Lyrikzeitung & Poetry News

17. März 2012

75. Platz für Lyrik

Ob es zu Goethes Zeiten schon so war, ich weiß nicht. Christian Felix Weiße, Steuereinnehmer und Lyriker,  war ein Star mittleren Alters, den der Student eher verachtete, obwohl er selber so unendlich besser noch nicht war. Er hat ja auch das meiste verbrannt – als er soweit war, war er nicht mehr in der Pleißestadt.

Heute ist Leipzig ein gutes Pflaster für die Literatur und, was mich hier interessiert, ein hervorragender Platz für Lyrik. Nicht nur leben hier viele Lyriker, manche nur ein paar Jahre und manche länger – es kommt auch viel Publikum. Im Trubel der lärmenden Messehallen nicht immer mit voller Platzauslastung, aber ich habe keine Lesung gefunden, die ohne Publikum auskommen mußte trotz des Überangebots (das Programm ist 467 Seiten stark). Gestern 16:00 bis 16:30 lasen Artur Punte und Sergej Timojejev von der lettischen Poetengruppe ORBITA ihre russischen Gedichte, danach wechselte ich ein paar Stände weiter, wo schon seit 16:00 drei Autoren unter der Rubrik “Kleine Sprachen – Große Literaturen” lasen, Serhij Zhadan aus der Ukraine hatte ich verpaßt, als ich kam, las gerade der Litauer Sigitas Parulskis und dann der Schweizer und Engelerartist Arno Camenisch, dieser zweisprachig Surselvisch und Deutsch. Zum Schluß gabs noch eine furiose Soundzugabe aller drei Dichter in den Originalsprachen ohne Übersetzung, aber ein Ereignis!

Eine ähnliche Überlagerung hatte ich schon am Donnerstag erlebt. Ich hörte junge Lyrik aus Ungarn – es lasen András Gerevich und Attila Végh eine Probe im Original, dann eine junge Frau mit zu dünner Stimme Übersetzungen, die nicht sehr markant klangen im lauten Hintergrundrauschen um das “Café Europa”. Dann aus der Nähe sehr lauter Applaus und dann in einer fremden Sprache sehr laut und klangvoll ein Mann, die Moderatorin kommentierte, irgendein politischer Appell störe die Lyriklesung, die “Störung” dauerte an und schwächte die Aufmerksamkeit für die Ungarn, die nach der politischen Situation in ihrer Heimat ausgefragt wurden. Ich sah später nach, die Störung kam kam aus dem Buchmesseschwerpunkt “Tranzyt” und hier speziell von einer Lesung zweier weißrussischer Dichter, Volha Hapejeva und – vermutlich der Herr mit der durchdringenden Stimme – Zmicer Vishniou. Da hatte ich mich falsch entschieden und dennoch eine akustische Kostprobe bekommen.

Entscheiden, ob richtig oder falsch, muß man sich hier ständig. Als ich im English Room zweisprachig Texte von Peter Gizzi, H.D. und George Oppen hörte, verpaßte ich, nur einige Namen zu nennen, Thomas Böhme und Tom Bresemann, Georg Klein und Andreas Reimann, Wladimir Kaminer, Jan Skudlarek, Christian Kracht, Franzobel, Wiglaf Droste, Marcel Beyer, Ralph Dutli und und und. Gestern nachmittag hörte ich Chirikure Chirikure aus Simbabwe, der Englisch und auch einmal Schona las und sich in phonetischem Deutsch probierte. Im fliegenden Wechsel dort bei arte in der Glashalle traf ich meinen Freund Alex, der tschechische Autoren gehört hatte und zur nächsten Lesung weiterflog.

