Kategorie: Kuba

59. Mehrsprachige Gedichte

Als Angehörige einer bestimmten europäischen Generation sieht sich Zwetelina Damjanova: “Die extrem schnellen Wanderflüsse von Menschen haben eine neue, mehrsprachige Generation hervorgebracht, die vorher so nicht da war.” Um ihre eigene Mehrsprachigkeit und die “eines ganzen Teils der europäischen Gesellschaft” gehe es in ihrem neuen Gedichtband. Was im Inneren vorgehe, die Beziehung zu den Sprachen, wird dort artikuliert.

Es sind drei mal drei mal drei – insgesamt 27 – Gedichte aus jeweils drei Strophen zu jeweils drei Verszeilen. Jede Strophe ist in einer anderen Sprache verfasst: Bulgarisch, Spanisch, Deutsch. Mit diesen Sprachen ist Damjanova aufgewachsen. Ihre Eltern sind gebürtige Bulgaren, ihre Mutter spricht auch fließend Spanisch, weil sie von klein auf in Kuba gelebt hat. Jede Strophe hat einen eigenen Klang, eine Übersetzung ist dabei. / Stefan Beig, Wiener Zeitung

Mehr Info vom Verlag incl. Leseprobe

110. Komplex und flexibel

José Kozers Prolog ist eine angemessene Einleitung in diese atemberaubende Serie von 64 Gedichten, die alle den gleichen Titel tragen: “Ein sechzigjähriger Mann schreibt ein Gedicht und nennt es Anima. Tage später schreibt er eins in ähnlichem Ton und nennt es Anima, da bemerkt er, daß er eine Serie von Gedichten angefangen hat, die alle den gleichen Titel haben müssen.” …

In der spanischsprechenden Welt gilt Kozer seit langem als einer der größten kubanischen Dichter seiner Generation. Er veröffebtlichte 52 Bände Lyrik und Prosa und ist der erste lebende Dichter der Diaspora, von dem ein Buch in Kuba veröffentlicht wurde.

Die Schwerverständlichkeit der Gedichte sollte den Leser nicht irritieren. Für Kozer ist schwierige Lyrik anregend: das Gedicht muß für Komplexität offen sein und flexibel genug, sie auch zu artikulieren. Statt einer klar ablesbaren Botschaft ist es ein poetischer Vorgang oder eine Reise durch verschiedene Materialien. Dies bildet die Erfahrung der Anima. Gestatte dir nicht, diese Gedichte für abstrakte symbolistische Sendschreiben zu halten; sie suchen nur die klarsten Details der Bewegung und Unmittelbarkeit der Welt:

Vermeide Aphorismen, Kozer: jedes allgemeine Gesetzt widerspricht sich selbst.
Glück ist Luft Olivenbäume blühendes Zuckerrohr (der Anblick)
Tabak in Blüten  (rauch nicht)
iß einmal am Tag. 

Stuart Cooke, The Australian

Anima
By Jose Kozer
Translated by Peter Boyle
Shearsman Books, 268pp, $35

95. Kubanisch-amerikanischer Wettbewerb

Linden Lane Press ist die Heimstatt kubanischer Exilkünstler und -schriftsteller. In diesem Jahr veranstaltete Linden Lane Press seinen ersten Lyrik- und Malereiwettbewerb. Der kubanisch-amerikanische Lyriker Orlando Ferrand gewann den Lyrikpreis und Candida Rodriguez den Malereipreis. Am Finale beteiligten sich 3 Maler und 5 Lyriker. / pr.com

39. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (1)

Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift

Zusammengelesen von Theo Breuer, Mitarbeit Michael Gratz

Wird in den nächsten 6 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden.  (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur A + B. – Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)

Auf dem Weg in ein poetisches Neuland, den jedes gelun­gene Gedicht geht (und dem damit zugleich das Kunst­stück gelingt, dieses Neuland als längst vertraut erschei­nen zu lassen), sind also die formalen Möglichkeiten so vielfältig wie die Anzahl denkbarer Gedichte, befreit von den Fesseln eines festgelegten Formenkanons.

