Getagged: Eberhard Häfner
41. Kreuzwort zu viert
KREUZWORT am 14.05. mit GUMZ, HÄFNER, KUHLIGK & ROLOFF
Öffentliche Veranstaltung · Von Kreuzwort Berlin
Montag
20:00
Wir legen noch einen drauf:
ALEXANDER GUMZ
EBERHARD HÄFNER
BJÖRN KUHLIGK
&
MARCUS ROLOFF
lesen Lyrik.
Mehr Informationen hier
Am 14.5.
Im Damensalon
Reuterstraße 39
U7/8 Hermannplatz // U8 Schönleinstraße
M29/194 Pflügerstraße
Einlass: ab 20 Uhr
Damage: 3 €
39. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (1)
Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift
Zusammengelesen von Theo Breuer, Mitarbeit Michael Gratz
Wird in den nächsten 6 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden. (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur A + B. – Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)
Auf dem Weg in ein poetisches Neuland, den jedes gelungene Gedicht geht (und dem damit zugleich das Kunststück gelingt, dieses Neuland als längst vertraut erscheinen zu lassen), sind also die formalen Möglichkeiten so vielfältig wie die Anzahl denkbarer Gedichte, befreit von den Fesseln eines festgelegten Formenkanons.
Jan Wagner
- Silja Aðalsteinsdóttir, Jón Bjarni Atlason und Björn Kozempel (Hg.): Isländische Lyrik. Berlin: Insel 2011. 223 S.
- Kurd Adler · Gedichte (edition grillenfänger 29). 34 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
- Gerd Adloff. Versensporn – Heft für lyrische Reize Nr. 4. Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2011.
- Pegah Ahmadi „Mir war nicht kalt“, Gedichte, Sujet Verlag 2011
- Ahne · Gedichte, die ich mal aufgeschrieben habe. Voland & Quist, Dresden und Leipzig 2011., 95 Seiten.
- Bernhard Albers · Der Fall Michael Guttenbrunner. Eine Verteidigungsschrift (Guttenbrunner-Studien Bd. 3; Rimbaud-Taschenbuch Nr. 73). 8 Abb., 52 Seiten, brosch., Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
- Amanda Aizpuriete (Hg.): Kur Dieviņi paliksi. Wo Gott wirst du bleiben dann. Lettische Volkspoesie. Ausgewählt von Amanda Aizpuriete. Nachgedichtet von Manfred Peter Hein anhand der Übersetzung von Horst Bernhardt (Fäkätä 13). Queich Verlag Germersheim. Imprint des SAXA Verlags 2011. 20 S.
- Andreas Altmann · Axel Helbig (Hg.) ∙ Es gibt eine andere Welt. Neue Gedichte. Eine Anthologie aus Sachsen mit Gedichten von Uta Ackermann, Lars-Arvid Brischke, Uwe Claus, Renatus Deckert, Margot Ehrich, Swen Friedel, Peter Gosse, Martina Hefter, Jayne-Ann Igel, Manfred Jendryschik, Thilo Krause, Kito Lorenc, Dieter Mucke, Uwe Nösner, Kerstin Preiwuß, Bertram Reinecke, Ulrike Almut Sandig, Sandra Trojan, Günter Ullmann, Guntram Vesper, Michael Wüstefeld, Ulrich Zieger u.v.a., Nachwort von Peter Geist, 400 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, poetenladen, Leipzig 2011.
- Klaus Anders · Andreas Struve (Hg.) · So schmeckt ein Stern. Norwegische Lyrik des 20. Jahrhunderts, übersetzt und kommentiert von Klaus Anders und Andreas Struve, Gedichte von Olaf Aukrust, Paul-Helge Haugen, Kristofer Uppdal u.v.a., 254 Seiten, Klappenbroschur, Edition Rugerup, Berlin · S-Hörby 2011.
- Eugénio de Andrade · Das Salz der Sprache & Die Furchen des Durstes – O Sal da Língua & Os Sulcos da Sede. Gedichte [zweisprachig]. Aus dem Portugiesischen von Juana und Tobias Burghardt. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt. 199 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
- Guillaume Apollinaire · Poesiealbum 294. Herausgegeben und ausgewählt von Richard Pietraß. Grafik Raoul Dufy. Märkischer Verlag Wilhemshorst 2011.
- Michael Arenz ∙ Noch nicht ganz aber fast, 42 Seiten, geheftete Broschur, Silver Horse Edition, Marklkofen 2011.
- Michael Arenz (Hg.) ∙ Der Mongole wartet. Zeitschrift für Literatur und Kunst, 22. Ausgabe: Lyrik ∙ Prosa ∙ bildende Kunst, Gedichte Michael Arenz ∙ Peter Ettl ∙ Bernd harlem Fischle ∙ Erna Fitzner ∙ Florian Günther ∙ Kai Pohl ∙ Ruth Velser ∙ Johannes Witek ∙ Maximilian Zander, 504 Seiten, Zenon Verlag, Düsseldorf 2011.
- Tone Avenstroup, Stefan Döring, Bert Papenfuß, Michael Peschke, Stefan Ret, Hugo Velarde (Hg.): Gegner. Quartalsschrift. H. 29, September 2011. Gedichte von Jóanes Nielsen, Prosa von Lothar Trolle, Ilia Kitup, Johannes Jansen u.v.a.
- Bassirou Ayeva, Cahier D’exil, Gedichte französisch-deutsch, Sujet Verlag 2011
- “Matthias” BAADER Holst· Versensporn 2. Exdition Poesie schmeckt gut. Jena 2011
- Ulrike Bail ∙ wundklee streut aus. 47 gedichte über theodora, 103 Seiten, Broschur, CONTE Verlag, Saarbrücken 2011.
