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111. lyrikline neu

Der Lyrik-Navi: Relaunch lyrikline

Gedichte von mehr als 850 Dichtern in 58 Sprachen gelesen und übersetzt in 55 Sprachen bietet die Website lyrikline schon heute. Seit 1999 ist lyrikline online, damals eine Pioniertat, heute das Weltarchiv der Dichtung mit Partnern in über 40 Ländern. Jetzt wurde sie komplett neu konzipiert und überarbeitet. Am 1.9.2013 geht die neue lyrikline online – mit bislang ungekannten Möglichkeiten, die Welt der internationalen Dichtkunst zu erforschen. Thematische wie formale Kategorien, eine dynamische Suche und etliche Querverweise eröffnen gänzlich neue Zugänge und ermöglichen ein schnelles Auffinden einzelner Gedichte.

Fortan navigieren die Besucher mit neuem Kompass durch die poetischen Welten, und für registrierte Nutzer besteht zudem die Möglichkeit, eine Art Logbuch zu führen, d.h. sich Gedichte zu merken und eigene Listen anzulegen.

Zum Relaunch am 1.9.2013 wird die neue Webseite und ihre neuen Funktionsweisen vorgestellt, live in der c-base Berlin und per livestream überall auf der Welt. Die Präsentation wird begleitet von Videoschaltungen mit internationalen Partnern und Dichtern, Grußbotschaften und Lesungen.

Der Relaunch der Webseite wurde ermöglicht durch eine Förderung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Die Veranstaltung findet statt mit freundlicher Unterstützung durch: c-base, Institut Ramon Llull, Königlich Norwegische Botschaft, Rámus Förlag, Malmö, Schwedische Botschaft Berlin.

So. 1.9.2013, 19.00 Uhr UTC+2
Relaunch lyrikline
Mit Simen Hagerup (Dichter, Norwegen), Els Moors (Dichterin, Belgien), Steffen Popp (Dichter, Berlin), Pedro Sena-Lino (Portugal), Helena Sinervo (Dichterin, Finnland), Jan Wagner (Dichter Berlin)
Ort: c-base – ›Raumstation unter Berlin Mitte‹, Rungestraße 20, 10179 Berlin
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich

58. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (6)

Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift

Wird morgen fortgesetzt und abgeschlossen. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden.  Bedenken Sie bitte, daß weder Theo Breuer noch ich 1. alles kaufen, 2. alles lesen und 3. wie Computer alles unter dem richtigen Buchstaben abspeichern können. Bei Googleabfragen können Sie testen, daß die von Theo initiierte und uns zur Verfügung gestellte Liste schon jetzt das Auffinden präziser Information sehr verbessert.

(Ergänzungen bitte unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen. Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)

