Kategorie: Schwedisch

97. Alter Schwede!

Das interdisziplinäre Festival “Alter Schwede!” päsentiert vom 26.-28. April 2013 Lesungen, Konzerte und Text-Sound-Performances von 16 Autoren und Musikerinnen aus Schweden und Berlin, die unterschiedliche ästhetische Konzepte, Szenen und Generationen vertreten. Die Programmabende sind im Spannungsfeld von Improvisation und Montage, language poetry und Sozialrealismus, Neuer Musik und Noise, Konkreter Poesie und fragmentarischer Prosa angelegt. Die Künstler entwickeln für das Festival etliche neue Arbeiten, die meisten der Duokonstellationen haben Premierencharakter. Mit Ida Börjel, Johan Jönson, Pär Thörn und Andrzej Tichý bringt “Alter Schwede!” einige der bekanntesten und originellsten schwedischen Autorinnen ihrer Generation nach Berlin und macht ihre Literatur – zum großen Teil erstmals – einem deutschsprachigen Publikum zugänglich. Werkauszüge von ihnen werden eigens für das Festival ins Deutsche übersetzt und zusammen mit den deutsch- und mehrsprachigen literarischen Beiträgen von Sven-Åke Johansson, Cia Rinne und Uljana Wolf  in einem kostenlosen Festivalreader abgedruckt.

Mit: Burkhard Beins, Ida Börjel, Axel Dörner, Andrea Ermke, Hanna Hartman, Sven-Åke Johansson, Johan Jönson, Helena Jureén, Martin Küchen, Anders Lindsjö, Mats Lindström, Tisha Mukarji, Cia Rinne, Pär Thörn, Andrzej Tichý und Uljana Wolf.

/ Ausland

50. Kolibris

Ein Sprechen über etwas, worüber man eigentlich nicht spricht, weil sich die Gedanken meist außerhalb des eigenen Körpers zu bewegen scheinen, so sieht Ann Jäderlund ihre Situation, in der sie Antworten auf ihre Fragen sucht. Bei Petr Borkovec hingegen können schon mal Kolibris durch seine Zeilen schwirren, ein silberner Arm eine Rolle spielen oder das Leben im Zirkuszelt stattfinden. Zwei ganz unterschiedliche Herangehensweisen, jede auf ihre Art mühelos in der Lage, die Zuhörer mitzunehmen.

Viel Beifall für einen vielversprechenden Auftakt der diesjährigen Mühlberger-Tage. / Südwest Presse

37. Kunst ohne Geld

Das Spannende an der Lyrik sei, dass diese fast keinen Marktwert hätte, hat der Psychoanalytiker und Essayist Adam Phillips kürzlich gesagt. Künstlern kann man “unlautere” Motive in Form einer erwarteten finanziellen Belohnung unterstellen. Lyriker schreiben Gedichte aus dem einzigen Grund, dass sie es wollen. Der schwedische Künstler Karl Holmqvist hat sich nun in die Grauzone zwischen bildender Kunst und Lyrik gewagt: In seiner ersten Ausstellung in der Galerie Neu zeigt er einen Film, in dem poetische Sprache sowohl an die Wand projiziert als auch im Raum über Tonband abgespielt wird. Der Film thematisiert, wie die Kunstwelt Statusnetzwerke erzeugt, die sich im Marktwert niederschlagen. / Mark Prince, Die Welt

88. Jugendwerk

Das Gesamtwerk von Tomas Tranströmer, dem wortkargen Nobelpreisträger von 2011, umfasst rund 300 Seiten, mehr nicht. Seit seinem – im Tennis würde man sagen – trockenen und präzisen Aufschlag von 1954 unter dem Titel «17 Gedichte» baut er ein Werk, bei dem Lakonie und emotionale Intensität Hand in Hand gehen. Seine skeptische Maxime «Reduziere» scheint immer die perfekte Balance zu finden zu seiner Hingabe an das Rauschen des Sehens und Hörens. Zwischen den beiden zu kalibrieren – das ist sein Lied: ein federnder Rhythmus, eine in Grau geschlagene Kantilene, aus der plötzlich Farben sprühen, wie wenn hinter dem Laub ein Specht aufblitzt.