- Hugo Ball ∙ Zinnoberzack, Zeter und Mordio. Alle DADA-Texte, herausgegeben von Eckhard Faul, 144 Seiten, Klappenbroschur, Wallstein Verlag, Göttingen 2011.
- Hans Jürgen Balmes, Jörg Bong, Alexander Roesler und Oliver Vogel (Hg.): Neue Rundschau, 122. Jahrgang, Heft 1/ 2011. Thesen zur Literaturkritik. Lyrikosmose 3, zusammengestellt von Michael Braun und Michael Lentz, Gedichte von Konstantin Ames, Franz Richard Behrens, Ulrich Koch, Dagmara Kraus, Renate Rasp, Werner Riegel, Jürgen Theobaldy. Carte Blanche, Gedichte von Uwe Dick. 248 S.
- Mary Jo Bang, Eskapaden, luxbooks, 2011.
- Maximilian Barck (Hg.): Kunst- und Literaturzeitschrift HERZATTACKE. Sonderband 2011: Wolfgang Hilbig. Mit Texten von Andreas Altmann, Maximilian Barck, Rita Bischof, Thomas Böhme, Rene Char, Francis Scott Fitzgerald, Eberhard Häfner, Andreas Koziol, E. O. Kuilman, Stéphane Mallarmé, Thomas Martin, Gérard de Nerval, Gert Neumann, Philipp Passeur, Simone Katrin Paul, Arthur Rimbaud, André Schinkel und Ilona Stumpe-Speer. Kunstverein HERZATTACKE e. V.
- Roland Bärwinkel: Bevor es zu spät wird. Wartburg Verlag: Edition Muschelkalk der Literarischen Gesellschaft Thüringen, Band 34.
- Christoph W. Bauer: getaktet in herzstärkender fremde. Haymon. 20 Seiten
- Christoph W. Bauer: mein lieben mein hassen mein mittendrin du. Haymon. 89 Seiten
- Sandra Beasley: Die Abtastnadel in der Rille eines traurigen Lieds. Gedichte (übersetzt von Ron Winkler), hochroth Verlag 2011.
- BELLA triste 30. [Pappschachtel] Beiträge von Niklas Bardeli ∙ Christian Filips ∙ Monika Rinck ∙ Bo Wiget ∙ Dieter M. Gräf ∙ Hendrik Jackson ∙ Judith Schalansky ∙ Marius Schmidt ∙ Philipp Schönthaler ∙ Michael Stavaric ∙ Laetizia Praiss ∙ Andreas Töpfer ∙ Robert Wenrich ∙ Uljana Wolf ∙ Christian Hawkey
- Hans Bender ∙ O Abendstunde. Ausgewählte Gedichte, mit einem Nachwort von Arnold Stadler, 40 Seiten, handfadengebundene Broschur, Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn 2011.
- Timo Berger, Rike Bolte, Juan Carlos Guédez Méndez, Enno Stahl (Hg.): Frachtgut Überseepoesie (Latinale 2011). Remesa Poética de Ultramar: Neue Gedichte aus Lateinamerika und Deutschland / Nuevos Poemas de Latinoamérica y Alemania«. Mit llustrationen von Mónica León, unter Verwendung des Logo von Ana Albero. Mit Gedichten von Luis Alberto Arellano, Damaris Calderón, Luis Chaves, Martín Gambarotta, Maricela Guerrero, Victoria Guerrero, Adrian Kasnitz, Odile Kennel, Björn Kuhligk, Stan Lafleur, Swantje Lichtenstein, Marie T. Martin, Benjamín Moreno, Jinn Pogy, Minerva Reynosa, Monika Rinck, Tom Schulz, Enno Stahl, Ernesto Suárez, Andira Watson, Uljana Wolf. sUkUltUr, November 2011.
- Aloysius Bertrand, Gaspard de la nuit, Übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Jürgen Buchmann, Reinecke & Voß, Leipzig 2011, 150 Seiten.
- Wolf Biermann: Fliegen mit fremden Federn. Nachdichtungen und Adaptionen. Hoffmann und Campe 2011, 526 S. Aus dem Griechischen, Portugiesischen, Spanischen, Koreanischen, Tschechischen, Italienischen, Schwyzerdütschen, Schwedischen, Englischen, Russischen, Hebräischen, Jiddischen, Lettischen, Finnischen, Litauischen, Estnischen, Französischen. Texte u.a. von José Marti, Ernesto Cardenal, Victor Jara, Giacomo Leopardi, Mani Matter, William Shakespeare, Robert Burns, William Butler Yeats, Andrew Marvell, Robert Frost, John Keats, John Donne, e.e. cummings, W.H. Auden, George Orwell, Dylan Thomas, Bob Dylan, Bulat Okudshawa, Sergej Jessenin, Novella Matwejewa, Wladimir Wyssozki, Andrej Wosnessenski, Julij Daniel, Jizchak Katzenelson, Elie Wiesel, Hirsch Glik, Uri Zvi Grinberg, Mordechaj Gebirtig, Pierre-Jean de Béranger, Boris Vian, Louis Aragon, Jacques Prévert, George Brassens, Guillaume Apollinaire, Paul Verlaine, Arthur Rimbaud.
- Bilhana: Gestohlene Lust. Hg. u. aus dem Sanskrit übersetzt von Albertine Trutmann. München: C.H. beck textura 2011. 128 S.
- Horst Bingel, Stafettenlauf. Gedichte aus dem Nachlaß. Corvinus Presse
- Paulus Böhmer ∙ Teigwaren auf der Terrasse nachts. 36 Seiten. Ostheim/Rhön, Peter Engstler 2011.
