Getagged: Arthur Rimbaud
65. Zukunft der Dichtung
Eine Stimme von 1871 (Rimbaud über die Dichter der Zukunft)
Diese Dichter werden sein! Wenn die unendliche Knechtschaft der Frau gebrochen sein wird, wenn sie für sich und aus sich selbst leben wird, da der – bis dahin scheußliche – Mann sie aus seinem Gewahrsam entlässt, wird sie auch Dichter sein! Die Frau wird Unbekanntes finden! … Sie wird befremdliche, unergründliche, abstoßende, köstliche Dinge finden; wir werden sie ergreifen, wir werden sie begreifen.
Arthur Rimbaud: Prosa über die Zukunft der Dichtung [Die Seher-Briefe]. Berlin: Matthes & Seitz, 2010, S. 31.
Ces poètes seront ! Quand sera brisé l’infini servage de la femme, quand elle vivra pour elle et par elle, l’homme, jusqu’ici abominable, – lui ayant donné son renvoi, elle sera poète, elle aussi! La femme trouvera de l’inconnu ! Ses mondes d’idées différeront-ils des nôtres ? – Elle trouvera des choses étranges, insondables, repoussantes, délicieuses ; nous les prendrons, nous les comprendrons. / zum Gesamttext im Original. Auf deutsch Auszüge (aber nicht diese Stelle) hier
14. Traum Bismarcks
Das einzige bekannte Exemplar der Zeitung “Le Progrès des Ardennes”, in dem 1870 ein Text von Rimbaud erschien, könnte demnächst zum Verkauf stehen. Die rimbaldische Welt (monde rimbaldien) bebt.
Am 25.11. 1870 hatte er unter dem Pseudonym Jean Baudry den satirischen Text “Le Rêve de Bismarck” (Der Traum Bismarcks) veröffentlicht.
109. Kunst, Spektakel, Revolution No. 4
»Die Verwirklichung der Poesie«
Call for Papers!
Gerade ist die dritte Ausgabe der Broschüre „Kunst, Spektakel, Revolution“ erschienen und schon beginnen wir mit der Redaktionsarbeit für die vierte Ausgabe. Die vierte Nummer unserer (beinahe) jährlichen Publikation wird die Revolutionsepoche zwischen 1789 und 1871 behandeln und dabei insbesondere in den Blick nehmen, welche Tendenzen sich in der Dichtung zu dieser Zeit Bahn brachen – dementsprechend steht das Thema der Ausgabe unter dem Titel „Die Verwirklichung der Poesie“. Das Heft wird sich, dokumentierend und ergänzend, am letztjährigen Themenblock der Reihe orientieren, in dem wir uns mit Friedrich Hölderlin, Heinrich Heine, Comte de Lautréamont, Arthur Rimbaud und Charles Baudelaire auseinandergesetzt haben.
Während sich Hölderlin und Heine vor dem Hintergrund der deutschen Misere, in je unterschiedlicher Weise, auf die Impulse bezogen, welche die französische Revolution der weltweiten Emanzipationsbewegung gab, befinden sich Lautréamont, Rimbaud und Baudelaire in Frankreich in einer Situation, in welcher der deutsch-preußische Frankreich-Feldzug eine emanzipatorische Bestrebung zu zerstören drohte. Diese fünf Dichter sind jedoch nicht eigentlich „politische“ Dichter, die bloß die Forderungen politischer „Parteien“ zu ihrem Inhalt gemacht hätten. Ihr Vermächtnis ist nicht die Formulierung eines positiven Programms – vielmehr drückt sich in ihrer Formsprache die Tendenz einer Negativität aus, die zur Aufhebung einer schlechten Gegenwart drängt. Gleichzeitig wird an ihnen das Besondere sowie die Beschränkung der Dichtkunst sichtbar – was diese vorwegnahm, drängt in einem historischen Ereignis zur Wirklichkeit, das nicht Kunstgeschichte ist: Die erste große proletarische Erhebung in der Pariser Commune von 1871, in der zahlreiche Momente der ganzen Moderne kulminierten und die unter Aufsicht der preußischen Militärs von der französischen Bürgerklasse blutig niedergeschlagen wurde. Sich dieses Ereignis von unserer Gegenwart her neu zu erschließen und kritisch-historisch anzueignen, bedeutet aber gerade im Blick auf die Poesie, sich der Gebrochenheit der Revolutionsgeschichte bewusst zu werden: Das Dunkle und Düstere bei Hölderlin, auf den sich später auch Paul Celan bezog, die Flucht Heines vor dem Antisemitismus aus Deutschland und die rasende Vernichtungswut bei Lautréamont weisen darauf hin, dass in dieser Poesie auch bereits Momente erkennbar sind, die mit dem Geschichtsbruch zu tun haben, der sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland vollzog und der auch die Geschichte der Revolution nicht unangetastet lässt.