Jan Wagner

  1. Silja Aðalsteinsdóttir, Jón Bjarni Atlason und Björn Kozempel (Hg.): Isländische Lyrik. Berlin: Insel 2011. 223 S.
  2. Kurd Adler · Gedichte (edition grillenfänger 29). 34 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  3. Gerd Adloff. Versensporn – Heft für lyrische Reize Nr. 4. Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2011.
  4. Pegah Ahmadi „Mir war nicht kalt“, Gedichte, Sujet Verlag 2011
  5. Ahne · Gedichte, die ich mal aufgeschrieben habe. Voland & Quist, Dresden und Leipzig 2011., 95 Seiten.
  6. Bernhard Albers · Der Fall Michael Guttenbrunner. Eine Verteidigungsschrift (Guttenbrunner-Studien Bd. 3; Rimbaud-Taschenbuch Nr. 73). 8 Abb., 52 Seiten, brosch., Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  7. Amanda Aizpuriete (Hg.): Kur Dieviņi paliksi. Wo Gott wirst du bleiben dann. Lettische Volkspoesie. Ausgewählt von Amanda Aizpuriete. Nachgedichtet von Manfred Peter Hein anhand der Übersetzung von Horst Bernhardt (Fäkätä 13). Queich Verlag Germersheim. Imprint des SAXA Verlags 2011. 20 S.
  8. Andreas Altmann · Axel Helbig (Hg.) ∙ Es gibt eine andere Welt. Neue Gedichte. Eine Anthologie aus Sachsen mit Gedichten von Uta Ackermann, Lars-Arvid Brischke, Uwe Claus, Renatus De­ckert, Margot Ehrich, Swen Friedel, Peter Gosse, Martina Hefter, Jayne-Ann Igel, Manfred Jendryschik, Thilo Krause, Kito Lo­renc, Dieter Mucke, Uwe Nösner, Kerstin Preiwuß, Bertram Reinecke, Ulrike Almut Sandig, Sandra Trojan, Günter Ullmann, Guntram Vesper, Michael Wüstefeld, Ulrich Zieger u.v.a., Nachwort von Peter Geist, 400 Seiten, Hardcover mit Schutzum­schlag, poe­tenladen, Leipzig 2011.
  9. Klaus Anders · Andreas Struve (Hg.) · So schmeckt ein Stern. Norwegische Lyrik des 20. Jahrhun­derts, über­setzt und kommentiert von Klaus Anders und Andreas Struve, Gedichte von Olaf Aukrust, Paul-Helge Haugen, Kristofer Uppdal u.v.a., 254 Seiten, Klappenbroschur, Edition Ru­gerup, Berlin · S-Hörby 2011.
  10. Eugénio de Andrade · Das Salz der Sprache & Die Furchen des Durstes – O Sal da Língua & Os Sulcos da Sede. Gedichte [zweisprachig]. Aus dem Portugiesischen von Juana und Tobias Burghardt. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt. 199 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  11. Guillaume Apollinaire · Poesiealbum 294. Herausgegeben und ausgewählt von Richard Pietraß. Grafik Raoul Dufy. Märkischer Verlag Wilhemshorst 2011.
  12. Michael Arenz ∙ Noch nicht ganz aber fast, 42 Seiten, geheftete Broschur, Silver Horse Edition, Marklko­fen 2011.
  13. Michael Arenz (Hg.) ∙ Der Mongole wartet. Zeitschrift für Literatur und Kunst, 22. Ausgabe: Lyrik ∙ Prosa ∙ bildende Kunst, Gedichte Michael Arenz ∙ Peter Ettl ∙ Bernd harlem Fischle ∙ Erna Fitzner ∙ Florian Günther ∙ Kai Pohl ∙ Ruth Velser ∙ Johannes Witek ∙ Maximilian Zander, 504 Seiten, Zenon Ver­lag, Düs­seldorf 2011.
  14. Tone Avenstroup, Stefan Döring, Bert Papenfuß, Michael Peschke, Stefan Ret, Hugo Velarde (Hg.): Gegner. Quartalsschrift. H. 29, September 2011. Gedichte von Jóanes Nielsen, Prosa von Lothar Trolle, Ilia Kitup, Johannes Jansen u.v.a.
  15. Bassirou Ayeva, Cahier D’exil, Gedichte französisch-deutsch, Sujet Verlag 2011
  16. “Matthias” BAADER Holst·  Versensporn 2. Exdition Poesie schmeckt gut. Jena 2011