Am Abend fuhr ich in den quirligen, offenbar noch nicht von Gentrifizierung bedrohten Süden, nach Plagwitz, wo das junge Leben pulsiert und auch das der Lyrik. Im Abstand von 150 Metern zwei attraktive Veranstaltungsorte, zwischen denen nicht nur ich pendelte, ein Stempel auf der Hand machts möglich. Bis nach Mitternacht konnte man im Lindenfels Westflügel “UV – die Lesung der unabhängigen Verlage” genießen, zu Beginn lasen unten im “Café” Lydia Daher, Norbert Lange und Monika Rinck aus ihren neuen Büchern, während gleichzeitig oben im “Saal” DDR-Altstar Werner Heiduczek sowie Peter Wawerzinek und Karsten Krampitz zu hören waren. Beide Räume waren voller Zuhörer, und auch das dort ausgeschenkte “Industriebier” ist empfehlenswert. Unter vielen weiteren Autoren nenne ich nur Enno Stahl und Thomas Meyer. Ein Stück weiter die Lyrikbuchhandlung mit attraktivem Buchangebot zahlreicher Lyrikverlage – keine Buchhandlung kann sich damit messen, der Verkäufer empfahl, nicht zu viel Bargeld mitzubringen, womöglich hatte er recht. Auch dort drängte sich das junge Publikum bei Bertram Reinecke und Dagmara Kraus. Leipzig bildet seine Leute immer noch – auch seine Lyriker und Lyrikleser, q.e.d.

13. März 2012

59. ROUGH +++ ROUGH +++ ROUGH

Weil das Ganze das Offene ist, gibt es kein vollkommenes Genügen. Good enough, that will do. Das Überqueren von Türschwellen verursacht Vergesslichkeit. Staffelstab und Bleiche: 30 x 10 Minuten Poesie. Eine Installation zum Ein- und Ausgehen. In…klusive Open Stage. (Anmeldung für Beiträge an urs@engeler.de)

Mit: Bernhard Böschenstein, Elke Erb, Chris Fasch, Bertram Reinecke, Monika Rinck, Bo Wiget, Sandra Gugic, Normen Gangnus, David Frühauf, Tim Holland u.v.a.

Freitag 16.03.2012 21:00 – 02:00 Uhr
Schaubühne Lindenfels

SAPPHO FRAGMENTS +++ BAUMASSNAHME WALD +++ ZÄRTLICHKEIT DER SCHWELLEN +++ HEISSENBÜTTEL-STARSCHNITT +++ TOPFSCHLÄGER +++ BZYANTINISCHES FRAGMENT +++ WIE SCHMECKT DER HERING? +++ DEM ZAUDERN ENTRUNGENES TIER +++ DIE HYPERKULTUR THEOKRITS +++ FREUNDE SCHÖNER GÖTZEN +++ DA HILFT KEIN RITALIN +++ KURIERTE IGNORANZ +++ ETWAS BLEIBT, DAS GEHT +++ HANDAPPARAT HESLACH +++ DEINS +++ SLUITEL VOOR DE HOOGDUITSE SPRAAKKUNST +++ HADYNDISCO +++ HIER KÖNNTE IHR BEITRAG STEHEN +++ O MY LOVER (LITTLE, BUT ALL ROSES) +++ DIE EXISTENZ IN KEULEN +++ NACH DER UNDEUTLICHKEIT +++ WAS WAR MIT DEM YPSILON LOS?

http://www.schaubuehne.com/index.php?id=eventdetails&no_cache=1&eventID=820&day=1331896650

11. März 2012

48. Edit auf der Messe und Edit Essaypreis

Zur Leipziger Buchmesse erscheint die Frühjahrsausgabe Edit 58. Auf 128 Seiten versammelt dieses Heft Prosa und Lyrik, Kunst und Kritik; es geht um den Perserkönig Xerxes, industriell hergestellte Seifenopern, sich selbst zerlegende Körper, Flughäfen als Wanderziele, dubiose Landhotels, Sprachverlust und kontrafaktische Geschichtsdarstellung. Gemeinsam ist allen Texten eine Lust am Erzählen, ein Schwanken zwischen Wahrheit, Wahn und Witz, eine Freude am literarischen Wagnis.

Bevor in der Woche vom 19. März der Versand beginnt, steht hier in Leipzig noch alles im Zeichen der Buchmesse. Besuchen Sie uns am Stand “Junge Magazine” auf der Buchmesse (Halle 5, D201) oder kommen Sie zu einer unserer Abendveranstaltungen im Rahmen von “Leipzig liest”. Wir werden bei jeder Gelegenheit einen Bauchladen mit frisch gedruckten Edits tragen.

Sie erinnern sich vielleicht: Im Oktober letzten Jahres riefen wir etwas ins Leben, das es so noch nicht gegeben hat: Einen Wettbewerb für genuin literarische Essays ohne Vorgabe eines Themas oder einer Altersgrenze, den ersten Edit Essaypreis. Dieser wird nun im Rahmen der “Langen Leipziger Lesenacht” am 15. März verliehen. Und dies sind die Preisträger:

  1. Simone Schröder – “Manchmal wie ein großer schwarzer Kasten”
  2. Francis Nenik – “Vom Wunder der doppelten Biografieführung”
  3. Bruno Preisendörfer “Zeitsprünge”

Danke & schöne Grüße aus Leipzig!

