Kategorie: Spanisch
106. Lieblingsstellen
Der April ist National Poetry Month in den USA. NBC Latino fragte in den USA lebende Latino-Dichter, welche anderen “Latino”-Dichter sie am meisten inspirieren. Die Nuyorican*-Spoken-Word-Künstlerin Giannina Braschi wählte eine Stelle aus einem Gedicht von César Vallejo:
I want to live always, even on my belly,
because, as I was saying and I say it again,
so much life and never! And so many years,
and always, lots of always, always, always!
(Translation by Tess O’Dwyer)
Mir wird es immer gefallen, zu leben, sogar auf dem Bauch,
denn, wie ich soeben sagte und es wiederhole,
so viele Leben und nie! Und so viele Jahre,
und immer, oftmals immer, immer, immer!
(Deutsch von Erich Arendt, aus: César Vallejo, Funken wie Weizenkörner. Gedichte. Berlin: Volk und Welt 1971, S. 79)
Me gustará vivir siempre, así fuese de barriga,
porque, como iba diciendo y lo repito,
¡Tanta vida y jamás! ¡Y tantos años,
y siempre, mucho siempre, siempre, siempre!
Lupe Méndez nannte Martin Espadas “Sing Zapatista”
Sing the word zapateado, tap and stamp of women dancing in the plaza
to the hummingbird rhythms of Veracruz, guitarist in fedora
watching his fingers skitter like scarabs across the wood,
shawled dancer lost in the percussion of her feet.
Andere nannten Gedichte von Demetria Martinez, Pablo Neruda, Tato Laviera, Louis Reyes Rivera, Gioconda Belli und Pedro Pietri.
/ Kristina Puga, NBC Latino
*) Zusammenziehung von New York und Puertorican
Giannina Braschi (* 5. Februar 1953 in San Juan) ist eine puertoricanische Schriftstellerin und Wissenschaftlerin, führende Vertreterin der Nuyoricanbewegung. Wikipedia schreibt:
Obwohl ihre Bücher als Romane eingestuft werden, sind ihre späteren Werke Experimente sowohl in Stil und Format und zeigen viele fremdländische Einflüsse.
Friederike C. Raderer sagte im österreichischen ORF in einem Beitrag zu Puerto Rico: Mit ihrem Roman “Yo-Yo Boing!” dem Sprachenmischmasch, das unter den Hispanos in New York üblich ist, (hat sie ) dem “Spanglish” ein Denkmal gesetzt.”
Lupe Méndez, zweisprachiger Dichter, Texas
105. Grün übersetzen
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sagt eine Seite, die ein Gedicht von Federico García Lorca als Songtext veröffentlicht:
Verde que te quiero verde
verde viento verdes ramas
el barco sobre la mar
el caballo en la montaña.Verde, que yo te quiero verde.
Con la sombra en la cintura
ella sueña en la baranda
verdes carne, pelo verde
su cuerpo de fría plata.Compadre quiero cambiar
mi caballo por tu casa
mi montura por tu espejo
mi cuchillo por tu manta.Compadre vengo sangrando
desde los Puerta de Cabra
y si yo fuera mocito
este trato lo cerraba.Pero yo ya no soy yo,
ni mi casa es ya mi casa
dejadme subir al menos
hasta las altas barandas.Compadre, quiero morir,
decentemente en mi cama.
De acero, si puede ser,
con las sábanas de holanda.Compadre donde está dime,
donde está esa niña amarga
cuantas veces la esperé
cuantas veces la esperaba.
(1928)
(offenbar eine Songfassung) und diese Sprachen anbietet:
Ich probiere es also Deutsch und erhalte:
Grüne Ich möchte Sie grün
Wind grünen grünen Zweigen
das Schiff auf dem Meer
das Pferd auf dem Berg.Grüne Ich möchte Sie grün.
Mit dem Schatten um ihre Taille
sie träumt auf der Schiene
grünem Fruchtfleisch, grüne Haare
Ihren Körper von kaltem Silber.Compadre ändern wollen
mein Pferd für Ihr Haus
meinen Sattel für Ihren Spiegel
mein Messer für Ihre Decke.Compadre kommen Blutungen
Ziege von Tor
und wenn ich ein Junge
Ich schloss dieses Angebot.Aber ich bin nicht ich,
noch ist jetzt mein Haus mein Haus
mir klettern mindestens
bis zu den hohen Balkon.Freund, ich will sterben,
anständig in meinem Bett.
Stahl, wenn möglich,
mit Bettwäsche aus Leinen.Compadre wo Sie mir sagen,
wo das Mädchen bitter
wie oft erwartet
so oft wie erwartet.
