Getagged: Léonce W. Lupette

113. #oo4 / RATED »D«

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BRUCE ANDREWS / CHARLES BERNSTEIN / DENNIS BÜSCHER-ULBRICH / RICHARD DURAJ / CHRISTIAN FILIPS / MARA GENSCHEL / FRIEDRICH HÖLDERLIN / FRANCES KRUK / NORBERT LANGE / SWANTJE LICHTENSTEIN / BRIGITTE OLESCHINSKI / TIBOR SCHNEIDER / MARTIN SCHÜTTLER / PHILIPP STADELMAIER / HANS THILL / ULJANA WOLF

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HTTP://KARAWA.NET

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HERAUSGEGEBEN VON TOBIAS AMSLINGER / NORBERT LANGE / LÉONCE W. LUPETTE

UNTER DER SCHIRMHERRSCHAFT DER LYRIKKNAPPSCHAFT SCHÖNEBERG

103. Offene Poetik

Gleich zwei Literatur­zeit­schriften, das sehr experi­mentier­freudige Literatur­heft „randnummer“ und die dereinst von Höllerer selbst begründete Zeitschrift „Sprache im tech­nischen Zeitalter“, haben nun bislang unver­öffent­lichte Gedichte aus dem Nachlass des 2003 verstorbenen Höllerer aus­gegraben, die im Umfeld des Bandes „Systeme“ anzusiedeln sind. Der Berliner Dichter und Ver­anstal­tungs­macher Tom Brese­mann hat vor eini­ger Zeit im Literatur­archiv Sulzbach-Rosenberg ein Typo­skript mit Höllerer-Gedichten gefunden, die vielleicht auch wegen ihrer forma­len Kühnheit nie zur Ver­öffent­lichung gelangt waren. In der aktuellen Ausgabe, dem Heft 5 der „randnummer“ hat Bresemann nun einige Funde zusammengetragen und in einem kleinen Vorwort kommentiert.

Im aktuellen Heft 203 von „Sprache im technischen Zeit­alter“ werden weitere Hölle­rer-Gedichte im Faksi­mile präsentiert und in einem kun­digen Aufsatz von Dieter M. Gräf in ihrem literaturhistorischen Kontext erschlossen. Gräf verweist zum Bei­spiel auf die berühmten „Thesen zum langen Gedicht“, in denen Höllerer bereits 1965 den Weg zu einer offenen Poetik bahnte, die dann in seinem Band „Systeme“ Gestalt annahm. In diesen Thesen spricht Höllerer dem langen Gedicht eine besondere Beweg­lichkeit zu: „die Entscheidung für ganze Sätze und längere Zeilen bedeutet Antriebs­kraft für Beweg­liches.“ Die offene poe­tische Form mani­festiert sich in den Nachlass-Gedichten in dem Umstand, dass die ein­zelnen Verse syste­matisch aus der Reihe tanzen und sich auf der Buchseite in viel­fach aufge­fächer­ten, sehr unregel­mäßigen, oft auch frag­mentierten Gedichtzeilen grup­pieren. Diese sehr freie Versform ist zum Teil auch ein Import aus der modernen ameri­kanischen Poesie, den Höllerer in den frühen 1960er Jahren selbst organisiert hat. (…)

Es geht bei dieser Ausgrabung der nachgelassenen Gedichte Walter Höllerers jedoch nicht um bloße Literatur-Archäologie. Denn die „randnummer“ nutzt diese offene Poetik Höllerers ganz offen­kundig als literarisches Leitbild. Neben die Höl­lerer-Gedichte plat­ziert die Redaktion sehr reizvolle visuelle Poeme der Autorin Angelika Janz, in denen durch verschiedene Montage­techniken Zeitungs­aus­risse oder kleine Maler­eien in die poetische Textur inte­griert werden. Das ist ebenso als eine wider­ständige Poesie in Bewegung zu be­grei­fen wie die hier abge­druckten Gedichte von Norbert Lange, Léonce Lupette oder Jan Skudlarek, in denen Verfahren der Über­schreibung, der seman­tischen De-Regu­lierung oder gar des Rückbaus von Texten ange­wandt werden. Jan Skudlarek beispiels­weise reduziert expres­sionistische Groß­stadt­gedichte von Georg Heym oder Ernst Blass auf wenige Wörter, um sie damit gleich­zeitig se­mantisch ungeheuer auf­zuladen. Überhaupt ist dieses neue Heft der „randnummer“ als ein viel­ver­spre­chendes Mani­fest der offenen Poetik und ihrer avan­ciertes­ten Autoren aus der jungen Gene­ration zu lesen. / Michael Braun, Poetenladen