Wie er zu dieser Kunst kam, kann man nun an seinen von Jonas Ellerström herausgegebenen Jugendgedichten ablesen, ein Lokaltermin, der uns einen genauen Einblick in die Entstehung seiner Lyrik gewährt. (…)

Bis dahin hatte Tranströmer Wissenschafter werden wollen und eine erstaunlich lückenlose Sammlung der Insekten von Runmarö angelegt. Dieser Insel, auf der er sich oft mit seinem Grossvater aufhielt, widmete er das epische Langgedicht «Ostseen» und machte sie so zum Mittelpunkt seines Werkes./ Hans Jürgen Balmes, NZZ

Tomas Tranströmer: Ungdomsdikter / Jugendgedichte. Mit einem Aufsatz von Jonas Ellerström und Arbeiten auf Papier von Peter Frie. Übersetzt von Hanns Grössel. – Fredrik Sjöberg: Tomas Tranströmers Insektensammlung von der Insel Runmarö. Mit Arbeiten auf Papier von Peter Frie. Übersetzt von Klaus-Jürgen Liedtke. Beides: Kleinheinrich, Münster 2011. Nur gemeinsam erhältlich: € 50.–.

47. Gedichte vertont

Im November veröffentlicht die schwedische Rock-Band Mando Diao ihr erstes Album seit 2009. Doch wer den klassischen Sound der Jungs erwartet, der wird überrascht sein. Mando Diao haben sich für ein Album auf schwedisch entschieden, das noch dazu auf berühmten schwedischen Gedichten basiert.

(…)

Die Idee für “Infruset” kam Gustaf, als er Gedichte des Poeten Gustaf Fröding vertonen musste – die ganze Band war von der Poesie des Dichters fasziniert. Zusammen mit dem Produzenten Björn Olsson nahmen die Jungs ein Album mit den gefühlvollsten Balladen Schwedens auf. / WAZ

100. Tranströmer auf der lit.cologne

Im Wechsel tragen Krüger und Grössel seine Gedichte und lyrischen Texte vor. Ehefrau Monica liest auf schwedisch. Das Werk Tranströmers ist mit insgesamt rund 500 Seiten überschaubar. Der Hanser-Verlag hat mit “Sämtliche Gedichte”, seinen Memoiren “Die Erinnerungen sehen mich” und “Das große Rätsel” drei Bücher herausgegeben, inzwischen in der achten bis zehnten Auflage. / Der Westen

41. Übersetzungsstreit

Since his Nobel moment in October, three different Transtromer books have been released (or reissued): THE DELETED WORLD: Poems (Farrar, Straus & Giroux, $13), with translations by the Scottish poet Robin Robertson; TOMAS TRANSTROMER: Selected Poems (Ecco/HarperCollins, $15.99), edited by Robert Hass; and FOR THE LIVING AND THE DEAD: Poems and a Memoir (Ecco/HarperCollins, $15.99), edited by Daniel Halpern. These books join two major collections already in print: “The Half-Finished Heaven: The Best Poems of Tomas Transtromer,” from Graywolf Press, translated by Robert Bly, and “The Great Enigma: New Collected Poems,” from New Directions, translated by Robin Fulton. So a little complaining, a glut of books: pretty typical.

But what’s unusual about Transtromer is that the most interesting debates over English versions of his work actually took place before his Nobel victory. In this case, the argument went to the heart of the translator’s function and occurred mostly in The Times Literary Supplement. The disputants were Fulton, one of Transtromer’s longest-serving translators, and Robertson, who has described his own efforts as “imitations.” Fulton accused Robertson (who doesn’t speak Swedish) of borrowing from his more faithful versions while inserting superfluous bits of Robertson’s own creation — in essence, creating poems that are neither accurate translations nor interesting departures. Fulton rolled his eyes at “the strange current fashion whereby a ‘translation’ is liable to be praised in inverse proportion to the ‘translator’s’ knowledge of the original language.” Robertson’s supporters countered that Fulton was just annoyed because Robertson was more concerned with the spirit of the poems than with getting every little kottbulle exactly right.