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Soweit der inhaltliche Rahmen des letztjährigen Themenblocks. Für das Heft ist die Redaktion auf der Suche nach weiteren AutorInnen! Insbesondere in drei Themengebieten wollen wir noch Texte haben:
1.) Die französische Revolution von 1789
Wir suchen dringend eine/n AutorIn, der/die einen einführenden Text über die französische Revolution von 1789 (und die darauffolgenden Erhebungen) schreiben kann. Zum einen erachten wir es als immens wichtig, die französische Revolution wieder ins Gespräch zu bringen, da kaum Wissen über dieses, das Wesen der Moderne prägende, Ereignis zirkuliert, zum anderen geht es um ein Ereignis, welches die deutsche Philosophie und Dichtung entscheidend beeinflusst hat. Es soll darum gehen, eine Auseinandersetzung mit der Dichtung des 19. Jahrhunderts historisch-materialistisch zu rahmen, wobei folgende Fragen berührt werden sollen: Welche neuen Bedingungen schaffen die bürgerlichen Revolutionen? Von welchen gesellschaftlichen Gruppen werden diese Auseinandersetzungen getragen? Wie stehen sie in einem Zusammenhang mit der Konstituierung des modernen Proletariats und einer möglichen proletarischen Revolution? Welche Versprechungen und Hoffnungen sind damit verbunden, deren möglich-und-wirklich-Werden und das Ausbleiben ihrer Einlösung auch den Erfahrungshintergrund der modernen Dichtung bilden? Welche Rollen spielen die Agrar- und Hungerrevolten in der französischen Revolution, inwiefern agieren Bauern, Handwerker, Arbeiter und Arbeitslose unabhängig von der Bourgeoisie? Was bedeutet die französische Revolution für Frauen und den Frühfeminismus? Wie etablieren sich mit der französischen Revolution spezifische gesellschaftliche Bereiche, die wir heute als Öffentlichkeit und Kultur kennen? Usw. – hierbei sind gern auch unkonventionelle Textformate gefragt (cut-up’s etc.).
2.) Comte de Lautréamont
Wir suchen dringend eine/n AutorIn, der/die einen Text über Comte de Lautréamont beitragen könnte. Der Text soll die Auseinandersetzung mit Lautréamont fortführen, den wir bereits in unserem zweiten Heft begonnen haben (siehe: hier). Im oben beschriebenen Zusammenhang soll Lautréamont als Dichter des Negativen vorgestellt werden, der den katastrophischen Verlauf des 20. Jahrhunderts bereits antizipierte. Folgende Aspekte erscheinen uns dabei als beachtenswert: Raserei und Rausch der Gewalt in der Dichtung / das Verhältnis der Vernunft zu ihrer dunklen Seite, die sich gewaltvoll Bahn bricht / Repression in den Bildungsanstalten des 18. und 19. Jahrhunderts und Revolte der Jugend / das Verhältnis von Revolution und Gewalt / das Programm einer neuen Dichtung, nach dem nicht ein einziger, sondern alle dichten sollen / Sexualität und Gewalt bei Lautréamont.
3.) Autorinnen des 19. Jahrhunderts
In der Nachbereitung des vierten Themenblocks der Veranstaltungsreihe „Kunst, Spektakel, Revolution“, ist uns aufgefallen, dass wir mit Hölderlin, Heine, Lautréamont, Rimbaud und Baudelaire ausschließlich Männer in der Dichtung behandelt haben. Ohne es bewusst intendiert zu haben, haben wir damit einen männlich geprägten Blick auf die Literaturgeschichte reproduziert – ein selektiver Blick, der sich sachlich nicht rechtfertigen lässt, denn es gibt in der von uns fokussierten Epoche zahlreiche Dichterinnen, deren Wirken auch für den Themenkomplex »Verwirklichung der Poesie« interessant und wichtig sein dürfte. Ohne es kaschieren zu wollen, hoffen wir, dieses Ungleichgewicht in der vierten Broschüre wenigstens ein Stück weit korrigieren zu können und fordern euch daher auf, uns Portraits von Autorinnen des 18. und 19. Jahrhunderts zuzuschicken (für unseren Themenkomplex bspw. relevant: Olympe de Gouges, Mary Darby Robinson, Karoline von Günderrode, Bettina von Armin, Rahel Varnhagen, uvm.). Auch sie sollen im Kontext der gescheiterten oder ausgebliebenen Revolution und der Widersprüche der Moderne behandelt werden. Dabei soll es nicht darum gehen, Literatinnen in erster Linie unter dem Aspekt ihrer Weiblichkeit zu lesen, sondern ihre Werke immanent ernst zu nehmen – auch wenn dabei das Geschlechterverhältnis ein wichtiger Aspekt ist, was sich für Frauen vor allem als ein Schreiben gegen Widerstände dargestellt hat, wie es Virginia Woolf in ihren literaturhistorischen Essays beschrieben hat.
