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74. Tools
«Tools», nach «Loops» und «Pools» der dritte Gedichtband des 1969 in Hamburg geborenen Matthias Göritz, versammelt, sehr modern und ganz altmodisch, Verse, die noch einmal nach der Conditio humana fragen. Und die schöne Antworten geben können, Momente von irisierender Intensität: «Es ist das / Hin und Her, was uns fasziniert. Das nicht / Festgelegte.» An Realitätspartikeln steigen vergangene Welten auf und öffnen sich nun zu surrealen Räumen, fliessenden Collagen: «Ein Rätsel klopft an, // das von Grossmutters Schrank. Mit dem / Radio. Den beleuchteten Skalen. / Sie klingen wie Schiebetüren. Damals // glitten sie die Strassen entlang. Meine / Eltern. Es waren Spontanzeugungen in // Gedanken.» Viele Texte reflektieren die Genese ihrer Bilder. Wie die Übergänge vom Wachen zum Schlafen sind auch die Passagen vom geteilten Alltag hin zum Unabsehbaren erinnerter Intimität nicht genau zu bezeichnen. Ihre Realität im Gedicht bleibt beweglich. / Angelika Overath, NZZ
Matthias Göritz: Tools. Gedichte. Berlin-Verlag, Berlin 2012. 113 S., Fr. 29.90.
103. Allmende 89
Der Literaturwissenschaftler Max Kommerell schrieb: “Über Gedichte ist schwer reden.” Doch unumstritten ist sie die schillerndste, vielleicht kreativste aller literarischen Gattungen – ihrer Poesie, im wahrsten Sinne, kann sich nur entziehen, wer sich der Hingabe an das spielerische Wort zu verschließen vermag. Die Karlsruher Literaturzeitschrift “Allmende” widmet ihre 89. Ausgabe nun der modernen ästhetischen Wortkunst, mit Beiträgen namhafter und junger Autoren.
Gedichte verschiedenster Form bilden den Schwerpunkt des Hefts. Besonders bemerkenswert sind zum Beispiel die Gedichte der jungen Autoren Nora Bossong oder Alexander Gumz, dem diesjährigen Clemens-Brentano-Preisträger. Daneben stehen Essays zu verschiedenen Aspekten der lyrischen Welt. Lesenswert ist da ein Plädoyer an das lyrische Du von Christophe Fricker, wie es in Werken Stefan Georges zelebriert wird. Aber auch der Essay von Matthias Göritz, der sich auf vielschichtige Art mit der Frage nach dem politischen Gedicht in unserer Zeit beschäftigt und die Notwendigkeit unterstreicht, beschreibende und besänftigende Worte zu finden für die, angesichts der schrecklichen Katastrophen unseres Jahrhunderts, verstörte Seele. / Anna Suckow, Mannheimer Morgen
80. M-Z (Theo Breuer über Friederike Mayröcker)
… Memoiren, Menschen, Metamorphosen, Mnemosyne, Monologen (und hätte ich dieses mein Schreiben nicht), Morphemen, Musik (also aus allem beziehe ich meine Sprache, Material aus verschiedenen Quellen, Bild, Gespräche, Musik, überhaupt die Musik, überhaupt habe ich der Musik immer unrecht getan, sie immer ins Unrecht gesetzt oder wie soll ich sagen, vermutlich habe ich die Musik immer nur für meine literarischen Vorhaben ausgebeutet, mein Verhältnis zur Musik st immer parasitär gewesen, überhaupt mein Verhältnis zur Welt, zu den Menschen, also die wankendsten Fundamente einer Gedankenwelt .. mit vielen Federn und Federkielen und wie es mich in halluzinatorische Stimmungen versetzt hat ..)