To understand this dispute, it’s necessary to have a sense of the poetry itself. Transtromer prefers still, pared-down arrangements that rely more on image and tone than, say, peculiarities of diction or references to local culture. The voice is typically calm yet weary, as if the lines were meant to be read after midnight, in an office from which everyone else had gone home. And his gift for metaphor is remarkable, as in the start of “Open and Closed Spaces” (in Fulton’s translation):

A man feels the world with his work like a glove.
He rests for a while at midday having laid aside
the gloves on the shelf.
They suddenly grow, spread,
and black out the whole house from inside.

The first comparison is surprising enough — work is a glove? With which we feel the world? But notice how quickly yet smoothly Transtromer extends the metaphor into even stranger territory; the gloves expand from the refuge of the house (which is implicitly the private self) to obscure everything we know and are. The poem becomes a meditation on what constitutes a prison, what could be considered a release (“‘Amnesty,’ runs the whisper in the grass”) and whether these might lie closer together than we realize.

/ David Orr, New York Times 11.3. (sic)

Die zitierte Passage lautet in der Übersetzung von Hanns Grössel, Tomas Tranströmer: Sämtliche Gedichte, Hanser 1999, S. 99:

Ein Mann befühlt die Welt mit dem Beruf wie mit einem Handschuh.
Mitten am Tage ruht er ein Weilchen aus und hat die Handschuhe aufs Regal abgelegt. 
Dort wachsen sie plötzlich, breiten sich aus
und verdunkeln das ganze Haus von innen.

Und recht ähnlich bei Pierre Zekeli, Tomas Tranströmer: Formeln der Reise. Berlin: Volk und Welt 1983 (“Weiße Lyrikreihe”),  S. 41:

Ein Mann tastet an der Welt mit seinem Beruf: seinem Handschuh.
Er ruht eine Weile aus mitten am Tag und legt die Handschuhe weg aufs Regal.
Dort wachsen sie plötzlich, breiten sich aus
und verdunkeln das ganze Haus von innen. 

Die Übersetzung von Zekeli wurde entnommen entweder aus Tomas Tranströmer: Gedichte. Literarisches Colloquium Berlin 1969 oder aus Schwedische Lyrik der Gegenwart, Horst Erdmann Verlag Tübingen und Basel 1979 (beide sind als Quellen angebeben, aber nicht einzeln nachgewiesen). Grössels Übersetzungen erschienen selbständig in Buchform ab 1985 bei Hanser und sind in dem zitierten Band zusammengefaßt.

39. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (1)

Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift

Zusammengelesen von Theo Breuer, Mitarbeit Michael Gratz

Wird in den nächsten 6 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden.  (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur A + B. – Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)

Auf dem Weg in ein poetisches Neuland, den jedes gelun­gene Gedicht geht (und dem damit zugleich das Kunst­stück gelingt, dieses Neuland als längst vertraut erschei­nen zu lassen), sind also die formalen Möglichkeiten so vielfältig wie die Anzahl denkbarer Gedichte, befreit von den Fesseln eines festgelegten Formenkanons.