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Alle oben genannten Aspekte und Fragestellungen sind nicht als strenge inhaltliche Vorgaben zu verstehen – wir sind offen für eure inhaltlichen Vorschläge, auch wenn sie in einer Verschiebung oder Korrektur unserer Fragestellung bestehen. Wir nehmen dabei auch Texte an, die unabhängig von den oben genannten Punkten, auf unterschiedliche Weise auf die bisherigen Ausgaben von „Kunst, Spektakel, Revolution“ reagieren. Wichtig ist uns dabei ein Zugang zur Geschichte, der im Benjamin’schen Sinne in einem „Gegen-den-Strich-bürsten“ besteht und von einem rächenden Motiv geleitet wird, das sich einer universellen Emanzipation der menschlichen Gattung verpflichtet sieht. Bezüglich Format und Umfang dienen die Texte der bisherigen drei Ausgaben zur Orientierung (siehe hier:
http://spektakel.blogsport.de/broschur/
).
Wenn ihr einen Text beisteuern wollt, bitte schickt uns bis zum 19. Mai 2013 ein Abstract an folgende Emailadresse: ksr-reihe[at]web.de (die Redaktion behält sich vor, Textvorschläge abzulehnen). Über einen Deadline-Termin kommunizieren wir dann.
118. Zur Diskussion
Laut einem Entwurf zur Geschichte der deutschen Lyrik
ist die Lyrik in der DDR von staatlichen Direktiven umstellt, die moderne Einflüsse als dekadent zurückweist und eine Reorientierung auf die Klassik und sozialkritische Traditionslinien der internationalen Literaturgeschichte umsetzt (Formalismusdebatte, „Forum“-Lyrikdebatte, Lyrikdebatte in „Sinn und Form“) und staatstreue Lyrik mit hohen Auflagen für Gedichtbände fördert bzw. durch das Heftchenformat „Poesiealbum“ und durch Massenveranstaltungen („Lyrikwelle“) popularisiert.
Ich bin kein Anhänger der Theorie, daß nur Beteiligte die Geschichte recht verstehen. Aber man muß auch die Schwierigkeiten einrechnen, aus den Überlieferungen die Geschichte zu verstehen. Das verläuft weder widerspruchs- noch irrtumsfrei, beim Römischen Reich nicht anders als bei der DDR.
Als Beteiligter an der DDR-Lyrik (als engagierter Leser seit meiner späten Schulzeit in den 60ern) muß ich bei solchen Formulierungen doch schlucken. Zweifellos war die Lyrik wie das gesamte öffentliche und private Leben von staatlichen Direktiven umstellt. Wurde staatstreue Lyrik mit hohen Auflagen gefördert. Bei der Formalismusdebatte stimmt es nur zum Teil. Zum anderen war sie der Versuch unabhängiger Marxisten wie Brecht oder Bloch, der quasi offiziellen Lukácsschen Ästhetik eine weniger von Klassik und orthodoxem Realismus bestimmte Haltung entgegenzustellen. Bei den angeführten Lyrikdebatten in Forum und Sinn und Form scheint es mir überhaupt nicht richtig. Die Forumdebatte im Sommer 1966 war ein erfolgreicher Versuch, nach Veröffentlichung der Anthologie “In diesem besseren Land”, die entgegen der Anmutung des Titels ein Gegenentwurf zur offiziellen Darstellung der DDR-Lyrik war, wofür die Namen der Herausgeber bürgen, Karl Mickel und Adolf Endler, diese neue Perspektive einer jungen Generation zu “popularisieren”. Sie wurde ausgelöst durch ein Gedicht Mickels, das die Zeitung zusammen mit einer Interpretation durch den jungen Literaturwissenschaftler Dieter Schlenstedt abdruckte. Dieses Gedicht – alles andere als klassik- und realismuslastig – wurde kontrovers diskutiert, auch die junge Lyrikerin Elke Erb beteiligte sich an der Debatte. Daß sie nach einigen Wochen durch einen “offiziellen” Artikel von Hans Koch abgewürgt wurde, dokumentiert eher, daß sie den Offiziellen nicht genehm war als die oben behauptete Orientierungsfunktion.
Noch stärker gilt das für die Sinn-und-Form-Debatte der frühen 70er Jahre. Auch sie wurde kontrovers geführt, auch sie, in stärkerem Maße, demonstrierte, daß die Orthodoxie die Deutungshoheit verloren hatte. Mit dieser Debatte wurde Adolf Endler zum anerkannt besten Essayisten in Sachen DDR- und Welt-Lyrik im Ländchen. Diese Phase endete mit der Unterschrift Endlers unter den Protest gegen die Ausbürgerung Biermanns 1976.