37. Angriff der schwierigen Gedichte

Dienstag, 11. September 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro/ Erm. 4 Euro
Lettrétage, Berlin-Kreuzberg
Angriff der schwierigen Gedichte
Lesung mit Charles Bernstein, Norbert Lange, Tobias Amslinger, Dennis Büscher-Ulbrich und Mathias Traxler

Nach einem ersten Einblick in die Übersetzerwerkstatt im Februar setzt das Team Bernstein (bestehend aus Tobias Amslinger, Norbert Lange, Léonce W. Lupette und Mathias Traxler) seine Erkundung der Gedichte des amerikanischen Lyrikers und Poetologen Charles Bernstein im September fort. Verstärkung erhält das Team diesmal von Dennis Büscher-Ulbrich, der einige poetologische Texte von Bernstein übersetzt hat. Zusammen mit den Gedichten werden wir sie am lebenden Subjekt testen können, denn Charles Bernstein ist diesmal mit Fragen und Antworten persönlich mit von der Partie.

Charles Bernstein, geboren 1950 in New York, wird der literarischen Avantgardebewegung, der sogenannten Language Poetry, zugeordnet. Bernsteins Arbeiten werden häufig durch ihre innovative Sprache als postmodern bezeichnet. Er selbst beschreibt seine Dichtung als Spiel zwischen den Genres und Formgattungen. Bis dato veröffentlichte er mehr als 16 eigenständige Gedichtbände und drei Bücher mit Aufsätzen und Reden. Bernstein lehrte an verschiedenen Universitäten, wie der Columbia, der Brown University und in Princeton. Heute lehrt er an der University of Pennsylvania.

70. ALBA erscheint

Wir erwarten Euch diesen
Freitag, 20. April, um 19.30

Café Commune, Reichenberger Straße 157, Berlin

Wir stellen die erste Nummer der deutsch-lateinamerikanischen Literaturzeitschrift vor!

Mit Julián Herbert u.a.

Musik: Nico Miquea, Martin Goldenbaum, Zé Berlin

Der Eintritt ist frei.

Flyer auf facebook.com/revista.alba

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Erstes Heft mit Texten u.a. von Alonso Cueto, Julián Herbert, Jorge Kanese, Mariana Mariasch, Horacio Castellanos Moya, Víctor Montoya, Lina Meruane, Cristina Peri Rossi, Fernanda Trías, Raúl Zurita sowie einem Dossier zu zeitgenössischer Lyrik aus Kolumbien.

Preis: 6,80€

Herausgeber/Redaktion: Timo Berger, Rike Bolte, Jorge J. Locane, Léonce W. Lupette, Julieta Mortati, María Ignacia Schulz, Karina Theurer, Claudia Wente, Association Alba Culture Hispano-Américaine à Paris.

107. Léonce W. Lupette

“Grübeln und Nachdenken sind zwei verschiedene Dinge: Nachdenken ist eine gute Sache, aber Grübeln ist fatales auf der Stelle treten. Ich grübele leider oft“, sagt Léonce und zwirbelt seinen Bart. Léonce W. Lupette ist ein ruhiger Mensch, bedacht und um Tiefgang bemüht. Der 25-jährige Student der Goethe-Universität ist viel rumgekommen in der Welt – und hat dabei die Literatur und Südamerika lieben gelernt.

