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Aussehen wie Gedichte

Dirk von Petersdorff ist ein Germanistikprofessor, der »schön« mit »Föhn« reimt. In seinem neuen Gedichtband »Sirenenpop« (C.H. Beck, 2014) liegt ein Beispiel für naives Reimen unter mechanischer Beobachtung von Hebungen und Senkungen vor. *

Die früheren Bücher des Trägers des Kleist-Preises, wie etwa »Wie es weitergeht« (1992) oder »Nimm den langen Weg nach Haus« (2010), schienen doch so vielversprechend. Nun aber denkt man: Wem ein Bewusstsein und ein Gefühl für formale Durchbildung von sprachlichem Material fehlt, der schreibe Texte, die zumindest aussehen wie Gedichte. Was ist los? Behauptet der Autor nicht ein ironisches Spiel mit Form zu treiben? Warum aber so verkrampft?

(…)

Im zweiten Teil möchte ich über Pop und Form nachdenken bzw. über die Produktivität dessen, was als Form in den Petersdorffischen Gedichten wahrgenommen worden ist. Ich lese den Band natürlich nur nach Maßgabe meiner Lesegewohnheiten, die notwendig subjektiv sind, und stelle diese Notizen nur deshalb zur Verfügung, um die Debatte zu »Sirenenpops« zu mehren. Einige Kommentatoren stellten z.B. die »strenge« Beobachtung der Form heraus und schlossen daraus, dass Dirk von Petersdorff wohl ein Meister sei. Ich denke hingegen, eine solche Schlussfolgerung lässt sich mit dem vorliegenden Buch nicht belegen. / Paul-Henri Campbell, Fixpoetry

Dirk von Petersdorff
Sirenenpop
C.H. Beck
2014 · 89 Seiten · 16,95 Euro
ISBN: 978-3-406-66691-9

*) Lesenswerte Besprechungen zu diesem Gedichtband sind z.B. von Thorsten SchulteHellmuth Opitz und Rüdiger Görner verfasst worden.

Lyrikempfehlungen

Viele gute Gedichtbücher sind zwischen Anfang 2014 und März 2015 erschienen. Welche darunter sind außerordentlich bemerkenswert, interessant, überraschend? Kritiker, Lyriker und Vertreter literarischer Institutionen haben zwölf deutschsprachige und zwölf ins Deutsche übersetzte Gedichtbände ausgewählt, die sie für besonders empfehlenswert halten.

Die Empfehlungsliste erscheint einmal jährlich und wird von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Stiftung Lyrik Kabinett und der Literaturwerkstatt Berlin zur Leipziger Buchmesse und zum Welttag der Poesie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bibliotheksverband präsentiert.

Wir wünschen den Lyrik-Empfehlungen breite öffentliche Aufmerksamkeit, damit die Stimmenvielfalt der Poesie weitere Leserinnen und Leser findet.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und die Stiftung Lyrik Kabinett veröffentlichen jährlich eine Empfehlungsliste von Neuerscheinungen deutschsprachiger Lyrik und ins Deutsche übersetzter Lyrik. Neue Partner seit 2015 sind die Literaturwerkstatt Berlin und der Deutsche Bibiotheksverband.

Über die Empfehlungsliste entscheidet ein Gremium aus Lyrikern,Kritikern und Vertretern literarischer Institutionen. Dem Gremium gehören an:

  • Michael Braun (Kritiker)
  • Heinrich Detering (Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung)
  • Maria Gazzetti (Leiterin der Casa die Goethe)
  • Harald Hartung (Lyriker)
  • Ursula Haeusgen (Begründerin der Stiftung Lyrik Kabinett)
  • Florian Kessler (Journalist)
  • Michael Krüger (Schriftsteller)
  • Holger Pils (Leiter der Stiftung Lyrik Kabinett)
  • Monika Rinck (Lyrikerin)
  • Daniela Strigl (Kritikerin)
  • Jan Wagner (Lyriker)
  • Thomas Wohlfahrt (Leiter der Literaturwerkstatt Berlin)

Im Rahmen der Buchmesse Leipzig findet in zwei Veranstaltungen eine öffentliche Präsentation der Lyrik-Empfehlungen statt:

Freitag, den 13. März 2015
16 Uhr: Literaturforum Halle 4, Stand E101, Messegelände
20 Uhr: Gohliser Schlösschen, Menckestraße 23, Leipzig
mit Marcel Beyer, Michael Braun, Sonja vom Brocke, Tadeusz Dąbrowski, Heinrich Detering, Florian Kessler, Michael Krüger, Margitt Lehbert, Holger Pils, Jan Wagner und Thomas Wohlfahrt

