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5. Kalmenzone

Kalmenzone. (elektronische) Literaturzeitschrift hier

Heft 5, August 2014 Schwerpunkt: Übersetzen

mit Beiträgen von

Uta Egenhoff, Stephan Weidt, Judith Rang, Gudrun Paul, Dina Diercks, Roland Ißler, Ulrich Bergmann, Rainer Maria Gassen, Benedikt Ledebur, Romain John van de Maele, Michael Hillen, Jörg Kleemann, Ernesto Castillo, Marcus Müller-Roth, Crauss, Winand Herzog, Cleo A. Wiertz

Aus dem Inhalt:

LUIS DE CAMÕES: COM QUE VOZ? MIT WELCHER STIMME? besprochen von Dina Diercks und Roland Ißler

Ulrich Bergmann
FRANCESCO PETRARCA: SONETT 104 (RIME 134)

Rainer Maria Gassen
VON EINIGEN DER ERSTEN SONETTENDICHTER IN ENGLISCHER SPRACHE

Benedikt Ledebur
SELBSTBEOBACHTUNG BEIM ÜBERSETZEN

Alle bisher erschienen Ausgaben können als Pdf heruntergeladen werden.

89. Schönheit des Wassers

Nicht von ungefähr scheint die elementare Gewalt des Wassers gleich im ersten Zyklus auf. Und zugleich taucht mit der Namensgebung des Zyklus (Opheliate) auch das Motiv der Opheliengestalt auf, die seit ihrem Auftritt in Shakespeares Hamlet zu einem Mythos verklärt worden ist, auf den sich insbesondere in der Romantik und im Expressionismus immer wieder sowohl Literaten als auch Bildende Künstler bezogen haben, den Dissonanzen und Koinzidenzen zwischen Schönheit, Schmerz und Tod auf der Spur, diesem vornehmlich weiblichen Tod. Crauss löst sich in seiner Lesart vom Bild der sich opfernden Jungen und Schönen, von Hinfälligkeit gezeichnet, deren Leichnam man dann aus dem Wasser zieht. Vielmehr läßt er das dichterische Ich vom diesseitigen Ufer des (Alb-) Traums ans andere Ufer gelangen, wobei in diesem Falle der tod der fluß, den es gilt zu passieren (OPHELIATE VIII). / Jayne-Ann Igel, Signaturen. November 2013

Crauss: Schönheit des Wassers. 66 pseudoromantische Kalligraphien. Berlin (Verlagshaus J. Frank) 2013. 80 S., 13,90 Euro.

28. Prolog Nr. 11

Wir laden Sie herzlich ein zur Ausstellung und zum Erscheinen der neuen Ausgabe von Prolog – Heft für Zeichnung und Text, Thema: struktur(en).

Prolog Nr. 11 erscheint am 9.7.2013 im Institut für Alles Mögliche, Abteilung für alles Andere, Ackerstraße 18, 10115 Berlin / Mitte.

Dienstag, den
 9.7. 17 - 21.30 Uhr Eröffnung der Ausstellung und Präsentation des Heftes und der Zeitschrift allgemein,
ab 19 Uhr Lesungen von und mit: Melanie Katz, Mikael Vogel, Anett Lau, Clemens Schittko, Kai Pohl, Silke Galla u.a

Die Ausstellung ist am 10. und 11.7.2013 von 15-21 Uhr geöffnet.

http://prolog-zeichnung-und-text.de/blog/

Das neue Heft enthält Beiträge von: Albrecht Wild, Alessandro Chiodo, Andreas Koletzki, Anett LAu, Anton Schwarzbach, Bernd Mörsberger, Birgit Graschopf, Caca Savic, Christian Meskó, Christoph Janik, Clemens Schittko, Crauss., Daniel Ludwig, Dorit Trebeljahr, Enrico Weinert, Erwin Schumpeter, Felix Baxmann, Hanna Hennenkemper, HEL Toussaint, Henning Hennenkemper, Henrik Jacob, Jochen Schneider, Johannes Regin, Jojo, Kai Pohl, Katalin Pöge, Katja Sehl, Katrin Heinau, Klaus Erich Dietl, Margarete Lindau, Martin Bartels, Matthias Wegehaupt, Matthias Wohlgenannt, Melanie Katz, Mikael Vogel, Mikhail Lezin, Natascha Naffin, Oskar Manigk, Patrick WEH Weiland, Philipp Hager, Rebecca Blöcher,  Saskia Buwert, Selina Schuster, Silke Galla, Stefan Malicky, Stefan Riebel, Su Tiquun, Susanne Eules, Tillmann Lange, Todosch Schlopsnies, Uta Koslik, Werner Kernebeck, Yvonne Andreini

Prolog – Heft für Zeichnung und Text ist eine Künstlerzeitschrift aus Berlin und wird vom Berliner Künstler Anton Schwarzbach herausgegeben. Am Prolog Nr. 11 mitgearbeitet haben die Autorinnen Melanie Katz und Katrin Heinau sowie die Künstlerin Dorit Trebeljahr.

