Kategorie: Mexiko
84. Poesiefestival von Montréal
Das 14. Poesiefestival von Montréal, veranstaltet von der Maison de la poésie, findet vom 27.5.- 2.6. 2013 statt. Mexiko steht in diesem Jahr im Mittelpunkt. Die Veranstaltung ist offen für alle Ausdrucksformen der zeitgenössischen Poesie. 150 Dichter, Schriftsteller und Künstler aus allen Bereichen nehmen am Festival an verschiedenen Orten der Stadt teil in rund vierzig reichhaltigen und abwechslungsreichen Aktivitäten, von denen viele auf Französisch und Spanisch präsentiert werden.
Unter dem Motto 25 Jahre Austausch zwischen Mexiko und Québec wird das Festival die Aufmerksamkeit auf die langjährigen Verbindungen der Dichter beider Nationen lenken. / Mehr
U.a. mit Hubert Antoine, Élise Turcotte, Yolande Villemaire et Paloma Martinez, Claude Beausoleil, Bernard Pozier, Nicole Brossard, Émile Martel, Marco Antonio Campos, Silvia Eugenia Castillero, Gabriel Martín, Cristine Carmona, Mathilia Daudier, Alain Dumont, Carole Dupuis, Denis Gendron, Diane Lavigne, Maria Bautista, José Villagomez, Taulina Gonzalez, Louise Berthiaume, Maria Helena Monge, Réjean Morel, Carole Roy
Hier das komplette Programm
106. Lieblingsstellen
Der April ist National Poetry Month in den USA. NBC Latino fragte in den USA lebende Latino-Dichter, welche anderen “Latino”-Dichter sie am meisten inspirieren. Die Nuyorican*-Spoken-Word-Künstlerin Giannina Braschi wählte eine Stelle aus einem Gedicht von César Vallejo:
I want to live always, even on my belly,
because, as I was saying and I say it again,
so much life and never! And so many years,
and always, lots of always, always, always!
(Translation by Tess O’Dwyer)
Mir wird es immer gefallen, zu leben, sogar auf dem Bauch,
denn, wie ich soeben sagte und es wiederhole,
so viele Leben und nie! Und so viele Jahre,
und immer, oftmals immer, immer, immer!
(Deutsch von Erich Arendt, aus: César Vallejo, Funken wie Weizenkörner. Gedichte. Berlin: Volk und Welt 1971, S. 79)
Me gustará vivir siempre, así fuese de barriga,
porque, como iba diciendo y lo repito,
¡Tanta vida y jamás! ¡Y tantos años,
y siempre, mucho siempre, siempre, siempre!
Lupe Méndez nannte Martin Espadas “Sing Zapatista”
Sing the word zapateado, tap and stamp of women dancing in the plaza
to the hummingbird rhythms of Veracruz, guitarist in fedora
watching his fingers skitter like scarabs across the wood,
shawled dancer lost in the percussion of her feet.
Andere nannten Gedichte von Demetria Martinez, Pablo Neruda, Tato Laviera, Louis Reyes Rivera, Gioconda Belli und Pedro Pietri.
/ Kristina Puga, NBC Latino
*) Zusammenziehung von New York und Puertorican
Giannina Braschi (* 5. Februar 1953 in San Juan) ist eine puertoricanische Schriftstellerin und Wissenschaftlerin, führende Vertreterin der Nuyoricanbewegung. Wikipedia schreibt:
Obwohl ihre Bücher als Romane eingestuft werden, sind ihre späteren Werke Experimente sowohl in Stil und Format und zeigen viele fremdländische Einflüsse.
Friederike C. Raderer sagte im österreichischen ORF in einem Beitrag zu Puerto Rico: Mit ihrem Roman “Yo-Yo Boing!” dem Sprachenmischmasch, das unter den Hispanos in New York üblich ist, (hat sie ) dem “Spanglish” ein Denkmal gesetzt.”