Außerdem ein Gespräch über die Lyrik-Empfehlungen am
Samstag, den 14. März 2015
10 Uhr: 3sat – Kulturzeit, Glashalle, Stand 18, Messegelände
mit Jan Wagner und Holger Pils

Das PDF enthält die ausführlichen Listen »Deutschsprachige Lyrik« und »Internationale Lyrik in Übersetzung« mit Begründungen. Hier

Lyrik-Empfehlungen 2015
Deutschsprachige Lyrik

  • Marcel Beyer: Graphit. Suhrkamp Verlag, Berlin 2014
  • Paulus Böhmer: Zum Wasser will alles Wasser will weg. Verlag Peter Engstler, Ostheim/Rhön 2014
  • Sonja vom Brocke: Venice singt. kookbooks, Berlin 2015
  • Daniela Danz: V. Wallstein Verlag, Göttingen 2014
  • Andrea Grill: Safari, innere Wildnis. Otto Müller Verlag, Salzburg 2014
  • Jürg Halter: Wir fürchten das Ende der Musik. Wallstein Verlag, Göttingen 2014
  • Christine Lavant: Zu Lebzeiten veröffentlichte Gedichte. Herausgegeben und mit Nachworten von Doris Moser und Fabjan Hafner, unter Mitarbeit von Brigitte Strasser. Wallstein Verlag, Göttingen 2014
  • Christoph Meckel: Tarnkappe. Gesammelte Gedichte. Herausgegeben von Wolfgang Matz. Carl Hanser Verlag, München 2015
  • Dirk von Petersdorff: Sirenenpop. Verlag C. H. Beck, München 2014
  • Silke Scheuermann: Skizze vom Gras. Schöffling & Co. Verlag, Frankfurt a.M. 2014
  • Jan Wagner: Regentonnenvariationen. Hanser Berlin, Berlin 2014
  • Judith Zander: manual numerale. DTV, München 2014

Internationale Lyrik in deutscher Übersetzung

  • Donald Berger: The Long Time/ Die währende Zeit. Poems / Gedichte. English / Deutsch. Aus dem Englischen von Christoph König. Wallstein Verlag, Göttingen 2015
  • Miron Białoszewski: Vom Eischlupf. Nachdichtungen. Herausgegeben von Dagmara Kraus, zahlreiche Übersetzer. Reinecke & Voß, Leipzig 2015
  • Yves Bonnefoy: Die lange Ankerkette. Aus dem Französischen von Elisabeth Edl und Wolfgang Matz. Carl Hanser Verlag, München 2014
  • Vladislav Chodasevič: Europäische Nacht. Ausgewählte Gedichte 1907 bis 1927. Aus dem Russischen von Adrian Wanner, mit einem Nachwort von Vladimir Nabokov. Arco Verlag, Wuppertal 2014
  • Tadeusz Dąbrowski: Die Bäume spielen Wald. Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall. Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, Carl Hanser Verlag, München 2014
  • Emily Dickinson: Sämtliche Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Englischen übersetzt und herausgegeben von Gunhild Kübler. Carl Hanser Verlag, München 2014
  • Lars Gustafsson: Das Feuer und die Töchter. Aus dem Schwedischen von Barbara M. Karlson und Verena Reichel. Carl Hanser Verlag, München 2014
  • Michel Houllebecq: Gestalt des letzten Ufers. Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel und Stephan Kleiner. Dumont Buchverlag, Köln 2014
  • Jouni Inkala: Der Gedankenstrich eines Augenblicks. Aus dem Finnischen von Stefan Moster. Wunderhorn Verlag, Heidelberg 2014
  • Les Murray: Aus einem See von Strophen. Hundert ausgewählte Gedichte. Aus dem australischen Englisch von Margitt Lehbert. Mit einem Nachwort von Thomas Poiss . Edition Rugerup, Berlin 2014
  • Edith Södergran / Elmer Diktonius / Rabbe Enckell / Gunnar Björling / Henry Parland: Finnlandschwedische Literatur der Avantgarde. Hrsg. und übersetzt von Klaus-Jürgen Liedtke. 5 Bände in Kassette. Kleinheinrich Verlag, Münster 2014
  • Danica Vukićević: Schamanin. Aus dem Serbischen von Matthias Jacob. Drava Verlag, Klagenfurt 2014

18. Radio-Fundsachen

Sendezeit: So., 9:05 – 10 Uhr

Neue Sendezeit ab 07.01.2014
Sendezeit (14-tägig):
So., 16:05 – 17 Uhr
Wiederholung:
Do., 21:05 – 22 Uhr

91. Stänkert

In seiner Tübinger Poetik-Vorlesung spielte Hans Magnus Enzensberger gemeinsam mit dem Germanisten Dirk von Petersdorff mit den Gedichten von Rilke, Klopstock und Benn. Da war er wieder: Enzensbergers ewiger Hang zum Spiel, zum Luftigen, zum Unernst.

