzt das Messer, singt ein Lied, ab die Vorhaut von dem Glied. Kinder können sich nicht wehren, darum müssen sie uns ehren.” Daraufhin hatte der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, mit Empörung reagiert und Dunkels Rückzug gefordert. “Das Machwerk von Herrn Dunkel strotzt nur so vor hasserfülltem Hochmut gegenüber Juden und Muslimen”, sagte er der “Süddeutschen Zeitung”. / Die Welt
Letzte Chance für ein Skandalpoem im Alten. Aber das Neue ist ja nicht weit. Auf ein Neues!
48. Kampf gegen “Volksfeinde”
Iulia Motoc, die im Verfassungsgerichtshof dem Neototalitarismus der USL entgegentritt, wurde von Antena 3 als „psychisch krank“ diffamiert. Cristi Danilet, der als Richter seine Unabhängigkeit beweist, wurde von dem Sender wegen eines Fotos, das ihn mit seiner Tochter zeigt, Pädophilie unterstellt.
Horia-Roman Patapievici, einer der prominentesten Intellektuellen des Landes, ist seit mehreren Monaten arbeitslos. Der 55 Jahre alte Physiker und Philosoph bewohnt eine Zweizimmerwohnung in einem Plattenbau am Stadtrand von Bukarest. Seine Nachbarn haben aufgehört, ihn im Stiegenhaus zu grüßen. Auf der Straße beschimpfen und bespucken ihn Unbekannte, bei der Eröffnung der Bukarester Buchmesse wurde er vor wenigen Tagen von einem Besucher attackiert. Patapievici war Mitarbeiter des Instituts für das Studium der Dokumente des kommunistischen Geheimdienstes Securitate und leitete zuletzt sieben Jahre lang das Rumänischen Kulturinstitut (IRC). Er verwandelte dessen ausländische Dependancen, die mit vergilbten Prospekten für rumänische Folklore warben, in Zentren der kulturellen Begegnung, die ein neues, weltoffenes Rumänien präsentierten.
Während die rumänischen Kulturinstitute in Stockholm, Wien und Istanbul, in Paris, London und New York Lob und Anerkennung ernteten, setzte in Bukarest eine beispiellose Kampagne gegen den IRC-Präsidenten ein. Jahrelang verleumdete der TV-Sender Antena 3 Patapievici als „Pornograph“, als „Zerstörer der Nationalkultur“ und „Feind des Volkes“, der eigentlich gar „kein Rumäne“ sei. Dieser Hass, sagt Patapievici, habe mitten in der Gesellschaft eine Atmosphäre entstehen lassen, wie sie in Deutschland in den dreißiger Jahren geherrscht habe. Er sei dieser Hetze ohnmächtig ausgeliefert: „Wie soll ich mich verteidigen? Soll ich etwa im Fernsehen auftreten und sagen, dass ich kein Pornograph und kein Volksfeind bin?“ In den Wohnungen des Plattenbaus, in dem er wohnt, läuft Antena 3 ununterbrochen. Im Juni wurde Patapievici von der Regierung Ponta mit Hilfe einer Notverordnung in einem Handstreich abgesetzt. (…)
Ein Haupt, das sich beugt, schlägt das Schwert nicht ab, lautet ein altes rumänisches Sprichwort. Um den Gehorsam zu erzeugen, der in den Jahrhunderten der osmanischen Hegemonie und in den Jahrzehnten des kommunistischen Terrors von den Rumänen erlernt wurde, reicht es, ein paar Dutzend durch Rufmord hinzurichten. Die anderen ducken sich, aus Furcht, sonst selbst an die Reihe zu kommen. In dem Land, das seit 2007 der EU angehört, regiert die Angst. (…)
(…) wieder erteilt „Die Stimme Russlands“, der Auslandsfunk des Putin-Regimes, der USL Ratschläge. Im Sommer hatte die rumänische Redaktion des Senders Ponta dazu aufgerufen, den Forderungen der EU-Kommission nicht nachzugeben und Băsescu notfalls durch den Druck der Straße aus dem Cotroceni-Palast zu vertreiben, dem Amtssitz des Staatsoberhauptes. Jetzt rät der russische Sender dazu, die Reputation der drei rumänischen Persönlichkeiten zu zerstören, die im Westen den Eindruck erweckt hätten, in Rumänien gehe es um einen Kampf zwischen dem Rechtsstaat und einer kriminellen politischen Kaste. / Karl-Peter Schwarz, FAZ 3.12.
71. Experten
Man kann gar nicht soviel nach-schlagen wie man… brechen müßte: auf-, den Stab –, ins Horn, was weiß ich.
Lyrische Bildhaftigkeit hatte auch der Prosatext von NN zu bieten.