Lupe Méndez, zweisprachiger Dichter, Texas
60. Mexikanische Lyrik
»Ich vernichte durch den kapitalismus ich da draußen im angesicht des schmerzes ökonomischen verlustes ich angesichts des lochs des anderen.« So schreit Minerva Reynosa (32) ihre Entfremdung heraus. Und bei Eduardo Padilla (35) betet ein Nihilist »für ein massives Desaster, das uns befreie von Herren und Sklaven gleichermaßen«. Von den Klassengegensätzen auszugehen, ist selbstverständlich für die junge mexikanische Dichtung, die in der aktuellen Ausgabe des Literaturmagazins poet zweisprachig vorgestellt wird. Herausgegeber ist Andreas Heidtmann vom Leipziger »poetenladen«. …
Und schließlich Rollenlyrik eines Rockstars, Antikriegssongs von Julián Herbert, als wäre hier ein Otto Dix zu Gange: »die Schenkel meiner Frau zeigen in Richtung Schlacht« oder »Langsam kam die Party in Schwung: / abgehackte Hände auf dem Monopolytisch, / im DVD-Player lief ein Neujahrsporno.« Doch plötzlich weht eine nächtliche Szene auf einem Parkplatz heran, zwei Dichter, die sich zum ersten Mal sehen. Herbert gelingt der poetische Hochseilakt, diese Begegnung so zu vergegenwärtigen, als hätten die beiden, nicht er, sie geschrieben, nur mit Bildern und streng nach Regeln der altchinesischen Dichtkunst. Im Morgengrauen malen sie das gemeinsam gefertigte Gedicht in formvollendeter Schrift an ihre zerbeulten Autos, während sie – sehr suggestiv – Wodka fließen lassen. Unentwegt. Eine Flasche. Bis der Mond ganz klar zu sehen ist. »Una botella de vodka / hace más transparente la luna.« Zwölf einfache Zeilen, die einem den Atem verschlagen. Ihr Titel? »Das Herz der Samstagnacht«. Ihre imaginären Autoren? Tom Waits und Li Po. / Antonín Dick, junge Welt
Andreas Heidtmann (Hrg.): poet nr. 12 – Literaturmagazin. poetenladen, Leipzig 2012, 90 Seiten, 9,80 Euro
70. Poesie aus Lateinamerika
Der Mexikaner José Emilio Pacheco macht sich in „Sirenendämmerung“ Gedanken über Wissen und Nichtwissen, Wirklichkeit und Fantasie. Reichlich mysteriös ist das neunseitige Gedicht „Der Tiger im Haus“ von Pachecos Landsmann Eduardo Lizalde, auf das auch der Titel des Sammelbandes zurückgeht.
Als „Antipoet“ kommt der exzentrische Chilene Nicanor Parra daher. Er misstraut den Wörtern und ihrer Fähigkeit, etwas zu bezeichnen und fordert in „Umbenennungen“ die Dichter dazu auf, die Namen aller Dinge zu ändern, auch den Namen Gottes. In „What is poetry?“ definiert er sein Verständnis von Poesie: „alles was man sagt ist Poesie/alles was man schreibt ist Prosa/alles was sich bewegt ist Poesie/was stillsteht ist Prosa.“
„In allen Ländern Lateinamerikas haben die Dichter eine besondere Stellung. Sie werden geliebt und rezitiert“, sagte Strausfeld bei der Vorstellung ihres Buches in Berlin. …
Ein Anschlussband mit jüngeren Dichtern ist nicht ausgeschlossen…
/ Die Erben Nerudas – neuere lateinamerikanische Poesie – weiter lesen auf FOCUS Online
Michi Strausfeld (Hg.): Dunkle Tiger – Lateinamerikanische Lyrik, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 373 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3-10-074444-9
51. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (5)
Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift
Wird in den nächsten 2 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden. (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur N – Sch. Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)
- Shafiq Naz (Hg.) · Der deutsche Lyrikkalender für junge Leser 2012. Jeder Tag ein Gedicht, 366 Gedichte von 200 Autorinnen und Autoren von den Anfängen bis zur Gegenwart, darunter ∙ Ernst Moritz Arndt ∙ Rose Ausländer ∙ Hans Bender ∙ Rolf Dieter Brinkmann ∙ Manfred Chobot ∙ Matthias Claudius ∙ Klaus Peter Dencker ∙ Annette von Droste-Hülshoff ∙ Marie von Ebner-Eschenbach ∙ Manfred Enzensperger ∙ Theodor Fontane ∙ Günther Bruno Fuchs ∙ Stefan George ∙ Günter Grass ∙ Peter Handke ∙ Heinrich Heine ∙ Hendrik Jackson ∙ Mathias Jeschke ∙ Franz Kafka ∙ Axel Kutsch ∙ Oskar Loerke ∙ Martin Luther ∙ Christian Morgenstern ∙ Wilhelm Müller ∙ Andreas Noga ∙ Novalis ∙ Martin Opitz ∙ Oswald von Wolkenstein ∙ Walther Petri ∙ August von Platen ∙ Monika Rinck ∙ Joachim Ringelnatz ∙ Paul Scheerbart ∙ Raoul Schrott ∙ Volker von Törne ∙ Georg Trakl ∙ Ludwig Uhland ∙ Friedrich Theodor Vischer ∙ Jan Wagner ∙ Robert Walser ∙ Albin Zollinger, 430 Seiten, Tischkalender mit Spiralbindung, Alhambra Publishing, B-Bertem 2011.