Gar nicht einmal so schlecht. Fast politisch (Grüne, ich möchte Sie grün). Fast poetischer als Enrique Beck:
Die letzte Strophe dieser Fassung übersetzte Beck so:
“Sag mir doch, Gevatter, wo,
wo ist deine bittre Tochter?”
“Wievielmal sie deiner harrte!
Harrte deiner, ach, wie oft!”
Das kann Google besser, ganz ohne Zigeunerromantik:
Compadre wo Sie mir sagen,
wo das Mädchen bitter
wie oft erwartet
so oft wie erwartet.
Ein kleines Wortfest an einem sonst kühlen Apriltag. Paßt auch, weil nach Cummings im Frühling die Dinge Leute tun (und nicht umgekehrt). Also hopp, beide Fassungen in meine Anthologie!
Lorcas Originalgedicht heißt “Somnambule Romanze”, aus den “Zigeuner-Romanzen”. Hier gibts zum Vergleich die Fasssungen von Enrique Beck und Friedhelm Kemp, hier das Original.
41. Exhumiert
Vier Jahrzehnte nach seinem Tod untersuchen Forensiker in Chile den Leichnam des Dichters Pablo Neruda. Der Nobelpreisträger und Regimegegner starb 1973 am Tag vor seiner Ausreise ins Exil – angeblich an Krebs. Doch Nerudas Chauffeur äußert Zweifel an der offiziellen Todesursache. (…)
Contreras glaubt, das Militär habe gefürchtet, Neruda, der sich nach Mexiko absetzen wollte, könnte einen demokratischen Widerstand anführen. Während der Diktatur (1973 bis 1990) waren Nerudas Werke in Chile verboten. Eine Reihe von Hinweisen lasse annehmen, dass sein Tod vorsätzlich verursacht worden sei, sagte der Jurist. Die Patientenakte sei verschwunden, und die Liste der Angestellten des Krankenhauses sei nicht vollständig.
(…) Ganz weit hergeholt ist ihr Verdacht nicht: Bei dem ehemaligen christdemokratischen Präsidenten Eduardo Frei wurde kürzlich festgestellt, dass er während der Pinochet-Diktatur 1982 im Krankenhaus vergiftet worden war.
2. Lyrikpreis “Argana”
Der internationale Lyrikpreis “Argana” wurde am Sonnabend in Casablanca an den spanischen Schriftsteller Antonio Gamoneda verliehen.
Der Preis wurde 2013 zum siebtenmal vergeben. Die Jury besteht aus Mohamed Larbi Lamsari (Vorsitzender), dem Kritiker Abderahmane Tankoul und den Dichtern Hassan Najmi, Najib Khedari und Khalid Rissouni. Laut Kulturminister Mohamed Amine Sbihi stelle die Preisvergabe eine deutliche Botschaft dar und erinnere an das gemeinsame kulturelle und geschichtliche Erbe Marokkos und Spaniens. Gamoneda bekräftigte, “wir waren immer Brüder in der Kultur und der Poesie”. / Au fait Maroc
109. Lorca in Urgestalt
Mehr als 76 Jahre nach dem Tod von Federico García Lorca wird ein letzter Wille des spanischen Schriftstellers doch noch erfüllt. Der Gedichtband «Poeta en Nueva York» (Dichter in New York) wird genau so veröffentlicht, wie García Lorca (1898-1936) es sich vorgestellt hatte. Die von dem britischen Hispanisten Andrew A. Anderson betreute Ausgabe folgt nach spanischen Medienberichten vom Dienstag exakt dem Manuskript des Poeten. (…)
Das Originalmanuskript verschwand für mehrere Jahrzehnte und tauchte 1979 bei einer mexikanischen Schauspielerin auf. 2003 erstand die García Lorca-Stiftung das Original auf einer Versteigerung. / Europe online
98. Poetry Foundation Celebrates National Poetry Month
Free issues of Poetry, new educational resources, Record-a-Poem, and more
CHICAGO —The Poetry Foundation is pleased to announce an exciting array of literary programs and poetry events across the country in celebration of National Poetry Month, April 2013.
Poetry
Fifty thousand free copies of Poetry’s April 2013 issue will be distributed to individuals, classrooms, and reading groups around the world in celebration of National Poetry Month. In the April issue, readers find new poetry from Eavan Boland, Jane Hirshfield, Jamaal May, Dean Young, as well as poems by Adam Kirsch inspired by accompanying photographs. In a commemorative installment of “A Few More Don’ts”—one hundred years after Ezra Pound’s original “A Few Don’ts by an Imagiste” appeared in Poetry’s March 1913 issue—William Logan, Marjorie Perloff, and Sina Queyras offer their own guidelines for poets. Readers can find the entire April issue of Poetry online as of April 1, along with the accompanying discussion guide and the magazine podcast. A downloadable PDF of the April issue is also available, perfect for laptops, tablets, or e-readers.