Jörn Dege & Mathias Zeiske

Donnerstag bis Sonntag, 15.-18. März, 10-18 Uhr
Edit am Gemeinschaftsstand “Junge Magazine”
mit BELLA triste, randnummer, sprachgebunden, Umlaut
Buchmesse, Halle 5, Stand D201

Donnerstag, 15. März, 20 Uhr
Magazinlese
BELLA triste & Edit präsentieren
Alexander Langer & Jan Skudlarek
L3 – Lange Leipziger Lesenacht
Moritzbastei, Universitätsstraße 9 (Schwalbennest)

Donnerstag, 15. März, 23 Uhr
Edit Essaypreis 2012 – Preisverleihung
L3 – Lange Leipziger Lesenacht
Moritzbastei, Universitätsstraße 9 (Ratstonne)

Freitag, 16. März, 20 Uhr
Literarischer Freitag-Salon
mit Michael Angele, Jakob Augstein,
Jörn Dege und Jana Hensel
Centraltheater, Erfrischungsfoyer, Bosestraße 1
(Eintritt frei)

Freitag, 16. März, 21.30 Uhr
Auf drei!
Lesung mit Olga Grjasnowa,
Andreas Martin Widmann
und Wolfram Lotz
Skala, Gottschedstraße 16
(Eintritt: 5 Euro)

Freitag, 16. März, 22 Uhr
Papageien und Spiegel
Lesung mit Olga Martynova und Oleg Jurjew
Moderation: Jan Kuhlbrodt
Horns Erben, Arndtstraße 33
(Eintritt: 5 Euro)

Samstag, 17. März, 12-20 Uhr
It’s a book, it’s a stage, it’s a public place
Edit beim Treffen unabhängiger Verlage und Publikationsprojekte
Centraltheater, Garderobenfoyer, Bosestraße 1

Samstag, 17. März, 19.30 Uhr
Teil der Bewegung – Lyriknacht
Lesungen: Tanja Dückers, Michael Fiedler, Peter Gizzi,
Dagmara Kraus, Marie T. Martin, Kerstin Preiwuß, Monika Rinck,
Andre Rudolph, Ulrike Almut Sandig mit Marlen Pelny,
Ulf Stolterfoht, Musik: Susie Asado & Band
Moderation: Mathias Zeiske und Alexander Gumz
Galerie der HGB Leipzig, Wächterstraße 11
(Unkostenbeitrag: 5 Euro)

Eine Veranstaltung von Edit, kookbooks, luxbooks, Poetenladen und Schöffling & Co. – mit Unterstützung der Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst

www.editonline.de

www.essaypreis.de

www.facebook.com/editiert

8. März 2012

28. Bleiben & Gehen, Hello and Goodbye

Einsortiert unter: Deutsch, Deutschland — Schlagworte: , , — lyrikzeitung @ 00:46

Willkommen und Abschied, Ankommen und Abfahren,
Bleiben & Gehen, Hello and Goodbye

Lyrikwettbewerb für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahre aus Leipzig und den fünf Umgebungsstädten Markkleeberg, Markranstädt, Taucha, Schkeuditz und Zwenkau

Was haltet ihr von Mobilität?

Wie mobil müsst ihr heute schon sein? Wie mobil wollt ihr später mal sein? Wie verkraftet ihr die Trennung von liebgewordenen Gewohnheiten? Wie erlebt ihr Mobilität, als Kinder und Heran­wachsende bei euren Eltern? Wie erlebt ihr Unrast und Hektik? Habt ihr Angst vor Verlusten, wenn ihr als Jugendliche euer Elternhaus, eure Freunde, eure Umgebung verlassen müsst? Leidet die erste (oder zweite) Liebe darunter?

Schreibt es auf, findet Verse dafür.

Mit Fahrrädern, Bussen und Bahnen steuert ihr bereits heute eure Mittel- und Ganztags­schulen oder Gymnasien an. Später wird der Radius durch den Standort eurer Ausbildungs­stätte vermutlich noch erweitert. Manche von euch werden auch das Schüleraustausch­programm wahrnehmen oder gar den Unterricht in anderen Ländern fortsetzen.