  1. Isaac Schreyer · Der Tag des Einsamen. Gedichte und Nachdichtungen. Nachwort von Armin Eidherr (Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 60). 1 Abb., 172 Seiten, gebunden, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  2. Saza Schröder · Ach Kindheit du schreckliche Süße, 32 Seiten, handfadengeheftet, kartoniert, Künstler­buch, Bleisatz, edition footura black, Itzehoe 2011.
  3. Franz Schuh: Der Krückenkaktus. Erinnerungen an die Liebe, die Kunst und den Tod. Verlag Paul Zsolnay, Wien 2011. 255 S.
  4. Katharina Schultens, gierstabil, 80 S., Klappbroschur, luxbooks, Wiesbaden 2011.
  5. Iris Schürmann-Mock [Hrsg.]: O schöner, grüner Wald. Ein Lesespaziergang. Hildesheim: Gerstenberg 2011. 159 S. : Ill. ; 24 cm.
  6. Ursula Schütt: Gehen muß ich auf dem Faden Zeit. Taschenbuch: 100 Seiten. Verlag: d/m/z Druckmedienzentrum Gotha 2011.
  7. Friederike Schwab: schwebeblätter. Gedichte. 110 Seiten. edition art science, St. Wolfgang. Reihe: Lyrik der Gegenwart, Band 13.
  8. Daniela Seel: ich kann diese stelle nicht wiederfinden. kookbooks, Berlin 2011. 64 S.
  9. Giorgos Seferis · LOGBUCH III, zweisprachige Ausgabe, aus dem Neugriechischen von Evti­chios Vam­vas, 117 Seiten, Broschur mit handgedrucktem Typo-Umschlag, Waldgut Verlag, CH-Frauenfeld 2011.
  10. Faruk Šehić · Abzeichen aus Fleisch. Bosnisch / Deutsch, übersetzt von Hana Stojić. 160 Seiten, Broschur, fadengeheftet, Wien, Edition Korrespondenzen 2011.
  11. Shin Dal Ja ∙ Morgendämmerung. Gedichte (mit einigen koreanischen Originaltexten). Werkauswahl (1989–2007). Aus dem Koreanischen und mit einem Nachwort von Sophia Tjonghi Seo. Herausgegeben und Umschlaggestaltung von Juana Burghardt. 169 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  12. Volker Sielaff · Selbstporträt mit Zwerg, 101 Seiten, Klappenbroschur, luxbooks, Wiesbaden 2011.
  13. Rajvinder Singh: WÖRTERWEHEN. Trierer Gedichte – Rajvinder Singh – Gedichte, Liz Crossley – Zeichnungen. Broschur im Format 21 x14,5 cm, 80 Seiten, 16 Abb., Berlin: Aphaia Januar 2011. Aus der Reihe Texte und Bilder.
  14. Gerd Sonntag ∙ Giovanni Santi malt eine Fliege, Nachwort von Ulrich Koch, 38 Seiten, ge­heftete Bro­schur, Silver Horse Edition, Marklkofen 2011.
  15. Thomas Spaniel · die irren kurse einer sterbenden fliege. Gedichte. 96 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  16. Michael Speier (Hg.): Berlin, du bist die Stadt. Gedichte. Reclam. 170 Seiten.
  17. Alberto Spunzberg ∙ Die Piatock-Akademie – La Academia de Piatock. Gedichte, zweisprachig. Aus dem argentinischen Spanisch von Juana und Tobias Burghardt. Umschlaggestaltung von Juana Burghardt. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt. 187 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  18. Christel und Armin Steigenberger (Hg.) · außer.dem, 18. Ausgabe, mit Gedichten von Ann-Andreas Alt­mann, Kathrin Ast, Ernesto Castillo, Caroline Hartge, Birgit Kreipe, Lars Reyer u.a., 51 Seiten, geheftete Broschur, München 2011.
  19. Lutz Steinbrück: Blickdicht. Gedichte. Verlagshaus J.Frank, Berlin 2011. 76 S.
  20. Mile Stojić: Cherubs Schwert: Gedichte und Essays. Aus dem Kroatischen von Cornelia Marks. Leipziger Literaturverlag. 230 Seiten.
  21. Dieter Straub – Gedichte, Peter M. Gotthardt – Kompositionen: Delphische Paiane – Fünf Lieder nach Gedichten von Dieter Straub für Bariton und Klavier. 
Notenband im Format 29 x 21 cm, 28 Seiten, Berlin: Aphaia 2011. Aus der Reihe: Sonderausgaben.
  22. Brigitte Struzyk ∙ alles offen, mit einem Vorwort von Peter Wawerzinek und Bildern von Elke Ehninger, 117 Seiten, Broschur, fixpoetry.Verlag, Hamburg 2011.
  23. Jesper Svenbro · Echo an Sappho, zweisprachige Ausgabe, aus dem Schwedischen von Lukas Dettwiler, mit Beiträgen von Conrad Steinmann und Beat Brechbühl, CD mit musikalischen Nachschöpfungen von Conrad Steinmann zu Texten von Sappho und Alkaios, 83 Seiten, Bro­schur mit handgedrucktem Typo-Umschlag, Waldgut Verlag, CH-Frauenfeld 2011.
  24. Tammen, Johann P. (Hg.): die horen. Bei betagten Schiffen. Islands “Atomdichter”.  56. Jg., Nr. 242, 2011. 424 S. Gedichte von Stefán Hörður Grímsson, Jón Óskar, Einar Bragi, Hannes Sigfússon, Sigfús Daðasson, Steinn Steinarr, Jón úr Vör, Jóhannes úr Kötlum, Arnfriður Jónatansdottir, Elías Mar, Jónas E. Svafár, Thor Vilhjálmsson, Vilborg Dagbjartsdóttir, Matthías Johannessen, Baldur Óskarsson, Þorsteinn frá Hamri, Jóhann Hjálmarsson, Nína Björg Árnadóttir, Sigurður Pálsson, Steinunn Sigurðardóttir. Der Kampf um die Moderne. Stimmen – Gegenstimmen – Positionen. Gespräche mit Steinn Steinarr, Hannes Sigfússon. Zeitgenössische isländische Rezensionen. Nachrufe. Erinnerungen von heute. Glossar.
  25. Veno Taufer: Wasserlinge. Gedichte. Übersetzung: Daniela Kocmut, Herausgeber: Michael Braun. 48 Seiten, Format: 14 x 22 cm, Das Wunderhorn 2011.