- Cyprian Kamil Norwid: Über die Freiheit des Wortes. Poem. Aus dem Polnischen von Peter Gehrisch. Leipziger Literaturverlag. 220 Seiten.
- Gisela Noy · Gänge ans Licht, mit drei Graphiken von Berthold Mallmann, 36 Seiten, handfadengebundene Broschur, numeriert und signiert, Atelier Verlag, Andernach 2011.
- Hellmuth Opitz · Die Dunkelheit knistert wie Kandis, 126 Seiten, Hardcover, Pendragon Verlag, Bielefeld 2011.
- Jutta Over · Grünland Grauland, 24 unpaginierte Seiten, geheftete Broschur, Machandel Verlag, Haselünne 2011.
- José Emilio Pacheco: Früher oder später. Edition Delta (Aus dem Spanischen von Juana und Tobias Burghardt)
- Bert Papenfuß: Pro tussi à gogo. Broschur, 28 S. Schock Edition, EdK/Distillery, Berlin 2011.
- Alexej Parschtschikow: Erdöl. Gedichte. Übersetzung: Hendrik Jackson. kookbooks 2011
- Teresa Pascual ∙ Die geordnete Zeit & Rebellion des Salzes – El temps en ordre & Rebellió de la sal. Gedichte [zweisprachig]. Aus dem Katalanischen von Juana und Tobias Burghardt. Titelbild von Juana Burghardt. 161 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
- Miodrag Pavlović: Mißhelligkeiten, alte und neue. Gedichte. Aus dem Serbischen von Peter Urban. Leipziger Literaturverlag. 152 Seiten.
- Francesco Petrarca, Canzoniere, aus dem Italienischen übersetzt von Karl-Heinz Stierle, gebunden, 273 Seiten, Insel Verlag 2011.
- Annelotte Piper (Hg.): Kaum berührt, zerfällt die Mauer der Nacht.28 japanische Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts. Mit Gedichten von Yosano Akiko, Nagase Kiyoko, Fukao Sumako, Sagawa Chika, Machida Shizuko, Ishigaki Rin, Nakamura Chio, Mitsui Futabako, Uchiyama Tomiko, Ibaragi Noriko, Shinkawa Kazue, Shiraishi Kazuko, Tada Chimako, Kora Rumiko, Takarabe Toriko, Kawata Ayane, Kanai Mieko, Tomioka Taeko, Yoshihara Sachiko, Aoki Harumi, Tatara Chieko, Arai Toyomi, Yoshiyuki Rie, Ito Hiromi, Isaka Yoko, Hirata Toshiko, Inaba Mayumi und Kawaguchi Harumi. Mit einem Geleitwort von Yoko Tawada. Aus dem Japanischen von Annelotte Piper. Deutsche Erstausgabe. 368 Seiten. München: dtv, Dezember 2011.
- Kai Pohl (Hg.): floppy myriapoda. Subkommando für die freie Assoziation. Heft 18. Mit Gedichten von Niccolò Agnoli, Ernst-Jürgen Dreyer, Emmanuel Eni, Ernst Fuhrmann, Alex Galper, Rex Joswig, Andreas Paul, Kai Pohl, Clemens Schittko, Schwartz, HEL Toussaint, Johannes Witek u. a. Broschur, 40 S. EdK/Distillery, Berlin, Oktober 2011.
- Kai Pohl ∙ Clemens Schittko ∙ da kapo mit CS-Gas, 59 Seiten, Broschur, fixpoetry.Verlag, Hamburg 2011.
- Kai Pohl: Phantomkalender. Broschur, 24 S. Distillery, Berlin 2011.
- Traian Pop (Hg.) · BAWüLON. Süddeutsche MATRIX für Literatur und Kunst, 1. Ausgabe, Essay, Lyrik und Prosa, Gedichte von Johann Lippet · Horst Samson · Rainer Wedler u.a., 106 Seiten, Broschur, Pop Verlag, Ludwigsburg 2011.