Versucht, für eure Gedanken und Gefühle die passenden Worte zu finden.

Anregungen geben viele Dichter, googelt sie oder seht bei Goethe nach, lest dessen Gedicht „Willkomm(en) und Abschied“. Lasst euch von Bertolt Brechts Kurzgedicht „Radwechsel“,  inspirieren, in dem es heißt: „Ich bin nicht gern, wo ich herkomme. / Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre. / Warum sehe ich den Radwechsel / mit Ungeduld?“ Geht in die Bibliothek, fragt auch nach Büchern zeitgenössischer Dichterinnen und Dichter. Kramt in Antiquariaten und Buchhand­lungen nach Lyrik und holt euch Anregungen.

Wir freuen uns auf eure Gedichte, auf neue Verse und eigene Töne.

Habt Mut, sucht eure eigene Form.

 

In beiden Kategorien (14 bis 16 Jahre sowie 16 plus) werden jeweils drei Hauptpreise vergeben.

Für jede Kategorie stiftet die Sparkasse Leipzig 500 € als 1. Preis. Die BMW Niederlassung Leipzig stiftet einen Gruppenpreis für die Schule, deren Schüler sich mehrheitlich beteiligt haben. Die besten 30 Texte werden im „Poesiealbum neu“ veröffentlicht und beim Lesefest 2012 vorgestellt. Einsendeschluss ist der 30. April 2012 (Poststempel)

Unsere Teilnahmebedingungen für dich:

-       Du bist mindestens 14 Jahre alt und Schülerin bzw. Schüler.

-       Sende im Zeitraum 1. Oktober 2011 – 30. April 2012  bis zu drei Gedichte ein; es steht dir frei, ob du diese gesammelt oder einzeln einsendest.

-       Jede Einsendung bitte mit deinem Namen, Geburtsdatum, deiner Anschrift und deiner Schule und Klassenstufe  versehen,  gib uns für Rückfrage bitte deine E-Mail-Adresse an.

Bitte kopiere jedes deiner Gedichte sechsmal.

-       Leg deinem Beitrag bitte ein kurzes Schreiben bei, in dem du versicherst, dass du das Gedicht verfasst hast und für diesen Wettbewerb mit der Veröffentlichung einverstanden bist. (Die Autorenrechte bleiben bei dir.)

Deine Unterlagen sendest du bitte an:
Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

Kennwort: Schülerwettbewerb

Gerichtsweg 28
04103 Leipzig

 

Weitere Informationen über:
www.lyrikgesellschaft.de

22. Februar 2012

100. Lyrik bei Tag und Nacht

Einsortiert unter: Polen, Ukraine, Weißrußland — Schlagworte: , , , — lyrikzeitung @ 13:36

Tranzyt. Messeschwerpunkt auf der Leipziger Buchmesse

Poetische Tage und Nächte warten auf Lyrikfans. Bei Tage stellt sich das “Internationale Poesiefestival Meridian Czernowitz” in Leipzig vor. In mehreren Veranstaltungen lesen Lyrik-Stars und Newcomer. Am Nachmittag des ersten Messetages steht zeitgenössische Lyrik aus Polen, der Ukraine und Belarus auf dem Programm. Die Teilnehmer debattieren, was die neue lyrische Richtung in diesen drei Ländern auszeichnet. Die tranzyt-Nacht auf der Leipziger Theaterbühne Skala vereint Slam-Poetry und Musik aus Polen, der Ukraine und Belarus.

Spannend sind nicht nur die Literaturen aus den drei Ländern sondern auch die Literaturzeitschriften und -portale. In Leipzig stellen sich die Zeitschrift des Vereins translit e.V., die deutsch-polnisch-ukrainische Zeitschrift “RADAR” und das Webportal literabel.de für belarussische Gegenwartsliteratur vor.

Vielfältige Literaturen – vielfältige Buchmärkte

“Polen, Belarus und die Ukraine stehen für unterschiedliche politische Systeme”, erläutert Oliver Zille. “Ebenso verschieden haben sich die Buchmärkte der einzelnen Länder entwickelt und so sind auch die statistischen Gegebenheiten zu unterschiedlich, um eine wirkliche Vergleichbarkeit der bekannten Daten und Fakten herzustellen.”