Jan Wagner

  1. Silja Aðalsteinsdóttir, Jón Bjarni Atlason und Björn Kozempel (Hg.): Isländische Lyrik. Berlin: Insel 2011. 223 S.
  2. Kurd Adler · Gedichte (edition grillenfänger 29). 34 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  3. Gerd Adloff. Versensporn – Heft für lyrische Reize Nr. 4. Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2011.
  4. Pegah Ahmadi „Mir war nicht kalt“, Gedichte, Sujet Verlag 2011
  5. Ahne · Gedichte, die ich mal aufgeschrieben habe. Voland & Quist, Dresden und Leipzig 2011., 95 Seiten.
  6. Bernhard Albers · Der Fall Michael Guttenbrunner. Eine Verteidigungsschrift (Guttenbrunner-Studien Bd. 3; Rimbaud-Taschenbuch Nr. 73). 8 Abb., 52 Seiten, brosch., Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  7. Amanda Aizpuriete (Hg.): Kur Dieviņi paliksi. Wo Gott wirst du bleiben dann. Lettische Volkspoesie. Ausgewählt von Amanda Aizpuriete. Nachgedichtet von Manfred Peter Hein anhand der Übersetzung von Horst Bernhardt (Fäkätä 13). Queich Verlag Germersheim. Imprint des SAXA Verlags 2011. 20 S.
  8. Andreas Altmann · Axel Helbig (Hg.) ∙ Es gibt eine andere Welt. Neue Gedichte. Eine Anthologie aus Sachsen mit Gedichten von Uta Ackermann, Lars-Arvid Brischke, Uwe Claus, Renatus De­ckert, Margot Ehrich, Swen Friedel, Peter Gosse, Martina Hefter, Jayne-Ann Igel, Manfred Jendryschik, Thilo Krause, Kito Lo­renc, Dieter Mucke, Uwe Nösner, Kerstin Preiwuß, Bertram Reinecke, Ulrike Almut Sandig, Sandra Trojan, Günter Ullmann, Guntram Vesper, Michael Wüstefeld, Ulrich Zieger u.v.a., Nachwort von Peter Geist, 400 Seiten, Hardcover mit Schutzum­schlag, poe­tenladen, Leipzig 2011.
  9. Klaus Anders · Andreas Struve (Hg.) · So schmeckt ein Stern. Norwegische Lyrik des 20. Jahrhun­derts, über­setzt und kommentiert von Klaus Anders und Andreas Struve, Gedichte von Olaf Aukrust, Paul-Helge Haugen, Kristofer Uppdal u.v.a., 254 Seiten, Klappenbroschur, Edition Ru­gerup, Berlin · S-Hörby 2011.
  10. Eugénio de Andrade · Das Salz der Sprache & Die Furchen des Durstes – O Sal da Língua & Os Sulcos da Sede. Gedichte [zweisprachig]. Aus dem Portugiesischen von Juana und Tobias Burghardt. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt. 199 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  11. Guillaume Apollinaire · Poesiealbum 294. Herausgegeben und ausgewählt von Richard Pietraß. Grafik Raoul Dufy. Märkischer Verlag Wilhemshorst 2011.
  12. Michael Arenz ∙ Noch nicht ganz aber fast, 42 Seiten, geheftete Broschur, Silver Horse Edition, Marklko­fen 2011.
  13. Michael Arenz (Hg.) ∙ Der Mongole wartet. Zeitschrift für Literatur und Kunst, 22. Ausgabe: Lyrik ∙ Prosa ∙ bildende Kunst, Gedichte Michael Arenz ∙ Peter Ettl ∙ Bernd harlem Fischle ∙ Erna Fitzner ∙ Florian Günther ∙ Kai Pohl ∙ Ruth Velser ∙ Johannes Witek ∙ Maximilian Zander, 504 Seiten, Zenon Ver­lag, Düs­seldorf 2011.
  14. Tone Avenstroup, Stefan Döring, Bert Papenfuß, Michael Peschke, Stefan Ret, Hugo Velarde (Hg.): Gegner. Quartalsschrift. H. 29, September 2011. Gedichte von Jóanes Nielsen, Prosa von Lothar Trolle, Ilia Kitup, Johannes Jansen u.v.a.
  15. Bassirou Ayeva, Cahier D’exil, Gedichte französisch-deutsch, Sujet Verlag 2011
  16. “Matthias” BAADER Holst·  Versensporn 2. Exdition Poesie schmeckt gut. Jena 2011