  26. Hans Thill (Hrsg.) ∙ Meine schlichten Reisen. Gedichte aus Belgien. Dreisprachige Ausgabe: niederländisch–französisch–deutsch. Dirk van Bastelaere, Eric Brogniet, Karel Logist, Els Moors, Erik Spinoy, Liliane Wouters übersetzt von Gerhard Falkner, Zsuzsanna Gahse, Norbert Lange, Michael Speier, Ulrike Almut Sandig, Hans Thill nach Interlinearversionen von Beate Thill und Stefan Wieczorek. Gebunden, bibliophile Ausgabe mit Lesebändchen. Heidelberg, Verlag Das Wunderhorn 2011.
  27. Walter Thümler: Ist jemand da. Gedichte. Leipziger Literaturverlag. 144 Seiten.
  28. Su Tiqqun: Im Geröll des Auges. Broschur, 28 S. Schock Edition, EdK/Distillery, Berlin 2011.
  29. Toegye ∙ Als der Hahn im Dorf am Fluß krähte, hing der Mond noch im Dachgesims. Gedichte 1515–1570. Herausgegeben und mit einer Zeichnung von Juana Burghardt. Deutsche Fassungen von Tobias und Juana Burghardt auf der Grundlage der Vorarbeit von Doo-Hwan und Regine Choi. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt. 125 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  30. Boško Tomašević: Früchte der Heimsuchung. Gedichte. Aus dem Serbischen von Helmut Weinberger. Leipziger Literaturverlag. 180 Seiten.
  31. Boško Tomašević:  Mitlesebuch 103 – Boško Tomašević, Berlin-Gedichte. Michael Blümel – Zeichnungen. Broschur im Format: 24 x 15 cm, 24 Seiten, fadengeheftet. 1. Auflage: 50 Exemplare, im Druckvermerk vom Autor signiert, Berlin: Aphaia, März 2011.
  32. Boško Tomašević • Allerneueste Vergeblichkeit, aus dem Serbischen übertragen von Helmut Weinberger, Nachwort von Walter Methlagl, 171 Seiten, Broschur, Pop Verlag, Ludwigsburg 2011.
  33. Þorsteinn frá Hamri: Jarðarteikn – Erdzeichen. Gedichte. Ausgewählt und aus dem Isländischen übersetzt von Gert Kreutzer. (Fäkätä 14). 36 S. Germersheim: Queich Verlag 2011.
  34. Tomas Tranströmer: Poesiealbum 298.  Hg. u. ausgew. von Richard Pietraß, Grafik Isaac Grünewald, Nachdichtung Hanns Grössel und Richard Pietraß. 32 S. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2011.
  35. Matthias Traxler: You’re welcome. kookbooks, Berlin 2011.
  36. Verica Tričković: Als rettete mich das Wort. Gedichte teils deutsch, teils serbisch. Leipziger Literaturverlag. 120 Seiten.
  37. Charlotte Ueckert ∙ Dein Haar ist mein Nest, Vorwort von Peter Engel, 34 Seiten, Broschur, fix­poetry.Verlag, Ham­burg 2011.
  38. Nepumuk Ullmann: Von der Überwindung der Eiszeit in den Gefühlen. fhl Verlag Leipzig 2011, 170 Seiten.
  39. Sandra Uschtrin (Hg.) ∙ Federwelt. Zeitschrift für Autorinnen und Autoren, 91. Ausgabe, Lyrik-Re­daktion And­reas Noga, Gedichte von Friedrich von Hagedorn ∙ Katharina Lanfranconi ∙ Ingrid Miller ∙ Irmhild Oberthür ∙ Klaus Roth ∙ Walle Sayer u.a., 58 Seiten, geheftete Broschur, Uschtrin Verlag, München 2011.
  40. Günter Vallaster (Hg.) · Paragramme. Ein Sammelband, 156 Seiten, Broschur, Gedichte von Thomas Hav­lik · Christine Huber · Peter Huckauf · Gerhard Jascke · Ilse Kilic · Richard Kostela­netz · Axel Kutsch · Gerhard Rühm · Fritz Widhalm u.v.a., edition ch, Wien 2011.
  41. Verein Literaturgruppe Perspektive (Hg.) · perspektive. Hefte für zeitgenössische Literatur, Ausgabe 67/68: Aufstandsbeschreibungen, Gedichte von Dominic Angeloch · Ralf G. Landmesser · Rebekka Olbrich · Kai Pohl · Clemens Schittko u.a., 238 Seiten, Broschur, Graz 2011.
  42. Mikael Vogel: Massenhaft Tiere. Gedichte. Verlagshaus J. Frank, Berlin 2011. 100 S.
  43. Florian Voß: Datenströme. Datenschatten. Staub. Gedichte. Verlagshaus J. Frank, Berlin 2011. 80 S.
  44. Achim Wagner ∙ Flugschau, 67 Seiten, Hardcover, [SIC] – Literaturverlag, Aachen ∙ Zürich 2011.
  45. Friedrich Wilhelm Wagner: Jungfraun platzen männertoll. hochroth Verlag 2011.
  46. Friedrich Wilhelm Wagner: Irrenhaus. hochroth Verlag 2011.
  47. Friedrich Wilhelm Wagner · Jungfraun platzen männertoll / Irrenhaus (edition grillenfänger 18). 38 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  48. Jan Wagner · Die Sandale des Propheten. Beiläufige Prosa, 240 Seiten, Hardcover mit Schutzum­schlag, Ber­lin Verlag, Berlin 2011.
  49. Jan Wagner: Poesiealbum 295. Hg. u. ausgewählt von Richard Pietraß, Grafik Werner Friedrichs. 32 S. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2011.
  50. Immanuel Weißglas · Der Nobiskrug. Gedichte. Nachwort von Bernhard Albers (Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 55; Lyrik-Taschenbuch Nr. 72). 80 Seiten, broschiert, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  51. Ralf S. Werder: Bruchland. Broschur, 28 S. Schock Edition, EdK/Distillery, Berlin 2011.
  52. Walt Whitman · Liebesgedichte / Love Poems. Englisch / deutsch. Ausgewählt und übertragen von Frank Schablewski. Vorwort von Johannes Urzidil. Nachwort von Jürgen Brôcan. 128 Seiten, fadengeh. Klappenbroschur, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  53. Ron Winkler (Hg.): Schneegedichte. Schöffling & Co., Frankfurt am Main 2011.