Die Aussage über die Popularisierung staatstreuer Lyrik gilt nur bedingt für die Lyrikwelle, die ambivalent war, weil eine Reaktion der staatlichen Jugendorganisation FDJ auf das Auftreten neuer Stimmen. Sie versuchte sich an die “Spitze der Bewegung” zu setzen – neben den Guten traten dort zahlreiche medioker-staatsfromme Lyriker auf. So konnte die “Lyrikwelle” abgewürgt werden, aber zugleich hatten sich die neuen Stimmen der bald (im Westen) so genannten “Sächsischen Dichterschule” durchsetzen können. Nicht Helmut Preißler und Uwe Berger, um zwei staatsnahe Lyriker zu nennen, sondern Braun, Mickel, Czechowski, Jentzsch, Greßmann, Endler, Erb, Inge Müller… waren die Namen der maßgeblichen DDR-Lyriker innerhalb und außerhalb des Landes. Ich sehe nicht ein, warum man die verzerrte Sicht der Ideologen nachträglich anerkennen sollte. Viele zeitgenössische Darstellungen im Westen taten das,* man muß es nicht konservieren.
Auch bei der Heftreihe Poesiealbum muß ich widersprechen. Sie erschien seit 1967 im Verlag der FDJ, Neues Leben. Trotz kontinuierlicher Einflußnahme aber war das Heft unter seinen aufeinanderfolgenden Herausgebern Bernd Jentzsch, Richard Pietraß und Dorothea Oehme (die beiden ersten wurden jeweils abgesetzt) alles andere als ein Organ zur Popularisierung des Geschmacks von Hager oder Krenz. Trotz einzelner Zugeständnisse war das eine erstklassige Quelle der deutschen und Weltlyrik, wo bis 1990 monatlich ein Heft für 90 Ostpfennige erschien, in dem nicht nur über hundert Erstveröffentlichungen (von Wulf Kirsten bis Kerstin Hensel, Johannes Jansen, Bernd (Jayne-Ann) Igel oder Kathrin Schmidt) und (oft DDR-Erst-)Veröffentlichungen moderner Weltlyrik von Allen Ginsberg, Octavio Paz, René Char, W.H. Auden, Dylan Thomas, Welimir Chlebnikow, César Vallejo, Julian Przyboś, Arthur Rimbaud, Bob Dylan, Claes Andersson, Jannis Ritsos, Itzik Manger, Charles Bukowski, Anna Achmatowa, Aimé Césaire, Arsenij Tarkowski, Konrad Bayer, Boris Vian…; kurz: diesen Passus bitte unbedingt revidieren!
Ich füge die Selbstbeschreibung des Verlages der neuen Folge bei. Poesiealbum erscheint wieder und veröffentlichte in den letzhten Jahren u.a. Gottfried Benn (Nr. 300), Ezra Pound, Inger Cristensen, Seamus Heaney, Guillaume Apollinaire, Christine Lavant und Elke Erb. Mit heute 4 Euro könnte es für junge Leser immer noch eine Quelle der poetischen Information sein.
*) So wenn das Kapitel über die DDR-Lyrik der 60er Jahre die Überschrift “Phase des entwickelten sozialistischen Gesellschaftssystems” trägt. In: Lermen/Loewen: Lyrik aus der DDR. Paderborn, München, Wien, Zürich: UTB Schoeningh 1987. Ulbrichts und Hagers ideologische Sicht als Rubrik der Lyrikgeschichte, hui! (Sie hätten lieber Endler fragen sollen. Oder mich
.)
Auf der folgenden Seite finden Sie den Überblick zu der einzigartigen und umfangreichsten deutschsprachigen Lyrik-Reihe*. 1967 in der DDR während einer internationalen Lyrik-Bewegung gegründet**, besteht sie auch nach inzwischen 45 Jahren unverändert weiter und erreichte im Jahr 2012 mit Ausgabe 300 eine beeindruckende Marke.
Jedes Poesiealbum gibt einen Überblick über das (bis Redaktionsschluß zur Verfügung gestandene) Werk des jeweiligen Dichters. Ungeschriebenes Gesetz war und ist, daß jeder Lyriker nur ein Heft erhält, das unter Umständen in einer späteren und erweiterten Form nochmals erscheinen kann, wenn sich das Werk des Autors über die Jahre wesentlich erweitert und verändert hat. Die Kunst dieser Auswahlen ist es, sie treffend für das Oeuvre des jeweiligen Poeten zu gestalten, so daß die Leser einen verläßlichen Überblick zu Anliegen, Art und Charakter der jeweiligen Dichtung erhalten. Quellenangaben ermöglichen bei Bedarf eine weitergehende Vertiefung; somit wirkt das Poesiealbum neben dem unterhaltsamen und bildenden Aspekt für die Leser auch als Werbung für das Gesamtwerk des behandelten Lyrikers.
Früher erschienen die Hefte monatlich, aktuell erscheint das Poesiealbum zweimonatlich. Format, Preis und Gestaltung wurden bei der Gründung durch “kollektive Einzelentscheidungen” sehr bewußt gewählt.