  17. Ulrike Bail ∙ wundklee streut aus. 47 gedichte über theodora, 103 Seiten, Broschur, CONTE Verlag, Saarbrü­cken 2011.
  18. Hugo Ball ∙ Zinnoberzack, Zeter und Mordio. Alle DADA-Texte, herausgegeben von Eckhard Faul, 144 Seiten, Klappenbroschur, Wallstein Verlag, Göttingen 2011.
  19. Hans Jürgen Balmes, Jörg Bong, Alexander Roesler und Oliver Vogel (Hg.): Neue Rundschau, 122. Jahrgang, Heft 1/ 2011. Thesen zur Literaturkritik. Lyrikosmose 3, zusammengestellt von Michael Braun und Michael Lentz, Gedichte von Konstantin Ames,  Franz Richard Behrens, Ulrich Koch, Dagmara Kraus, Renate Rasp, Werner Riegel, Jürgen Theobaldy. Carte Blanche, Gedichte von Uwe Dick. 248 S.
  20. Mary Jo Bang, Eskapaden, luxbooks, 2011.
  21. Maximilian Barck (Hg.): Kunst- und Literaturzeitschrift HERZATTACKE. Sonderband 2011: Wolfgang Hilbig. Mit Texten von Andreas Altmann, Maximilian Barck, Rita Bischof, Thomas Böhme, Rene Char, Francis Scott Fitzgerald, Eberhard Häfner, Andreas Koziol, E. O. Kuilman, Stéphane Mallarmé, Thomas Martin, Gérard de Nerval, Gert Neumann, Philipp Passeur, Simone Katrin Paul, Arthur Rimbaud, André Schinkel und Ilona Stumpe-Speer. Kunstverein HERZATTACKE e. V.
  22. Roland Bärwinkel: Bevor es zu spät wird. Wartburg Verlag: Edition Muschelkalk der Literarischen Gesellschaft Thüringen, Band 34.
  23. Christoph W. Bauer: getaktet in herzstärkender fremde. Haymon. 20 Seiten
  24. Christoph W. Bauer: mein lieben mein hassen mein mittendrin du. Haymon. 89 Seiten
  25. Sandra Beasley: Die Abtastnadel in der Rille eines traurigen Lieds. Gedichte (übersetzt von Ron Winkler), hochroth Verlag 2011.
  26. BELLA triste 30. [Pappschachtel] Beiträge von Niklas Bardeli ∙ Christian Filips ∙ Monika Rinck ∙ Bo Wiget ∙ Dieter M. Gräf ∙ Hendrik Jackson ∙ Judith Schalansky ∙ Marius Schmidt ∙ Philipp Schönthaler  ∙ Michael Stavaric ∙ Laetizia Praiss ∙ Andreas Töpfer ∙ Robert Wenrich ∙ Uljana Wolf ∙ Christian Hawkey
  27. Hans Bender ∙ O Abendstunde. Ausgewählte Gedichte, mit einem Nachwort von Arnold Stadler, 40 Seiten, handfadengebundene Broschur, Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn 2011.
  28. Timo Berger, Rike Bolte, Juan Carlos Guédez Méndez, Enno Stahl (Hg.): Frachtgut Überseepoesie (Latinale 2011). Remesa Poética de Ultramar: Neue Gedichte aus Lateinamerika und Deutschland / Nuevos Poemas de Latinoamérica y Alemania«. Mit llustrationen von Mónica León, unter Verwendung des Logo von Ana Albero. Mit Gedichten von Luis Alberto Arellano, Damaris Calderón, Luis Chaves, Martín Gambarotta, Maricela Guerrero, Victoria Guerrero, Adrian Kasnitz, Odile Kennel, Björn Kuhligk, Stan Lafleur, Swantje Lichtenstein, Marie T. Martin, Benjamín Moreno, Jinn Pogy, Minerva Reynosa, Monika Rinck, Tom Schulz, Enno Stahl, Ernesto Suárez, Andira Watson, Uljana Wolf. sUkUltUr, November 2011.
  29. Aloysius Bertrand, Gaspard de la nuit, Übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Jürgen Buchmann, Reinecke & Voß, Leipzig 2011, 150 Seiten.