  17. Ulrike Bail ∙ wundklee streut aus. 47 gedichte über theodora, 103 Seiten, Broschur, CONTE Verlag, Saarbrü­cken 2011.
  18. Hugo Ball ∙ Zinnoberzack, Zeter und Mordio. Alle DADA-Texte, herausgegeben von Eckhard Faul, 144 Seiten, Klappenbroschur, Wallstein Verlag, Göttingen 2011.
  19. Hans Jürgen Balmes, Jörg Bong, Alexander Roesler und Oliver Vogel (Hg.): Neue Rundschau, 122. Jahrgang, Heft 1/ 2011. Thesen zur Literaturkritik. Lyrikosmose 3, zusammengestellt von Michael Braun und Michael Lentz, Gedichte von Konstantin Ames,  Franz Richard Behrens, Ulrich Koch, Dagmara Kraus, Renate Rasp, Werner Riegel, Jürgen Theobaldy. Carte Blanche, Gedichte von Uwe Dick. 248 S.
  20. Mary Jo Bang, Eskapaden, luxbooks, 2011.
  21. Maximilian Barck (Hg.): Kunst- und Literaturzeitschrift HERZATTACKE. Sonderband 2011: Wolfgang Hilbig. Mit Texten von Andreas Altmann, Maximilian Barck, Rita Bischof, Thomas Böhme, Rene Char, Francis Scott Fitzgerald, Eberhard Häfner, Andreas Koziol, E. O. Kuilman, Stéphane Mallarmé, Thomas Martin, Gérard de Nerval, Gert Neumann, Philipp Passeur, Simone Katrin Paul, Arthur Rimbaud, André Schinkel und Ilona Stumpe-Speer. Kunstverein HERZATTACKE e. V.
  22. Roland Bärwinkel: Bevor es zu spät wird. Wartburg Verlag: Edition Muschelkalk der Literarischen Gesellschaft Thüringen, Band 34.
  23. Christoph W. Bauer: getaktet in herzstärkender fremde. Haymon. 20 Seiten
  24. Christoph W. Bauer: mein lieben mein hassen mein mittendrin du. Haymon. 89 Seiten
  25. Sandra Beasley: Die Abtastnadel in der Rille eines traurigen Lieds. Gedichte (übersetzt von Ron Winkler), hochroth Verlag 2011.
  26. BELLA triste 30. [Pappschachtel] Beiträge von Niklas Bardeli ∙ Christian Filips ∙ Monika Rinck ∙ Bo Wiget ∙ Dieter M. Gräf ∙ Hendrik Jackson ∙ Judith Schalansky ∙ Marius Schmidt ∙ Philipp Schönthaler  ∙ Michael Stavaric ∙ Laetizia Praiss ∙ Andreas Töpfer ∙ Robert Wenrich ∙ Uljana Wolf ∙ Christian Hawkey
  27. Hans Bender ∙ O Abendstunde. Ausgewählte Gedichte, mit einem Nachwort von Arnold Stadler, 40 Seiten, handfadengebundene Broschur, Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn 2011.
  28. Timo Berger, Rike Bolte, Juan Carlos Guédez Méndez, Enno Stahl (Hg.): Frachtgut Überseepoesie (Latinale 2011). Remesa Poética de Ultramar: Neue Gedichte aus Lateinamerika und Deutschland / Nuevos Poemas de Latinoamérica y Alemania«. Mit llustrationen von Mónica León, unter Verwendung des Logo von Ana Albero. Mit Gedichten von Luis Alberto Arellano, Damaris Calderón, Luis Chaves, Martín Gambarotta, Maricela Guerrero, Victoria Guerrero, Adrian Kasnitz, Odile Kennel, Björn Kuhligk, Stan Lafleur, Swantje Lichtenstein, Marie T. Martin, Benjamín Moreno, Jinn Pogy, Minerva Reynosa, Monika Rinck, Tom Schulz, Enno Stahl, Ernesto Suárez, Andira Watson, Uljana Wolf. sUkUltUr, November 2011.
  29. Aloysius Bertrand, Gaspard de la nuit, Übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Jürgen Buchmann, Reinecke & Voß, Leipzig 2011, 150 Seiten.
