Lyrikzeitung & Poetry News

24. April 2012

89. Berenberg Verlag startet Lyrik-Reihe

Im August 2012 erscheint im Berliner Berenberg Verlag erstmals Lyrik. Die zweisprachige Reihe wird mit Gedichten des US-Amerikaners Jeffrey Yang und des Argentiniers Sergio Raimondi eröffnet.

„Ein angelsächsischer Verleger hat mal gesagt, ein Verlag, in dem noch nie Gedichte veröffentlicht wurden, sei eigentlich gar keiner. Den Berenberg Verlag gibt es nun schon seit fast acht Jahren. Damit er endlich auch als Verlag bezeichnet werden kann, erscheinen bei uns im Herbst zum ersten Mal zwei Bände mit Gedichten“, begründet Verleger Heinrich von Berenberg die Ergänzung des bisherigen Programms. Künftig wird pro Halbjahr ein Lyrikband in neuem Format, jedoch in gewohnt hochwertiger Ausstattung erscheinen.

Der New Yorker Dichter Jeffrey Yang buchstabiert in seinem Debüt „Ein Aquarium“ ein maritimes Alphabet. Vom Meer aus betrachtet Yang die Welt, den Menschen und seine Kulturen, Wissenschaften, Geschichten, Poesien und Religionen. „Jeffrey Yangs funkelnde Unterwasser-Revue ist das aufregendste Debüt seit Jahren“, kommentiert Eliot Weinberger. Yang ist auch als Übersetzer, u.a. von Liu Xiaobo und Bei Dao, und als Lektor bei New Directions und NYRB Classics tätig. Beatrice Faßbender hat „Ein Aquarium“ übersetzt. Im November 2012 geht Jeffrey Yang in Deutschland auf Lesereise.

Der argentinische Schriftsteller Sergio Raimondi macht in „Für ein kommentiertes Wörterbuch“ den Hafen der argentinischen Stadt Bahía Blanca zum Ausgangspunkt seiner lyrischen Erkundung der Welt. Der Hafen leiht seinen Beobachtungen und Überlegungen den Rahmen und die Motive. In einem Wörterbuch beseelter Technik und bedrohter Natur stellt sich Raimondi die Frage, wie und warum der Mensch in diesen Zeiten lebt oder leben könnte. Timo Berger hat Raimondis Gedichte ins Deutsche übertragen.

Der Berenberg Verlag wurde 2004 von Petra und Heinrich von Berenberg gegründet. Schwerpunkte des Verlages sind biographische und autobiographische Literatur und Essays sowie Bücher zur Zeitgeschichte. Seit Herbst 2010 erscheint im Verlag auch Belletristik. Im selben Jahr wurde Heinrich von Berenberg mit dem Karl-Heinz Zillmer-Preis der Hamburgischen Kulturstiftung für verdienstvolles verlegerisches Handeln ausgezeichnet.

Berenberg Verlag
www.berenberg-verlag.de

 

15. Dezember 2011

58. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (6)

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Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift

Wird morgen fortgesetzt und abgeschlossen. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden.  Bedenken Sie bitte, daß weder Theo Breuer noch ich 1. alles kaufen, 2. alles lesen und 3. wie Computer alles unter dem richtigen Buchstaben abspeichern können. Bei Googleabfragen können Sie testen, daß die von Theo initiierte und uns zur Verfügung gestellte Liste schon jetzt das Auffinden präziser Information sehr verbessert.

(Ergänzungen bitte unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen. Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)