66. Flamen und Wallonen in Edenkoben

Kein Sprachenstreit ist zu erwarten, wenn am 23. Juni die Übersetzerwerkstatt „Poesie der Nachbarn: Belgien“ im Künstlerhaus Edenkoben ihre Arbeit beginnt. Philologisch begleitet von Beate Thill (Französisch) und Stefan Wieczorek (Niederländisch) werden bis zum 28. Juni deutschsprachige Lyriker ihre flämischen und wallonischen Kollegen ins Deutsche übersetzen. Die Erfahrung zeigt, dass neben den 3 Schriftsprachen noch viele weitere Idiome ihren Einsatz finden werden, ein schönes Babylon im gemeinsamen Bemühen zur Erstellung von Nachdichtungen herausragender Autoren Belgiens: Dirk van Bastelaere, Eric Brogniet, Karel Logist, Els Moors, Erik Spinoy, Liliane Wouters werden übersetzt von Gerhard Falkner, Zsuzsanna Gahse, Norbert Lange, Michael Speier, Ulrike Almut Sandig, Hans Thill (der auch die Leitung innehat). Das Projekt „Poesie der Nachbarn“ geht nunmehr ins 23. Jahr, es wurde von Gregor Laschen begründet und wird von Ingo Wilhelm organisatorisch betreut. Erste Ergebnisse der Werkstatt werden bei einer dreisprachigen Lesung am Sonntag in Edenkoben (Künstlerhaus 11 Uhr) und am Montag in Mainz (Villa Musica 19 Uhr) präsentiert. Im März 2011 wird eine Anthologie im Verlag Das Wunderhorn erscheinen.