· überschwemmt von Namen, Noten und Notizen · überschwemmt von Okeanos, Orakeln, Originalen, Orten · überschwemmt von Phantasie-Passagen, Pflanzen (die im leichten Wind schwankenden Dolden des Schierlings), Positionen · überschwemmt von Quastenlärm, Quellen, Quintessenzen (»Quer durch den Schlaf / die Buchstabenspur / einer Sprache die / du nicht verstehst« · W. G. Sebald) · überschwemmt von Räumen, Reden, Reisen, (was werde ich mir dorthin alles mitnehmen wenn es ans Ende geht), Reflexen, Reflexionen · überschwemmt von Sätzen, Silben, Sounds, »Spiralen« (Derrida), »spitzennoten ausm äther« (Susanne Eules), Splittern, Stachelhalmwäldern, Steinen (betrachtete die während des Spazierengehens aufgelesenen Steine in meiner Hand), Stimmungen · überschwemmt von Tätowierungen, Täuschungen, Tautropfen, Toden (Am 2. Februar 2012 schneit die Nachricht vom Tod Wisława Szymborskas – »Mir ist die Lächerlichkeit, Gedichte zu schreiben, lieber / als die Lächerlichkeit, keine zu schreiben« – ins Haus, draußen Temperaturen um minus 13°C, hier unten vereisen die Scheiben. Wenn ich über den Tod schreibe, ist das eine positive Beschäftigung. Ich kann mich dann mit der Sprache gegen ihn sträuben. Es ist eine Metamorphose der Angst vor dem Tod. Aber nur für die Zeit, in der ich schreibe. Die Angst kommt immer wieder), Tohuwabohu, Topographien, Tränen, Träumen· überschwemmt von Umlauten und Urlauten (»Wir baun die Welt aus den Unendlichkeiten« · Jakob van Hoddis) · überschwemmt von Vergiszmeinnicht (sehr viele Wörter kommen mir abhanden), Vermutungen, Verzweigungen,Vögelchen (ihr Gesang tröstet mich / diese rasende Poesie, etwas zwitschert beim Tippen), Verben (»Zukunft, / merk dir’s, / gibt es manchmal / nur in den Verben« · Matthias Göritz), Verwunderungen, Verzweiflungen, Vokabeln, Vokalen, Vorspiegelungen, »irrsinnigen Vorstellungen« (Marcel Beyer) · überschwemmt von Wahrnehmungen, warmen Wörtern (»nach welchem wort geht die welt zu ende«, fragt Wolfgang Hilbig), »Wasserschrift / Welle um Welle« (Marie T. Martin), Wiederholungen bestimmter Wörter, Wirbeln, Wolken (»die Wolken hetzen« · Ingrid Fichtner), Wortschätzen (»wortlos ins strudelnde Wasser« · Martin Jankowski), Wünschen (du brauchst einen Baum du brauchst ein Haus / keines für dich allein nur einen Winkel ein Dach / zu sitzen zu denken zu schlafen zu träumen / zu schreiben zu schweigen zu sehen den Freund / die Gestirne das Gras die Blume den Himmel), Wundern, Weh- und Wutgeheul · (…)
/ Theo Breuer: Überschwemmt, die Lust am Taumel • Im atmenden Alphabet für Friederike Mayröcker, Kuno (1/5)
77. Anschein von Literarizität
Harsch das Urteil des Rezensenten über den dritten Band von Matthias Göritz:
Leider muss man konstatieren: Anstatt das Potenzial seiner Werkzeuge auszunutzen, fasern die Gedichte in labberiges Pathos aus, verfallen in einen rhythmisch unglücklichen Stop-and-Go-Modus oder hüllen noch die belanglosesten Gedanken in den Anschein von Literarizität. Sei es die zyklische Schilderung eines Krankenhausaufenthaltes, eine als Sonettenkranz gebaute Roadmovie-Romanze oder seien es tagebuchartige Notate: Weder inhaltlich noch sprachlich kann »Tools« wirklich begeistern. Wenn im Peter-Lustig-Parlando eine kleine Geschichte der Tulpe im eurasischen Kulturkreis in Verse gebrochen wird, kommt dabei mit Ausnahme einiger etymologischer Nebenbemerkungen wenig herum. Was hängen bleibt sind eher gruselige Kalauer und Momente klebrigen Kitsches. Wird die Dichterin Emily Dickinson mit den Worten »Du, / eine Frau,/ in die man sich / wieder verliest« apostrophiert, ist das ein ziemlich müder Kalauer und kein erfrischendes Wortspiel, das die Möglichkeiten der Sprache nachvollzieht. Auch Verse wie »Tränen hinterlassen keine Spur, / Ähnlich ist es mit dir« haben weniger poetischen als Poesiealbencharakter. / Kristoffer Cornils, junge Welt 13.6.