- Dietrich Bode (Hg.): Blumen, Gärten, Landschaften. Bilder und Gedichte. Reclam. 183 Seiten, 75 farbige Abbildungen (Gestaltung: Susanne Zippel).
- Rike Bolte und Ulrike Prinz (Hg.): Transversalia. Horizontes con versos. Horizonte in verkehrten Versen. Verlagshaus J. Frank. Quartheft 31, Edition Polyphon. 220 S.
- Jürgen Born: Endlosreise. (Schock Edition Fünf mal zwölf Gedichte Herausgegeben von Kai Pohl)
- Nora Bossong ∙ Sommer vor den Mauern, 96 Seiten, Hardcover, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, München 2011.
- Michael Braun · Kathrin Dittner · Martin Rector (Hg.): Gegenstrophe. Blätter zur Lyrik 3. Mit Texten und Gedichten von Paulus Böhmer · Michael Braun · Cornelia Jentzsch · Simone Kornappel · Michael Krüger · Nadja Küchenmeister · Michael Lentz · Dirk von Petersdorff · Marion Poschmann · Martin Rector · Bertram Reinecke · Jan Volker Röhnert · Àxel Sanjosé · Jan Wagner · Levin Westermann. 120 Seiten, Hardcover, Wehrhahn Verlag, Hannover 2011. (http://www.wehrhahn-verlag.de/index.php?section=03&subsection=details&id=596)
- Michael Braun (Hg.): Lyrikkalender 2012. 740 Seiten, Tagesabreißkalender zum Stellen und Hängen, Verlag das Wunderhorn, Heidelberg 2011 (http://www.wunderhorn.de/wunderhorn/content/buecher/pool/978_3_88423_365_8/index_ger.html)
- Bess Brenck-Kalischer. Versensporn – Heft für lyrische Reize Nr. 3. Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2011.
- Tom Bresemann · Berliner Fenster, 94 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Berlin Verlag, Berlin 2011.
- Rainer Weiss, Martin Bruch (Hg.): „Kein herz ungeteilt”. 99 Haiku von Frauen. Frankfurt/Main: Weissbooks 2011. 96 S. Mit Farbseiten zum Ausklappen, Illustrationen im Siebdruck. Beiträge von Barbara Bongartz, Daniela Danz, Tanja Dückers, Nora Gomringer, Martina Hefter, Ursula Krechel, Swantje Lichtenstein, Elsemarie Maletzke, Ilma Rakusa, Silke Scheuermann, Sabine Scho, Anja Utler u.a.
- Helwig Brunner. Vorläufige Tage: Prosagedichte. Leykam
- Helwig Brunner + Stefan Schmitzer. gemacht/gedicht/gefunden: über lyrik streiten. Droschl.
- Werner Bucher ∙ Spazieren mit dem gelbgrünen Puma, 98 Seiten, Broschur mit Schutzumschlag, Verlag im Waldgut, CH-Frauenfeld 2011.
- Werner Bucher · Malcolm Green · Spazieren mit dem gelbgrünen Puma, CD und Booklet, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
- Werner Bucher · Rütegger Gedichte, 108 Seiten, Klappbroschur, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
- Werner Bucher ∙ Jolanda Fäh ∙ Virgilio Masciadri (Hg.) ∙ Poesie Agenda 2012, Cartoons, ∙ Gedichte, ∙ Bilder ∙ Zitate von Michael Arenz ∙ Hans Bender ∙ Gottfried Benn ∙ Claus Bremer ∙ Blaise Cendrars ∙ René Char ∙ Simon Dach ∙ Margot Ehrich ∙ Peter Ettl ∙ Lawrence Ferlinghetti ∙ Brigitte Fuchs ∙ Alexander Xaver Gwerder ∙ Friedrich Hölderlin ∙ Hadayatullah Hübsch ∙ Alfred Ilk ∙ Klabund ∙ Axel Kutsch ∙ Ivo Ledergerber ∙ Erwin Messmer ∙ Andreas Noga ∙ Frank O’Hara ∙ Vera Piller ∙ Salvatore Quasimodo ∙ Joachim Ringelnatz ∙ Christian Saalberg ∙ Barbara Traber ∙ Jürgen Völkert-Marten ∙ William Carlos Williams ∙ Maximilian Zander u.v.a., 256 Seiten, Broschur, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
- Werner Bucher ∙ Virgilio Masciadri (Hg.) orte. Schweizer Literaturzeitschrift. Nr. 167, Mai/Juni 2011. Sag was zur Nacht – oder: die Gomringers sind hier. Enthält: Werner Bucher: Claus Bremer – von der konkreten Poesie bis zur Einsicht, dass wir andere sind. Gedichte von Eugen Gomringer, Nora Gomringer, Virgilio Masciadri; Beiträge über Eugen Gomringer, Nora Gomringer, Forugh Farrokhzad.
- Christoph Buchwald ∙ Kathrin Schmidt (Hg.) ∙ Jahrbuch der Lyrik 2011, Gedichte von 138 Autorinnen und Autoren, darunter Urs Allemann ∙ Friedrich Ani ∙ Anke Bastrop ∙ Thomas Böhme ∙ Mara-Daria Cojocaru ∙ Crauss ∙ Carolin Dabrowski ∙ Róža Domašcyna ∙ Elke Engelhardt ∙ Elke Erb ∙ Karin Fellner ∙ Ludwig Fels ∙ Mara Genschel ∙ Tina Ilse Gintrowski ∙ Caroline Hartge ∙ Michael Hüttenberger ∙ Jan Imgrund ∙ Magdalena Jagelke ∙ Manfred Jendryschik ∙ Synke Köhler ∙ Axel Kutsch ∙ Christian Lehnert ∙ Vesna Lubina ∙ Marie T. Martin ∙ Friederike Mayröcker ∙ Marcus Neuert ∙ Harry Oberländer ∙ Hellmuth Opitz ∙ Eva Paula Pick ∙ Richard Pietraß ∙ Jan Volker Röhnert ∙ Hendrik Rost ∙ Ulrike Almut Sandig ∙ Vera Schindler-Wunderlich ∙ Marita Tank ∙ Hans Thill ∙ Isabella Vogel ∙ Ernest Wichner ∙ Bastian Winkler ∙ Eva Christina Zeller ∙ Michael Zoch u.v.a., Essays von Jürgen Brôcan · Andre Rudolph · Christa Wißkirchen u.v.a., Nachworte von Christoph Buchwald und Kathrin Schmidt, 272 Seiten, Klappenbroschur, Deutsche Verlags-Anstalt, München 2011.