Interviews sind bereits ab 21. Juni möglich, Anreise der belgischen Gäste 23. Juni.

Bitte wenden Sie sich an 0049 (0)6323.2325 (Künstlerhaus Edenkoben)

buero@kuenstlerhaus-edenkoben.de

www.kuenstlerhaus-edenkoben.de

www.villamusica.de

www.poesie-der-nachbarn.de/

www.wunderhorn.de/wunderhorn/content/buecher/literarische_reihen/poesie_der_nachbarn/index_ger.html

http://poets-translated-by-poets.com/aut_frameset.htm

156. Es lebt!

Fünfzig Ausgaben EDIT
Donnerstag, 8. /9. Oktober 2009
Café Cantona / UT Connewitz
Leipzig, Germany
In diesem Herbst erscheint die fünfzigste Ausgabe der Leipziger Literaturzeitschrift Edit. Wir feiern dies mit einem großen Lesespektakel, das ein breites, schillerndes Spektrum zeitgenössischer Literatur zelebriert. Der Literaturverein Edit hat elf hochverehrte, schon allseits gerühmte oder noch zu entdeckende Autorinnen und Autoren eingeladen, an zwei Abenden Texte zu lesen und zu performen. Zum Abschluss des zweitägigen Lesefests erwartet uns ein Auftritt des stets umjubelten Jens Friebe, der uns in Begleitung seiner Band zeigen wird, wie toll deutschsprachige Popmusik sein kann.

TERMINE
—————————-
DONNERSTAG, 8. OKTOBER, 20 UHR
CAFÉ CANTONA, LEIPZIG
Lesungen: Mara Genschel, Martin Lechner,
Juliane Liebert, Els Moors
—————————-
FREITAG, 9. OKTOBER, 20 UHR
UT CONNEWITZ, LEIPZIG
Lesungen: Marcel Beyer, Martina Hefter,
Mathias Traxler, Ann Cotten, Norbert Lange,
Tim Turnbull, Thomas Kapielski
Konzert: Jens Friebe & Band

56. 50 Ausgaben Edit

Es lebt!

In diesem Herbst erscheint die fünfzigste Ausgabe der Leipziger Literaturzeitschrift Edit. Wir feiern dies mit einem großen Lesespektakel, das ein breites, schillerndes Spektrum zeitgenössischer Literatur zelebriert. Der Literaturverein Edit hat elf hochverehrte, schon allseits gerühmte oder noch zu entdeckende Autorinnen und Autoren eingeladen, an zwei Abenden Texte zu lesen und zu performen. Zum Abschluss des zweitägigen Lesefests erwartet uns ein Auftritt des stets umjubelten Jens Friebe, der uns in Begleitung seiner Band zeigen wird, wie toll deutschsprachige Popmusik sein kann.

Programm

Donnerstag, 08. Oktober 2009
Lesungen: Mara Genschel, Martin Lechner, Juliane Liebert, Els Moors

Ort: Café Cantona, Windmühlenstraße 29, Leipzig
Beginn: 20.00 Uhr
Eintritt: frei

Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn, studierte zunächst Musikwissenschaften in Köln, dann Violine in Detmold und Literarisches Schreiben in Leipzig. Sie lebt jetzt in Berlin. 2007 nahm sie am Literarischen März in Darmstadt teil. Ihre Gedichte „Tonbrand Schlaf“ sind 2008 bei der Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Leipzig erschienen.

Martin Lechner, 1974 in Düsseldorf geboren, war Literatur- und Philosophiestudent in Berlin, wo er jetzt als freier Schriftsteller lebt. Er nahm 2006 am Open Mike in Berlin teil und ist außerdem mitverantwortlich für aufsehenerregende Konzeptlesungen, u.a. „Das Heilige erobert die Stadt“ und „Die Schinkenhand und der Tod“. 2005 erschien die Erzählung „Bilder einer Heimfahrt“ im Textem Verlag in Hamburg.