  30. Wolf Biermann: Fliegen mit fremden Federn. Nachdichtungen und Adaptionen. Hoffmann und Campe 2011, 526 S. Aus dem Griechischen, Portugiesischen, Spanischen, Koreanischen, Tschechischen, Italienischen, Schwyzerdütschen, Schwedischen, Englischen, Russischen, Hebräischen, Jiddischen, Lettischen, Finnischen, Litauischen, Estnischen, Französischen. Texte u.a. von José Marti, Ernesto Cardenal, Victor Jara, Giacomo Leopardi, Mani Matter, William Shakespeare, Robert Burns, William Butler Yeats, Andrew Marvell, Robert Frost, John Keats, John Donne, e.e. cummings, W.H. Auden, George Orwell, Dylan Thomas, Bob Dylan, Bulat Okudshawa, Sergej Jessenin, Novella Matwejewa, Wladimir Wyssozki, Andrej Wosnessenski, Julij Daniel, Jizchak Katzenelson, Elie Wiesel, Hirsch Glik, Uri Zvi Grinberg, Mordechaj Gebirtig, Pierre-Jean de Béranger, Boris Vian, Louis Aragon, Jacques Prévert, George Brassens, Guillaume Apollinaire, Paul Verlaine, Arthur Rimbaud.
  31. Bilhana: Gestohlene Lust. Hg. u. aus dem Sanskrit übersetzt von Albertine Trutmann. München: C.H. beck textura 2011. 128 S.
  32. Horst Bingel, Stafettenlauf. Gedichte aus dem Nachlaß. Corvinus Presse
  33. Paulus Böhmer ∙ Teigwaren auf der Terrasse nachts. 36 Seiten. Ostheim/Rhön, Peter Engstler 2011.
  34. Dietrich Bode (Hg.): Blumen, Gärten, Landschaften. Bilder und Gedichte. Reclam. 183 Seiten, 75 farbige Abbildungen (Gestaltung: Susanne Zippel).
  35. Rike Bolte und Ulrike Prinz (Hg.): Transversalia. Horizontes con versos. Horizonte in verkehrten Versen. Verlagshaus J. Frank. Quartheft 31, Edition Polyphon. 220 S.
  36. Jürgen Born: Endlosreise. (Schock Edition Fünf mal zwölf Gedichte Herausgegeben von Kai Pohl)
  37. Nora Bossong ∙ Sommer vor den Mauern, 96 Seiten, Hardcover, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, Mün­chen 2011.
  38. Michael Braun · Kathrin Dittner · Martin Rector (Hg.): Gegenstrophe. Blätter zur Lyrik 3. Mit Texten und Gedichten von Paulus Böhmer · Michael Braun · Cornelia Jentzsch · Simone Kornappel · Michael Krüger · Nadja Küchenmeister · Michael Lentz · Dirk von Petersdorff · Marion Poschmann · Martin Rector · Bertram Reinecke · Jan Volker Röhnert · Àxel Sanjosé · Jan Wagner · Levin Westermann. 120 Seiten, Hardcover, Wehrhahn Verlag, Hannover 2011. (http://www.wehrhahn-verlag.de/index.php?section=03&subsection=details&id=596)
  39. Michael Braun (Hg.): Lyrikkalender 2012. 740 Seiten, Tagesabreißkalender zum Stellen und Hängen, Verlag das Wunderhorn, Heidelberg 2011 (http://www.wunderhorn.de/wunderhorn/content/buecher/pool/978_3_88423_365_8/index_ger.html)
  40. Bess Brenck-Kalischer. Versensporn – Heft für lyrische Reize Nr. 3. Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2011.
  41. Tom Bresemann · Berliner Fenster, 94 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Berlin Verlag, Berlin 2011.
  42. Rainer Weiss, Martin Bruch (Hg.): „Kein herz ungeteilt”. 99 Haiku von Frauen. Frankfurt/Main: Weissbooks 2011. 96 S. Mit Farbseiten zum Ausklappen, Illustrationen im Siebdruck. Beiträge von Barbara Bongartz, Daniela Danz, Tanja Dückers, Nora Gomringer, Martina Hefter, Ursula Krechel, Swantje Lichtenstein, Elsemarie Maletzke, Ilma Rakusa, Silke Scheuermann, Sabine Scho, Anja Utler u.a.
  43. Helwig Brunner. Vorläufige Tage: Prosagedichte. Leykam
  44. Helwig Brunner + Stefan Schmitzer. gemacht/gedicht/gefunden: über lyrik streiten. Droschl.
  45. Werner Bucher ∙ Spazieren mit dem gelbgrünen Puma, 98 Seiten, Broschur mit Schutzum­schlag, Verlag im Waldgut, CH-Frauenfeld 2011.