- Hansjürgen Bulkowski, Und wie! Corvinus Presse.
- Hans Georg Bulla, „Wechselgetriebe – Ausgewählte Gedichte und Notate“, herausgegeben von Gerd Kolter, mit Zeichnungen von Peter Marggraf und einem Nachwort von Hermann Kinder, 174 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag, Bücher der Nyland-Stiftung, Köln, Aisthesis-Verlag, Bielefeld 2011.
- Erika Burkart: Nachtschicht. / Ernst Halter: Schattenzone. Weissbooks. 150 S.
- John Burnside · Versuch über das Licht, zweisprachige Ausgabe, aus dem Englischen und mit einem Nachwort versehen von Iain Galbraith, 138 Seiten, Hardcover, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, München 2011.
- Matthias Buth, Weltummundung, Gedichte, Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2011.
103. Eberhard Häfner 70
Exemplarisch für viele Häfner-Texte werden hier mehrere Signalketten verknüpft: eine astronomische („sternhagelvoll“, „Milchstraße“, „schwarzes Loch“), eine sexuell konnotierte („Nagel“, „schwarzes Loch“), eine mythologisch-geschichtliche („Engel“, „Hieroglyphen“) und eine computertechnische („Portal“, „runtergeladen“). Das Wort Sehnsucht rahmt in der ersten und letzten Zeile das Geschehen, und auf der Mittelachse („sternhagelvoll“) funkelt doppelbödiger Humor. So entsteht ein Flechtwerk unterschiedlicher Sprachstränge in rätselvoller Verdichtung. Diese für Häfner charakteristische Methode hat durchaus mit seinen früheren Tätigkeiten zu tun. Bis Mitte der achtziger Jahre arbeitete Häfner als Silberschmied, Metallgestalter und Restaurator in Erfurt, bevor er wie so viele Künstler nach Berlin-Prenzlauer Berg übersiedelte. Zunächst publizierte er in Undergroundzeitschriften, nach 1989 trat er mit Künstlerbüchern, Romanen und immer wieder mit Gedichtbänden an die Öffentlichkeit.
Am heutigen Tage wird der mocking bird, wie auf Englisch jene Spottdrossel heißt, die immer wieder seine Gedichte durchschwirrt, siebzig Jahre alt. Da zu seinen Tugenden neben einem scharfen Verstand, außerordentlicher Belesenheit, Neugier auf das Schaffen jüngerer Kollegen auch eine herzöffnende Freundlichkeit und schamanesker Charme gehören, nimmt es nicht wunder, dass viele gratulieren wollen. / Peter Geist, Tagesspiegel
Zu Ehren von Eberhard Häfner lesen am Samstag, den 29. Oktober ab 19 Uhr in der Villa Elisabeth (Invalidenstr. 3b) unter anderem die Schriftsteller Volker Braun, Kurt Drawert, Bert Papenfuß, Björn Kuhligk und Steffen Popp. Der Gedichtband „Per Anhalter durch den Verstand“ (100 Seiten, 9,50 €) ist im Münchner Allitera Verlag erschienen.
74. Sonnabend beim poesiefestival berlin: Dichtraum, Denkraum
Dichtraum, Denkraum
U-Bahnhof Brandenburger Tor
10:00 Tom Bresemann 12:30 Daniela Seel 15:00 Eberhard Häfner
Eintritt frei
46. Lyrik im Schlößchen

Das Gohliser Schlößchen war im 18. Jahrhundert als ”Musenhof am Rosental” bekannt. Georg Joachim Göschen, Christian Gottfried Körner und Friedrich Schiller verkehrten hier. 1998 wurde es nach Sanierung wiedereröffnet. Seit Jahren findet hier während der Buchmesse die Veranstaltungsreihe Lyrik im Schlößchen statt.
Gohliser Schlößchen,
Menckestraße 23, 04155 Leipzig (Gohlis-Süd)
ÖPNV
Tram 4 bis Menckestr. oder Tram 12 bis Fr.-Seger-Str.
Aus dem Programm 2011:
Do 17.3.
17:30 Tatort Poesiealbum. Helmut Braun, Wulf Kirsten, Reiner Kunze, Richard Pietraß.
Märkischer Verlag – Poesiealbum
18:30 Wilhelm Bartsch: Mitteldeutsche Gedichte
19:30 Uhr Kurt Drawert: Idylle, rückwärts
Fr 18.3.
18:00 Lutz Steinbrück “Blickdicht” / Crauss “Lakritzvergiftung”
19:00 Arnold Leifert, Ullrich Marzahn, Sabina Lorenz, Katrin Marie Merten, Eberhard Häfner
20:30 APHAIA-Lyrikabend mit drei deutsch schreibenden Autoren aus Serbien, Indien und Berlin: Rajvinder Singh, Achim Wannicke, Boško Tomašević
Sa 19.3.