Juliane Liebert, 1987 in Halle/Saale geboren, ist Studentin in Leipzig und schreibt neben ihrer literarischen Arbeit u.a. für Vice Magazine in Berlin. Sie nahm 2007 am Open Mike teil und wurde dieses Jahr beim Literarischen März in Darmstadt mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis ausgezeichnet.

Els Moors, geboren 1976, wurde für ihr erstes Buch mit Gedichten („Er hangt een hoge lucht boven ons“, 2006) von der begeisterten Literaturkritik – ein „Traum-Debüt“! – gefeiert und als erste vielversprechende flämische Dichterin nach langer Zeit freudig begrüßt. 2008 erschien ihr Roman „Het verlangen naar een eiland“ (Die Sehnsucht nach einer Insel). Für Edit 50 wurden einige ihrer Gedichte erstmals ins Deutsche übersetzt – ein Grund, sie auch bei uns besonders herzlich willkommen zu heißen!

Freitag, 09. Oktober 2009
Lesungen: Marcel Beyer, Martina Hefter & Mathias Traxler, Ann Cotten,
Tim Turnbull & Norbert Lange, Thomas Kapielski
Konzert: Jens Friebe & Band

Ort: UT Connewitz, Wolfgang-Heinze-Straße 12a, Leipzig
Beginn: Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.30 Uhr
Eintritt: 10 Euro / 7 Euro ermäßigt
(Kartenreservierung unter buero@utconnewitz.de)

Marcel Beyer, 1965 in Tailfingen geboren, ist preisgekrönter Autor gefeierter Romane und Gedichtbände, Herausgeber Friederike Mayröckers, ehemaliger Spex-Autor, Performer, Grenzgänger zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland, ein „Glücksfall für die Gegenwartsliteratur“ (so Deutschlandradio über den Roman „Kaltenburg“ von 2008) – und Edit-Autor der ersten Stunde.

Martina Hefter, geboren 1965 in Pfronten/Allgäu, lebt, seit sie am damals neu eröffneten Literaturinstitut zu studieren begann, in Leipzig. Sie ist Verfasserin dreier Romane (zuletzt 2008 bei Wallstein „Die Küsten der Berge“) und preisgekrönter Lyrik. In ihren jüngsten Arbeiten mit Mathias Traxler verknüpft die ausgebildete Tänzerin Text und Bewegung, Vortrag und Performance zu einem ausdrucksstarken und hochästhetischen Ganzen.

Mathias Traxler, geboren 1973 in Basel/Schweiz, wurde in Berlin zunächst Jurist, dann Schriftsteller. Seine Gedichte erschienen u.a. in Edit, außerdem schreibt er Erzählungen und einen Roman. 2006 nahm er am Wettlesen zum 14. Open Mike in Berlin teil.

Ann Cotten, geboren 1982 in Iowa/USA, 1987 nach Wien und 2006 nach Berlin umgezogen. Vor zwei Jahren erschien bei Suhrkamp „Fremdwörterbuchsonette“, ihr erstes Buch mit Gedichten. Seither wird sie häufig und gerne mit Preisen und Stipendien bedacht, ganz so, wie es ihr gebührt.

Tim Turnbull, geboren und aufgewachsen in North Yorkshire, arbeitete im Forstwesen und sang in diversen Punk-, Ska- und Industrialbands, bevor er sich der Dichtung zuwandte. Seit 1994 slamt, liest und performt er seine Gedichte, die in drei schmalen Büchern gesammelt erschienen sind. Turnbull macht übrigens keinen Unterschied zwischen Schreiben „for stage or page“.

Norbert Lange, 1978 in Gdingen geboren, studierte in Berlin und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Er schreibt Lyrik (u.a. in dem Band „Raufasern“, der 2005 bei der Lyrikedition 2000 in München erschien), wofür er 2006 auf Schloss Wiepersdorf residierte. Er ist außerdem Herausgeber der Gedichte Bernhard Kollers.

Thomas Kapielski, 1951 in West-Berlin geboren, ist „genialer Dilletant“ der ersten Stunde und schreitet leichtfüßig Richtung Gesamtkunstwerk: Der Schriftsteller, Musiker und bildende Künstler erfreut uns Menschen seit über dreißig Jahren mit seiner Kunst und erklärt uns nebenbei auch noch die Welt! Zuletzt erschienen 2009 bei Merve die theoretische Schrift „Zeitbehälter. Kleine Festordnung“ sowie bei Suhrkamp der Prosaband „Mischwald“.