  46. Werner Bucher · Malcolm Green · Spazieren mit dem gelbgrünen Puma, CD und Booklet, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
  47. Werner Bucher · Rütegger Gedichte, 108 Seiten, Klappbroschur, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
  48. Werner Bucher ∙ Jolanda Fäh ∙ Virgilio Masciadri (Hg.) ∙ Poesie Agenda 2012, Cartoons, ∙ Ge­dichte, ∙ Bil­der ∙ Zitate von Michael Arenz ∙ Hans Bender ∙ Gottfried Benn ∙ Claus Bremer ∙ Blaise Cendrars ∙ René Char ∙ Simon Dach ∙ Margot Ehrich ∙ Peter Ettl ∙ Lawrence Ferlinghetti ∙ Brigitte Fuchs ∙ Alexander Xaver Gwerder ∙ Friedrich Hölderlin ∙ Hadayatullah Hübsch ∙ Alfred Ilk ∙ Kla­bund ∙ Axel Kutsch ∙ Ivo Lederger­ber ∙ Erwin Messmer ∙ Andreas Noga ∙ Frank O’Hara ∙ Vera Piller ∙ Salvatore Quasimodo ∙ Joachim Ringel­natz ∙ Christian Saalberg ∙ Barbara Traber ∙ Jürgen Völkert-Marten ∙ William Carlos Williams ∙ Maximilian Zander u.v.a., 256 Seiten, Broschur, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
  49. Werner Bucher ∙ Virgilio Masciadri (Hg.) orte. Schweizer Literaturzeitschrift. Nr. 167, Mai/Juni 2011. Sag was zur Nacht – oder: die Gomringers sind hier. Enthält: Werner Bucher: Claus Bremer – von der konkreten Poesie bis zur Einsicht, dass wir andere sind. Gedichte von Eugen Gomringer, Nora Gomringer, Virgilio Masciadri; Beiträge über Eugen Gomringer, Nora Gomringer, Forugh Farrokhzad.
  50. Christoph Buchwald ∙ Kathrin Schmidt (Hg.) ∙ Jahrbuch der Lyrik 2011, Gedichte von 138 Au­torinnen und Autoren, darunter Urs Allemann ∙ Friedrich Ani ∙ Anke Bastrop ∙ Thomas Böhme ∙ Mara-Daria Cojo­caru ∙ Crauss ∙ Carolin Dabrowski ∙ Róža Domašcyna ∙ Elke Engelhardt ∙ Elke Erb ∙ Karin Fellner ∙ Ludwig Fels ∙ Mara Gen­schel ∙ Tina Ilse Gintrowski ∙ Caroline Hartge ∙ Mi­chael Hüttenberger ∙ Jan Imgrund ∙ Mag­dalena Jagelke ∙ Manfred Jendryschik ∙ Synke Köhler ∙ Axel Kutsch ∙ Christian Lehnert ∙ Vesna Lubina ∙ Ma­rie T. Martin ∙ Friederike Mayröcker ∙ Mar­cus Neuert ∙ Harry Oberländer ∙ Hellmuth Opitz ∙ Eva Paula Pick ∙ Richard Pietraß ∙ Jan Volker Röhnert ∙ Hendrik Rost ∙ Ulrike Almut Sandig ∙ Vera Schindler-Wunderlich ∙ Marita Tank ∙ Hans Thill ∙ Isabella Vogel ∙ Ernest Wichner ∙ Bastian Winkler ∙ Eva Christina Zeller ∙ Michael Zoch u.v.a., Essays von Jürgen Brôcan · Andre Rudolph · Christa Wißkir­chen u.v.a., Nachworte von Chris­toph Buchwald und Kathrin Schmidt, 272 Seiten, Klappenbroschur, Deutsche Verlags-An­stalt, Mün­chen 2011.
  51. Hansjürgen Bulkowski, Und wie! Corvinus Presse.
  52. Hans Georg Bulla, „Wechselgetriebe – Ausgewählte Gedichte und Notate“, herausgegeben von Gerd Kolter, mit Zeichnungen von Peter Marggraf und einem Nachwort von Hermann Kinder, 174 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag, Bücher der Nyland-Stiftung, Köln, Aisthesis-Verlag, Bielefeld 2011.
  53. Erika Burkart: Nachtschicht. / Ernst Halter: Schattenzone. Weissbooks. 150 S.
  54. John Burnside · Versuch über das Licht, zweisprachige Ausgabe, aus dem Englischen und mit einem Nachwort versehen von Iain Galbraith, 138 Seiten, Hardcover, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, München 2011.
  55. Matthias Buth, Weltummundung, Gedichte, Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2011.