Im Vergleich zu dem zornigen jungen Mann der 50er-Jahre, der die Wölfe gegen die Lämmer verteidigte, ist er doch ziemlich zahm geworden. Aber kein Wunder, Hans Magnus Enzensberger ist 84, seit vielen Jahren ist er mehr als intellektueller Spieler denn als wilder Poet und politischer Polemiker in Erscheinung getreten. Er gibt in Tübingen am ersten Abend den heiteren Alten, der kostenlos Apercus verteilt, ein bisschen gegen Barthes und Derrida stänkert und Schiller gegen Nietzsche in Stellung bringt. / Christian Gampert, DLF

111. Frühling. Lentz …

selbst hat in „offene unruh“ ein Gedicht namens „kaum frühling“ geschrieben, das er als „janusköpfig“ bezeichnet und das mit den Versen beginnt: „ist der krokus verblüht / was stellt er an das ganze jahr / soll auch ich einfach verschwinden? / jedes jahr dieses große hallo / als sei weiß gott was geschehen.“ Gerade arbeitet er an einem Nachwort zu Gedichten von Jesse Thoor, der, so Lentz, die schönsten Frühlingsverse überhaupt geschrieben habe. Und tatsächlich verblüffen Thoors „Rufe zur Nacht“ durch ihre liedhafte Einfachheit: „Ich, der Dichter Jesse Thoor – / dem Zünglein, Zeh und Ohr / und die Seele fror! // Wenn der März alle Bäche taut, / singe ich wieder laut! / Du meine hohe Braut! // Singe ich dein Herz gesund! / Du meines Sterbens Grund! / Küsse ich deinen Mund!“

Und auch Dirk von Petersdorffs Empfehlung ist hochgradig inspirierend – das betörende Gedicht „Fastfrühling“ von E. E. Cummings: „im Fast-/frühling“, beginnt es, „ist die welt schlamm-/selig und der kleine / lahme luftballonmann / flötet weit und winzig.“ / Uwe Ebbinghaus, FAZ (mehr Frühling mit Hans Magnus Enzensberger, Nora Gomringer, Christoph Buchwald, Marion Poschmann, Silke Scheuermann, Oleg Jurjew

Eine exklusive Lesung mit eigenen und klassischen Frühlingsgedichten von Silke Scheuermann, Nora Gomringer und Oleg Jurjew finden sie im Internet unter www.faz.net/frühlingslyrik.

 

101. Grünbein wie ein Hund (19 zu 70)

Eine schöne Idee*: „Lyrikerinnen und Lyriker der Gegenwart stellen sich vor“. Dirk von Petersdorff legt 19 Gedichte von Frauen und 70 von Männern vor, die die sich ausgesucht hatten, um zu sagen, zu zeigen, wer sie sind. 17 von ihnen sind vielleicht nicht für diese Sammlung geschrieben, aber hier doch erstmals veröffentlicht. Wolf Wondratscheks Gedicht zum Beispiel hat er zwar geschrieben, stammt aber, wie hinten bei den Nachweisen erklärt wird, aus dem Besitz von Dr. med. Wolfgang te Breuil. Man stellt sich vor, wie Wondratschek seinem Arzt Gedichte geschenkt hat wie mancher Maler mit seinen Bildern Rechnungen bezahlt. Vielleicht aber ist es ein Geschenk unter Freunden, und es gibt überall auf der Welt bisher unveröffentlichte Gedichte von Wondratschek, die er verstreut hat. Einfach aus Lebensfreude. Dieses hier ist ein Gedicht vom Ende, ein Gedicht auch wie von Descartes:

„Es kommt vor, daß wir in Zügen sitzen,
die durch die gelbe indische Nacht fahren.
Wir haben aufgehört zu schlafen.
Wir glauben nicht mehr, daß wir träumen.
Ja, es kommt vor! Es kommt vor, daß es dort,
wo wir hinfahren, keine Bahnhöfe mehr gibt,
keine anderen Reisenden außer uns,
am Ende nicht einmal mehr den Zug,
in dem wir sitzen.“