Das Format, auch bei verwandten Abarten anderer Lyrikausgaben gerne übernommen, wurde so festgelegt, daß “das Heft in die Innentasche eines Sakkos paßt, so daß Werktätige [!] es immer bei sich führen können”. Zwar implementiert “Werktätige” die Berufstätigen beiderlei Geschlechts; da Jackett-Träger aber gemeinhin Herren sind, war Lyrik, damals entweder Männerdomäne, oder der Zugang zur Lyrik sollte Männern erleichtert werden. Praktischerweise ist das gewählte Format allerdings auch für die gängigen Damen-Handtaschen ab “medium” passend.Die Heft-Gestaltung und -Ausführung war nach einigen Tests schnell gefunden; dem Grafik-Altmeister Peter Nagengast gebührt höchste Anerkennung für die einfache und einprägsame Reihengestaltung, die über die Jahrzehnte unverändert beibehalten werden konnte. Auch die schnörkellose und zweckmäßige Typografie von Achim Kollwitz trug wesentlich zur Lesbarkeit und Konstanz der Reihe bei. Die Fertigung in Klammerheftung erfolgte von Heft 1 bis zur Gegenwart mit großem Engagement im Druckhaus Zeitz, das allerdings bis zu seiner Privatisierung 1990 verschiedene Namen und Zugehörigkeiten erdulden mußte. Die Umschlag- wie Papierqualität schwankte früher je nach der Wirtschaftslage, wodurch manchmal auch Lieferverzögerungen entstanden; allerdings berichten Insider auch von einer – auch wegen der Auflagenhöhe von 8. bis 40.000 – zeitweilig eigens hergestellten Papiersorte.
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* soweit unsere Recherchen ergeben haben; ergänzendes oder anderweitiges Wissen wird gerne zur Kenntnis genommen** wenig wahrscheinlich als Gründungsargument für das Poesiealbum ist das von Kohlhaase festgehaltene Bonmot zur Verklärung von der DDR-Mangelwirtschaft geschuldeten Problemen: “Es gibt wenig Kartoffeln, wir werden große Lyrikdebatten haben” [Zeitmagazin 7/2012], nicht nur, weil es zumindest Kohl, Karnickel und Kartoffeln immer gab
Der Umfang der Hefte betrug von Anbeginn konstant 32 (+4 Umschlag-) Seiten, wovon nur ausnahmsweise (Lenin-Sonderheft 31 sowie Jubiläumsdoppelhefte 100 und 150 zu Goethe bzw. Schiller) abgewichen wurde.
Die Grafik des Umschlags war schon immer bewußt auffällig und anziehend als gestaltender Faktor der Reihe gewählt, wobei sie zu den Gedichten oder dem Autor einen Bezug darstellt; die Übersicht der folgenden Seiten zeigt deren erstaunliche Vielfalt.
Der “EVP” wurde in der DDR per Direktive von zentraler Stelle festgelegt und sollte – so berichten die Gründer – in etwa so teuer wie ein Brot (das damals 78 oder 93 Pfennige kostete) sein. Tatsächlich erreichte damit die Reihe bei den Lesern den Kult-Status eines “Grund-Nahrungsmittels”. Bis zum Ende der subventionierten Planwirtschaft kurz vor dem Exitus der DDR betrug der Preis unverändert 0,90 Mark, was u.a. zum damaligen Finale der Reihe bei Heft 275 führte. Bemerkenswert, daß vom jetzigen Editor der Reihe dieses Verhältnis mit 4 € auch heute noch bzw. wieder eingehalten wird.Herausgegeben wurden die Hefte bisher von hervorragenden Kennern der lyrischen Szene, meist selbst erfahrene Lyriker und Nach-Dichter: Bernd Jentzsch als Erfinder und Mitbegründer der Reihe
(bis Heft 122 und 276-278), Richard Pietraß (von Heft 124 bis 148 und 282 bis 303) sowie Dorothea Oehme (Hefte 149 bis 275). Als Editor der Reihe fungierten der Verlag Neues Leben, Berlin – Direktor Rudolf Chowanetz (Hefte 1-275), der BrennGlas Verlag Assenheim – Verleger Prof. Juergen Seuss (276) und aktuell (ab Heft 277) der Märkische Verlag Wilhelmshorst – Verleger Dr. Klaus-Peter Anders.Wichtiger als diese formalen Merkmale sind jedoch die inhaltlichen Aspekte der Reihe. Sowohl die Autoren- als auch die Gedichtauswahl trafen und treffen kompetente Auswähler, uU. unterstützt durch externe Experten, die neben einer umfassenden Werkkenntnis auch die Strömungen der Zeit sowie die Bedeutung des klassischen Erbes immer als Kriterium ihrer Zusammenstellungen betrachten bzw. betrachtet haben. Damit wuchs die Anerkennung durch die Leser und der beispiellose Erfolg der Reihe. Wegen der Vielfältigkeit der Autoren und Heftinhalte kann es keine allgemeingültige umfassende Ein-schätzung dazu geben; Herbert Kästner schrieb in den “Marginalien”, daß das Poesiealbum in späteren Jahren den Rang erhält, den wir heute etwa der Reihe “Der jüngste Tag” zusprechen. Eine Vielzahl deutschsprachiger Erstveröffentlichungen und über 100 DDR-Erstveröffentlichungen unterstreichen den zwar mutigen aber dennoch gerechtfertigten Vergleich. Über 5 Millionen verbreitete Hefte in 22 Ländern und das überwältigende Echo zur Wiederbelebung der Reihe durch den Märkischen Verlag nebst der damit verbundenen Begeisterung durch alte wie neue Leser sprechen jedoch für sich und das Niveau der Reihe.