Matthias Göritz: Tools. Gedichte. Berlin Verlag, Berlin 2012. 112 S., 19,90 Euro
48. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (4)
Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift
Wird in den nächsten 3 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden. (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur Kr – Na. Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)
- Michael Krüger (Hg.) ∙ Akzente. Zeitschrift für Literatur, Heft 2/April 2011: Moderne hebräische Lyrik, zusammengestellt von Ariel Hirschfeld, aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer, 108 Seiten, Broschur, Verlag Carl Hanser, München 2011.
- Alexej Krutschonych: Phonetik des Theaters. Hg. von Valeri Scherstjanoi. Leipzig: Reinecke & Voß 2011. 81 S.
- Georg Kulka: Sichtbarkeit. Aufzeichnende Prosa. Prosagedichtezyklus, hochroth Verlag 2011.
- Thomas Kunst · Legende vom Abholen, 109 Seiten, Klappbroschur, Edition Rugerup, Berlin · S-Hörby 2011.
- Kunstverein Kunstgeflecht (Hg.): Rhein! Zeitschrift für Worte, Bilder, Klang Nr. 2 (Oktober), Kidemus: Köln 2011. Lyrik von Kurt Drawert, Armin Foxius, Frederike Frei, Thomas Geduhn, Harald Gröhler, Gert Heidenreich, Franz Hodjak, Yaak Karsunke, Jochen Kelter, Regine Mönkemeier, Albert Ostermeier, Elisabeth Plessen, Manfred Pricha, Carmen Elisabeth Puchianu, Francisca Ricinski-Marienfeld, Kurt Roessler, Said, Joachim Sartorius,Rolf Stolz, A. J. Weigoni.
- Axel Kutsch (Hg.) · Versnetze_vier. Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart von 216 Autorinnen und Autoren, darunter Andreas Altmann ∙ Michael Arenz ∙ Hans Bender ∙ Hans Georg Bulla ∙ Uwe Claus ∙ Crauss ∙ Hugo Dittberner ∙ Richard Dove ∙ Hans Eichhorn ∙ Peter Ettl ∙ Karin Fellner ∙ Brigitte Fuchs ∙ Claudia Gabler ∙ Andrea Heuser ∙ Franz Hodjak ∙ Jürgen Israel ∙ Peter Kapp ∙ Ulrich Koch ∙ Christoph Leisten ∙ Vesna Lubina ∙ Marie T. Martin ∙ Jürgen Nendza ∙ Andreas Noga ∙ Irmhild Oberthür ∙ Antje Paehler ∙ Tom Pohlmann ∙ Arne Rautenberg ∙ Francisca Ricinski ∙ Horst Samson ∙ Vera Schindler-Wunderlich ∙ Marita Tank ∙ Ralf Thenior ∙ Beate Ünver ∙ Marianne Ullmann ∙ Ruth Velser ∙ Jürgen Völkert-Marten ∙ Ron Winkler ∙ Mario Wirz ∙ Maximilian Zander ∙ Rosemarie Zens, Vorwort des Herausgebers, 329 Seiten, Broschur, Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2011.
- Stan Lafleur/Helena Becker: Das Lachen der Hühner. Liechtenstein-Gedichte und Papierschnitte, parasitenpresse, Köln 2011
- James Laughlin: Dylan schrieb Gedichte. Aus dem US-Amerikanischen von Christine Pfammatter. Leipziger Literaturverlag. 136 Seiten.