Polen verfügt über den größten Buchmarkt innerhalb des Programmschwerpunktes. Die gut 38 Millionen Einwohner sorgten 2010 für einen Umsatz von 736 Millionen Euro im Buchmarkt. Der Deutsche Buchexport nach Polen lag 2010 bei 19,79 Millionen Euro. Im Jahr 2009 wurden 24.380 Bücher veröffentlicht davon 13.430 Neuerscheinungen . 26 Prozent der publizierten Titel sind Übersetzungen. Die 200 größten Verlage verzeichneten 98 Prozent des Umsatzvolumens.

Polen verzeichnet insgesamt 3.000 Buchhandlungen und 31.100 Unternehmen im Verlagswesen. Zu den wichtigsten Vertriebswegen zählen der Buchhandel/Buchketten, Supermärkte/Warenhäuser, Direktverkauf/Buchklubs und das Internet . Polen gehört seit 1995 zur weltweiten Spitzengruppe der Lizenzkäufer deutscher Titel. Die Hälfte der Lizenzen entfallen auf Belletristik. Eine Studie aus dem Herbst 2012 der Arbeitsstelle für Leseforschung der Nationalbibliothek ergab, dass 46 Prozent der polnischen Bücherfans gern Übersetzungen fremdsprachiger Literatur lesen, darunter zahlreiche Neuübersetzungen deutscher Klassiker des 20. Jahrhunderts wie Fallada, Remarque oder Rilke. Die Zahl der regelmäßigen Leser liegt stabil bei 12 Prozent der Bevölkerung. Besonders beliebt beim Publikum sind Thriller, Liebesromane und Reportagen. E-Books und E-Reader erfreuen sich vor allem bei jungen Polen großer Beliebtheit.

Belarus stellt mit 9,5 Millionen Einwohnern das bevölkerungsärmste Land des Programmschwerpunktes. 2010 erschienen 10.774 Titel mit einer Gesamtauflage von 42 Millionen Stück. Das Verlagswesen vereint 837 Unternehmen, von denen etwa 100 marktentscheidend sind.

Zwei Drittel der Bevölkerung bekennt sich zum Lesegenuss, während ein Drittel keine Bücher zur Hand nimmt. Weißrussisch ist die Amtssprache in Belarus. Etwa 75 Prozent der Bevölkerung nutzt im Alltag das Russische. Der Mehrheit er Publikationen erscheint daher in dieser Sprache. Nur etwa ein Drittel wird auf Weißrussisch veröffentlicht. Immerhin 13,3 Prozent der Einwohner können nicht auf Weißrussisch lesen und 62 Prozent zeigen an weißrussischer Literatur nur wenig Interesse. Hoch im Kurs steht hingegen zeitgenössische, ausländische Literatur insbesondere russische.

In der Ukraine leben rund 45 Millionen Einwohner. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung beherrscht sowohl die ukrainische als auch die russische Sprache. Offizielle Amtssprache ist nach der Unabhängigkeit 1991 das Ukrainische. Die russische Kultur und Literatur beeinflusst aber weiterhin die Gesellschaft. So wird der ukrainische Buchmarkt stark mit russischer Belletristik versorgt. Andererseits steigt die Nachfrage nach Büchern in der ukrainischen Sprache. Den Buchmarkt teilen sich 350 Verlage. Im letzten Jahr gaben 60 Prozent dieser Unternehmen ein Umsatzwachstum an. Im Jahr 2010 betrug die Gesamtauflage an Büchern und Broschüren knapp 34 Millionen Stück, davon erschienen knapp 17 Millionen auf Ukrainisch und gut 15 Millionen auf Russisch.

54 Prozent der Bevölkerung in der Ukraine lesen regelmäßig. Sie kauften zu 38 Prozent ukrainische und zu 60 Prozent russische Publikationen. Bücher auf Deutsch werden von 1,1 Prozent der Ukrainer erworben.

Insgesamt 2.780 Autoren und Mitwirkende in 2.600 Veranstaltungen kommen zu Europas größtem Lesefest “Leipzig liest” nach Leipzig. Das komplette Programm ist online unter www.leipzig-liest.de verfügbar. Wer viel unterwegs ist, kann die mobile Programm-Version unter www.leipzig-liest.de/mobil erreichen.