  30. Wolf Biermann: Fliegen mit fremden Federn. Nachdichtungen und Adaptionen. Hoffmann und Campe 2011, 526 S. Aus dem Griechischen, Portugiesischen, Spanischen, Koreanischen, Tschechischen, Italienischen, Schwyzerdütschen, Schwedischen, Englischen, Russischen, Hebräischen, Jiddischen, Lettischen, Finnischen, Litauischen, Estnischen, Französischen. Texte u.a. von José Marti, Ernesto Cardenal, Victor Jara, Giacomo Leopardi, Mani Matter, William Shakespeare, Robert Burns, William Butler Yeats, Andrew Marvell, Robert Frost, John Keats, John Donne, e.e. cummings, W.H. Auden, George Orwell, Dylan Thomas, Bob Dylan, Bulat Okudshawa, Sergej Jessenin, Novella Matwejewa, Wladimir Wyssozki, Andrej Wosnessenski, Julij Daniel, Jizchak Katzenelson, Elie Wiesel, Hirsch Glik, Uri Zvi Grinberg, Mordechaj Gebirtig, Pierre-Jean de Béranger, Boris Vian, Louis Aragon, Jacques Prévert, George Brassens, Guillaume Apollinaire, Paul Verlaine, Arthur Rimbaud.
  31. Bilhana: Gestohlene Lust. Hg. u. aus dem Sanskrit übersetzt von Albertine Trutmann. München: C.H. beck textura 2011. 128 S.
  32. Horst Bingel, Stafettenlauf. Gedichte aus dem Nachlaß. Corvinus Presse
  33. Paulus Böhmer ∙ Teigwaren auf der Terrasse nachts. 36 Seiten. Ostheim/Rhön, Peter Engstler 2011.
  34. Dietrich Bode (Hg.): Blumen, Gärten, Landschaften. Bilder und Gedichte. Reclam. 183 Seiten, 75 farbige Abbildungen (Gestaltung: Susanne Zippel).
  35. Rike Bolte und Ulrike Prinz (Hg.): Transversalia. Horizontes con versos. Horizonte in verkehrten Versen. Verlagshaus J. Frank. Quartheft 31, Edition Polyphon. 220 S.
  36. Jürgen Born: Endlosreise. (Schock Edition Fünf mal zwölf Gedichte Herausgegeben von Kai Pohl)
  37. Nora Bossong ∙ Sommer vor den Mauern, 96 Seiten, Hardcover, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, Mün­chen 2011.
  38. Michael Braun · Kathrin Dittner · Martin Rector (Hg.): Gegenstrophe. Blätter zur Lyrik 3. Mit Texten und Gedichten von Paulus Böhmer · Michael Braun · Cornelia Jentzsch · Simone Kornappel · Michael Krüger · Nadja Küchenmeister · Michael Lentz · Dirk von Petersdorff · Marion Poschmann · Martin Rector · Bertram Reinecke · Jan Volker Röhnert · Àxel Sanjosé · Jan Wagner · Levin Westermann. 120 Seiten, Hardcover, Wehrhahn Verlag, Hannover 2011. (http://www.wehrhahn-verlag.de/index.php?section=03&subsection=details&id=596)
  39. Michael Braun (Hg.): Lyrikkalender 2012. 740 Seiten, Tagesabreißkalender zum Stellen und Hängen, Verlag das Wunderhorn, Heidelberg 2011 (http://www.wunderhorn.de/wunderhorn/content/buecher/pool/978_3_88423_365_8/index_ger.html)
  40. Bess Brenck-Kalischer. Versensporn – Heft für lyrische Reize Nr. 3. Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2011.
  41. Tom Bresemann · Berliner Fenster, 94 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Berlin Verlag, Berlin 2011.
  42. Rainer Weiss, Martin Bruch (Hg.): „Kein herz ungeteilt”. 99 Haiku von Frauen. Frankfurt/Main: Weissbooks 2011. 96 S. Mit Farbseiten zum Ausklappen, Illustrationen im Siebdruck. Beiträge von Barbara Bongartz, Daniela Danz, Tanja Dückers, Nora Gomringer, Martina Hefter, Ursula Krechel, Swantje Lichtenstein, Elsemarie Maletzke, Ilma Rakusa, Silke Scheuermann, Sabine Scho, Anja Utler u.a.
  43. Helwig Brunner. Vorläufige Tage: Prosagedichte. Leykam
  44. Helwig Brunner + Stefan Schmitzer. gemacht/gedicht/gefunden: über lyrik streiten. Droschl.
  45. Werner Bucher ∙ Spazieren mit dem gelbgrünen Puma, 98 Seiten, Broschur mit Schutzum­schlag, Verlag im Waldgut, CH-Frauenfeld 2011.