- Traian Pop (Hg.) · Matrix. Zeitschrift für Literatur und Kunst, 24. Ausgabe, Essay, Lyrik und Prosa, Gedichte von Róža Domašcyna ∙ Benedikt Dyrlich ∙ Kito Lorenc ∙ Friederike Mayröcker ∙ William Totok u.a., 192 Seiten, Broschur, Pop Verlag, Ludwigsburg 2011.
- Magorzata Poszewska (Hg.): Ein Fenster bis zum Horizont / Okno po horyzont. 198 Seiten. edition art science, St. Wolfgang. Reihe: Lyrik der Gegenwart, Band 10.
- Kevin Prufer, Wir wollten Amerika finden. Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Norbert Lange und Susanna Mewe. luxbooks, 2011.
- Hans Raimund/Friedrich Danielis: “Choral Variationen”. Edition Thurnhof, Reihe oxohyph 2011, 24 Euro, ISBN 978-3-900678-15-9. Auflage 400, 20 Exemplare erschienen als Vorzugsausgabe im Holzschuber mit einem Autograph von Hans Raimund und einer Arbeit von Friedrich Danielis, 180 Euro.
- Arne Rautenberg: Miami Bach. Illustration/ Grafik: Olrik Kohlhoff. 8 Bögen, keine Nummerierung. Cordel Kiel 2011.
- Arne Rautenberg: Triebabfuhr. Gedichte mit Zeichnungen von Thomas Palme, 24 Seiten. Cordel Kiel 2011.
- Tom Raworth: Logbuch. Gedichte. Übersetzung: Ulf Stolterfoht. 96 Seiten, Format: 13.5 x 21 cm, gebunden, Softcover. Das Wunderhorn 2011.
- Marcel Reich-Ranicki (Hg.) ∙ Frankfurter Anthologie. Vierunddreißigster Band, Gedichte und Interpretationen, Gedichte von H. C. Artmann · Gottfried Benn · Bertolt Brecht · Walter Helmut Fritz · Wolfgang Hilbig · Peter Huchel · Theodor Kramer · Alfred Lichtenstein · Friederike Mayröcker · Helga M. Novak u.v.a., 317 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011.
- Walter Rheiner. Versensporn – Heft für lyrische Reize Nr. 1. Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2011.
- Walter Rheiner · Ausgewählte Gedichte (edition grillenfänger 27). 48 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
- Øyvind Rimbereid · Herbarium, aus dem Norwegischen von Klaus Anders, 85 Seiten, Klappenbroschur, Edition Rugerup, Berlin · S-Hörby 2011.
- Jan Volker Röhnert ∙ Notes from Sofia. Bulgarische Blätter, Gedichte, Notate, Erzählung, 148 Seiten, Klappenbroschur, edition AZUR, Dresden 2011.
- Ludwig Rubiner · Das himmlische Licht. Gedichte (edition grillenfänger 26). 32 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
- Tuvia Rübner · Lichtschatten. Gedichte. 102 Seiten, gebunden, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
- Peter Rühmkorf: Poesiealbum 293. Hg. u. ausgewählt von Richard Pietraß, Grafik Horst Janssen. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2011, 32 S.
- Wilhelm Runge · Das Denken träumt. Gedichte (edition grillenfänger 30). 62 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
- Gabriele Sander (Hg.): Die Welt hebt an zu singen. Musik-Gedichte. Reclam. 192 Seiten.
- Julia Sander ∙ Der Fernseher blinkt in Blitzblau Augengeflatter, 24 unpaginierte Seiten, Handsatz und Handfadenbindung von Karl-Friedrich Hacker, footura black, Itzehoe 2011.
- Ulrike Almut Sandig ∙ Dickicht, 80 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Lesebändchen, Schöffling & Co., Frankfurt am Main 2011.
- Jordi de Sant Jordi · Der letzte Trobador. Eine Anthologie. Herausgegeben und übersetzt von Hans-Ingo Radatz (Reihe: Katalanische Literatur des Mittelalters, Bd. 5), 120 Seiten, broschiert, Berlin – Münster – Wien – Zürich – London, LIT Verlag 2011.
- Knut Schaflinger ∙ Schneebrand, 103 Seiten, Klappbroschur, Edition POEMA, Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2011.
- Valeri Scherstjanoi: Mein Futurismus. Mit einem Nachwort von Michael Lentz. Matthes & Seitz Berlin 2011, 191 S.
- René Schickele · Ausgewählte Gedichte (edition grillenfänger 22). 48 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
- Clemens Schittko: Manifest der Nachhut. Broschur, 28 S. Schock Edition, EdK/Distillery, Berlin 2011.
