Getagged: Dante
31. Lyrikdebatte
A: the poetry that streams through this community is so fucking bad and uninspiring that i have to remove it from my feed, even though i love poetry, at least i thought i did, until i read the shit that you fucking idiots are sharing. sorry.
E: If you don’t like what you read, offer solutions, not profanity.
A: Solution? read a fucking book.
a book of poetry. by fucking t.s. elliott or dante or some shit
i think frost has a couple that dont suck too. or fucking whats his face, fuckin,,,, thats right POE. READ SOME FUCKING POE.
M: ooh a..i understsnd yr frustration..i dnt often enhoy some of the poetry i read..but i dnt realy post on here..i think its refreshon u sayin what u think an not censorin yrself..gd luck on the quest of findin beautiful great poetry matey…xo
i mean the poetry i read thats new..not neccesarily on here..excuse the poor typin..predictive tx is ruinin my life lol xo
I think a lack of predictive text is more a problem
A: THATS THAT SHIT IM TALKIN ABOUT! Where can I read your stuff?
M: truue story..not jus harshly critiqued..some were destroyed by poetry teachers..they did get published tho so it jus shows one mans terrible piece of writing is someone elses 5 minute literary haven
R: Suffering from omnipotence syndrome are we? Dante wouldn’t have appreciated. Beside, contemporary poetry is what people want to read and write. ..free verses mean also freedom
11. Recreating
What does it mean to translate in a way that is faithful to an original? What, for that matter, makes a book original, or even belong to an author? Critics argue these questions fiercely, and two recent translations by major women poets throw fuel on this fire: Anne Carson’s Antigonick and Mary Jo Bang’s Inferno. They not only resituate Sophocles and Dante in the language of the present, but also recast them visually (Carson collaborated with illustrator Bianca Stone and Bang with Henrik Drescher). Both translations continue the elegiac projects begun by Carson in Nox, written for her brother, and Bang in Elegy, written for her son. But Carson and Bang are also both in the business of subversively recreating a canonical text by a long-dead male author. / Rachel Galvin, Boston Review
Antigonick
Translated by Anne Carson
New Directions, $24.95 (cloth)
Inferno
Translated by Mary Jo Bang
Graywolf Press, $35 (cloth)
73. Vatikan digitalisiert
Eine der bedeutendsten Handschriftensammlungen der Welt lagert in der Bibliotheca Apostolica Vaticana. In den kommenden Jahren wird dafür gesorgt, dass diese Kulturschätze möglichst für immer erhalten bleiben. Alle insgesamt 80.000 Handschriften sollen in den kommenden Jahren digitalisiert werden, dank Nasa-Technologie in einer Qualität, die sie noch besser lesbar macht als im Original. Und man hat bereits damit begonnen: Vor wenigen Wochen wurden die ersten 256 Handschriften auf der Seite vaticanlibrary.va online gestellt. (…)
Einige der ältesten Bibel-, Vergil-, Cicero- oder Dante-Handschriften finden sich darin. (…)
Um Napoleon Ende des 18. Jahrhunderts zum Abzug aus Rom zu bewegen, musste der Papst ihn unter anderem mit 500 kostbaren Kodizes entschädigen, die Napoleon für sein geplantes europäisches Zentralarchiv verwenden wollte. Nicht alles kam nach Rom zurück, vieles vermeintlich (aber nicht in allen Fällen wirklich) Wertlose kam auf den Papierschnitzelmarkt und als Packpapier auf den Fischmarkt. / Anne-Catherine Simon, Die Presse
Horazkommentar, Anfang 9. Jh.
7. Beachtenswert
Die American Library Association (ALA) stellt seit mehr als 60 Jahren eine jährliche Liste von 25 “sehr guten, sehr lesbaren und manchmal sehr bedeutenden” Büchern aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch und Lyrik für erwachsene Leser zusammen.
Unter den 25 Titeln für 2013 sind zwei Gedichtbände:
Inferno
Author: Alighieri, Dante. Trans. Mary Jo Bang. Illus. Henrik Drescher. Publisher: Graywolf.
A rollicking, contemporary trip through the Underworld.
