Getagged: Federico Fellini
113. Tonino Guerra
In der Welt ein bisher unveröffentlichtes Interview mit dem am vorigen Mittwoch verstorbenen italienischen Drehbuchschreiber und Schriftsteller Tonino Guerra;
Die Welt: Fellini und Tarkowski haben immer wieder Gedichte von Ihnen verwendet. Der Film “Nostalgia” endet zum Beispiel mit dem Gedicht über den Wind. Sind Sie mit Poesie aufgewachsen?
Tonino Guerra: Meine Mutter war völlig ungebildet, aber trotzdem sehr einfühlsam. Dinge, die sie nicht kannte oder verstand, vermochte sie dennoch intuitiv zu erfassen. Ich glaube, meine Mutter mochte Gedichte, manchmal rezitierte sie etwas in unserem Heimatdialekt. Ich versuche mich gerade zu erinnern. Ich glaube, ich war es, der die Poesie entdeckte. Vielleicht war es aber auch umgekehrt?
(…)
Die Welt: Sie sollen während der Dreharbeiten zu “Blow Up” niemals mit Antonioni über den Film gesprochen haben. Warum?
Tonino Guerra: Antonioni und ich hatten schon vor Beginn der Dreharbeiten beschlossen, kein Wort mehr über den Film zu verlieren. Ansonsten hätten wir keine Ruhe gefunden. Vielleicht hätte Antonioni auch einen anderen Film gedreht, wenn wir miteinander geredet hätten. Ich weiß es nicht mehr so genau. Ich kann mich aber gut daran erinnern, dass wir uns stattdessen ausschließlich mit Maler und Fotografen trafen und mit schönen Frauen auf Partys gingen. Wir aßen fast jede Nacht mit den Beatles, trafen Francis Bacon und lernten die Stadt kennen.
81. Andrea Zanzotto gestorben
Bei Schreibheft Zeitschrift Für Literatur gelesen:
Der italienische Dichter Andrea Zanzotto, Freund Pier Paolo Pasolinis und Federico Fellinis, ist tot. Er, der als einer der eigenwilligsten Dichter des 20. Jahrhunderts galt, starb heute im Alter von 90 Jahren.
Das große, von Theresia Prammer herausgegebene Pasolini-Dossier in “Schreibheft 73″ enthält drei Texte von ihm : Die Gedichte “Für Pier Paolo Pasolini” und “Quer durchs Friaul” sowie den Essay “Pasolini Poet”.
http://www.schreibheft.de/archiv/schreibheft-73/
Im roughblog ein Gedicht Italienisch und Deutsch
Zur Werkausgabe bei Engeler