16:00 Bettina Ziegler: Warum mich keiner anfasst . Bissig-satirische und provokante Gedichte
17:00 Alban Nikolai Herbst, Bamberger Elegien
19:00 Judith Zander: oder tau
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1. Windschiefes Lyrikhaus mit risk und fun
Während es im Vorwort von Der Große Conrady heißt, daß man, vor allem (aber nicht nur) im Kompartiment der zeitgenössischen Gedichte eher auf Dokumentation als auf Kanonbildung aus sei, da wohl erst die Nachwelt mit naturgemäß distanzierterem Blick feststellen könne, welche Verse die Zeiten überleben, schlagen Michael Lentz und Michael Opitz als Herausgeber der Anthologie In diesem Land. Gedichte aus den Jahren 1990 bis 2010 (bewußt an Adolf Endlers und Karl Mickels In diesem besseren Land von 1966 sowie Hans Benders In diesem Lande leben wir von 1978 anklingend) den umgekehrten Weg ein und betonen, daß sie Gedichte ausgewählt haben, von denen [sie] überzeugt sind, dass sie bleiben werden.
Während meiner Non-stop-Rundfahrt durch In diesem Land lese ich dieser Aussage zum Trotz eine Reihe von Gedichten, die ich nicht so geglückt finden kann, um davon aus zugehen, daß sie in 25, 50 oder 100 Jahren noch gelesen werden. Ich wette jedenfalls: nein. Davon abgesehen, stellen die fulminanten, originellen, schönen In-diesem-Land-Gedichte locker und wie selbstverständlich die absolute, nein, totale Mehrheit – schon der energisch zu packende, erdige Auftakt mit Henning Ahrens’ Bekenntnis ist verheißungsvoll, und Jürgen Becker, Elke Erb, Gerhard Falkner, Heiner Müller, Thomas Kling, Helga M. Novak, Brigitte Oleschinski, Oskar Pastior, Ernest Wichner, ach, es ist müßig, sie alle aufzuzählen, folgen mit zum Teil spektakulären Versfolgen. …
Sind bis zu rund 10 Seiten pro Autor, bei jeweils vier Gedichten, womöglich zuviel für einen Überblick dieser Art mit einem Umfang von nahezu 650 Seiten und dem Anspruch, daß unsere Anthologie das dichterische Schaffen der letzten zwanzig Jahre resümiert und das Spektrum durchaus weit zu fassen? Gewichtungen von einer bis fünf, sechs Seiten hätten viel freien Platz schaffen können für das Drittel, das 50 Lücken schließen würde. Denn auch Gedichte von C. W. Aigner, Beat Brechbühl, Ann Cotten, Guillermo Deisler, Peter Engstler, Ludwig Fels, Franzobel, Nora Gomringer, Hadayatullah Hübsch, Sabine Imhof, Ulrich Koch, Jean Krier, Nadja Küchenmeister, Thomas Kunst, Philipp Luidl, Rainer Malkowski, Jörg Neugebauer, Andreas Okopenko, Vera Piller, Hendrik Rost, Helmut Salzinger, Robert Schindel (Die Lyrik hat es schwer, aber sie wird nicht untergehen), Johann P. Tammen, Christian Uetz, Günter Vallaster, Christoph Wenzel und Ulrich Zieger wären alles andere als fehl am Platz in einer mit repräsentativem Anspruch antretenden Lyrikauswahl deutscher Gedichte der Jahre 1990 bis 2010. …
In diesem Land ist ein windschiefes Lyrikhaus mit löchrigen Wänden und einer Reihe fehlender Ecksteine, die den ganzen Bau auf riskante Art und Weise in Umsturzgefahr bringen. Aber – in einem solchen Haus, in dem ich so manches Erwartete nicht vorfinde und in dem der Boden unter den Füßen nachgibt, halte ich mich immer wieder gern auf, no risk, no fun, lobe den Hausherrn über den grünen Tee und führe entflammte Gespräche. / The Breuer*), Poetenladen
Michael Lentz · Michael Opitz (Hg.), In diesem Land. Gedichte aus den Jahren 1990-2010 von 101 Autorinnen und Autoren, darunter Marcel Beyer, Nico Bleutge, Mirko Bonné, Thomas Brasch, Ulrike Draesner, Anne Duden, Hans Magnus Enzensberger, Hartmut Geerken, Eberhard Häfner, Ulla Hahn, Wolfgang Hilbig, Rainer Kirsch, Wulf Kirsten, Karin Kiwus, Uwe Kolbe, Christine Koschel, Michael Krüger, Richard Leising, Kito Lorenc, Christoph Meckel, Franz Mon, Herta Müller, Monika Rinck, Tom Schulz und Paul Wühr, Nachwort der Herausgeber, 637 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Lesebändchen, S. Fischer, Frankfurt am Main 2010.
*) den Tippfehler will ich dann doch stehen lassen
76. Zeit lobt Lyrik
Schwer, keine Satire zu schreiben. Und ungerecht, es zu tun. Was kann Daniela Danz dafür, wenn Die Zeit ausruft: „Die deutsche Lyrik hat eine neue Stimme“ (ihrem Rezensenten Florian Illies verschlägt es selbige keineswegs, im Gegenteil, es beflügelt ihn zum Selberdichten: „Wie Daniela Danz in ihrem Band »Pontus« den Atem der Geschichte* in Poesie übersetzt“, Die Zeit 13/ 2009). Und ist Ann Cotten schuld, wenn dieselbe Zeit knapp anderthalb Jahr später sie zur Jeanne d’Arc ausruft, die die deutsche Lyrik aus dem Würgegriff der Experimentellen befreit? Neinnein, meine Anmerkungen betreffen keine der genannten Autoren (die ich selber durchaus unterscheiden und jedenfalls keiner Gruppe, auch keiner Spitzen-Gruppe zuschlagen möchte), auch keinen der anderen von ihm ehrend genannten Autoren. Es geht mir ausschließlich um die Art, wie im Hochfeuilleton über Lyrik geschrieben wird. Keine Satire; aber ein bißchen Polemik.