Wir freuen uns, Sie begrüßen zu können.

Das Heft ist ab sofort (vor)bestellbar. Es ist 48 Seiten stark und enthält Beiträge von 53 Künstlern und Autoren. Es kostet im Einzelverkauf 10 Euro. Wer bis 9.7. vorbestellt, bekommt es für 8 Euro inkl. Versand (in D).

27. Forum Stadtpark

Im Dezember erschien die Anthologie “extrakt” mit allen Forum-Stadtpark-Autorinn+en, die zwischen 2010 und 2012 im Forum zu Gast waren. — mit Lilly Jäckl, Gerhild Steinbuch, Jörg Piringer, Markus Berger, Blazin Tommy Productions, Ilse Kilic, Barbi Markovic, Gerhard Rühm, TextTotal, Margret Kreidl, Helmut Schranz, Robert Prosser, Elisabeth Hödl, Gundi Feyrer, Daniel Wisser, elffriede i.a., Florian Neuner, Clemens Schittko, Petra Coronato, Sylvia Egger, Hansjörg Zauner, Carola Göllner, Bernd Volkert, Stefan Schmitzer, Sarah Foetschl, Evelyn Schalk, Ulrich Schlotmann, D. Holland-Moritz, Bernhard Saupe, K. Silem Mohammad, Stefan Schweiger, Christoph Szalay, Franzobel, Ferdinand Schmatz, Max Höfler, Crauss, Stefanie Sargnagel, Enno Stahl, Bert Papenfuß, Karl Rauschenbach, Ann Cotten, Ulrich Holbein, Sophie Reyer, Alexander Micheuz, Heike Fiedler, Johannes Schrettle, Valeri Scherstjanoi, Markus Köhle, Zuzana Husarova, Ralf B. Korte, Uwe Warnke und Brigitta Falkner.

110. Moselfränkisch und Georgisch

Ich beziehe mich nicht gerne auf das, was andere über Bücher gesagt oder geschrieben haben, aber es gibt ärgerliche Punkte in Opitz’ Kritik, denen ich widersprechen muss.

Der wohl ärgerlichste (und nur auf diesen möchte ich ausführlich eingehen, weil er mich tatsächlich geschockt hat) bezieht sich auf den Umstand, dass der Band nicht nur die Gedichte von Crauss in deutscher Sprache, sondern auch Übertragungen einiger von ihnen in insgesamt zehn andere Sprachen enthält. Manche Gedichte werden nicht übersetzt, andere hingegen zwei- oder dreifach. Opitz zieht daraus den Schluss der Inkonsequenz und geißelt die Übersetzung in Sprachen wie Moselfränkisch oder Georgisch als „überambitionierte Polyphonie“ ohne Erkenntniswert. Er moniert eine „prätentiöse Mehrsprachigkeit, die nicht erhellend wirkt, sondern nur dem Pump up the volume-Prinzip zu dienen scheint“.
Das aber heißt, Crauss Beliebigkeit und konzeptuelle Willkür zu unterstellen.

Wer sich nur ein wenig mit dem Werk von Crauss auskennt, weiß, dass man ihm eines sicher nicht vorwerfen kann, und das ist Beliebigkeit. Es gibt wohl nur wenige Autoren, die sich so skrupulös mit dem eigenen Output beschäftigen wie er. / Stefan Heuer, satt.org

Crauss, Lakritzvergiftung. juicy transversions making your dick ache,.Gedichte. 180 Seiten, Softcover. Verlag J. Frank, Berlin 2011. 16,90 Euro

45. G13

… zugleich etwas über Füllworte

»Die Kritik der Stimmung ist die Voraussetzung aller Kritik«, sagt Linus Westheuser. Dann rollt eine Leseshow ab, die das Lyrikkollektiv G13 passend zum Erscheinen des Gruppenbuchs 40% Paradies und zur zugehörigen Städtetour inszeniert haben. Es geht nach Kiel, Köln, Karlsruhe unter anderem, vorerst aber zum Heimspiel in die Literaturwerkstatt Berlin, der Stadt und Stätte, in der sich die junge Literatur traditionsgemäß am besten wider- und gegenbefruchtet. Halbfertiges mutet hier allein durch Eventisierung arriviert an. Der Saal ist voll, die Erwartungen gemischt.