JENS FRIEBE & BAND zelebrieren seit 2004 glamouröse Popmusik mit deutschen Texten. Auf bisher drei regulären Alben sind Jens Friebes vorzügliche Lieder zu finden, zuletzt unter dem bedenkenswerten Titel „Das mit dem Auto ist egal, Hauptsache dir ist nichts passiert“ (2007 bei ZickZack). Jens Friebe hat außerdem das Buch „52 Wochenenden. Texte zum Durchmachen“ geschrieben und veröffentlicht (2007 bei Kiepenheuer & Witsch), das wir hiermit zur stillen Lektüre nach dem Fest empfehlen.


Veranstalter:

Literaturverein Edit e.V., Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig
Telefon: 0341/2306025, E-Mail: post@editonline.de, Website: www.editonline.de

Ansprechpartner für die Presse:

Mathias Zeiske, Geschäftsführer Literaturverein Edit e.V.
E-Mail: mathias.zeiske@editonline.de, Mobiltelefon: 0151/21744432

Edit ist eines der einflussreichsten Foren für junge deutschsprachige Literatur. Die ersten Redakteurinnen und Redakteure, unter ihnen Kathrin Dorn, klebten als eine Art Nullnummer der Zeitschrift Gedichte an Laternenpfähle und leerstehende Häuser in Leipzig. Seit 1993 gibt es Edit als gedruckte Literaturzeitschrift, die heute in einer Auflage von 1.600 Exemplaren erscheint. Neben neuen Arbeiten renommierter Autorinnen und Autoren stellt Edit Texte junger, noch unbekannter Talente in den Vordergrund. Viele der in Edit zum Teil erstmals der Öffentlichkeit vorgestellten Schriftstellerinnen und Schriftsteller zählen heute zu den wichtigsten und aufregendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur.

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99. “Verständliche” Lyrik

Ein Hörbericht von Bertram Reinecke

Dieser Text soll einige Lyriker würdigen, die auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse zu hören waren. Teilweise weniger bekannt, können sie vielleicht dem Bild, was Lyrik ist oder sein kann, einige Bausteine hinzufügen. Eine Rezension nur vom Höreindruck zu schreiben, ist ein Experiment. Da ich selber mit diesem Verfahren (schriftlich) wenig Erfahrung habe, verzeihe man mir, wenn ich hier vornehmlich zugänglichere Lyrik behandele.

Tim Turnbull

Lesebühnenliteratur (spoken word poetry) muss man mögen. Ich mag sie tendenziell weniger. Tim Turnbull ist da eine Ausnahme. Der Eindruck, dass er die Klischees vermeidet, die sich in den Texten solcher deutschen Veranstaltungen oft zu einem honigartigen Brei jugendlicher Befindlichkeit verdichten, mag noch von meiner Unkenntnis ihrer Gegenstücke in britischen Gefilden rühren. Sein Mut zu stilsicherem Rollensprechen, das nie bloß theatral wird, sondern immer von Understatement im Zaum gehalten bleibt (er tritt in schwarzem Anzug auf), machen seine balladesken Formen vital. Zwar leben auch seine Texte von interessanten oder randständigen Typen, zwar nutzt auch er scharfe Zeichnung und Übertreibung, doch ohne in bukowskihafte Übertreibung abzugleiten. So wirken seine Texte burlesk, sinnlich und frisch. Trocken und unprätentiös trug Norbert Lange dazu deutsche Übersetzungen vor, was diesen positiven Eindruck unterstrich.

Paul Bogaert

Während sich Tim Turnbull somit weit auf das gesprochene Wort einlässt, wählt der Flame Paul Bogaert einen anderen Weg: Er zeigt alle Texte zeitgleich auf Leinwand. Das tut den Texten gut, denn unmittelbar einleuchtend sind die nicht immer. Von der vokabulatorischen Streubreite allgemein und von dem Flow der Wortfolge erinnerten sie mich (dies ins Unreine gesprochen; Stichprobe: BELLA 17) an Daniel Falb. (Auch dessen Wortfolgen wirken auf mich von der Trockenheit der Setzung auf der einen Seite und und der anspruchsvollen Vermeidung des „Zwingenden“ auf der andern immer etwas wie Nachdichtungen. Freilich sind Bogaerts deutsche Gedichte ja tatsächlich Übertragungen.) Anders als Falb verzichtet Bogaert auf grammatische Lyrismen (z.B Genitivmetaphern aus Substantiv plus Adjektiv und Abstraktum usw.), spricht privater (mehr „ich“ und „du“ statt „wir“) und ein situativer Rahmen oder Mikroplot scheint deutlich durch. Diesen letztgenannten Zug mag mancher als konventionelle Rücksicht kritisch beäugen.