Jochen Jung schreibt in der jüngsten Zeit über ein neues Buch von Ann Cotten. Er lobt es sehr, und auch ich glaube, es verdient Lob. Soweit stimmen wir überein. Es bereitet Mühe, aber die wird belohnt, sagt Jung. Glaub ich auch.
Dann hebt er zu einer Einordnung an, stante pede und hohen Flugs:
Gerade geht ja das Jahrzehnt zu Ende, in dem ein Dutzend in den Siebzigern Geborene die Eckensteherin Lyrik wieder ans Licht holten, dass es eine helle Freude war. Bei Gedichten dachten dazumal die meisten ja nur noch an Robert Gernhardt, den Wilhelm Busch jener Jahre, von dessen Auflagenzahlen wie von den Zahlen der ihm zufliegenden Herzen selbst Rilke oder Benn nicht einmal hätten träumen können. Gewiss, Witz sells, erst recht, wenn er so lebensklug gekonnt ist wie bei Gernhardt, aber Lyrik kann und will doch entschieden mehr.
Das zeigten damals so ungleiche Flugtiere wie Nico Bleutge, Daniela Danz, Marion Poschmann oder Ron Winkler, um ungerechterweise nur ein paar zu nennen. Sie wussten und wissen unserer Alltagswelt bilderreich und formbewusst einen Glanz zu geben, den ihr die Prosaschreiber streng und neunmalklug verwehrten. So ist es denn auch ganz richtig, dass die Senioren der Darmstädter Akademie kürzlich erst den wunderbaren Jan Wagner in ihren Kreis aufgenommen haben.
Ich könnte weiter zitieren, werde es auch, aber ein paar Anfragen sind fällig. Jung fliegt über zwei Jahrzehnte, in denen, auch in der Lyrik, viel los war. Aber was genau? Sein „ja“ heischt Konsens – vielleicht zu schnell. Ja und ja: viele neue Namen tauchten auf, und auch die helle Freude sei konzediert. Ungleiche Flugtiere: aber hallo, klar doch! Und wie war das noch vorher, dazumal? Die meisten hätten damals nur an Gernhardt gedacht? War das so?
Ich hab Gernhardt gelesen und über seinen Witz geschmunzelt, ja: wenn ich an Gernhardt dachte. Wenn ich an Lyrik dachte, in den 90er Jahren: o, es gab die Älteren, unsortiert und willkürlich: Mickel Jandl Pastior lebten da noch! Kling! war noch jung und lebte, Hilbig! Mayröcker Hein Endler Erb Lorenc Meckel Klünner waren da, Papenfuß Fels Kolbe Rosenlöcher Häfner, etliche aus Rumänien Gekommene waren noch oder wieder da; Jüngere tauchten auf, Stolterfoht Falkner Beyer Lentz Kunst Egger Waterhouse Czernin …, manche Ältere lernte ich jetzt erst kennen, Richard Anders zum Beispiel; mancher Name, der gar nie ins Feuilleton gelangte… lange müßte ich aufzählen, bevor ich zu Gernhardt komme. Nicht meine Freunde und ich: die Zeit wars, die nur an den einen dachte, die ihm seitenlange Kolumnen bot, was gut gewesen wär, wenn nicht das einzige. Sind wir die wenigsten? Sind die die meisten? Ach was! Lyrik konnte und wollte und tat entschieden mehr als das Feuilleton fressen wollte.
Aber war es so nicht überhaupt? Kannte ich das nicht aus der verblichenen Republik? Eine dürre Gouvernante, die einen blühenden Garten beschimpft, sagte Endler, da war ich Student. Wenn ich schimpfen durch ignorieren ersetze: eine perfekte Definition des Feuilletons.
Und heute? In der Mitte jenes von Jung genannten Jahrzehnts „tauchten“ nicht nur neue Namen auf. Wenn sie „auftauchen“, waren sie längst schon dagewesen. 1992 erschien die erste Nummer von Urs Engelers „Zwischen den Zeilen“. Von Anfang an vermischt Alte und Junge, Ost- und Westler, „Experimentelle“ und eher „Traditionelle“, Bilderreiche, Glänzende und Schrille. In Nummer 1 Grünbein Kerstin Hensel Schertenleib Söllner Norbert Weiss, Nummer 6 Donhauser Duden Igel Kempker Steiger Stolterfoht…; ich springe zu 29: Aebli Camenisch Stefan Döring Enzinger Norbert Lange Lars Reyer Schlenker Tom Schulz, noch mal zurück, 24: Bleutge Bossong Ann Cotten Falb Jackson Rinck Scho…: das war die Lyrik, die wir lasen. Andere Zeitschriften und Verlage wären zu nennen, meist kleine. Das meiste nicht feuilletonabel: na und?
Und dann passiert die wunderbare Verwandlung. Eine Handvoll Großkritiker in den Großen Zeitungen sattelt um und setzt auf neue Pferde. Was setzt: sie erfinden sie. Sie glauben, daß sie sie entdeckt haben. Kookbooks wird das neue Paradigma. (Und dieser großartige Verlag kann nichts dafür: ich spreche vom Feuilleton). Kein Kookbooks-, ein Feuilletonhype!