  46. Werner Bucher · Malcolm Green · Spazieren mit dem gelbgrünen Puma, CD und Booklet, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
  47. Werner Bucher · Rütegger Gedichte, 108 Seiten, Klappbroschur, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
  48. Werner Bucher ∙ Jolanda Fäh ∙ Virgilio Masciadri (Hg.) ∙ Poesie Agenda 2012, Cartoons, ∙ Ge­dichte, ∙ Bil­der ∙ Zitate von Michael Arenz ∙ Hans Bender ∙ Gottfried Benn ∙ Claus Bremer ∙ Blaise Cendrars ∙ René Char ∙ Simon Dach ∙ Margot Ehrich ∙ Peter Ettl ∙ Lawrence Ferlinghetti ∙ Brigitte Fuchs ∙ Alexander Xaver Gwerder ∙ Friedrich Hölderlin ∙ Hadayatullah Hübsch ∙ Alfred Ilk ∙ Kla­bund ∙ Axel Kutsch ∙ Ivo Lederger­ber ∙ Erwin Messmer ∙ Andreas Noga ∙ Frank O’Hara ∙ Vera Piller ∙ Salvatore Quasimodo ∙ Joachim Ringel­natz ∙ Christian Saalberg ∙ Barbara Traber ∙ Jürgen Völkert-Marten ∙ William Carlos Williams ∙ Maximilian Zander u.v.a., 256 Seiten, Broschur, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
  49. Werner Bucher ∙ Virgilio Masciadri (Hg.) orte. Schweizer Literaturzeitschrift. Nr. 167, Mai/Juni 2011. Sag was zur Nacht – oder: die Gomringers sind hier. Enthält: Werner Bucher: Claus Bremer – von der konkreten Poesie bis zur Einsicht, dass wir andere sind. Gedichte von Eugen Gomringer, Nora Gomringer, Virgilio Masciadri; Beiträge über Eugen Gomringer, Nora Gomringer, Forugh Farrokhzad.
  50. Christoph Buchwald ∙ Kathrin Schmidt (Hg.) ∙ Jahrbuch der Lyrik 2011, Gedichte von 138 Au­torinnen und Autoren, darunter Urs Allemann ∙ Friedrich Ani ∙ Anke Bastrop ∙ Thomas Böhme ∙ Mara-Daria Cojo­caru ∙ Crauss ∙ Carolin Dabrowski ∙ Róža Domašcyna ∙ Elke Engelhardt ∙ Elke Erb ∙ Karin Fellner ∙ Ludwig Fels ∙ Mara Gen­schel ∙ Tina Ilse Gintrowski ∙ Caroline Hartge ∙ Mi­chael Hüttenberger ∙ Jan Imgrund ∙ Mag­dalena Jagelke ∙ Manfred Jendryschik ∙ Synke Köhler ∙ Axel Kutsch ∙ Christian Lehnert ∙ Vesna Lubina ∙ Ma­rie T. Martin ∙ Friederike Mayröcker ∙ Mar­cus Neuert ∙ Harry Oberländer ∙ Hellmuth Opitz ∙ Eva Paula Pick ∙ Richard Pietraß ∙ Jan Volker Röhnert ∙ Hendrik Rost ∙ Ulrike Almut Sandig ∙ Vera Schindler-Wunderlich ∙ Marita Tank ∙ Hans Thill ∙ Isabella Vogel ∙ Ernest Wichner ∙ Bastian Winkler ∙ Eva Christina Zeller ∙ Michael Zoch u.v.a., Essays von Jürgen Brôcan · Andre Rudolph · Christa Wißkir­chen u.v.a., Nachworte von Chris­toph Buchwald und Kathrin Schmidt, 272 Seiten, Klappenbroschur, Deutsche Verlags-An­stalt, Mün­chen 2011.
  51. Hansjürgen Bulkowski, Und wie! Corvinus Presse.
  52. Hans Georg Bulla, „Wechselgetriebe – Ausgewählte Gedichte und Notate“, herausgegeben von Gerd Kolter, mit Zeichnungen von Peter Marggraf und einem Nachwort von Hermann Kinder, 174 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag, Bücher der Nyland-Stiftung, Köln, Aisthesis-Verlag, Bielefeld 2011.
  53. Erika Burkart: Nachtschicht. / Ernst Halter: Schattenzone. Weissbooks. 150 S.
  54. John Burnside · Versuch über das Licht, zweisprachige Ausgabe, aus dem Englischen und mit einem Nachwort versehen von Iain Galbraith, 138 Seiten, Hardcover, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, München 2011.
  55. Matthias Buth, Weltummundung, Gedichte, Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2011.