Stag’s Leap: Poems
Author: Olds, Sharon. Publisher: Knopf.
An arc of verses which touch the raw nerve of betrayal, lost love, forgiveness, healing and finding peace.
16. Gestorben
Der brasilianische avantgardistische Dichter Décio Pignatari starb am 2.12. in São Paulo im Alter von 85 Jahren. “Grand mallarméen”, einen großen Mallarméaner nennt ihn der Le-Monde-Korrespondent Paulo A. Paranagua in seinem Nachruf.
Pignatari gehörte der konkretistischen Bewegung an, einer brasilianischen Avantgardeströmung in Musik, Lyrik und Bildhauerei. 1952 gründete er mit den Brüdern Haroldo und Augusto de Campos die Zeitschrift Noigandres. 1956 veröffentlichte die Gruppe ihren Pilotplan für die konkrete Poesie.
Der Konkretismus richtete sich gegen Subjektivität und Sentimentalismus der romantischen Poesie und attackierte die heiligen Kühe der nationalistischen Kultur. Zusammen mit den Brüdern de Campos veröffentlichte er “Theorie der Konkreten Poesie” (1965), Mallarmagem (1971) und Ezra Pound – Poesia (1983). Pignatari übersetzte Dante, Goethe, Shakespeare und Marshall McLuhan. Seine gesammelten Gedichte erschienen in Poesia Pois é Poesia (1977).
Hier einige seiner Geschöpfe zum Sehen und Hören.
76. Gerocktes Inferno
Mary Jo Bang, die für ihren jüngsten Band —Elegy— 2007 den National Book Critics Circle Award erhielt, gibt eine superzeitgenössische (“über-contemporary”) postmoderne Übersetzung Dantes. Und, OMG (um eine Wendung zu benutzen, die sie darin hätte benutzen können aber nicht hat), Bang rockt und rollt das Gedicht herum bis es ihr eigenes wird; es ist faszinierend, manchmal schön und auch ein wenig bizarr.
Bang integriert moderne Bezüge aus Populärkultur (eine South-Park-Figur), Technologie (Smart card), Wetterphänomene (El Niño) und Alltagssprache (“Fighting our way up the ladder…”) und flicht Anspielungen auf John Coltrane, Fleetwood Mac, Joseph Cornell und den Wizard of Oz ein, ebenso Zitate von Eliot, Plath, Berryman und Browning.
Bangs elegante Worte erinnern uns daran, daß diese jahrhundertealte Geschichte noch immer wahr klingt: “What can hurt me here? What should I fear? / What beast can do me in that doesn’t live within? / One shouldn’t fear what isn’t.” * / Jim Carmin, Philadelphia Review of Books
‘INFERNO’
By Dante Alighieri
Translated by Mary Jo Bang
Drawings by Henrik Drescher
Published by Graywolf, 341 pages, $35
Morgen an der Harvard-Universität:
Wednesday, October 17, 6:00pm
OMNIGLOT SEMINAR: EXPERIMENTS AT THE BORDERS OF POETRY & TRANSLATION
Mary Jo Bang & Jennifer Scappettone
Mary Jo Bang (author of Elegy and the recent variations on Dante’s Inferno) and Jennifer Scappettone (translator of the award-winning Locomotrix: Selected Poetry and Prose of Amelia Rosselli and author of From Dame Quickly) explore the ways that their translation projects intersect with and enlarge their own poetics. The event will include readings and interactive discussions with the audience.
Woodberry Poetry Room, Lamont Library, Room 330.
Auf Deutsch:
Mary Jo Bang: Eskapaden
Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Barbara Thimm. Mit Illustrationen von Matt Kindt
luxbooks 2011
*) Die Stelle, vermutlich 2. Gesang 88-90? (hab die Übersetzung Mary Jo Bangs nicht zur Hand). Da spricht Beatrice zu Dantes Begleiter Vergil. In der Übersetzung Karl Wittes:
Furcht hegen soll man nur vor solchen Dingen,
die Schaden uns zu tun die Macht besitzen;
vor andren nicht, weil nichts an ihnen furchtbar.