1. Februar 2012

3. Lesung im Poetenladen

Einsortiert unter: Deutsch, Deutschland — Schlagworte: , , , , — lyrikzeitung @ 09:23

Lesung mit Anne Dorn und Michael Fiedler

Reihe Neue Lyrik

Freitag, 03. Februar 2012, um 20.00 Uhr

Alte Nikolaischule, Nikolaikirchhof 2, Leipzig

Moderation: Jayne-Ann Igel und Jan Kuhlbrodt
Musik: Peter Borck (Bratsche) und Axel von Huene (Cello)
Johann Sebastian Bach – Witold Lutosławski – Krzysztof Penderecki
Eintritt frei

12. September 2011

50. außerbetrieb

Das junge Literaturhaus Lettrétage wird fünf Jahre alt und gibt zu diesem Anlass den Schlüssel einen Monat an das Team der Berliner Lesereihe Kreuzwort ab…

Kreuzwort wird ein Jahr alt – wie lange kann man den Debütantenstatus noch für sich beanspruchen? Das etablierte Kreuzberger Literaturhaus Lettrétage besteht schon bald fünf Jahre – ist der jugendliche Eifer der Routine gewichen?

Zeit für ein Experiment: Die Lettrétage ergibt sich von Mitte September bis Mitte Oktober lang der Willkür der Kreuzwort-Mitglieder. Jenseits der gemütlichen Kneipenlesungen wird der Zufall regieren, Grenzen werden angetastet, ausgetestet und -gelotet, es wird Kurs auf das Außergewöhnliche gesetzt, jenseits aller Betriebsblindheit wird zum aktiven Dialog aufgefordert.

Die Versuchsanordnung: Der übliche Lettrétage-Alltag wird außer Betrieb gesetzt. Das Kreuzwort-Team übernimmt für einen Monat das Programm in der Methfesselstraße in Kreuzberg. Umgekehrt werden die Kreuzwort-Lesungen von denjenigen bestritten, für die das Hobby von Damals bereits zum Beruf geworden ist.

Was ist möglich abseits von Wasserglaslesungen, Podiumsdiskussionen und Buchpremieren? Die Lettrétage hat es vorgemacht: Es wurde gecovert, geskypt und immer wieder über den europäischen Tellerrand geschaut. Etwas Neues zu bewegen ist nicht einfach. Doch wir wollen ihn zumindest erproben, den Ausnahmezustand – und rufen den außerbetrieb aus.

Aus dem Programm:

Mittwoch, 14. 9.11, 19.30 Uhr
außerbetrieb: Willkürliche Würfel - außerbetrieb beginnt mit dem Ende von Lesenden und Publikum. Der Text überlebt und wird dem Zufall preisgegeben. Wo der Zufall zu regieren scheint, ist die Willkür nicht weit – sie wird, ebenso wie der Text, angetragen von jedem, der kommt.
Die Konvention ist außer Betrieb, die Würfel entscheiden den Abend. Jeder bringt Texte mit, jeder liest.

Mittwoch, 21. 9.11, 19.30 Uhr
Netzbetriebe Lyrik: Leipzig, Hildesheim, Berlin – Sie gelten gemeinhin als die drei Zentren für junge und jüngste Literatur. Das etablierte Deutsche Literaturinstitut Leipzig, die Universität Hildesheim mit ihrem breiten Angebot an literaturorientierten Fächern und Berlin mit seiner lebendigen Szene von JungschriftstellerInnen. Getroffen wird sich meistens nur auf Festivals, Preisverleihungen oder ähnlichen Großevents – und dort nur in der Rolle des Besuchers. außerbetrieb bringt junge Dichtende in einem öffentlichen Workshop zusammen. In zwei Sitzungen werden Lyrik und Prosa gelesen und diskutiert.
Mit Manuel Stallbaumer, Michael Spyra, Friederike Scheffler, Alexander Kappe, Yevgeniy Breyger und Kathrin Bach.

Mittwoch, 28. 9.11, 19.30 Uhr
Lost in Postpoetry: Poetic Performance - Der Autor und sein Text – eine Beziehung ohne Entkommen? Wie steht der Autor zum Text und inwieweit entfernt sich dieser von seinem Urheber, verfolgt andere Richtungen oder wird verloren?
Jinn Pogy hat die Autoren Norbert Lange und Mara Genschel sowie die Soundkünstlerin Elen Flügge eingeladen, sich gemeinsam in den Orbit der poetischen Relationen, Navigationen und Verluste von Text, Laut und Poesie zu begeben.