- lauter niemand e.V. (Hg.): lauter niemand. Die Berliner Zeitschrift für Lyrik und Prosa. 11. Ausgabe. Lyrik von Clemens Schittko, Sylvia Geist, Philipp Güntzel, Isabella Roumiantsev, Catherine Hales, Elke Engelhardt, Sina Klein, Richard Duraj, Andrea Scholl, Kerstin Becker, Martina Winter, Levin Westermann, Niklas Lem Niskate, Sonja vom Brocke, Charlotte Warsen, Thomas Steiner, Jan Imgrund, Dieter M. Gräf, Theresa Klesper, Claudia Gabler, Philippe Kottoros, Carl-Christian Elze, Lutz Steinbrück, Tom Nisse, Roberto Yañez, Tibor Schneider, Kirsten Hartung, Simone Hirth, Julian Walther, Robert Bahr, Prosa von Ulrike Almut Sandig, David Frühauf, Dirk Alt, Yulia Marfutova, Stephan Roiss, Martin Lechner, Guy Helminger, Joachim Wendel, Florian Wacker, Marie T. Martin, Bernd Gonner.
- Radmila Lazić: Das Herz zwischen den Zähnen. Gedichte. Aus dem Serbischen von Mirjana & Klaus Wittmann. Leipziger Literaturverlag. 160 Seiten.
- Ivo Ledergerber · Besuch bei einem Freund, 92 Seiten, Hardcover, Waldgut Verlag, CH-Frauenfeld 2011.
- Wilhelm Lehmann, Poesiealbum 297. Auswahl Axel Vieregg, Grafik Herbert Tucholski. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2011. 32 S.
- Christian Lehnert · Aufkommender Atem, 99 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Suhrkamp Verlag, Berlin 2011.
- Anton G. Leitner · Arne Rautenberg (Hg.) · Das Gedicht, 19. Ausgabe: götterschöner freudefunken, Gedichte von Melanie Arzenheimer ∙ Jürg Beeler ∙ Brigitte Fuchs ∙ Norbert Göttler ∙ Ulla Hahn ∙ Erich Jooß ∙ Christine Langer ∙ Andreas Peters ∙ Ilma Rakusa ∙ Robert Schindel ∙ Babette Werth ∙ Johannes Zultner u.v.a., 135 Seiten, Broschur, Anton G. Leitner Verlag, Weßling 2011.
- Anton G. Leitner (Hg.) ∙ Gedichte für Zeitgenossen. Lyrik aus 50 Jahren von H. C. Artmann ∙ Ingeborg Bachmann ∙ Werner Dürrson ∙ Jörg Fauser ∙ Axel Kutsch ∙ Mario Wirz u.v.a., 142 Seiten, Taschenbuch mit Schutzumschlag, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2011.
- Anton G. Leitner, Die Wahrheit über Uncle Spam und andere Enthüllungsgedichte, mit einem Nachwort von Ulrich Johannes Beil, 128 Seiten, Broschur, Daedalus-Verlag, Münster 2011.
- Michael Lentz · Textleben. Über Literatur, woraus sie gemacht ist, was ihr vorausgeht und was aus ihr folgt, herausgegeben sowie mit Vor- und Nachwort versehen von Hubert Winkels, 576 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Lesebändchen, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011.
- Ben Lerner: Die Lichtenbergfiguren. Gedichte, zweisprachig. Übersetzt von Steffen Popp. Mit e. Nachwort von Matthias Göritz. luxbooks.americana, Wiesbaden 2011.
- Lettre International. Europas Kulturzeitung. Heft 95. Winter 2011. 138 S. Wassili Dimow: Kafkasus. Ein Poem. Beiträge von Péter Nádas, Slavoj Žižek, Friedrich Kittler u.v.a.
- Liao Yiwu: Massaker. Frühe Gedichte. Übersetzt von Hans Peter Hoffmann, hochroth Verlag 2011.
- Ernst Wilhelm Lotz · Wolkenüberflaggt (edition grillenfänger 20). 52 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
- Wolfram Lotz: Fusseln. Liste. Köln: Parasitenpresse 2011 (paradosis Nr. 8). 16 S.
- Gertrud Luick-Conrad: Lebenslinien. Esslingen: Civitas Imperii Verlag 2011.
- Nikola Madzirov · Versetzter Stein, aus dem Mazedonischen von Alexander Sitzmann, 64 Seiten, Hardcover, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, München 2011.
- Zvonko Maković: lügen. warum nicht? Gedichte. Übersetzung: Alida Bremer. 96 Seiten, Format: 13.5 x 21 cm, gebunden, Softcover. Das Wunderhorn 2011.