Nicht daß sie diese Autoren loben, verdient Kritik; daß sie sie loben, um andere herab- (und sich hinauf-) zusetzen. Gleich im nächsten Satz bei Jung geht’s richtig los:
… dass die Senioren der Darmstädter Akademie kürzlich erst den wunderbaren Jan Wagner in ihren Kreis aufgenommen haben.
Jan Wagner, ja, aber nicht Oswald Egger oder Ulf Stolterfoht oder Raphael Urweider,
(schöne Reihe das!)
… nicht eine oder einen jener also,
(also!)
…die unter Lyrik weniger Wirklichkeitszauber verstehen und dafür mehr mit Ideen arbeiten, …
(meint der jetzt Egger oder eher Urweider???)
vor allem aber mit und an der Sprache selbst.
(Urweider oder eher Stolterfoht?????)
Das geht so weiter, jetzt kommt der ganze Schmarrn mit den „Experimentellen“, die in der „Bastelecke“ sitzen, „von der Leserschaft kaum wahrgenommen“, aha, also anders als Ann Cotten, Ron Winkler, Nico Bleutge? Vielleicht sollte man erst mal Verkaufszahlen erforschen. Suhrkamp (Ann Cottens Verlag) wird höhere Auflagen haben als Kookbooks: aber werden auch mehr verkauft? Mehr gelesen? Nehmen wir mal drei Suhrkampautoren, von denen dieses Jahr Gedichtbände erschienen: Ann Cotten, Nelly Sachs und Oswald Egger. Wer von denen wird mehr verkauft? Mehr besprochen? Mehr gelesen? Nur für die mittlere dieser Fragen würde ich eine Vermutung wagen. Wobei es Unterschiede zwischen, sagen wir Zeit und FAZ geben wird. (Während die Schweizer Neue Zürcher, wie mir scheint, ohnehin weniger von solchen Frontstellungen betroffen ist.)
Von allen großen Zeitungen die geringste Lyrikkompetenz aber hat gewiß die Tante Zeit. Daran wird das Cottenlob wenig ändern. Wiewohl es zu begrüßen ist. Noch begrüßenswerter, wär es nicht mit jener Frontstellung gekoppelt, auf die ich noch etwas eingehen möchte.
Jungs hämische „Experimentellen“-Schelte soll genauer betrachtet werden. Er scheint sich um sie zu sorgen, und dabei braucht er keine Anführungszeichen:
Ihnen, die man mit einem unerfreulichen Anklang an den Physikunterricht die Experimentellen nennt…
Man? Er also gerade, Jung, nennt sie so, und es erinnert ihn unangenehm an den Physikunterricht. Vielleicht hatte er keinen guten, mag sein. (Für mich waren die Experimente in Physik und Chemie überhaupt nicht unerfreulich). Andererseits vergesse ich bei dem Wort nie die Anführungszeichen. Er braucht sie aber für seine Metaphorik und für seine Bewertung. Ehrlicher wäre aber doch, er sagte „ich“ statt „man“.
ihnen, vor denen keine Syntax sicher ist
ja, das scheint schlimm zu sein, heilige Syntax! Sollte mal Klopstock lesen: den Dichter und den Grammatiker!
… schien die Sprengkraft abhandenzukommen.
Na immerhin kann nur das abhandenkommen, was zuvor da war.
Dabei macht er eine kleine feine Ausnahme. Die Experimentellen ohne „“, die von der Leserschaft „kaum wahrgenommen in einer Art Bastelecke“ saßen, wären, meint er, nicht nur kaum, sondern gar nicht wahrgenommen worden, hätte nicht eine,
… die Älteste unter ihnen, Friederike Mayröcker, sich als mirakulöses Blumenkind entpuppt
Sieh mal an, an die traut er sich nicht heran! Auch das erinnert mich an DDR-Zeiten. In den 70er Jahren hatte ich als Student in Ostberlin Gelegenheit zu Gesprächen mit dem kanadischen Schriftsteller Jack Winter, der eine großartige Paraphrase auf Mark Twains bitterböse Satire gegen den belgischen König Leopold geschrieben hatte, jenen Leopold, dem das riesige Kongoland als Privatbesitz gehörte, King Leopold’s Soliloquy. Winter sprach mit mir über die kulturpolitischen Verhältnisse in der DDR und sagte: Sie wollen (er meinte nicht mich, sondern die Verwalter) von allem nur einen Vertreter. „And I know why“, so begann meine Antwort. Diese Kritiker ähneln jenen, auch hier: Sie loben die eine neue Stimme, and I know why! Auch hier geht es um Herrschaft, um Kontrolle. Sie verabscheuen jene, die sie Experimentelle nennen, aber verehren oder respektieren den einen Jandl, die eine Mayröcker. Spät in beiden Fällen, aber dann doch. Warum, das sagen sie freilich nicht. Verdienen die etwa solche Verteidiger? Es geht um Kontrolle, und es offenbart den Spießer, der die Abartigen verabscheut, aber den einen Großen oder die eine Große auch mal ausnimmt.
Ich sagte, er sorgt sich um die Experimentellen. (Was auch immer es sagt, wenn man etwa Friederike Mayröcker mit dem Wort belegt). Ihnen komme die Leserschaft abhanden und die Sprengkraft. Es kommt noch schlimmer.
Noch schlimmer:
Sagt Jung,
Dass da überhaupt gelegentlich gesprengt werden muss in der Literatur, die vor lauter Inhalt ganz formvergessen ist,
was auch immer das heißt, und über wen,
das schien eine Jeanne d’Arc zu brauchen.
So kriegt er den Bogen zurück zu Ann Cotten. „Ab sofort“, dekretiert die Zeit, gehören ihre Gedichte
zum Besten, was die deutschsprachige Lyrik dieser Tage kann…
Jawoll doch, ja, kann sogar sehr gut sein. Aber brauche ich dafür die Zeit? Ich halte es lieber mit Urs Engeler und den anderen, denen es um die vielgestaltige Lyrik geht und nicht um Zensuren und Marschordnungen.