38. Poesie und Lyrik

Liebe Kundin, lieber Kunde,
Sie interessieren sich für Poesie und Lyrik? Dann möchten wir Sie auf die folgenden Bücher aufmerksam machen:
schreibt mir heute amazon.de, und bietet an:
Tomas Tranströmer: Sämtliche Gedichte.
Brigitte Beier, Sandra Degenhardt, Barbara Falk, Rolf Fischer (Hrsg.): Literatur 2012. Harenberg Tageskalender. Autoren. Werke. Buchtipps. Leseproben.
Berthold Budde, Harenberg (Hrsg.): Zitate 2012. Das treffende Zitat. Witz und Weisheit für jeden Tag.
Rainer Maria Rilke: Die Gedichte.
Till Lindemann: Messer.
Hans-Peter Schneider (Hrsg.): Weihnachten lieben und leben: Bayerische Weihnachtsgedichte und Weihnachtsgeschichten zum Schmunzeln, Lachen und Nachdenken.
Yasmina Reza: "Der Gott des Gemetzels": Mit 7 Fotos aus der Zürcher Inszenierung Uraufführung [sic].
und zu guter letzt, sich quasi nochmals rückbesinnend:
Tomas Tranströmer: Das große Rätsel. Gedichte.

90. Zweite Neue

Ece Ayhan (aus: Lyrikwiki Labor)

L&Poe Woche der türkischen Poesie

Weil seine Gedichte sowohl leicht als auch schwer zu lesen sind, weil sie ein bestehendes Gedichtverständnis verwerfen und ein neues postulieren. Ece Ayhan ist unter den Lyrikern der 1950er-Generation jener, der als Erster zu nennen ist, wenn es darum geht, sich und das Gelesene zu hinterfragen. Seine Lyrik weckt bei jedem Leser Befremden. (…)

Seine Gedichte erklären tatsächlich nichts. Sie deuten lediglich etwas an und ziehen sich wieder zurück, bevor sie es erklären. (…)

Neben einer Lyrik, die mit Leib und Seele und lebendig erzählt, lässt sich die gleichzeitige Existenz einer Lyrik, die das Gedicht als reine Kunst- und Dichtform begreift, nicht abstreiten. Wir können diese Form auch eine Art ‘intellektuelle Dichtung’ nennen, die aber das Gefühl nicht völlig verneint. Jene, für die Lyrik in erster Linie Ausdruck des Lebendigen und des Gefühls ist, werden Ayhans Gedichte nicht als eine Bereicherung der türkischen Dichtkunst begreifen.

Aus: Doğan Hızlan, Vom Vernebeln und Verdecken (1968). In: Mark Kirchner (Hrsg.): Geschichte der türkischen Literatur in Dokumenten. Hintergründe und Materialien zur Türkischen Bibliothek. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2008, S. 154f. (Deutsch von Nayhan Özdemir)
Nazım Hikmet schreibt für sich und für den Leser. Ece Ayhan hingegen schreibt nur für sich und übernimmt keine missionarische Verantwortung für seine Gedichte, was in seiner Aussage ‘Ich werde nicht dienen’ zum Ausdruck kommt.

Aus: Edip Cansever, Mit der Sprache spielen (1967). In Mark Kirchner, a.a.O. S. 152. (Deutsch von Nayhan Özdemir)
Ece Ayhan (1931-2002) wird neben İlhan Berk zur hermetischen Richtung der sogenannten “Zweiten Neuen” gerechnet, die eine Gegenbewegung zum sozialistischen Realismus und zur Garip (der Ersten Neuen) war. Er selbst lehnte diese Bezeichnung ab und zog es vor, von “Ziviler Dichtung” zu sprechen.

(Damit ist die lange Woche der türkischen Poesie 2011 beendet. Ich plane das Projekt fortzusetzen, vielleicht jeweils im April oder Mai mit einer Woche der xxx Poesie. Vielleicht auch mit “analogem” Anteil, sprich einer Veranstaltung im Falladahaus. Vielleicht hat ja jemand Lust, mitzumachen. –  2012 gibt es, letztes “Vielleicht”, eine “Woche der altgriechischen Poesie”. –

Eigentlich wollte ich auch aus der Quelle des Logos schöpfen. Aber Möglichkeiten gibt es ja immer.)