- Nadeschda Mandelstam: Erinnerungen an Anna Achmatowa . Aus dem Russischen von Christiane Körner. Kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Pawel Nerler. Bibliothek Suhrkamp 1465, Berlin 2011. 205 S., mit zahlreichen Abbildungen.
- Horst-Ulrich Mann [d.i. Ulrich Horstmann]: Kampfschweiger. Gedichte 1977–2007. Verlag Shoebox House, Hamburg 2011. 187 S., € 16.90
- Julia Mantel ∙ dreh mich nicht um, Bilder von Petrus Akkordeon, Vorworte von Kurt Drawert und Jörg Sundermeier, 47 Seiten, Broschur, fixpoetry.Verlag, Hamburg 2011.
- Peter Marggraf (Hg.) · Berichte aus der Werkstatt, 10. Ausgabe, Bilder von Peter Marggraf, Gedichte von Hans Georg Bulla ∙ Uwe Claus ∙ Georg Oswald Cott ∙ Hugo Dittberner ∙ Paul Klee ∙ Gerd Kolter ∙ Heiner Müller ∙ August von Platen ∙ Rainer Maria Rilke, 40 Seiten, Format 23 x 33 cm, San Marco Handpresse, Neustadt 2011.
- Alfred Margul-Sperber (Hrsg.) · Die Buche. Eine Anthologie deutschsprachiger Judendichtung aus der Bukowina. Aus dem Nachlass herausgegeben von George Guțu, Peter Motzan und Stefan Sienerth. Mit Gedichten von Rose Ausländer · Uriel Birnbaum · Klara Blum · Paul Celan · Zeno Einhorn · Norbert Feuerstein · Ernst Maria Flinker · Robert Flinker · Benjamin Fuchs · David Goldfeld · Lotte Jaslowitz · Josef Kalmer · Alfred Kittner · Ewald Ruprecht Korn · Artur Kraft · Josef I. Kruh · Kamillo Lauer · Siegfried Laufer · Ariadne Baronin Löwendal · Hugo Maier · Itzig Manger · Alfred Margul-Sperber · Tina Marbach · Salome Mischel · Johann Pitsch · Moses Rosenkranz · Heinrich Schaffer · Isaac Schreyer · Jakob Schulsinger · Erich Singer · Isak Sonntag · Klaus Udo Tepperberg · Victor Wittner · Kubi Wohl. 469 Seiten, gebunden, 2. Auflage, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
- Jean-Michel Maulpoix: Schritte im Schnee. Prosagedichte. Aus dem Französischen von Margret Millischer. Leipziger Literaturverlag. 140 Seiten.
- Ernst Meister · Gedichte, ausgewählt von Peter Handke, 150 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Lesebändchen, Suhrkamp, Berlin 2011.
- Burkhard Meyer-Sickendiek · Lyrisches Gespür. Vom geheimen Sensorium moderner Poesie, 571 Seiten, Broschur, Wilhelm Fink Verlag, München 2012.
- Suzanna Mikesh, “wann eigentlich haben wir damit aufgehört” 97 Gedichte, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, HC mit Schutzumschlag, Lesebändchen und Faksimilie auf dem Umschlag, ISBN: 978-3-935259-83-5, erscheinen im worthandel : verlag, 2011, 19,80 Euro (www.worthandel.de/wh_voe/aufgehoert.htm)
- Anja Möbest (Hg.): Alles auf Anfang. Trennungsgedichte. Reclam. 96 Seiten.
- Esther Mohnweg: Zuerst versinkt der Horizont. Berlingedichte und Fotografien. Leipziger Literaturverlag. 124 Seiten.