  1. Isaac Schreyer · Der Tag des Einsamen. Gedichte und Nachdichtungen. Nachwort von Armin Eidherr (Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 60). 1 Abb., 172 Seiten, gebunden, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  2. Saza Schröder · Ach Kindheit du schreckliche Süße, 32 Seiten, handfadengeheftet, kartoniert, Künstler­buch, Bleisatz, edition footura black, Itzehoe 2011.
  3. Franz Schuh: Der Krückenkaktus. Erinnerungen an die Liebe, die Kunst und den Tod. Verlag Paul Zsolnay, Wien 2011. 255 S.
  4. Katharina Schultens, gierstabil, 80 S., Klappbroschur, luxbooks, Wiesbaden 2011.
  5. Iris Schürmann-Mock [Hrsg.]: O schöner, grüner Wald. Ein Lesespaziergang. Hildesheim: Gerstenberg 2011. 159 S. : Ill. ; 24 cm.
  6. Ursula Schütt: Gehen muß ich auf dem Faden Zeit. Taschenbuch: 100 Seiten. Verlag: d/m/z Druckmedienzentrum Gotha 2011.
  7. Friederike Schwab: schwebeblätter. Gedichte. 110 Seiten. edition art science, St. Wolfgang. Reihe: Lyrik der Gegenwart, Band 13.
  8. Daniela Seel: ich kann diese stelle nicht wiederfinden. kookbooks, Berlin 2011. 64 S.
  9. Giorgos Seferis · LOGBUCH III, zweisprachige Ausgabe, aus dem Neugriechischen von Evti­chios Vam­vas, 117 Seiten, Broschur mit handgedrucktem Typo-Umschlag, Waldgut Verlag, CH-Frauenfeld 2011.
  10. Faruk Šehić · Abzeichen aus Fleisch. Bosnisch / Deutsch, übersetzt von Hana Stojić. 160 Seiten, Broschur, fadengeheftet, Wien, Edition Korrespondenzen 2011.
  11. Shin Dal Ja ∙ Morgendämmerung. Gedichte (mit einigen koreanischen Originaltexten). Werkauswahl (1989–2007). Aus dem Koreanischen und mit einem Nachwort von Sophia Tjonghi Seo. Herausgegeben und Umschlaggestaltung von Juana Burghardt. 169 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  12. Volker Sielaff · Selbstporträt mit Zwerg, 101 Seiten, Klappenbroschur, luxbooks, Wiesbaden 2011.
  13. Rajvinder Singh: WÖRTERWEHEN. Trierer Gedichte – Rajvinder Singh – Gedichte, Liz Crossley – Zeichnungen. Broschur im Format 21 x14,5 cm, 80 Seiten, 16 Abb., Berlin: Aphaia Januar 2011. Aus der Reihe Texte und Bilder.
  14. Gerd Sonntag ∙ Giovanni Santi malt eine Fliege, Nachwort von Ulrich Koch, 38 Seiten, ge­heftete Bro­schur, Silver Horse Edition, Marklkofen 2011.
  15. Thomas Spaniel · die irren kurse einer sterbenden fliege. Gedichte. 96 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  16. Michael Speier (Hg.): Berlin, du bist die Stadt. Gedichte. Reclam. 170 Seiten.
  17. Alberto Spunzberg ∙ Die Piatock-Akademie – La Academia de Piatock. Gedichte, zweisprachig. Aus dem argentinischen Spanisch von Juana und Tobias Burghardt. Umschlaggestaltung von Juana Burghardt. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt. 187 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  18. Christel und Armin Steigenberger (Hg.) · außer.dem, 18. Ausgabe, mit Gedichten von Ann-Andreas Alt­mann, Kathrin Ast, Ernesto Castillo, Caroline Hartge, Birgit Kreipe, Lars Reyer u.a., 51 Seiten, geheftete Broschur, München 2011.
  19. Lutz Steinbrück: Blickdicht. Gedichte. Verlagshaus J.Frank, Berlin 2011. 76 S.
  20. Mile Stojić: Cherubs Schwert: Gedichte und Essays. Aus dem Kroatischen von Cornelia Marks. Leipziger Literaturverlag. 230 Seiten.
  21. Dieter Straub – Gedichte, Peter M. Gotthardt – Kompositionen: Delphische Paiane – Fünf Lieder nach Gedichten von Dieter Straub für Bariton und Klavier. 