Freitag, 30. 9.11, 19.30 Uhr
Literatur-Wissenschaft: Anknüpfung - Die Berührungspunkte sind eigentlich offensichtlich und trotzdem widmen sich wenige Akademikerinnen und Akademiker der Gegenwartslyrik, noch seltener jene, die nicht sowieso mit dem Literaturbetrieb in Berührung stehen. Es ist nicht nur an der Zeit, nach den Gründen zu suchen, es ist vor allem dringend notwendig, dies zu ändern. Vier Autorinnen und Autoren stehen vier Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftleern gegenüber, der Text bleibt Mittelpunkt. Es wird Zeit, wieder anzuknüpfen.
Mit: Prof. Dr. Remigius Bunia (Freie Universität Berlin), Dr. Michael Gratz (Universität Greifswald), Dr. Tim Lörke (Freie Universität Berlin), Johannes Schüller (Master-Student Freie Universität Berlin), Daniela Seel, Norbert Lange, Steffen Popp und Tom Schulz.

Samstag, 1.10.11, 19.30 Uhr
Splitterpole: Traditionslinien - In der Vielfalt der Stimmen, die die deutsche Gegenwartslyrik ausmachen, meinen wir immer wieder Traditionslinien ausmachen zu können, sprechen von Einflüssen und sogar Epigonentum. Sechs Autoren stellen sich dem Versuch, die Linien offen zu legen, miteinander ins Spiel zu bringen und werden dabei Überraschendes aufdecken. Auf einen Abend mit Diskussion folgt die performative Probe aufs Exempel: Wie werden sich die sechs Autorinnen und Autoren mit ihren Texten positionieren?

Mit Ulf Stolterfoht, Max Czollek und anderen.

Mittwoch, 5.10.11, 19.30 Uhr
Netzbetriebe Prosa: Leipzig, Hildesheim, Berlin - Sie gelten gemeinhin als die drei Zentren für junge und jüngste Literatur. Das etablierte Deutsche Literaturinstitut Leipzig, die Universität Hildesheim mit ihrem breiten Angebot an literaturorientierten Fächern und Berlin mit seiner lebendigen Szene von JungschriftstellerInnen. Getroffen wird sich meistens nur auf Festivals, Preisverleihungen oder ähnlichen Großevents – und dort nur in der Rolle des Besuchers. außerbetrieb bringt junge Dichtende in einem öffentlichen Workshop zusammen. In zwei Sitzungen werden Lyrik und Prosa gelesen und diskutiert.
Mit Hakan Tezkan, Isabel Bredenbröker und Juan Gosze.

Mittwoch, 12.10.11, 19.30 Uhr
transsub: Lyrische Cover mit Untertitel - Kein Text ist frei von Referenzen. An diesem Abend werden Einflüsse offen gelegt und Stammbäume ausgebreitet – es wird gecovert. Lyriker suchen nach Anregungen bei Kollegen und Klassikern gleichermaßen. Der Blick über den medialen Tellerrand darf hierbei auch nicht fehlen: Dieser Abend liefert eine Übersetzungsarbeit zwischen Texten und anderen Medien, bei denen die Untertitel jederzeit mitlaufen.
Performative Lesung der Texte von Luise Boege, Katharina Schultens, Tom Bresemann, Richard Duraj, Philip Maroldt, Lissy Pernthaler, Tobias Roth, Stephan Reich, Stefan Schmitzer, Jan Skudlarek und anderen. Mit Live-Illustrationen von Johannes Boegle und anderen.

Sonntag, 16.10.11, 19.30 Uhr
Offen beendet: Ein vorläufiger Abschluss - Unsere einmonatige Lettrétage-Besetzung und somit vier Wochen Programm außerbetrieb wollen wir in sonntäglich-träger Runde ausklingen lassen. Die Beteiligten werden nochmals zusammen kommen und den Monat Revue passieren lassen, Gäste haben die Möglichkeit des Austauschs mit den Autoren und Künstlern. Auch werden die Nachfolge-Projekte von außerbetrieb präsentiert und gemeinsam Erinnerungen festgehalten. Essen und Showeinlagen inklusive.

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26. Juni 2011

131. INSKRIPTIONEN & OSTRAGEHEGE präsentieren Ulrich Hachulla

Am 1. Juli 2011 ab 18 Uhr wird das Erscheinen der vierten Ausgabe der INSKRIPTIONEN mit einer Ausstellung von Ulrich Hachulla gefeiert. INSKRIPTIONEN und OSTRAGEHEGE veranstalten gemeinsam ein literarisches Sommerfest, zu dem 100 Exemplare der INSKRIPTIONEN No. 4 zum Signieren ausgebreitet auf den Tischen liegen werden.