In der neuen Prosaübersetzung von Hartmut Köhler:
Fürchten soll man sich nur vor solchen Dingen, die einem Schaden bringen können; vor anderen, die einen grundlos ängstigen, aber nicht.
Und bei Rudolf Borchardt:
Fürchten ist solche ding alleine schicklich,
die uns zu übele taugeten gereichen:
die andern nicht, denn sie sind unerschricklich.
50. Lektüre Dantes
Lektüre Dantes (Mandelstam)
Die Lektüre Dantes ist vor allem eine uns nach Maßgabe unserer Erfolge vom Ziel entfernende Arbeit ohne Ende. Wenn die erste Lektüre nur ein Jappen und eine gesunde Müdigkeit hervorruft, so versehe man sich für die folgenden mit einem Paar haltbarer Schweizer Nagelschuhe. Nicht zum Spaß kommt mir die Frage in den Kopf, wie viele Absätze, wie viele rindslederne Sohlen, wie viele Sandalen Alighieri während seiner dichterischen Arbeit abgetragen hat, unterwegs auf den Ziegenpfaden Italiens.
Ossip Mandelstam, aus: Gespräch über Dante. Russisch und Deutsch. Übersetzt von Norbert Randow. Leipzig und Weimar: Gustav Kiepenheuer 1984, S. 15.
Чтение Данта есть прежде всего бесконечный труд, по мере успехов отдаляющий нас от цели. Если первое чтение вызывает лишь одышку и здоровую усталость, то запасайся для последующих парой неизносимых швейцарских башмаков с гвоздями. Мне не на шутку приходит в голову вопрос, сколько подметок, сколько воловьих подошв, сколько сандалий износил Алигьери за время своей поэтической работы, путешествуя по козьим тропам Италии.
Aus: Lyrikwiki
130. Dantes instant book
Das Ergebnis ist nicht eigentlich eine Biografie, sondern der durchaus halsbrecherische Versuch, die allbekannten autobiografischen Einlassungen neu zusammenzusetzen. Dabei verwandelt sich das grandiose, in sich gegründete Gebäude der «Göttlichen Komödie» in einen höchst beweglichen, sich den bald hoffnungsvollen, bald konfliktgeladenen Umständen immer wieder anschmiegenden Text, dem die widrigen Jahre seiner Entstehung anzumerken sind. Provozierend nennt Santagata das kanonische Werk der Weltliteratur ein instant book (damit sind jene unter Berlusconi aufgekommenen Publikationen gemeint, in denen Journalisten Informationslücken der staatlich kontrollierten Medien auffüllen).
Schon Ende der 1290er Jahre, als Dante noch in Florenz war, seien die ersten Gesänge entstanden, also mitten in den Monaten des politischen Wirkens, sagt Santagata. In diesem ersten Entwurf habe Dante auf den Spuren seines Lehrers Brunetto Latini im Sinn gehabt, die Bürger von Florenz zu ermahnen, sie sollten zu den früheren Sitten zurückkehren und von den fragwürdigen Auswüchsen ablassen, in die sie der rasch erwirtschaftete Reichtum getrieben hatte. Als Dante, um 1306, die Arbeit wieder aufnahm, hatte sich viel verändert. Er war aus dem kommunalen Florenz verbannt und auf die Freundlichkeiten von Feudalherren angewiesen, die ihn mehr oder (meistens) minder grosszügig aufnahmen. Diese Höfe bildeten fortan sein Publikum, für das Dante seine Gesänge komponierte und vor dem er sie vorlas. Zugleich blieb sein Schreiben jedoch von dem brennenden Wunsch beherrscht, sich mit der Heimatstadt auszusöhnen oder auch mithilfe des Kaisers die eigene Rückkehr zu erzwingen. / Franziska Meier, NZZ 24.3.
- Dante Alighieri: La Commedia. Die Göttliche Komödie. II Purgatorio / Läuterungsberg. Italienisch/deutsch. Übersetzt von Hartmut Köhler. Reclam-Bibliothek, Stuttgart 2011. 689 S., Fr. 49.90.
- Dante Alighieri: Commedia. In deutscher Prosa von Kurt Flasch.