80. Die andere Saite

Poesiegespräch: Silvio Rodríguez – Die andere Saite

Sa 18.6. 18:30
Akademie der Künste, Pariser Platz, Clubraum
Eintritt €5/3

Mit Silvio Rodríguez Kuba und Dieter Ingenschay Romanist, Berlin

Rodríguez ist der bekannteste Singer / Songwriter Kubas und vielleicht sogar Lateinamerikas, er war die Stimme der kubanischen Revolution. Seit den 70er Jahren ist er nicht nur mit seinen Liedern bekannt, sondern auch durch seine Filmmusiken, sein Gitarrenspiel sowie sein politisches Schaffen als überzeugter Kommunist. Dieter Ingenschay befragt Rodríguez zu seiner Poesie, seiner Musik und seinem Traum von einem gerechten Kuba.

73. Eröffnung des poesiefestivals berlin

poesiefestival berlin

Eröffnung: Dichtraum, Denkraum

Fr 17.6. 17:00
U-Bahnhof Brandenburger Tor
Sa 18.6.–Fr 24.6. jeweils 10:00–17:00
Konzeption: Ursula Krechel
Eintritt frei

Den Dichtern live bei der Arbeit zusehen, das ermöglicht die soziale Installation, die an historisch gewichtigem Ort, in dem U-Bahnhof Brandenburger Tor, entsteht. Berliner Dichter zeigen, wie sie denken und wie aus dem Gedachten Gedichte werden. Sie stellen sich der Leere, dem Unwägbaren, aus dem das Gedicht kommt, in direktem Kontakt mit dem Publikum.

 

Weltklang – Nacht der Poesie

Fr 17.6.20:00
Maxim Gorki Theater, Am Festungsgraben
Eintritt €10/7, inklusive Anthologie mit den Übersetzungen

Mit Marcel Beyer Deutschland Iva Bittová Tschechien Yves Bonnefoy Frankreich Tsead Bruinja und dem Musiker Jaap van Keulen Niederlande Billy Collins USA El Général Tunesien Kim Hyesoon Südkorea Silvio Rodríguez Kuba und Kathrin Schmidt Deutschland  Moderation: Knut Elstermann Journalist, Berlin

Das poesiefestival berlin beginnt mit einem internationalen Konzert aus Stimmen, Sprachen und Versen. Zu Weltklang – Nacht der Poesie treten die Meister der Dichtkunst auf und entfachen ein Feuerwerk zeitgenössischer Lyrik, das ihre ganze Bandbreite präsentiert: von der klassischen Lesung über Rap und Lautpoesie bis hin zum Songwriting.

40. Rückblende März 2001: Zwischen Wunderland und Widerstand

Die isländische Schriftstellerin Steinunn Sigurdardottir erklärt Deutschland zum  “Wunderland für Lyrik”: “das einzige Land, wo Lyrik verkaufbar ist”. Michael Braun schreibt über die “dunkleren Traditionen des Leonce-und-Lena-Wettbewerbs”, dazu gehöre “die Ignoranz der Vorjurys, die mit blamabler Beharrlichkeit die interessanten jungen Dichter dieser Jahre einfach übersahen”. Thomas Kling zum Beispiel.

scheinschlag hat Ansichten zu “Matthias” BAADER Holst, “Untergrundpoet, Punk, Anarchist, Vagant, Dadaist, radikaler Künstler, Rebell”, aber auch ein

performender Dichter mit asketischem Körper, ungezügeltem Intellekt und dem Machtapparat einer Sprache, die nicht leicht mit ihm zu teilen war. Den Kopf kahl rasiert wie einer, der das Äußere ganz von sich abschneiden will. Ein Nosferatu-Typ, auratisch, mit einer hohl klingenden, dunklen Orakelstimme. Eine wie der Dadaist Johannes Baader “charismatische Begnadung”.

Die englische Lyrik beginnt mit Runen, Rätseln und mit einem analphabetischen Schäfer, dem von einem Engel aufgetragen wird, Loblieder auf Gott zu singen: Caedmon.

Die Greifswalder Literaturzeitschrift “Wiecker Bote” stellt ihre Autoren Angelika Janz und Richard Anders während der Leipziger Frühjahrsmesse im Gohliser Schlößchen vor. Angelika Janz liest aus dem in Vorbereitung befindlichen Lyrikband “Unter Strom im Frühlicht”. Richard Anders liest Gedichte und poetologische Texte unter dem nicht zufällig an André Breton erinnernden Titel “Wolkenlesen”.

