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154. Poetik-Dozenten
Christoph Ransmayr und Raoul Schrott als Poetik-Dozenten an der Universität Tübingen
Mit der 26. Tübinger Poetik-Dozentur kommen Christoph Ransmayr und Raoul Schrott an die Universität Tübingen. Die Vorträge finden vom 10. bis zum 14. Dezember 2012 jeweils um 20.15 Uhr im Audimax der Universität Tübingen statt. Am 16.12. liest Christoph Ransmayr um 11.00 Uhr in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall. Die Reihe ist ein Projekt der Adolf Würth GmbH & Co. KG. Sie findet seit 1996 am Deutschen Seminar in Tübingen statt. Einmal im Jahr – in der Regel im Herbst – werden zwei Autoren eingeladen, die öffentliche Vorlesungen halten sowie Seminare und Workshops für die Studierenden der Universität anbieten. In den letzten Jahren waren u.a. Jonathan Franzen, Daniel Kehlmann, Juli Zeh, Feridun Zaimoğlu, Ilija Trojanow, Péter Esterházy, Terézia Mora, Brigitte Kronauer, Lars Gustafsson, Ruth Klüger, Amos Oz und Herta Müller zu Gast.
Atlas eines ängstlichen Mannes – so heißt Christoph Ransmayrs neuestes Werk. Dabei ist Christoph Ransmayr mitnichten ein furchtsamer Autor: Ihm und seiner „außergewöhnliche[n] Sprachbegabung“ (Süddeutsche) gehören die ganz großen Themen. In der Letzten Welt, im Schrecken des Eises und der Finsternis, im ewigen Moor spielen seine Geschichten, immer dort also, wo sich Weglaufen verbietet oder schlicht unmöglich wird. Ransmayr bekennt sich emphatisch zur Literatur als einem Ort, der nicht ins Nebensächliche ausweicht: „Es gibt wahrscheinlich kein Erzählen, jedenfalls keines, das diesen Namen verdient, in dem es nicht irgendwann um Leben und Tod ginge.“ Der Philosoph, Dichter, Bergsteiger und Kosmopolit wurde 1954 in Wels/Oberösterreich geboren. Nach einigen Jahren in Irland und unzähligen Reisen – unter anderem mit Raoul Schrott – lebt er heute wieder in Wien.
Wenn es so etwas wie eine Archäologie der Literatur oder der Kultur gibt, dann ist Raoul Schrott ihr einziger legitimer Vertreter. Schrott verteidigt seinen Gestus des Universalgelehrten gegen die moderne Spezialisierung. Seine Provokation liegt in der Überzeugung, die imaginären Fundamente der Wissenschaft mit Hilfe der Poesie zu erschüttern. Raul Schrott wurde 1964 in Landeck (Tirol) geboren. 1988 promovierte er mit einer Arbeit über den Dadaismus zum Dr. phil. Er habilitierte sich am Institut für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Innsbruck und hat sich einen Namen als Herausgeber, Lyriker, Romanautor, Übersetzer und als Essayist gemacht.
Eine ausführliche wissenschaftliche Debatte löste er 2008 aus mit einer neuen These zu Homers Heimat. Der Kampf um Troia und seine realen Hintergründe. Ebenfalls 2008 erschien seine neue Übersetzung der Ilias.
Alle Vorlesungen finden im Audimax der Universität Tübingen in der Neuen Aula (Geschwister-Scholl-Platz) um 20.15 Uhr statt.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen zu den Autoren und zur Veranstaltung finden Sie unter
www.poetik-dozentur.de.
Termine:
Vorlesungen Christoph Ransmayr
Montag, 10.12., Dienstag 11.12., Mittwoch, 12.12.
Vorlesungen Raoul Schrott
Donnerstag, 13.12., Freitag, 14.12.
16.12.2012 (11.00 Uhr)
Lesung mit Christoph Ransmayr in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall
/ idw
86. Rauriser Literaturtage
Heute 19 Uhr beginnen die Rauriser Literaturtage mit der Verleihung des Rauriser Literaturpreises an Maja Haderlap. Bis Montag lesen u.a. Sibylle Lewitscharoff, Patrick Roth, Nicol Ljubić, Nora Gomringer, Christoph Ransmayr, Daniela Seel, Aleš Šteger und Juri Andruchówytsch. Auch eine Hommage an Gert Jonke steht auf dem Programm.
133. Schöner preisen
Ein viel schönerer Preis könnte der Georg-Büchner-Preis sein, wenn die Akademie im jährlichen Wechsel drei unterschiedliche Preise vergeben würde. Im ersten Jahr gibt es einen Wiedergutmachungspreis, mit dem ein bisher Übersehener ans Licht geholt wird (Vorschlag: Edgar Hilsenrath, 85). Im zweiten Jahr wird gezockt, da muss der Preisträger unter 30, na gut, unter 35 sein (Vorschlag: Clemens J. Setz, 29). Im dritten Jahr darf das Präsidium sich ausruhen und alles wie bisher machen, also einen üppig vorbepreisten Autor zwischen 50 und 70 wählen. Die nächsten Preisträger stehen schon fest, nur die Reihenfolge muss noch gelost werden: Christoph Ransmayr (57, zwölf Preise), Ulla Hahn (65, acht Preise), Sibylle Lewitscharoff (57, zehn Preise), Ralf Rothmann (58, zwölf Preise). Und wenn die Jury mutig ist, auch Rainald Goetz, 54, nur sieben Preise. / Angela Leinen, taz 29.10.