Wir würden uns freuen, wenn auch Sie sich von Niveau, Qualität und Vielseitigkeit des Poesiealbums überzeugen ließen; zur Bestellung der aktuellen Hefte geht es hier.
Märkischer Verlag Wilhelmshorst
18. Lampingsche Variable
Sollte es wirklich, wie Enzensberger suggeriert, am Ende mehr Verfasser als Leser von Gedichten geben? Allerdings fallen einem schon Lyrikbände ein, die sich auf Anhieb und nicht erst im Lauf eines Jahrhunderts sehr viel besser verkauften als 1.354 Mal. Wolf Wondratscheks im Selbstverlag erschienene Gedichtsammlung „Chuck’s Zimmer“ von 1974 soll binnen kurzem eine sechsstellige Auflagenhöhe erreicht haben. Lawrence Ferlinghettis „A Coney island of the mind“ ist angeblich in einem Jahr eine Million Mal verkauft worden. Aber das sind natürlich Ausnahmen. Gerade die Klassiker der Moderne erreichten nur ein viel kleineres Publikum. Selbst Charles Baudelaires „Fleurs du mal“, ein Paradebeispiel für großen, aber späten Erfolg, erschien in einer ersten Auflage von gerade 1.100 Exemplaren. Die zweite, vier Jahre später, betrug immerhin schon 1500. Stephane Mallarmés „L’apres-midi d’un faune“ kam zuerst in einer Auflage von 195 Exemplaren auf den Markt – wenn man da von einem Markt reden kann. Rimbauds „Une saison en enfer“ wurde 500 Mal gedruckt und war nach 40 Jahren noch nicht vergriffen. (…)
Sobald man das Radio einschaltet, hört man dagegen unentwegt, unterbrochen nur von Verkehrsmeldungen oder Nachrichten und kurzen, durchaus überflüssigen Überleitungen: Lyrik. Sie heißt allerdings anders: nämlich Schlager, Song, Chanson, auch Lied. Kurt Tucholsky hat sie, nicht ganz freundlich, „Lyrik der Antennen“ genannt. Möglicherweise ist diese Art von Gedichten gleichfalls ein Anachronismus, aber das hat noch keiner gemerkt. Man verlangt nach ihr, und nicht nur in dieser Hinsicht ist sie auf der Höhe der Zeit. Gar nicht so selten ist sie auch auf der Höhe des Geschmacks. Längst haben sich Chansonniers, Songwriters und Liedermacher einen Ruf als Dichter verdient. Und zwar zu Recht. Die Namen kennt jeder.
Die erste Verbindung, die das Gedicht einging, war die mit der Musik. Es ist bis heute ihre erfolgreichste. Wieviele auch immer solchen Lyrikdarbietungen im Fernsehen oder im Radio zuhören mögen: Es sind durchweg weit mehr als 1354. Das ist allenfalls die Verkaufszahl sehr erfolgloser Alben, die aber auch nicht im Radio gespielt werden. Ansonsten muss man ständig mit einem Vielfachen von 1354 rechnen, das allerdings nicht genau zu ermitteln ist. Insofern ist der Schluss erlaubt, dass die Zahl der Lyrikleser und -hörer sehr veränderlich ist, wechselnd von Medium zu Medium, vielleicht sogar von Autor zu Autor – eben eine Variable. Und jetzt hat sie auch einen Namen.
/ Dieter Lamping, literaturkritik.de
Lampings Literaturhinweise
- Hans Magnus Enzensberger: Bescheidener Vorschlag zum Schutze der Jugend vor den Erzeugnissen der Poesie. In: Ders.: Mittelmaß und Wahn. Gesammelte Zerstreuungen. Frankfurt a.M. 1988, S. 23-41. Zitate S. 23.
- Hans Magnus Enzensberger: Meldungen vom lyrischen Betrieb. Drei Metaphrasen. In: Ders.: ZICKZACK. Drei Aufsätze. Frankfurt a.M. 1997, S. 182-199. Zitate S. 184.