Ingrid Fichtners Gedichte wehen von irgendwo her. Und einen Schlusspunkt setzen sie selten. Kito Lorenc schreibt im Widerschein des Sorbischen und Karel Hynek Mácha ist der Heine der Tschechen.

Es starben der  Petersburger Nonkonformist Viktor Kriwulin, der Amerikaner A.R. Ammons (schon am 25. Februar) und die kubanische Dichterin Rafaela Chacon Nardi.

Für Brinkmann ist es nie zu spät, meint die Berliner Volksbühne, und die Hamburger “Welt” weiß, daß Lyrik nicht “quälende Unverständlichkeit” heißt. Unter der Überschrift “Als wir alle Brandstifter waren” schreibt der serbisch-amerikanische Lyriker Charles Simic über seine Joschka-Jahre (und meint nicht “Joschkas” Tätigkeit für Atomkonzerne). Auch Volker Braun gedenkt des Straßenkämpfers und schreibt in der FAZ (!) die Geschichte um:

Man mußte sich nur vorstellen, daß er, der Lismus, in den Westen käme. Undenkbar war das nicht. — Zuerst die Währungsreform, das war der Köder, der Umtausch der DM in Mark. 1 : 5, zugleich wurden die Preise gesenkt, Wahnsinn, die Mieten. Ein ständiger Sommerregen aus dem Staatshaushalt. Die Konzerne (Kombinate) der Plankommission unterstellt, je genauer die Planung, desto härter trifft uns der Zufall. Die Arbeitsämter geschlossen, “keine Leute” hieß es auf einmal in Bochum. Die entbehrlichen Professoren ins Neuland geschickt, für die Buschzulage, gefestigte Gewi-Dozenten missionierten das Grundlagenstudium. Von Schnitzler, reaktiviert, übernahm es, das Bayerische Fernsehen auf Linie zu bringen. “Die Zukunft sitzt”, wie der Dichter Kunze sagt, “am Tische”.

Natürlich wurde uns Ost-Überheblichkeit nachgesagt, wenn wir drüben die Demokratie einführten. Dem Westler nützt ja nun, in dem fortgeschrittenen System, seine Erfahrung wenig, er mußte erst lernen, richtig zu denken, sich anzustellen und zu warten. Während wir, so ins Recht gesetzt, endgültig verblödeten und ihre Dienstjahre annullierten, weil wir neue Persönlichkeiten erzogen. … Und ich vergaß mal meine kritischen Ambitionen; wohingegen sie ihre linke Vergangenheit auftrugen, die Studienräte und Redakteure. Joschka Straßenkämpfer. … Und sie erlebten einmal eine Revolution.

Eines der grossen programmatischen Dichtwerke der klassischen Moderne wurde erneut zugänglich und lesbar gemacht mit «Eventail (für Stéphane Mallarmé)». Es gibt sie noch, die wagemutigen Verleger, zum Beispiel auch jene,

die Neues entdecken und jüngeren Talenten zum Durchbruch verhelfen, Verleger, denen Literatur und vor allem die anspruchsvolle Gattung Poetik persönlich noch etwas bedeuten. Urs Engeler ist einer von ihnen. Seit 1992 gibt er «Zwischen den Zeilen» heraus, eine «Zeitschrift für Gedichte und ihre Poetik», die sich in verhältnismässig kurzer Zeit durchsetzen konnte, weil sie es nicht allein beim Abdruck von Gedichten bewenden lässt, sondern die Autoren gleichzeitig auffordert, sich über ihr Geschaffenes essayistisch zu äussern.

Alle feiern die Dichterin Elisabeth Borchers zum 75. Geburtstag. Für die FAZ begann es mit einem Skandal, berichtet die FR:

Im Juli 1960 veröffentlichte die FAZ eia wasser regnet schlaf, ein Gedicht der zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Lyrikerin Elisabeth Borchers. Der Text, eine wunderbare, im Ton des Wiegenlieds gehaltene, zwischen Traum und Wirklichkeit oszillierende Imagination, die eine vermeintliche Begegnung mit einem “ertrunkenen Matrosen” tatsächlich nur auf einer rein assoziativ arbeitenden Ebene anklingen lässt, erregte die Gemüter der Leser. Von einer “schizophren Stammelnden” war die Rede, ja sogar einmal mehr von “entarteter Kunst”.