Harriet Monroe Poetry Institute
The Poetry Foundation’s Harriet Monroe Poetry Institute has partnered with McSweeney’s to publish two new titles for readers, writers, teachers, and travelers. In an effort to bring the joy of poetry to students, Open the Door: How to Excite Young People About Poetry, edited by Dorothea Lasky, Dominic Luxford, and Jesse Nathan, offers essays, interviews, and lesson plans. The Strangest of Theatres: Poets Writing Across Borders, edited by Jared Hawkley, Susan Rich, and Brian Turner, explores how poets can serve as international envoys and revitalize American poetry in the process. These books will be released on April 9, 2013, and are currently available on the Harriet Monroe Poetry Institute website, along with a range of free educational resources.
Record-a-Poem
Anyone can record and share their favorite poems through the Poetry Foundation’s Record-a-Poem project. Participants choose poems from the more than 10,000 available through the Poetry Foundation, then record and post them to the Record-a-Poem group on Soundcloud. Learn more about the project.
70. Süßholz
Der republikanische Senator Rand Paul hielt eine von Beobachtern als wichtig angesehene Rede zum jährlichen Gipfeltreffen der U.S. Hispanic Chamber of Commerce in Washington, DC., von der es im Vorfeld hieß, es ginge um eine Einwanderungsreform. Offenbar war sie gut vorbereitet – 90 Minuten vor seiner Redezeit stand ein halbes Dutzend Fernsehkameras bereit, ebenso wie die großen Zeitungen “NYT and WaPo”.
L&Poe mischt sich nicht in die US-amerikanische Politik ein*; aber Sprache(n) und Poesie spielten feste mit. Offenbar glaubt man es den Hispanics schuldig zu sein.
Paul begann mit einem Sprachmix:
Por favor disculpen mi Espanol. Como creci en Houston -es un poco ‘espanglish y un poco Tex Mex.
[Bitte entschuldigen Sie mein Spanisch. Da ich in Houston aufwuchs, ist es ein wenig "Spanglisch" und ein wenig Tex Mex.]
Und mit einer Anekdote. Als Teenager jobbte er neben Immigranten beim Rasenmähen und dergleichen. Einmal fragte er einen von ihnen, wieviel er verdiene; “tres dolars”, antwortete er. Der Texaner: “Auch ich bekomme drei Dollar die Stunde”. “Nein,” der Immigrant, “drei Dollar am Tag”.
Jetzt die Poesie.
Er habe Miguel de Unamuno im College gelesen. Der habe einen guten Rat für die Republikaner parat:
“Miremos más que somos padres de nuestro porvenir que no hijos de nuestro pasado.”**
[Laßt uns lieber Eltern unserer Zukunft sein als Kinder unserer Vergangenheit]
In Pauls politischer Prosa:
Die Republikaner müssen Eltern einer neuen Zukunft mit den Latinowählern sein oder wir bescheiden uns mit einem dauerhaften Minderheitenstatus.
Die Latinos würden viele Werte mit den Republikanern teilen, wie: Freiheit, Familie, Glauben, konservative Werte, Verteidigung des ungeborenen Lebens und der traditionellen Ehe.***
Sie wären also natürliche Verbündete der Republikaner, aber in ihrem Eifer zur Abschottung der Grenzen hätten die ihre Verbündeten vor den Kopf gestoßen.
Um das zu ändern, bemühte er außer der Erinnerung an seine deutschen Vorfahren noch zwei hispanische Dichter: Gabriel García Márquez und Pablo Neruda. Er zitiert Verse aus einem Liebesgedicht Nerudas, die irgendwie beweisen sollen, daß Latinos und Republikaner zusammengehören:
Niemand fängt die Leidenschaft der lateinischen Kultur besser ein als Pablo Neruda.
Ich mag, wie Neruda in “Wenn du mich vergißt” eine leidenschaftliche Drohung ausstößt, aber so endet****:
“Pero
si cada día,
cada hora,
sientes que a mí estás destinada
con dulzura implacable,
si cada día sube
una flor a tus labios a buscarme,
ay amor mío, ay mía,
en mí todo ese fuego se repite,
en mí nada se apaga ni se olvida”Doch wenn Du
jeden Tag,
jede Stunde
empfindest, daß Du für mich bestimmt bist,
mit unverrückbarer Süße,
wenn jeden Tag
eine Blüte aufsprießt zu Deinen Lippen, um mich zu suchen,
ach, meine Liebe, ach, Meine,
so wiederholt sich in mir all dies Feuer,
und nichts erlischt in mir, nichts wird vergessen
Wer spürt da nicht die unverrückbare Süße und das vereinigte Feuer des gesamtkonservativen Dialogs. (Aber nicht aus Versehen Lorca zitieren – der war schwul.)