- Shafiq Naz (Hg.) · Der deutsche Lyrikkalender 2012. Jeder Tag ein Gedicht, 366 Gedichte von 300 Autorinnen und Autoren von den Anfängen bis zur Gegenwart, darunter Hans Assmann von Abschatz ∙ Friedrich Ani ∙ Jürgen Becker ∙ Irène Bourquin ∙ Ann Cotten ∙ Crauss ∙ Michael Donhauser ∙ Jutta Dornheim ∙ Elke Erb ∙ Peter Ettl ∙ Wolfgang Fienhold ∙ Walter Helmut Fritz ∙ Claudia Gabler ∙ Sylvia Geist ∙ Caroline Hartge ∙ Kerstin Hensel ∙ Angelika Janz ∙ Markus Manfred Jung ∙ Gottfried Keller ∙ Thomas Kling ∙ Wilhelm Lehmann ∙ Alfred Lichtenstein ∙ Friederike Mayröcker ∙ Ernst Meister ∙ Jörg Neugebauer ∙ Hans Erich Nossack ∙ Hellmuth Opitz ∙ Jutta Over ∙ Silke Peters ∙ Marion Poschmann ∙ Bertram Reinecke ∙ Sophie Reyer ∙ Christian Saalberg ∙ Horst Samson ∙ Suleman Taufiq ∙ Jesse Thoor ∙ Unbekannter Dichter ∙ Jürgen Völkert-Marten ∙ Florian Voß ∙ Christian Wagner ∙ A. J. Weigoni ∙ Annemarie Zornack ∙ Stefan Zweig, 440 Seiten, Tischkalender mit Spiralbindung, Alhambra Publishing, B-Bertem 2011.
42. Karlsruher Literaturforum
Das 6. Karlsruher Literaturforum tagt auch in diesem Jahr wieder im Prinz Max Palais und hat am 16. Dezember interessante Autoren eingeladen, darunter Silke Scheuermann, Stan Lafleur, Nadja Küchenmeister, Matthias Göritz, Nora Gomringer, Claudia Gabler und Matthias Kehle. / Berliner Literaturkritik
24. Gegendarstellung
Die Serviceleistung des luxbooks Verlags besteht nicht aus einer Vokabelstütze für die Leserschaft von „Ein weltgewandtes Land“. Sondern vielmehr aus einer Gegen- und Nebeneinanderstellung von Optionen, die diskutabel sind, von poetologischen Ansätzen der Übersetzung, die in einer verwertbaren Form geliefert werden. Wer also aus der Vielzahl an Übertragungen oder besser aus ihrer Schnittmenge die Essenz von Ashberys Gedichten destilliert haben möchte kann nur enttäuscht werden. Letztlich bricht sich in den Spannungsfeldern der deutschen Interpretationen – denn von solchen darf man hier getrost sprechen – die sowieso schon farbenfrohe Welt des US-Amerikaners noch weiter auf. Eine quasi-Anthologie, die als Prisma nicht nur neue Lesarten eines großartigen Gedichtbands ermöglicht, sondern ohne in verstockte Reflexivität zu verfallen viel zum Thema Übersetzung sagt. / Kristoffer Cornils, fixpoetry
Ein weltgewandtes Land. John Ashbery. 340 Seiten. 24,00 Euro. Luxbooks, Wiesbaden 2010
Für die Übersetzung wurden viele der wichtigsten deutschen Lyriker und Übersetzer gewonnen. Dichter wie Gerhard Falkner, Matthias Göritz, Alexander Gumz, Norbert Lange, Tobias Amslinger, Léonce W. Lupette, Jan Volker Röhnert, Hendrik Rost, Andre Rudolph, Daniela Seel, Ron Winkler, Jan Wagner, Uljana Wolf, die renommierten Ashbery-Übersetzer Erwin Einziger und Joachim Sartorius wie auch weitere angesehene Übersetzer anglo-amerikanischer Lyrik wie Iain Galbraith, Margitt Lehbert und Lars Vollert haben jeder für sich Gedichte ausgewählt und übersetzt.
77. Autorentage Schwalenberg zu Michael Krüger (28.-30.10.)
Detmold (Kreis Lippe) Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe führt in diesem Jahr die Autorentage Schwalenberg zu Michael Krüger durch. Michael Krüger prägt als Verleger, Herausgeber, Übersetzer sowie Förderer gegenwärtiger Literatur das literarische Leben Deutschlands wie kein zweiter. Als Schriftsteller hat er ein Werk von über 30 Büchern mit Gedichten, Romanen, Novellen, Geschichten und Essays vorgelegt, das eine seismografische Erkundung des Zustandes unserer Zeit und Gesellschaft unternimmt, sagt die Programmleiterin des Literaturbüros Brigitte Labs-Ehlert.