Radikal anders wird die Wahrnehmung, wenn Paul Bogaert einen Text als Powerpointpräsentation darbietet. Was schon als Jokus glänzend funktioniert, dringt gleichzeitig in tiefere poetologische Schichten vor. Der Klingsche Hinweis, dass jedes Gedicht eine Liste sei, bleibt insofern an manchem Gedicht abstrakt, als dass die Kriterien, warum die einzelnen Wörter des Textes genau auf diese Liste gekommen sind, oft verborgen bleiben. Eine hierarchische Gliederung dieser Liste (und nichts anderes tut ja eine solche Präsentation) lässt dagegen tiefere Einblicke in das Programm des Dichters zu. Die Spracharbeit wird gegenüber der bildgebenden Arbeit dominant. Eine ähnlich deutliche Verschiebung erreicht der Autor in einem Poetryfilm. Einem Loop einer Filmszene, die zeigt, wie Sekretärinnen einem Diktat folgen, wird ein eigener Text unterlegt. Dies radikal ökonomische Mittel multimedialer Verfremdung bewirkt dennoch, dass alle Spielzüge des Textes sich umwerten.

Hier lassen sich also Konvergenzprozesse zwischen eher traditionellen und eher experimentellen Verfahren beobachten. Diese in Stolterfohts umstrittenem Aufsatz in der BELLA triste ausgerufene Tendenz verfolgen andere, wie die Zeitschrift lauter niemand, allerdings schon seit Jahren. Sie widmen zudem nun dem problematischen Thema politische Lyrik einen Wettbewerb. Ob das politische Gedicht, seit Jahren lautstark gefordert, mit der Krise und dem auf seltsame Weise dazu passenden Gedenken an die friedliche Revolution scheinbar noch aktueller geworden, dadurch in größerer Breite auftreten wird, bleibt ebenso abzuwarten wie etwa Axel Kutschs Deutschlandbuch oder die Sammlung politischer Gedichte von Rotbuch.

Els Moors

Souverän und sympathisch trug die in den Niederlanden bei ihrem Debut gefeierte Dichterin ihre Texte vor, die deutschen dabei mit einer Sprachfärbung, die auch ständig wiederkehrende weiße fickende Kaninchen weniger wie einen knalligen Effekt, als eher wie etwas ausgesprochen Possierliches wirken ließ. Würden die Texte in perfektem Hochdeutsch weniger anmutig sein? Wäre das ein Einwand? Diese Eigenart ist letztlich ja nicht unwillkürlich. (Man hätte die deutschen Fassungen wie bei Tim Turnbull einem Muttersprachler übergeben können.) Insofern profitierten die Texte von ähnlichen Stilmitteln wie die der Wiener Mundartdichtung auf ihre Weise. Und dass der schriftliche Text dem mündlichen notorisch unterlegen scheint, damit muss ein Michael Lentz ebenso leben wie ein Czernin. Auch hier unterscheiden sich also „konventionelle“ Texte nicht unbedingt von experimentellen. Und eine Rezension über mündliches Material wird mehr als eine Spielerei, sondern hinterfragt die medialen Gewohnheiten. Es wäre zu mutmaßen, ob das Aussterben metrisch geordneter gereimter Formen jenseits aller poetologischen Debatten nicht vor allem mit dem Aussterben unseres mündlichen Umgangs mit Poesie zu tun hat. Ebenso wäre vielleicht das Überhandnehmen von Alliteration und Binnenreim, das von Daniel Graf in Neubuch und Lyrik von Jetzt Zwei (lesend) konstatiert wurde, vor allem Effekt der neuen Lesungskultur.

(Teil 2 folgt)

 

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