Derzeit pendelt Lupette zwischen Frankfurt und Buenos Aires. Von beiden Kontinenten aus arbeitet er als freier Schriftsteller, Übersetzer und Literaturwissenschaftler. Hauptberuflich, wie er betont. Nebenbei studiert er an der Frankfurter Uni Komparatistik, Lateinamerikanistik und Philosophie. Er spricht vier Sprachen, schreibt Gedichte und übersetzt Autoren wie Esteban Echeverría und John Ashbery ins Deutsche. Er ist auch Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Karawa.net. …

Als freier Schriftsteller schreibt Lupette vornehmlich Gedichte – eigenwillige, die in keine Kategorie passen. „Es geht mir immer um Strukturkritik. Ich möchte problematisieren, Reaktionen provozieren.“ Der 2009 erschienene Gedichtband „Einzimmerspringbrunnen“ von ihm und Tobias Amslinger ist provozierend. Schon die Schrift der Gedichte springt ins Auge. Und der Inhalt verstört und interessiert zugleich. / Tatjana Thamerus, FR 23.3.

102. What Makes a Poem a Poem?

Charles Bernstein
What Makes a Poem a Poem?
60-Second Lecture, University of Pennsylvania
April 21, 2004
PennSound URL: http://writing.upenn.edu/pennsound/x/Bernstein-What_Makes_a_Poem.html

Heute:

Neue Übersetzungen amerikanischer Lyrik: J. Laughlin und C. Bernstein

Mittwoch, 22. Februar um 19:30 – Lettrétage – das Literaturhaus in Berlin Kreuzberg

Der zweite Teil des Abends ist dem amerikanischen Lyriker Charles Bernstein gewidmet. Bernstein, geboren 1950 in New York, wird der literarischen Avantgardebewegung, der sogenannten Language Poetry, zugeordnet. Bernsteins Arbeiten werden häufig durch ihre innovative Sprache als postmodern bezeichnet. Er selbst beschreibt seine Dichtung als Spiel zwischen den Genres und Formgattungen. Bis dato veröffentlichte er mehr als 16 eigenständige Gedichtbände und drei Bücher mit Aufsätzen und Reden. Bernstein lehrte an verschiedenen Universitäten, wie der Columbia, der Brown University und in Princeton. Heute lehrt er an der University of Pennsylvania.

In der Lettrétage haben Interessierte nun die Gelegenheit, spannende Einblicke in die Übersetzungsarbeit zu gewinnen. Die Bernstein-Übersetzer Norbert Lange, Mathias Traxler, Tobias Amslinger und Léonce W. Lupette arbeiten derzeit an einer Übersetzung des Gedichtbandes All the Whiskey in Heaven / Selected Poems und präsentieren exklusiv ihre ersten Ergebnisse – direkt aus der Übersetzungswerkstatt!

24. Gegendarstellung

Die Serviceleistung des luxbooks Verlags besteht nicht aus einer Vokabelstütze für die Leserschaft von „Ein weltgewandtes Land“. Sondern vielmehr aus einer Gegen- und Nebeneinanderstellung von Optionen, die diskutabel sind, von poetologischen Ansätzen der Übersetzung, die in einer verwertbaren Form geliefert werden. Wer also aus der Vielzahl an Übertragungen oder besser aus ihrer Schnittmenge die Essenz von Ashberys Gedichten destilliert haben möchte kann nur enttäuscht werden. Letztlich bricht sich in den Spannungsfeldern der deutschen Interpretationen – denn von solchen darf man hier getrost sprechen – die sowieso schon farbenfrohe Welt des US-Amerikaners noch weiter auf. Eine quasi-Anthologie, die als Prisma nicht nur neue Lesarten eines großartigen Gedichtbands ermöglicht, sondern ohne in verstockte Reflexivität zu verfallen viel zum Thema Übersetzung sagt. / Kristoffer Cornils, fixpoetry

Ein weltgewandtes Land. John Ashbery. 340 Seiten. 24,00 Euro. Luxbooks, Wiesbaden 2010

Für die Übersetzung wurden viele der wichtigsten deutschen Lyriker und Übersetzer gewonnen. Dichter wie Gerhard Falkner, Matthias Göritz, Alexander Gumz, Norbert Lange, Tobias Amslinger, Léonce W. Lupette, Jan Volker Röhnert, Hendrik Rost, Andre Rudolph, Daniela Seel, Ron Winkler, Jan Wagner, Uljana Wolf, die renommierten Ashbery-Übersetzer Erwin Einziger und Joachim Sartorius wie auch weitere angesehene Übersetzer anglo-amerikanischer Lyrik wie Iain Galbraith, Margitt Lehbert und Lars Vollert haben jeder für sich Gedichte ausgewählt und übersetzt.