Mit seinen Gedichten hat er auf die Entwicklung der Poesie Einfluß genommen; als Essayist und Herausgeber der bedeutendsten deutschen Literaturzeitschrift ‹Akzente› hat er die europäische und anglo-amerikanische Avantgarde mit der deutschsprachigen verknüpft; in seinem Verlag publizieren die meisten Nobelpreisträger. Qualität statt Nivellierung, Gedankenreichtum statt Komplexitätsreduktion ist sein Credo.
In Schwalenberg trifft Michael Krüger Lyriker dreier Schriftsteller-Generationen. Die Avantgarde des 20. Jahrhunderts ist mit dem wichtigen schwedischen Autor Lars Gustafsson und dem amerikanischen Poeten Stanley Moss vertreten. Der mit vielen Auszeichungen geehrte Lutz Seiler überzeugt seit seinem Debüt 1995 mit kunstvollen Natur- und Zeitgedichten, der Romancier und Lyriker Matthias Göritz brilliert mit sprachbewußten Elementargedichten, die jüngere Generation kommt mit Sloweniens bekanntestem Dichter Aleš Šteger und Jan Wagner, die virtuos den Kanon lyrischer Formensprache mit neuen Inhalten bedenken. Der Literaturwissenschaftler Friedmar Apel liest die Welt durch Michael Krügers Gedichte, der Komponist Siegfried Mauser erläutert deren Musikalität. Gespräche führt Michael Krüger über das Schreiben von Gedichten und gemeinsam mit dem Soziologen und Risikoforscher Ulrich Beck über die Bedeutung von Lesen und Literatur in Zeiten von globaler Visualiserung. / Lippe Blatt
26. Gernhardt-Preis für Gsella und Göritz
Komisch ist die Lyrik von Thomas Gsella (53), auch wenn die Pointen des ehemaligen Chefredakteurs des Satiremagazins “Titanic” manchmal dafür sorgen, dass das anfangs laute Lachen schnell leiser wird, wenn der Leser sich dabei ertappt, dass er sich über politisch Unkorrektes freut. …
[Er und Matthias Göritz] erhielten gestern im Hessischen Literaturforum den mit insgesamt 24 000 Euro dotierten Gernhardt-Preis, den das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gemeinsam mit der Helaba und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen-Thüringen vergibt.
Die beiden so unterschiedlichen Autoren erhielten gestern im Hessischen Literaturforum den mit insgesamt 24 000 Euro dotierten Gernhardt-Preis, den das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gemeinsam mit der Helaba und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen-Thüringen vergibt. Da der Preis hessischen Schriftstellern die Realisierung eines “größeren literarischen Vorhabens” ermöglichen soll, sind die gekürten Werke noch im Entstehen begriffen. …
Der Lyriker und Satiriker Thomas Gsella wurde für sein Lyrikprojekt “Tiere & Reime” prämiert, dass sich auf Zeichnungen der Karikaturisten Greser & Lenz bezieht. “Beide Kunstformen bereichern sich gegenseitig, sie kommentieren einander, sie kommunizieren miteinander”, urteilte die Jury. / Thomas Scholz, Frankfurter Neue Presse 6.9.
63. Gernhardt-Preis für Gsella und Göritz
Der eine ist ein mit allen sprachlichen Wassern gewaschener Komiker, der andere wartet mit einem großen Maß an Ironie auf: Der “Titanic”-Macher Thomas Gsella sowie der Lyriker, Übersetzer und Romancier Matthias Göritz erhalten den Robert Gernhardt Preis 2011. / hr online
Die Preissumme beträgt “insgesamt 24.000 Euro. Juroren waren Eva Demski (Frankfurt am Main), Karl-Heinz Götze (Aix-en-Provence) und Christoph Schröder (Frankfurt am Main)
Preisverleihung
Mousonturm Frankfurt
Waldschmidtstr. 4
5. September 2011