- Kurt Tucholsky: Lyrik der Antennen. In: Ders.: Gesammelte Werke in 10 Bänden. Hg. von Marie Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz. Band 9: 1931. Reinbek bei Hamburg 1993, S. 280-282.
- Zu den Verkaufszahlen der Klassiker: Octavio Paz: Die andere Stimme. Dichtung an der Jahrhundertwende. Aus dem Spanischen von Rudolf Wittkopf. Frankfurt a.M. 1994, insbes. S. 85-105.
13. Französische Bibliothek
Am 20. Oktober, dem 158. Geburtstag Arthur Rimbauds, feierte die nach ihm benannte französische Bibliothek der rumänischen Kleinstadt Mangalia ihr 20jähriges Bestehen. Diese einmalige Bibliothek von heute mehr als 30.000 Büchern (für eine Stadt von 40.000 Einwohnern) kam aus Spenden von Bewohnern der Ardennenregion zusammen. / L’union
89. Rimbaud
It’s the birthday of the poet Arthur Rimbaud (books by this author), born in Charleville, France (1854). He began writing letters to the poet Paul Verlaine, whose work he admired, and Verlaine invited him to stay at his house. When he arrived, Rimbaud had his first masterpiece in his pocket, a poem called “The Drunken Boat” (1871), describing the journey of an empty boat as it wanders the ocean and eventually breaks apart.
Rimbaud didn’t get along with Verlaine’s family or his friends. He had a habit of taking off his clothes and shouting obscenities in public, and that tended to put people off. But everyone agreed that his poetry was the work of a genius and Verlaine fell in love with him. The two had a scandalously open affair that shocked the rest of the Paris literary scene. But they had a bitter break-up, and the relationship ended when Verlaine tried to murder Rimbaud with a pistol, shooting him in the arm.
Verlaine went to prison and Rimbaud went back to his mother, and he wrote one of his last books, A Season in Hell (1873). Rimbaud had been 16 when he started publishing his poetry, and he was 19 when he gave up on poetry and took off to wander around the world, winding up in Africa, where he became an arms dealer. He kept writing letters to his family, but he never wrote another poem, and never gave any hint that he missed writing them.
Rimbaud, who said: “I turned silences and nights into words. What was unutterable, I wrote down. I made the whirling world stand still.” / The writer’s almanac
31. Dürrson, Szymborska, Hauge
1959 erschien sein erster Gedichtband, “Blätter im Wind”, viele weitere sollten folgen. Zudem übersetzte er aus dem Französischen: Rimbaud, Michaux und Yvan Goll. Dürrson, der 2008 auf Schloß Neufra bei Riedlingen starb, blieb zeitlebens der große Ruhm versagt. Sein aus dem Nachlass von Volker Demuth publizierter Band “Denkmal fürs Wasser” (Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2012) bietet nun eine gute Gelegenheit, den Dichter Dürrson neu- und wiederzuentdecken.
Dürrson hat mit diesem Buch dem alles umspannenden Raum des Wassers ein Denkmal gesetzt, das sich, darf man so sagen, “gewaschen hat”. Dabei wäre ihm das Material zu diesem weitausgreifenden Projekt beinahe außer Kontrolle geraten: einmal wurde das Manuskript von einem Windstoß über die Reling eines Schiffes gefegt, ein anderes Mal samt dem Fahrzeug, in dem es sich befand, gestohlen. Dürrson versuchte, das Möglichste aus seinem Gedächtnis zurückzugewinnen, aber freilich, die ursprüngliche Fassung blieb, wie er in einer Nachbemerkung zum Buch schreibt, “uneinholbar”.
Wir können nicht darüber richten, wie viel von der “Gurgelsprache der Quellen” Dürrson tatsächlich noch zu retten gelang. Bei diesem Dichter jedenfalls begegnet uns das Wasser in vielerlei Gestalt, wird es nahezu zu einem eigenen Charakter: mal unbezwinglich, mal vom Menschen domestiziert. Und Dürrson warnt: “wer ihm Rhythmen / austreiben will und // also den Fluss begradigt / verkrümmt stattdessen / die Erde.” Dürrsons großer Zyklus “Denkmal fürs Wasser” ist zugleich Lehrgedicht und Formenlehre des Meeres, seiner “Ur-Hohlformen”, “Wellungen Faltungen Ein- und Aus- / stülpungen”.
(…)
Mehr Ruhm zu Lebzeiten abbekommen hat eine Dichterin, von der es jetzt ebenfalls Gedichte aus dem Nachlass gibt: Wislawa Szymborska. Die 1996 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnete Polin hat das Buch “Glückliche Liebe und andere Gedichte” (Suhrkamp Verlag, 2012) noch zusammen mit dem Verlag geplant; nun ist es allerdings zu ihrem Vermächtnis geworden, denn Szymborska starb im Februar diesen Jahres. Sie sei, schreibt ihr Kollege Adam Zagajewski, stets um das “Originelle, Spannende” bemüht gewesen: “Sie liebte Konversation, gab sich ausgefallenen Lektüren hin und war an den unterschiedlichsten Wissenschaften interessiert.”