- Clemens Schittko: Und ginge es demokratisch zu. sUkUltUr 2011.
- Tibor Schneider • Christiane Schweitzer • Anselm Treichler (Hg.), ]trash[pool. Zeitschrift für Literatur und Kunst, 2. Ausgabe, Lyrik und Prosa von Richard Duraj, Sascha Kokot, Lucia Leidenfrost, Jinn Pogy, Jan Skudlarek u.a., 106 Seiten, Broschur, Tübingen 2011.
- Wieland Schmied · Ein Irrer schreibt an einen Blinden. Ezra Pound Studien III (Rimbaud-Taschenbuch Nr. 72), 112 Seiten, broschiert, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
- Stefan Schmitzer : scheiß sozialer frieden . Gedichte. Wien: Edition Korrespondenzen, 2011. Mit einem Nachwort von Clemens Setz, gebunden, 21 x 13 cm, 96 Seiten.
- Ernst Schönwiese · Baum und Träne (Lyrik-Taschenbuch Nr. 74), 72 Seiten, broschiert, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
- Karl-Heinz Schreiber ∙ Das Wundern der Romantizierer generiert altmodische Beulen, 38 Seiten, geheftete Broschur, Silver Horse Edition, Marklkofen 2011.
- Natalia Shchyhlevska · Verschränkungen. Leben und Werk von Autoren aus der Bukowina anhand von Briefen und Nachlässen (Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 58).7 Abb., 124 Seiten, gebunden, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
66. Wortbedeutungen laufen um ihr Leben
“Wortbedeutungen laufen um ihr Leben”, heißt es in einem Gedicht von Maricela Guerrero aus Mexiko. Natürlich denkt man da sofort auch an Menschen, die um ihr Leben laufen – Poesie weckt Assoziationen. “Da man mir keine andere Wahl lässt, spreche ich”, formuliert stolz der Poet Martin Gambarotta aus Argentinien. Beide Dichter waren jetzt zu Gast im Heine-Institut Düsseldorf, zum Poesiefestival Latinale, das außerdem Lesungen nach Wuppertal, Bochum, Köln, Bonn und Berlin bietet. / WERNER SCHWERTER, Rheinische Post
47. LATINALE 2011: Ein mobiles Festival der Entdeckungen
Eine Kooperationsveranstaltung von KRASH NEUE EDITION und Instituto Cervantes Berlin – gefördert vom NRW KULTURsekretariat (Wuppertal) und vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport
Die LATINALE versteht sich als jährlich stattfindendes Forum, auf dem aktuelle Tendenzen der lateinamerikanischen Lyrik präsentiert werden. Seit ihrer Gründung 2006 durch Rike Bolte und Timo Berger hat sich das Festival als Plattform für in ihren Heimatländern herausragende, in Deutschland aber noch weitgehend unbekannte junge Autorinnen und Autoren etabliert. Die LATINALE bemüht sich, in Zusammenarbeit mit deutschen Autoren und Autorinnen, Übersetzern und Übersetzerinnen sowie Studierenden, Schülern und Schülerinnen und den jeweiligen dahinter stehenden Institutionen, einen ästhetischen und intellektuellen Dialog zwischen den Kulturen zu initiieren.
Die LATINALE legt seit ihrem Anbeginn großen Wert auf professionelle Übersetzungen ins Deutsche. Im Jahr 2011 werden deutsche Autorinnen und Autoren aktiv am Festival teilnehmen; ihre Werke werden ins Spanische übersetzt, so dass die lateinamerikanischen Gäste in den Genuss kommen, in Berlin, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Köln, Wuppertal (und später in Guadalajara) deutschsprachige Literatur kennen zu lernen. Gleichzeitig werden die Gedichte der lateinamerikanischen Gäste ins Deutsche übersetzt, so dass ein paralleles Cross-Over in beiderlei Richtungen möglich wird. Ziel ist die Förderung des nachhaltigen Kulturaustausches (in Form von Publikationen, Audio-Aufnahmen und einem „Übersee-Archiv“) zwischen beiden Erdteilen.