- Kurt Flasch: Einladung, Dante zu lesen. S.-Fischer-Verlag, Frankfurt am Main 2011. Zwei Bände im Schuber; 415 und 319 S., Fr. 139.–.
- Marco Santagata: L’io e il mondo. Un’interpretazione di Dante. Il Mulino, Bologna 2011. 448 S., € 36.–.
- Dennis Looney: Freedom Readers. The African America Reception of Dante Alighieri and the Divine Comedy. University of Notre Dame Press, 2011. 280 S., $ 25.95.
20. Bildungsbürger reicht nicht
Bei lyrikkritik.de (Rubrik Rezensionen) bespricht Dirk Uwe Hansen Bertram Reineckes “Sleutel voor de hoogduitsche Spraakkunst” (via roughbooks), Auszug:
Als Bertram Reinecke vor wenigen Monaten den Schlusszyklus des Bandes „Weg über die Fußgängerbrücke bei Nacht“ in Greifswald vortrug, ertappte ich mich dabei, wie ich bei dem Vers „Auf steigt der Strahl und fallend gießt“ in die Runde schaute und befürchtete, unseren C.F. Meyer milde abgenickt werden zu sehen. Denn wie das Cento die Gefahr mit sich bringt, den Dichter zum cleveren Kombinierer zu degradieren, so kann es auch den Zuhörer/Leser zum besserwisserischen Bildungsbürger machen, der seine Klassiker gediegen gebunden auf den Regalen in seinem holzgetäfelten Schädel zur Verfügung stehen hat. Dass ich durch das Lesen von Centos in ein solches Monster verwandelt werden könnte, war meine größte Angst, und all denen, die diese Angst teilen, sei die Lektüre des Sleutels ganz besonders empfohlen. Nirgendwo findet hier ein Abnicken von Klassikern statt; zu vielfältig sind die Quellen, zu groß Reineckes Konsequenz im Vermeiden von Kunststückchen. Man betrachte nur „Es hört auf hell zu sein“ (12) oder „Die Liebenden sind blaß und zart wie Schaum“/„Des Wassers Klarheit wird ihnen entstreben“ (30/31) und die dazugehörigen Anmerkungen. Ein normales Bildungsbürgerrepertoire reicht hier nicht aus, um die Montage der Gedichte nachzuvollziehen, und so verweist Reinecke den Leser nicht nur auf die eigene Bibliothek (das auch (81): er „lese Luther nach!“), sondern gleich auf digitalisierte Quellen (79). Manches Mal mag die Quelle sich auch dem Zugriff entziehen. „Weiter nichts als eine schnarrende Murki (Fragment)“ (18) ist ein solcher Fall, in dem der Leser lieber die eigene Vorstellung bemüht, als die einzelnen Quellen zu recherchieren. Dass es sich bei diesen Quellen um „verschiedene Listen“ handelt, erfährt man aus den Anmerkungen (79), und der Zusammenstoß der Textsorten Fragment und Liste hat Witz, ohne witzig zu sein.
Sieht man dem Fragment von der schnarrenden Murki schnell an, dass es aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt ist, wirken andere Gedichte mehr „wie aus einem Guss“, so die Zusammenstellung aus Formulierungen der Paulusbriefe (20), die eine geschlossene Oberfläche vorgaukelt und daraus ihre Wirkung zieht, oder die Sonette aus Danteversen. „Für Archäologen“ (28) ist ein Gedicht, das schon in Reineckes Band „Engel oder Pixel“ (Schock Edition, Berlin 2012) zu lesen war, dort aber ohne Angaben zur Montagetechnik. Im Sleutel erweist es sich dann als Montage aus Sätzen aus S. Trojans „Um uns arm zu machen“. In beiden Fällen funktioniert es gut.
16. Dantejahre
In Italien gehört Dantes Literatur zur Pflichtlektüre. Jedoch ist dies für viele italienische Jugendliche oft alles andere als ein Vergnügen, denn die alte Sprache ist nicht gerade leicht verständlich. Über drei Schuljahre müssen italienische Schüler sich die Werke von Dante zu Gemüte führen und interpretieren. / Schwäbische Post