Der älteste Dichter in diesem Band ist Günter Grass, Jahrgang 1927. Die jüngste Autorin Theresa Hahl, geboren 1989 in Heidelberg. Sie hat eines der längsten Gedichte beigesteuert und auch das mit der längsten Zeile: „spült das auch immer ein bisschen gefühl durchs rippengemühl“. Theresa Hahl steuert auch das längste Wort bei: „ventrikelverdichtungsverschluss“ und sie spricht vom „gefühlsbausatz mensch“. (…) Der Versuch, sich den Gefühlen zu nähern, sie – frei von aller Empathie – zu verstehen, ist heute so reizvoll und nötig wie vor zweihundert Jahren. Die alphabetische Anordnung der Autoren fügt es, dass gleich nach Theresa Hahl Ulla Hahn kommt und sofort ist ein ganz anderer, ein gegensätzlicher Ton da:

„Für
All die geschundenen Körper zerrissenen Seelen
Gesichter ohne NAMEN ohne Gesicht“

Es macht den Reiz solcher Sammlungen aus, dass der Leser sehr Unterschiedliches, Popsongs und Durs Grünbein, zu sehen bekommt, dass er sich wie ein Hund hinlegen kann, wo er gerade Lust hat. / Arno Widmann, FR

*) sagt Arno Widmann

29. Kanonisch

Walter Fabian Schmid zu Harald Hartungs Poesierede

„Ewiger Ruhm dem Erfinder des Sonetts“ schrieb Valéry emphatisch – und Harald Hartung will mit seiner Rede vom 06. Oktober 2010 genau diesem Ideal des durch­konstru­ier­ten Gedichts auf die Spur. Oder eben nicht. Denn anstatt die streng kalku­lierte, geschlos­sene Form zu unter­suchen, sucht er das Offene, das Elas­tische, viel­leicht auch das Chaos. Dazu inte­rpretiert er ein Sonett des US-Ameri­kaners Robert Lowell und Sonette von deut­schen Autoren wie Chris­tian Lehnert, Jan Wagner und Dirk von Peter­sdorff sowie eigene Texte.

Harald Hartung 
Der vierzehngliedrige Salamander
Münchner Reden zur Poesie 10
Herausgegeben von Ursula Haeusgen und Frieder von Ammon
Lyrik Kabinett, 2010
28 Seiten, 12,00 Euro
Zu beziehen ist die Rede über das Lyrik Kabinett  externer Link

Beim Poetenladen komplett  anhörbar

44. Dürener Förderung

Die Stadt Düren hat einen Namen in der Kunstförderung. Eine private Stiftung vergibt u.a. Stipendien an junge Künstler, die 2 Jahre lang jeden Monat 1250 Euro erhalten und, man höre, “Die Stipendiaten sollten möglichst im Umkreis von etwa 1.000 km von Düren leben und arbeiten.” Sollten, möglichst”…, damit können viele leben. (Quelle)

Von einem Dürener Förderstipendium für Lyrik konnte ich bei Google nichts finden. Und doch scheint es zu existieren. Die Edition Azur informiert bei Facebook über ein Förderstipendium für Nancy Hünger in Höhe von 6000 Euro. So, nun findet es auch Google (wenn es nicht von Frau Wulff geschlossen wird).

Im Bereich Literatur des Kunstfördervereins bildet die Lyrik zweifelsohne den Schwerpunkt der Arbeit. Neben der Kammermusik ist sie die zweite tragende Säule der Kulturarbeit des Vereins.
Begonnen wurde die Reihe “Der Lyrik eine Gasse” im September 2002 mit einer Lesung von Sarah Kirsch im Töpfereimuseum in Langerwehe. Danach sind wir aus räumlichen Gründen nach Schloss Burgau umgezogen. Dort stellt uns die Stadt Düren als Veranstaltungspartner den Konzertsaal für Lesungen zur Verfügung. In dieser Reihe waren viele berühmte Namen in Düren zu Gast. Zu nennen sind u.a. Hilde Domin, Christoph W. Aigner , Durs Grünbein, Arnold Stadler, Ulla Hahn, Silke Scheuermann, Dirk von Petersdorff, Jan Wagner, Raoul Schrott, Wolf Wondratschek und Norbert Hummelt. / Kunstförderverein Düren

Mehr:

Seit der Gründung des Vereins „Heinrich-Böll-Haus Langenbroich e.V.“ im Jahr 1989 konnten inzwischen über 150 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, bildende Künstlerinnen und Künstler, Komponistinnen und Komponisten aus Asien, Afrika, Lateinamerika, Südost- und Südeuropa in das ehemalige Wohnhaus der Familie Böll in der Eifel eingeladen werden.
Die bewährte Zusammenarbeit zwischen der Heinrich-Böll-Stiftung, der Stadt Düren und dem Land Nordrhein-Westfalen ermöglichte den aus vielfach bedrängten Situationen kommenden Gästen, für einige Zeit finanziell abgesichert und frei von staatlicher Kontrolle oder Verfolgung kreativ und ungestört arbeiten zu können. Zusätzlich konnte 2003 die Zusammenarbeit in einem europaweit entstandenen Netzwerk von Institutionen, die politisch verfolgten Autorinnen und Autoren Hilfe anbieten, konnte erfolgreich fortgesetzt werden.

Gäste im Böllhaus kamen 2012 aus Syrien, Bahrein (Qassim Haddad), Rußland und Serbien. / mehr

Peill-Stiftung

In Düren geboren: Bruno Hillebrand, Michael Lentz (sowie etliche Fußballer, Politiker vieler Couleur etc.)

Zeitweilig in Düren lebten: Karl der Große, August Stramm

49. Yves Bonnefoy liest in München

Mittwoch, den 13. Juni, Amalienstraße 83a, 20 Uhr:

Yves Bonnefoy liest aus Raturer outre / Streichend schreiben (Lyrik Kabinett 2012).

Durch den Abend führen Elisabeth Edl und Wolfgang Matz (Lesung französisch – deutsch)

Yves Bonnefoy (Copyright Mathilde Bonnefoy)

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125. Lyrik Kabinett und Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung kooperieren

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und die in München ansässige Stiftung Lyrik Kabinett, die sich als einzigartiges, allein der Lyrik gewidmetes literarisches Zentrum erfolgreich im deutschen Sprachraum etabliert hat, kooperieren. Maria Gazzetti, die Leiterin des Kabinetts, hat vor einem Jahr die Veranstaltung „Das Lyrische Quartett“ ins Leben gerufen, das dreimal jährlich stattfindet. Die Akademie wird sich künftig als Institution kontinuierlich an dieser Reihe beteiligen. Dies soll der Beginn einer längerfristigen Zusammenarbeit sein.

“In einer Zeit, in der das Wort Literatur in der Öffentlichkeit oft als Synonym für Roman gebraucht wird, ist es wichtig, die Stimmenvielfalt der gegenwärtigen deutschen Poesie ins öffentliche Gespräch zu bringen. Dieses Ziel verfolgen Lyrik Kabinett und Akademie gemeinsam“, sagt Heinrich Detering, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er wie auch der Kritiker und Lyriker Harald Hartung, ebenfalls Mitglied der Deutschen Akademie, gehören zum festen Ensemble des Quartetts, dem die Kritikerin Kristina Maidt-Zinke vorsitzt. Die vierte Person der Runde hat Gaststatus und wechselt jeweils zu den Veranstaltungen. Jedes Mal diskutiert das Quartett über vier Lyrikbände: drei Neuerscheinungen und einen Klassiker. „Im gemeinsamen Lesen und im Reden über Gedichte setzen wir an“, sagt Maria Gazzetti, „um zu zeigen: Die Poesie ist lebendig und gesellig.“

Am 18. April 2012 kommt das Lyrische Quartett zum vierten Mal zusammen. Als Gast wird der Verleger und Schriftsteller Michael Krüger dabei sein. Diskutiert wird über:

  • Tanja Dückers: Fundbüro und Verstecke (Schöffling, 2012)
  • Alexander Nitzberg: Farbenklavier (Suhrkamp, 2012)
  • Derek Walcott: Weiße Reiher (Hanser, 2012)
  • Wisława Szymborska: Der Augenblick/Chwila (Suhrkamp, 2005)

Mit der kommenden Veranstaltung wird die Internetseite www.daslyrischequartett.de freigeschaltet. Sie bietet nähere Informationen zu der Reihe: Audiodokumentationen der Veranstaltungen, Biographien der Kritiker, eine Liste der besprochenen Bücher u. a.

Es ist geplant, Ende 2012 eine Empfehlungsliste aus den Lyrikneuerscheinungen des Jahres vorzustellen. Über diese Liste wird ein Gremium aus Lyrik-Kennern und Mitgliedern der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung entscheiden.

Weitere Veranstaltungen der Reihe:

  • 20. Juni 2012, Gast: Dirk von Petersdorff
  • 28. November 2012 (Gast N.N.)

Veranstaltungsort des Lyrischen Quartetts: Lyrik Kabinett, Amalienstraße 83a, 80799 München.

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