Ich aber ende mit einem letzten Zeit-Zitat:
Die Jungfrau wirft den Fehdehandschuh.
Jeanne de Cotten, voilà:
Dass ihr nicht alles gefällt, was die Kollegenschaft so schreibt, war bei einer so extremen Position, wie sie sie anpeilt, zu erwarten…
So extrem: das lasse ich mal da stehen, wo es steht, in der Zeit Nummer 38, Seite 53.
*) Als Jüngling schrieb ich auch mal Gedichte. In einem quasi ähnlich: „der Atem der Geschichte / aus ihren Mündern o wie süß! / ruf ich im Chor“. (Pardon, ich meinte das aber ironisch)
70. Rumbalotte continua
Eröffnung der Kulturspelunke Rumbalotte continua
am 17. September 2010 um 20 Uhr
in der Metzer Str. 9, 10405 Berlin.
Ab 18. September täglich ab 15 Uhr geöffnet.
Am Sonntag, den 19. September 2010 ab 20 Uhr:
Protestvergißmeinnicht
Ein Abend zum 80. Geburtstag von Adolf Endler
Texte, Film und Musik mit Bert Papenfuß, Brigitte Struzyk, Eberhard Häfner, Detlef Opitz, Peter Wawerzinek, Johannes Jansen, Annett Gröschner, Andreas Koziol, Gerd Adloff, Lothar Trolle, Leonhard Lorek, Gottfried Rößler, Cornelia Jentzsch, Jan Faktor, Peter Geist, Konrad Endler, Stefan Döring und Elke Erb.
Am Freitag, den 24. September um 21 Uhr:
Inauguration der Veranstaltungsreihe
DER WEISSE HAI IST GUT – Minikino & Maxitheater
Moderiert von Mario Mentrup. Präsentation des ARTOUT PROJECT (in englisch).
Siehe: www.artout.org/about.html
DER WEISSE HAI IST GUT findet ab dem 30. September jeden Donnerstag in der Kulturspelunke Rumbalotte continua statt.
111. Poesie des Untergrunds, aufgetaucht
Nur gut, dass das Bett von Elke Erb zusammengebrochen ist. Darunter kam ein Bettkasten zum Vorschein, der allerlei Bilder und Manuskripte enthielt. Die Lyrikerin meldete sich bei den Kuratoren der Ausstellung „Poesie des Untergrunds – Die Literaten- und Künstlerszene Ostberlins 1979 bis 1989“: Sie sollten kommen und holen, was sie brauchen könnten. Denn wenn das Bett erst repariert wäre, dann verschwinde die Kiste wieder für die nächsten zehn Jahre.
Die DDR-Geschichte versinkt mit atemraubendem Tempo in der Vergangenheit, so dass selbst deren Protagonisten sich ihrer Herkunft immer wieder versichern müssen und überrascht sind, was unter ihren Betten zum Vorschein kommt. Das ist wohl der Hauptzweck dieser Schau, die eben keine Ausstellung über die Kunstszene ist, sondern eine Selbstdarstellung der Beteiligten: Seht her, es war schön, und wir waren viele! Es gehe darum, „die Deutungshoheit über unsere eigene Geschichte zurückzugewinnen“, sagte der Kunstwissenschaftler Christoph Tannert bei der überfüllten Eröffnung am Freitagabend. Die Bereitschaft, Erinnerungsstücke zur Verfügung zu stellen, war groß, leicht hätten größere Hallen gefüllt werden können als das Prenzlauer-Berg-Museum. In einer parallelen zweiten Ausstellung, die kommenden Samstag im Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum in Rheinsberg eröffnet werden wird, sind deshalb ganz andere Exponate zu sehen.
Die Ausstellung beginnt mit einem Gruppenfoto aus dem Jahr 1981, das nach einer Lesung in der Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß entstand. Im Hintergrund Flaschen, Bilder und alte Schränke. Davor haben sie sich aufgebaut wie für ein Mannschaftsfoto: Helden einer Zeit, in der man karierte Hemden trug. Wer kennt sie noch: Eberhard Häfner oder Roland Manzke, Michael Rom oder Rüdiger Rosenthal? Nur wenige wie Jan Faktor oder Uwe Kolbe haben sich über die Wende hinaus als Schriftsteller etabliert. Die älteren, berühmteren, wie Wolfgang Hilbig, Adolf Endler, Elke Erb oder die mit ihren Bildern heute so erfolgreiche Malerin Cornelia Schleime, fehlen auf diesem Foto. Der bekannteste ist wohl der als Stasi-Spitzel enttarnte Sascha Anderson, der auch hier im Mittelpunkt sitzt. Einer seiner IM-Berichte – genaue und ausführliche Psychogramme aller befreundeten Künstler – ist das womöglich interessanteste Dokument der Ausstellung. / Jörg Magenau, Tagesspiegel 22.11.
Bis 7. Februar, Prenzlauer Berg Museum, Prenzlauer Allee 227/228, Sa–Do 10–18 Uhr, Eintritt frei.
Begleitbuch zur Ausstellung: Uwe Warnke, Ingeborg Quaas (Hrsg.): Die Addition der Differenzen. Verbrecher-Verlag Berlin, 2009. 290 S., 19,90 €.
Beim Leipziger textenet-Festival gibt es gegenwärtig Zeichnungen aus diesem Umkreis zu sehen
Nur noch bis 23.11. (!) in der Werkstatt für Kunstprojekte, Karl Heine Straße 46-48
Proben siehe