119. KARAWA.NET #003

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# 003 / LEICHTE GEOGRAFIE

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HANNES BECKER / TIMO BERGER / CHARLES BERNSTEIN / TOM BRESEMANN /
JÜRGEN BRÔCAN / RICHARD DURAJ / DANIEL DURAND / ISRAEL ENCINA / ULRICH
HOLBEIN / JAN KUHLBRODT / PAZ LEVINSON / LÉONCE W. LUPETTE / MATHIAS
MONRAD MØLLER / KERSTIN PREIWUSS / VALERI SCHERSTJANOI / VOLKER
SIELAFF / MARCELO SILVA / ECKARD SINZIG / ORHAN VELI / ACHIM WAGNER /
BENEDIKT WAHNER / ULJANA WOLF

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HERAUSGEGEBEN VON TOBIAS AMSLINGER / NORBERT LANGE / LÉONCE W. LUPETTE

UNTER DER SCHIRMHERRSCHAFT DER LYRIKKNAPPSCHAFT SCHÖNEBERG

51. Rubik’s Cube

karawa.net

# 002 / RUBIK’S CUBE

»Rubik’s Cube habe ich eigentlich seit Ewigkeiten nicht mehr
wahrgenommen. Als wär’s weg aus der Handhabung. Nun war ich aber
neulich im Zug unterwegs, der Zug hielt an und genau vor meinem
Fenster befand sich da eine Bank, auf der ein sehr alter und ein sehr
junger Mann saßen. Und in dem Moment, in dem der Zug einfuhr, gab der
alte Mann dem jungen Mann einen total verdrehten Rubik-Würfel. Und da
passierte etwas, das mich extrem fasziniert hat: ein sehr schnelles,
schönes Drehen an diesem Würfel, fast ohne hinzuschauen. Und in dem
Moment, in dem der Zug abfuhr, wurde der Würfel wieder zurückgegeben.
Was mich faszinierte, war die Anmut der Szene, als Geste begriffen -
einerseits dieses Hin- und Herreichen, andererseits, dieses Drehen,
das eine enorme Leichtigkeit hatte.« (Barbara Köhler im Interview)

Mit Beiträgen von: Diana Albornoz / Konstantin Ames / Tobias Amslinger / Daniel Durand /
Michael Fiedler / Zsuzsanna Gahse / Mara Genschel / Stefan George /
Heike Hamann / Barbara Köhler / Simone Kornappel / Dagmara Kraus /
Stan Lafleur / Martin Lechner / Léonce W. Lupette / Stéphane Mallarmé
/ Philip Maroldt / Milo Pablo Momm / Jason Nelson / Aurélie Noury /
Michalis Pichler / Bertram Reinecke / Johann Reißer / Manuel
Stallbaumer / Holger Steinmann / Katharina Stooß / Martin Tanšek /
Hans Thill / Mathias Traxler / Sören Wuttke

http://karawa.net

Herausgegeben von Tobias Amslinger / Norbert Lange / Léonce W. Lupette
Unter der Schirmherrschaft der Lyrikknappschaft Schöneberg

87. Tyrannendämmerung

Bei der algerischen oder französisch-algerischen Tribune ein Artikel von Mohamed Bouhamidi mit der Überschrift “Die Tunesier erfinden ihre Geschichte neu”, der mit einem nicht genannten Dichter beginnt und endet:

Das Volk findet seinen Dichter wieder. Seinem Dichter, der uns lehrte, daß, “wenn das Volk eines Tages das Leben verlangt / Sich das Schicksal nur fügen / Die Nacht sich nur zerstreuen / Und die Fessel sich nur lösen kann”, hat das Volk Recht gegeben. Er hatte den Weg bereitet, indem er die Ketten der poetischen Tradition zerbrach und das Volk zusammen mit einigen Vorläufern zur Poesie einlud und kommende Revolten ankündigte. Prophetische Poesie der Tyrannendämmerung.

(Der Dichter ist offenbar so allbekannt, daß man seinen Namen gar nicht nennen muß? Falls ihn jemand kennt: Hinweise sind immer willkommen.)