Zwölf von vierzehn Jungdichtern* sitzen wie ein gespiegeltes Publikum auf der Bühne und tragen ihre Lyrik chorisch, überlappend, gegengeschnitten vor, sodass man nicht entscheiden kann, welches Fragment welchem Urheber zuzuschreiben ist. Das Prinzip wird über die Dauer des gesamten Vortrags durchgehalten, und wenn man den einen oder anderen später nach seinem Namen fragt, sagt er: »ich bin G13.« Erst in der bei Luxbooks erschienenen Anthologie steht die Eitelkeit des einzelnen über dem Gefühl des Kollektivs und jedem Gedicht ist ein Name beigegeben. Das kann man für inkonsequent halten oder für eine erste Hilfe, wenn man sich eben doch für mehr als den angleichenden Ton einer ganzen Gruppe interessiert, sondern für die Stimme individueller, stärkerer Schreiber.

Der Ton, der auch nach Auflösung des polyphon Gesprochenen zugunsten einzelner, mehr unterscheidbarer Passagen anhält, ist ein durch Poetry-Slam-Rhythmen etablierter, der die Stimme gegen Ende jeden Verses nach oben zieht und leicht macht, oft geradezu mädchenhaft, auch bei den Herren. Bas Böttcher ist als eines der frühen Vorbilder für diesen Duktus zu nennen, auch wenn die G13er insgesamt wenig gemein haben mit ihm und man bei deutlicher akzentuierenden Sprechern an diesem Abend, etwa Can Pestanli, eher an von Schauspielern überinterpretierte Lyrik denken mag.

Einzelne Texte, seien sie nun von Tristan Marquardt, Linus Westheuser erdichtet oder bloß gesprochen, stechen aus dem klanglichen Einerlei heraus, einmal, weil Westheuser imstande ist, natürlich zu betonen, andererseits weil die entsprechenden Poeme selbst über längere Distanzen Füllfloskeln** oder allzu Kitschiges vermeiden. / Crauss, Kritische Ausgabe

*) Jungdichter, mädchenhaft… sind so Klischeewörter, mit denen sich gut fuchteln läßt. Schließlich hat sich der Rezensent wie das Publikum gut unterhalten, weiß aber im Unterschied zu diesem, was er seinem kritischen Bewußtsein oder seinem Stand schuldig ist.

**) Ich persönlich wär beim bloßen Hören eher skeptisch, wenn ich den Eindruck von Kitsch und so hätte – nicht weil ich das ausschließe, sondern weil ich meinem Wahrnehmungsvermögen beim akustischen Durchrauschen mißtraue. Beim Hören habe ich eine Stimmung, beim Lesen erarbeite ich mir vielleicht ein Urteil.

88. Ihre Lieblingsgedichte

Der Styria Premium Verlag hatte die Idee zu einer neuen Buchreihe: Österreichische Künstler/innen aus allen Bereichen – von der Philosophie bis zur Musik, von der Literatur bis zur Bühne – stellen ihre 25 Lieblingsgedichte vor. Ö1 sendet die Gedichte im Rahmen der Reihe “Du holde Kunst” ab Juni einmal im Monat.

Friederike Mayröcker

Ernst Jandl:
das hundelvieh

Ernst Jandl:
der bernhardiner

Ernst Jandl:
der goldfisch

Ernst Jandl:
2 erscheinungen

Ernst Jandl:
in der küche ist es kalt

Thomas Kling:
ethnomühle

Friedrich Hölderlin:
Hälfte des Lebens

Friedrich Hölderlin:
Wenn aus dem Himmel

Inger Christensen:
alphabet

Marcel Beyer :
Wespe, komm

Ilse Aichinger:
Briefwechsel

Norbert Hummelt:
aus der Kindheit

Bertolt Brecht:
Morgens und abends zu lesen

Heinrich Heine:
Loreley

Johann Wolfgang von Goethe:
Warum gabst du uns die tiefen Blicke

Gottfried Benn:
Teils-teils

Marcell Feldberg:
o. T.

Bernadette Haller:
Haiku

crauss
russischer zopf

H. C. Artmann:
mein herz

Oskar Pastior :
Francesco Petrarca Nr. 1

Oswald Egger:
Apfelspalten / Handteller, Regen

Oswald Egger:
nihilum album

Mikael Vogel:
Schizoide Gedichte für eine alte schizoide Liebe

Mikael Vogel:
Das wirre Atelier der Verlassenheit …