Die sie freilich auch hinterfragte, wie etwa ihr Gedicht “Träume” verrät: “Wider das Wissen und die Lehren der Geologen, / ihrer Magneten, Kurven und Karten spottend – / der Traum türmt im Bruchteil einer Sekunde / Berge vor uns auf, so steinern, / als stünden sie in der Wirklichkeit.” Über Teenager, alte Professoren, Verkehrsunfälle, Blinde und über Scheidung schreibt Szymborska in ihrem letzten Buch, und sie tut es so heiter und sarkastisch, wie man es seit je von ihr gewohnt ist.
Für den deutschsprachigen Leser zu entdecken ist endlich auch der Lyriker Olav H. Hauge. Hauge kannte jeden Grashalm seiner norwegischen Heimat, er bedichtete das Borstgras ebenso wie den Goldhahn, einen Fichtenwald oder einen einfachen Hauklotz. Nichts Geringes unter der Sonne, alles konnte dem 1908 in Ulvik Geborenen, der so sehr in der bäuerlichen Kultur seiner Heimat verwurzelt war, im Dichten bedeutsam sein. Aber Hauge übersetzte auch: Hölderlin, Trakl, Brecht und Celan ins Norwegische. Und er wusste: “Ein gutes Gedicht / soll riechen – nach Tee / oder nach roher Erde und frischgespaltenem Holz.” Es mutet ein wenig seltsam an, dass viele norwegische Kritiker das 4000 Seiten umfassende Tagebuch des Dichters als sein Hauptwerk betrachten. Denn immerhin ist auch Hauges Poesie in über 100 Sprachen übersetzt und wird gelesen. Die 340 Seiten starke, von Klaus Anders in der Edition Rugerup (Gesammelte Gedichte, 2012) herausgegebene, übersetzte und kommentierte Auswahl schliesst da nur eine Lücke, von der man bislang nur nicht wusste, dass es sie gab. Weit ist Hauges poetischer Kosmos: “Frage den Wind, / voran den sachten. / Er schweift weit / und kommt oft zurück / mit guter Antwort.”
/ Volker Sielaff, Dresdner Neueste Nachrichten 8.10.
- Werner Dürrson: ”Denkmal fürs Wasser” (Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2012)
- Wisława Szymborska: “Glückliche Liebe und andere Gedichte”, aus dem Polnischen von Renate Schmidgall (Suhrkamp Verlag, 2012)
- Olav H. Hauge: “Gesammelte Gedichte”, Hrsg. Klaus Anders (Edition Rugerup 2012)
14. Berlin hat viele Mauern…
die der Poesie harren, schreibt Rolf Brockschmidt im Tagesspiegel:
In den Niederlanden ist Berlin gerade ziemlich angesagt. Die Touristen strömen und schauen und staunen über die quirlige deutsche Hauptstadt. Das war vor genau 80 Jahren ganz genauso, als der niederländische Dichter Hendrik Marsman nach Berlin kam und seine Begeisterung in einem stil- und zeitprägenden Gedicht festhielt: „Berlijn“, eine Liebeserklärung an eine Stadt, die nie zur Ruhe kommt und vor Leben vibriert. „Der Morgen ist ein besudeltes Kind / eine Seite mit einem Eselsohr / ein Klecks // die Stadt / eine halb abgeschminkte Frau // doch zuckend bäumt sie sich in den Himmel / wie ein blaues Pferd von Marc im Luftgeschirr // Berlin // die Sonne gelb“, heißt es in der treffenden Übertragung von Aard Posthuma, der auch schon Cees Nootebooms Gedichte übertragen hat. …
In der Stadt Leiden in Südholland hat die Stiftung „Tegen Beeld“ schon mehr als 100 Gedichte auf öffentlichen Mauern inszeniert, von niederländischen und internationalen Autoren. „poezie is kinderspel“ heißt eines von Lucebert – Poesie ist ein Kinderspiel. Und Poesie ist eine Alternative zur Reklame, die uns überall entgegenschreit. In Paris hat die Stiftung jetzt Arthur Rimbauds „Bateau ivre“ auf eine große Mauer an der Place St. Sulpice aufgetragen, an der Rimbaud es zum ersten Mal vorgetragen hatte.
74. Abiperlen
Getwitterte Abiperlen aus Frankreich 2012:
“Sprechen wir von Rimbauds Werk. Rimbaud hat viele Teile… Rimbaud 1 Rimbaud 2 Rimbaud 3…”
“Wie Bonaparte konnte Jules Cäsar mehrere Briefe gleichzeitig diktieren, das nennt man Diktator.”