Ja, was sich die Zeitungsschreiber darunter vorstellen. Irgendwie lyrisch, so bildhaft halt. Steht in der Zeitung, es muß stimmen.
Inhaltlich wurde „Utopielosigkeit“ (Christoph Buchwald) diagnostiziert, das seit einigen Jahren als Stoff beliebte Großelternsterben soll in den eingesandten Texten weitergegangen sein, wurde dem öffentlichen Publikum aber zugunsten von unerfülltem Beziehungsleben* vorenthalten.
Ja, das sind Experten, die wissen das. Die Zeitung schreibts auf, da kann mans nächstes Jahr zitieren. Ohne Quellenangabe, versteht sich.
Demgegenüber** steht eine inzwischen hohe Professionalität➶ der jungen Autoren. Bei der Lyrik konnte man ein großes Formbewusstsein beobachten, weder vor traditionellen Formen wie dem Sonett noch vor Reim➶➶ und Alliteration scheuen heute die Lyriker zurück, blieben aber oft doch merkwürdig spröde, unsinnlich und oft kleinteilige Spracharbeiten.
Professionalität, Formbewußtsein: verdächtig ist das schon. Alles Akademiker wahrscheinlich. Nichts zu sagen, aber das geschwollen ausdrücken!
„Dankeschön, oder in meiner Generation: Scheiß egal“, sagte dagegen der 22-jährige Lyrikpreisträger Martin Piekar.
Ein 22jähriger, ich unterstelle mal, da Lyriker, nicht Großverdiener, dem es scheißegal ist, daß er grad 2.500 Eier bekam? Steht in der Zeitung. Generationsforscher werden es zu zitieren wissen.
Jemand aus dem Publikum meint, er habe “Scheiße, geil!” gesagt. Klingt mir plausibler, steht aber nicht in der Zeitung.***
Mir plausibler, mal genau gesagt. Aber kommts auf mich an? Ich gehöre eingeschlossen, bzw. gehöre, da aus dem Osten, vielleicht zu den 16 % mit einem “geschlossenen rechtsextremen Weltbild”. Steht in der Zeitung, noch dazu einer, die ich seit 20 Jahren abonniert hab, leicht überteuert (sie nennen es “politischer Preis”):
Die Wissenschaftler sind alarmiert: Fast jeder sechste Ostdeutsche hat laut einer neuen Studie ein „geschlossenes rechtsextremes Weltbild“.
Jeder sechste? In meinem Haus wohnen rund 20 Menschen, das wären dann mehr als 3. Nein, meinen Nachbarn mag ich das kaum zutrauen, ob ich es nicht doch selbst bin? Mich haben sie zwar nicht gefragt, aber die haben schon ihre wissenschaftlichen**** Methoden.
Menschen mit einem “geschlossenen rechtsextremen Weltbild” sehen unauffällig aus und tarnen sich beim Reden mit dem Nachbarn. Nur wenn Experten k0mmen, sagen sie ihre wahre Meinung. Sie wählen CDU, SPD, Grüne oder Piraten (alles Parteien, die in Greifswald mehr Stimmen haben als die Nazis).
Interessant sind die Fragen der Experten.
- „Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert“ finden gut 19 Prozent der Ostdeutschen (West: 15)
19:15 also. Messerscharf folgern die Experten, daß uns Normalos der Atem schon mal stockt:
In den ersten Jahren stellten die Wissenschaftler noch im Westen des Landes häufiger ein „geschlossenes rechtsextremes Weltbild“ fest als im Osten. Das hat sich inzwischen eindeutig geändert: 2012 hatten gut 7 Prozent der Westdeutschen nach den Kriterien der Forscher eine durchgehend rechtsextreme Einstellung, in Ostdeutschland waren es knapp 16 Prozent.
Demnach meinen 8 Prozentpunkte der Westdeutschen, die die Volksgemeinschaft durch eine starke Partei vertreten wünschen, das gar nicht rechtsextrem, wohl aber eindeutig 16 von den 19 Prozentpunkten der Ostdeutschen mit der gleichen angekreuzten Ansicht.**
- „Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß“ finden 19 Prozent der Ostdeutschen (West: 20)
19:20, auch interessant. Liegt Lübeck eigentlich im Osten oder Westen? Die Unterschiede sind ja nicht nennenswert. Ein gepflegter Antisemitismus muß gar nicht rechtsextrem sein. – Folgerichtig auch diese Zahlen:
- „Der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten“ finden knapp 9 Prozent der Ostdeutschen (West: 11).
Im Westen gibts einfach mehr Autobahnen.
Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, soll Churchill gesagt haben. Für unseren Fall variiere ich eine Strophe von Wolf Biermann:
Und auch die deutschen Professorn / was haben wir bloß an denen verlorn / die wirklich manches besser wüßten / wenn sie nicht
Experten wären. Experten & Zeitungsschreiber. Warum vergeude ich immer noch meine Zeit mit denen? Nächstes Jahr lese ich 2 Zeitungen weniger. Schreib ich mir eben mehr selber.
Quellen: Frankfurter Rundschau / Deutschlandradio / taz
___________________
*) wie Goethe (der alte Faust, der junge Werther).
**) In meiner Jugend bedeutete demgegenüber was andres als dem gegenüber, aber daran sind andre Experten schuld.
***) okay, jetzt stehts in der Lyrikzeitung, aber das ist keine richtige Zeitung, Richard sagt das auch.
****) wassenschuftler, wissenschaftler (Papenfuß)
*****) Daß meinem ostdeutschen Laienverstand eine solche Fragestellung provokatorisch vorkommt, so daß ich fast meine, solche Frage von irgendeinem akademischen Lackaffen mit rheinischem Dialekt gestellt provoziere bei manchen Befragten – ich kanns mir bei meinem verstorbenen Vater vorstellen, der in Ulbrichts DDR Adenauerfan war zu meinem Leidwesen und der, wenn die weggegangen wären, gesagt hätte: “Die Heijeijen” (Heugeigen******) – genau die erwarteten Antworten.
******) Mildere Form von Arschgeigen.
➶) “Die meisten anderen Texte waren sehr klar und oft, wie moniert wurde, mit einer “erschreckenden Professionalität” geschrieben und vorgetragen.” (Zeitung über den open mike 2011)
➶➶) Weder Sonett noch Reim!
48. Blogger zu Tode gefoltert
Sattar Beheshti, der 35jährige iranische Blogger und Facebook-Aktivist, der nach seiner Verhaftung im Polizeigewahrsam starb, ist in seiner Heimatstadt Rabat Karim beigesetzt worden.
Oppositionelle Webseiten hatten berichtet, dass Beheshti im Verhör zu Tode gefoltert wurde.
(…)
Beheshti war am 30. Oktober von der iranischen Cyber-Polizei in seiner Wohnung verhaftet worden. Ihm wurde “Gefährdung der nationalen Sicherheit auf sozialen Netzwerkseiten und Facebook” vorgeworfen.
(…)
Bei dieser von der iranischen Polizei angewandten Form der Folter werden die Gefangenen mit verbundenen Händen wie ein Huhn an der Decke aufgehängt.
“Reporter ohne Grenzen” hat die iranischen Behörden aufgefordert, die genauen Umstände von Beheshtis Tod aufzuklären.
“Die Regierung in Teheran ist ein ungeheuerliches Beispiel für den Triumph der Straflosigkeit”, so die Presseorganisation. “Bislang ist kein einziger Verantwortlicher für die Todesfälle unter Journalisten oder Netizens im Gefängnis vor Gericht gestellt worden.”
90. NEIN!
Grass macht Schule. Oder war er in Liechtenstein zu Besuch? Jedenfalls bekamen alle Liechtensteiner dieser Tage nicht die Bild-Zeitung, sondern ein Gedicht ins Haus. Ein politisches! Es geht darum, wenn ich recht verstehe, daß dem Volk die absolute Monarchie erhalten bleiben muß. Und gereimt ist es auch:
89. Fußballparty mit Lyrik
Die schwarz-rot-goldene Fußballparty hat in Neuwied einen herben Dämpfer bekommen. Während des EM-Spiels Deutschland gegen Griechenland sollen sich Mitarbeiter des Sicherheitspersonals, die die Besucher auf das Gelände der VR-Bank-Fanmeile ließen, rassistisch gegenüber mehreren jungen, dunkelhäutigen Personen geäußert haben. …
“Wir hatten in unserer Gruppe erneut einen farbigen Jugendlichen dabei, und diesmal ereignete sich ein unglaublicher Eklat. Die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma bestanden darauf, dass er, um letztlich eingelassen zu werden, zwei deutsche Gedichte aufsagen müsse.” / Rhein-Zeitung
37. Kauder kümmert sich
Alles wird gut:
Jeder Musiktitel, jedes Gedicht, jeder Film ist ein Werk, dem Respekt entgegenzubringen ist. (Kauder hilft den Künstlern)
Der Staat wird sich also um jedes Gedicht kümmern. Wenn das nicht schöne neue Zeiten sind. Mehr Respekt, meine Herren! Ihre Abmahnanwälte.
Auch schön:
Die Politik muss die Grundlagen erhalten, dass Künstler von ihrer Arbeit leben können
Autorenförderung? Hungert sie aus! / FAZ