Auch in diesem Jahr wurden wieder literarische Beiträge von “inskriptionen.de” ausgewählt, um sie in limitierter und numerierter Ausgabe als gedruckte Anthologie zu veröffentlichen. Unter dem Titel “echofrakturen” versammeln sich Gedichte, Essays, Prosastücke und ihre Kommentare sowie Graphiken von Ulrich Hachulla.

Wie in den INSKRIPTIONEN werden auch im neuesten OSTRAGEHEGE-Heft Arbeiten von Ulrich Hachulla zu sehen sein. Umso mehr freuen wir uns, an diesem Abend eine Hachulla-Ausstellung in den Räumen des Verlags eröffnen zu können.

Und wie es sich für ein literarisches Sommerfest gehört: es wird gelesen! Autorinnen und Autoren der INSKRIPTIONEN No. 4 – “echofrakturen” wie Jens Rosch, Ilona Schlott, Theodor Holz, Nikamos, Frank Norten, Karolin Pfeffer – um nur einige zu nennen – werden ihre Texte vorstellen. Als besonderen Lese-Gast erwarten wir Kerstin Hensel.

Zwei geniale Musiker aus der Ukraine werden den Abend abrunden: Elena und Ruslan Kratschkowski sind Akkordeonisten der Superklasse.

Die neue Ausgabe von INSKRIPTIONEN:

INSKRIPTIONEN No. 4
echofrakturen
http://l-lv.de/shop/index2.htm?group=20&itemid=662

Die bisherigen Ausgaben von INSKRIPTIONEN:

INSKRIPTIONEN No. 1
denkporno
http://l-lv.de/shop/index2.htm?group=15&itemid=583

INSKRIPTIONEN No. 2
parnoia, pink
http://l-lv.de/shop/index2.htm?group=15&itemid=616

INSKRIPTIONEN No. 3
mondgefleckt, elektrisch
http://l-lv.de/shop/index2.htm?group=20&itemid=629

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Veranstaltungsort:

Leipziger Literaturverlag
Galerie ERATA
Brockhausstr. 56
D-04229 Leipzig

12. Juni 2011

52. Goldener Bügersteig*

Einsortiert unter: Deutsch, Deutschland — Schlagworte: , , — dubler @ 23:36

Am Donnerstag dem 16. Juni findet in Leipzig eine verspätete Premierenparty zu “Der Mond unterm Arm” von Johanna Schwedes statt. Frank Hilpert begleitet den Abend musikalisch. Eintritt frei. Beginn 21.00 Uhr in

der Lützner Straße 23, es gibt dort auch eine geöffnete Bar

*) s. Kommentar

17. Mai 2011

71. Les Murray in Deutschland

Einsortiert unter: Australien, Englisch — Schlagworte: , , , , , , — lyrikzeitung @ 20:53

Gestern wurde das neue Buch von Les Murray geliefert, “Größer im Liegen”. Es enthält eine von der Verlegerin und Übersetzerin Margitt Lehbert gemeinsam mit dem Dichter getroffene Auswahl Gedichte aus den letzten zwei Bänden (“Taller When Prone” und “Biplane Houses”) und zwei neue Texte. Zum Erscheinen des Buches unternimmt der Dichter eine Lesereise durch Deutschland:

  • 24.5. München – Lyrik-Kabinett, Amalienstr. 83 a (U 3 / U 6: Universität)
  • 25.5. Dresden – Literaturforum Dresden mit dem Deutschen Hygiene-Museum, Deutsches Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
  • 26.5. Leipzig – Edit: Café Kafic, Karl-Tauchnitz-Straße 9-11 , 04107 Leipzig.
  • 27.5. Frankfurt – mit Christian Lehnert im Literaturhaus Frankfurt, Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt a.M. (19 Uhr!)
  • 30.5. Berlin – LCB, Am Sandwerder 5, D-14109 Berlin

alle Lesungen beginnen um 20 Uhr, nur in Frankfurt schon um 19 Uhr

»In Australien ist er eine Institution; in der angelsächsischen Dichtung bildet er mit Derek Walcott und Seamus Heaney eine Klasse für sich.« (Thomas Poiss)

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