_____________
*) Paul schlug einen “Mittelweg zwischen Amnestie und Ausweisung” vor (“The solution doesn’t have to be amnesty or deportation,” said Paul. “A middle ground might be called probation”), die Einführung einer Probezeit.
**) Ein Satz, der sich außer in Pauls Gedächtnis auch in jedem gedruckten oder digitalen Zitatlexikon findet.
***) Einige deutsche Konservative scheinen auch daran zu arbeiten. Es ist halt schwürig.
****) Zuckerbrot und Peitsche, fördern und fordern***** heißt das Mantra. Paul sagt auch, noch nie habe er einen Immigranten gesehen, der kostenloses Essen verlangt.
*****) An noch anderer Stelle auch: “Leidenschaft und Gesetzestreue”. Wie tief versteht die konservative Seele, warum die romanischen****** Sprachen romanisch heißen.
******) Das Wort romance vereinigt romanisch, romanhaft und romantisch. Ein guter Anfang für einen politischen Liebesroman.
Quelle: Slate
59. Exhumiert
Die sterblichen Überreste des chilenischen Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda sollen am 8. April exhumiert werden. Das verlautete am Dienstag aus chilenischen Justizkreisen. Ziel der Exhumierung ist es, herauszufinden, ob Neruda an Krebs starb oder ob er vergiftet wurde. / Der Standard
38. Habla Español, no
“Believe it or not, writing like this helps me to remember vocabulary”, sagt Margaret Prezioso-Frye zu ihren Gedichten, mit deren Hilfe sie spanischen Wortschatz memoriert:
An Italian-American Studying Spanish In Spain
Syllogismo Hypothetico 101
Or hypothetical syllogism on a
Developing Spanish brain
Habla No Español
Could be a crying shame
After all is said and done
This is what I have to sayPoco Loco
No muy pero
Mucho Loco
Cocoa Loco
Coco Loco
Coco Richo Bicho
No poco dinero
Muy Mucho
Loco mucho dinero
Wanto be richo
Richo like bicho
No bicho es bug-o
Bicho es richo con mucho dinero
Mi scrive con headacho
Es scrive ‘Taliano
Pero mi Italiana
Scribo escriva
Who cares!
Con huevo
Con hueso
An egg or a wrist
Make my food by hand?
If you insist!Para aqui? Si si!
Aqui para me
No mi pero me
Poro mi? See, see!
No sea, no see
pero si, si, si, si!
Some espresso con tearos
Bitteros, Bitter?
Tearos no ‘spañol
Españolo para tearo?
No tiendo!
No tieno?
I don’t knowlo
Understando oro havo
Oro goldo
No goldo!
Oro tieno.Hasta luego
Luego see you latero
Latero lateral
Lateral no Españo
Lateral es linea
Linea es tren
Linea es meho
Meho es pano
Español es ce (they)
They uno
They dos
Dos progama o programo uno eme
Emmy is nombre
Nombre es name-o
No number is numero
So?Medicino assistencia
Para Headacho
Headacho Españo
Braino paino
Oh… oh…
I don’t know.
Fell lightheaded, no feel lightheaded es
Illuminato
Illuminato Italiano?
Illuminato Demolitionato Mano?
Illuminata Italiana, so vero.
Si vero, Italiana Españana, Españata?
Posiblo? No, posibla!
Finito Syllogismo-o-a
Si, si here it goes.
Aqui es so, boy, yo?Habla Español?
:. No
71. Neruda: Exhumierung angeordnet
Pablo Neruda war ein Gegner Augusto Pinochets. Er starb 12 Tage nach dessen blutigem Militärputsch vom September 1973. Kein Wunder, daß sich die Vermutung hielt, er sei von Pinochets Leuten ermordet worden. Zumal die offizielle Todesursache, “extreme Unterernährung” bedingt durch Prostatakrebs, angesichts seines Gewichts von 100 kg Zweifel weckt.
Um alle Zweifel auszuräumen, hat deshalb ein Richter die Exhumierung der Überreste angeordnet. Nerudas Fahrer und Assistent Manuel Araya hatte vermutet, Neruda sei vergiftet worden. Er sagte auch, Neruda habe die Erkrankung vorgetäuscht, um das Land verlassen zu können.
Die Exhumierung soll im März stattfinden. / I love Chile.cl