Die LATINALE ist ein mobiles Festival, das sich an verschiedenen Orten präsentiert, neben dem Schwerpunkt Berlin wurden in den letzten Jahren immer auch andere Bundesländer mit bedacht. Im November 2011 wird nach einer Veranstaltungsschiene in Berlin ein eigenes NRW-Programm realisiert, das – neben den Aspekten Nachhaltigkeit und Interkulturalität – auch wegen der vergleichsweise geringen Wahrnehmung zeitgenössischer Lyrik im bevölkerungsreichsten Bundesland begrüßenswert erscheint. Denn Lyrik-Veranstaltungen sind in NRW noch dünn gesät. In den Programmen der Literaturhäuser und anderer institutioneller Veranstalter gibt es kaum oder gar keine Lyriktermine. Hier kann die LATINALE mit mehreren attraktiven Poesie-Veranstaltungen Ergänzung und Anstoß bieten.
Im Jahr 2011 wird der räumliche Fokus des Festivals neben den deutschen Spielstätten erstmalig auch in Guadalajara, Mexiko, liegen. Hier werden einige der deutschen Autorinnen und Autoren (u.a. Swantje Lichtenstein, Tom Schulz, Enno Stahl und Uljana Wolf) nach den Veranstaltungen in der Spree-Metropole und in NRW in einem weiteren faszinierenden Kulturgebiet mit Aussicht auf einen zukunftsträchtigen Austausch auftreten. Neben den Berliner Festival-Initiatoren und Kuratoren Timo Berger und Rike Bolte wird der NRW-Teil kuratiert von Enno Stahl.
Folgende Termine werden NRW angeboten:
35. Gestorben
Der spanische Dichter Tomás Segovia, der 1940 nach Mexiko auswanderte, starb am Montag im Alter von 84 Jahren an Krebs. Der Freund des Dichters und Poeten Octavio Paz war eine bedeutende Figur im Kulturleben Mexikos. Zu seinen bekanntesten Werken zählen La luz (1950), Apariciones (1957), Cuaderno del nómada (1978), Cantata a solas (1985), Lapso (1986), Noticia natural (1992), Fiel imagen (1996) und Sonetos votivos (2007). / Europe1.fr avec AFP
109. Junge deutsche Lyrik in Mexiko
Metrópolis heißt eine mexikanische Lyrikzeitschrift, die in ihrer Nr. 36 (“Gratis-Exemplar”) neue deutsche Lyrik vorstellt.
http://www.revista-metropolis.com/
Die Onlineausgabe besteht aus einer großen Jpg-Datei (13 MB), die über Flash so gesteuert wird, daß sie auf Mausbewegung reagiert (was das Lesen etwas schwierig macht. Wer will, kann sich von mir die jpg schicken lassen – die hält wenigstens still.)
Sie enthält Texte von René Hamann, Carl Christian Elze, Ann Cotten, Ulrike Almut Sandig, Sabine Scho, Jan Volker Röhnert, Peggy Neidel, Ron Winkler, Christoph Wenzel und Swantje Lichtenstein.
20. Gedichte? Erst recht
Nachdem sein Sohn ein Opfer des Drogenkriegs wurde, hat sich der Poet Javier Sicilia geschworen, keine Gedichte mehr zu schreiben. “El mundo ya no es digno de la palabra”, heißt es in seinem erklärtermaßen letzten Gedicht: “Die Welt ist des Wortes nicht mehr würdig.”
Diese nachvollziehbare Konsequenz bleibt zum Glück die Entscheidung eines Einzelnen. Die junge Literaturszene in Mexiko Stadt gibt sich alle Mühe, auch unter diesen Umständen weiterzuarbeiten. Das zeigt sich vor allem in den Büchern der Independent-Verlage Textofilia und Sur+. Der Dichterin und Verlegerin Gabriela Jauregui von Sur+ ist die Situation des Landes ein Grund, sich erst recht zu engagieren. …
Jetzt organisiert und ediert sie eine Anthologie von Dichtern aus Ciudad Juárez, jener Stadt an der Grenze zu den USA, die derzeit die höchste Mordrate der Welt verzeichnen soll.
In dem Band befinden sich auch Arbeiten des jungen Dichters Rubén Macías Esparza, der bereits eine Antwort auf Sicilias Absage an die Poesie verfasst hat: “Javier Sicilia / Vergiss nicht, dass die Poesie / die Buchstaben des Namens deines Sohnes weiterträgt”, heißt es da. “Mach deine Tinte klarer / unter diesem Pulver, das uns erdrückt / Javier / Sing uns heute deine Gedichte und entgehe / den Kugeln, die deinen Sohn ermordet haben und folg /damit nicht / der Schmerz zu existieren uns alle zersetzt.” / Johannes Thumfart, Die Zeit