Ein junger Dichter,  Jan Wagner, vermag es, den Alltag in Schönheit zu verwandeln, und der Tagesspiegel berichtet vom “Kuwaitischen Widerstand”, der klingt so:

“Ach, das Stöhnen dringt / aus dem tiefen Berg des Bewusstseins / und der verräterische Stich / enthüllt die Wut der Herzen.” Deutsche Romantik? Nein: arabische Postmoderne. Die Verse …  stammen von Khazna Buresly und finden sich in einer Lyrik-Anthologie, die zugleich politische Streitschrift ist. “Das Echo kuwaitischer Kreativität”, heißt sie.

98. Kubanischer Schriftsteller kostenlos operiert

Der kubanische Schriftsteller Carlos Valerino am Donnerstag erhielt in der Augenklinik des Helios-Klinikums Erfurt das Augenlicht zurück – kostenlos.

Vermittelt über die Schriftstellervereinigung PEN, wurde Valerino Gast des Vereins “Stadt der Zuflucht Weimar”. Der Verein kümmert sich seit zehn Jahren um verfolgte und bedrohte Schriftsteller, Künstler, Journalisten, er sammelt Gelder, organisiert für mehrere Monate Wohnung und Betreuung. / Thüringer Allgemeine

34. Dichter, Propheten und Wahnsinnige

Warum denn jede Diktatur so viel Angst vor Dichtern habe, fragte Matthias Göritz, Lyriker und Moderator des Abends, gegen Ende des Gesprächs in die Runde. Weil, so antwortete der Kubaner Carlos A. Aguilera, die Literatur einen Raum der Reflexion schaffe, der unkontrollierbar sei. Weil Poesie grundsätzlich ein Praktizieren von Freiheit sei, antwortete der im Nord-Jemen geborene Mansur Rajih. Die originellste Replik kam vom Syrer Faraj Bayrakadar: Alle Systeme hätten Angst vor Dichtern, Propheten und Wahnsinnigen, weil die sich nicht scheuten, die Wahrheit zu sagen.

/ CHRISTOPH SCHRÖDER, FR 7.6.

20. „DIE GANZE WELT IM GEDICHT“

FREITAG, 04.06., 20 UHR

LESUNG UND GESPRÄCH MIT MUSIK: „DIE GANZE WELT IM GEDICHT“

LITERATURHAUS FRANKFURT
Schöne Aussicht 2
D-60311 Frankfurt am Main

MIT DEN AUTOREN FARAJ BAYRAKDAR (SYRIEN/SCHWEDEN), MANSUR RAJIH (JEMEN/NORWEGEN), PEGAH AHMADI (IRAN/DEUTSCHLAND) UND CARLOS A. AGUILERA (KUBA/DEUTSCHLAND)

MODERATION: MATTHIAS GÖRITZ

LESUNG DER DEUTSCHEN TEXTE: THOMAS BRÜCKNER

MUSIKALISCHER RAHMEN: SHAHRAM MOGHADDAM

Immer wieder ist es gerade das Gedicht, das Erfahrung verdichtet. Dies scheint besonders zu gelten für existenzielle Situationen wie Gefängnishaft, Bedrohung, Exil. Die Poeten dieses Abends setzen sich damit auseinander. Denn sind verdichtete Worte nicht auch das Einzige, was den Bedrängten als Verteidigung gegen diejenigen bleibt, die sie bedrängen? In vielen politischen Systemen der Welt sind es gerade die Autorinnen und Autoren – und allen voran die Poeten – vor denen sich die Diktatoren fürchten. In Gedichten derart bedrängter Lyriker findet sich nicht nur traumatische Erfahrung, in ihnen scheint auch die Hoffnung immer wieder auf, dass Worte etwas bewegen, ja verändern können.

litprom beteiligt sich an diesem Abend an der weltweiten Lesung, auf der Texte des chinesischen Autors Liao Yiwu gelesen werden, ein Autor, der in China nicht publizieren kann und an Reisen ins Ausland gehindert wird. Mit der Lesung, zu der viele namhafte Autorinnen und Autoren und das internationale literaturfestival berlin aufgerufen haben, soll zugleich an das Massaker auf dem Tian’anmen-Platz in Peking am 4. Juni 1989 erinnert werden. Das in China verbotene Gedicht „Massaker“ von Liao Yiwu wird eigens für diesen Anlass von Karin Betz übersetzt.

Eintritt frei