Notenband im Format 29 x 21 cm, 28 Seiten, Berlin: Aphaia 2011. Aus der Reihe: Sonderausgaben.
  22. Brigitte Struzyk ∙ alles offen, mit einem Vorwort von Peter Wawerzinek und Bildern von Elke Ehninger, 117 Seiten, Broschur, fixpoetry.Verlag, Hamburg 2011.
  23. Jesper Svenbro · Echo an Sappho, zweisprachige Ausgabe, aus dem Schwedischen von Lukas Dettwiler, mit Beiträgen von Conrad Steinmann und Beat Brechbühl, CD mit musikalischen Nachschöpfungen von Conrad Steinmann zu Texten von Sappho und Alkaios, 83 Seiten, Bro­schur mit handgedrucktem Typo-Umschlag, Waldgut Verlag, CH-Frauenfeld 2011.
  24. Tammen, Johann P. (Hg.): die horen. Bei betagten Schiffen. Islands “Atomdichter”.  56. Jg., Nr. 242, 2011. 424 S. Gedichte von Stefán Hörður Grímsson, Jón Óskar, Einar Bragi, Hannes Sigfússon, Sigfús Daðasson, Steinn Steinarr, Jón úr Vör, Jóhannes úr Kötlum, Arnfriður Jónatansdottir, Elías Mar, Jónas E. Svafár, Thor Vilhjálmsson, Vilborg Dagbjartsdóttir, Matthías Johannessen, Baldur Óskarsson, Þorsteinn frá Hamri, Jóhann Hjálmarsson, Nína Björg Árnadóttir, Sigurður Pálsson, Steinunn Sigurðardóttir. Der Kampf um die Moderne. Stimmen – Gegenstimmen – Positionen. Gespräche mit Steinn Steinarr, Hannes Sigfússon. Zeitgenössische isländische Rezensionen. Nachrufe. Erinnerungen von heute. Glossar.
  25. Veno Taufer: Wasserlinge. Gedichte. Übersetzung: Daniela Kocmut, Herausgeber: Michael Braun. 48 Seiten, Format: 14 x 22 cm, Das Wunderhorn 2011.
  26. Hans Thill (Hrsg.) ∙ Meine schlichten Reisen. Gedichte aus Belgien. Dreisprachige Ausgabe: niederländisch–französisch–deutsch. Dirk van Bastelaere, Eric Brogniet, Karel Logist, Els Moors, Erik Spinoy, Liliane Wouters übersetzt von Gerhard Falkner, Zsuzsanna Gahse, Norbert Lange, Michael Speier, Ulrike Almut Sandig, Hans Thill nach Interlinearversionen von Beate Thill und Stefan Wieczorek. Gebunden, bibliophile Ausgabe mit Lesebändchen. Heidelberg, Verlag Das Wunderhorn 2011.
  27. Walter Thümler: Ist jemand da. Gedichte. Leipziger Literaturverlag. 144 Seiten.
  28. Su Tiqqun: Im Geröll des Auges. Broschur, 28 S. Schock Edition, EdK/Distillery, Berlin 2011.
  29. Toegye ∙ Als der Hahn im Dorf am Fluß krähte, hing der Mond noch im Dachgesims. Gedichte 1515–1570. Herausgegeben und mit einer Zeichnung von Juana Burghardt. Deutsche Fassungen von Tobias und Juana Burghardt auf der Grundlage der Vorarbeit von Doo-Hwan und Regine Choi. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt. 125 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  30. Boško Tomašević: Früchte der Heimsuchung. Gedichte. Aus dem Serbischen von Helmut Weinberger. Leipziger Literaturverlag. 180 Seiten.
  31. Boško Tomašević:  Mitlesebuch 103 – Boško Tomašević, Berlin-Gedichte. Michael Blümel – Zeichnungen. Broschur im Format: 24 x 15 cm, 24 Seiten, fadengeheftet. 1. Auflage: 50 Exemplare, im Druckvermerk vom Autor signiert, Berlin: Aphaia, März 2011.
  32. Boško Tomašević • Allerneueste Vergeblichkeit, aus dem Serbischen übertragen von Helmut Weinberger, Nachwort von Walter Methlagl, 171 Seiten, Broschur, Pop Verlag, Ludwigsburg 2011.
  33. Þorsteinn frá Hamri: Jarðarteikn – Erdzeichen. Gedichte. Ausgewählt und aus dem Isländischen übersetzt von Gert Kreutzer. (Fäkätä 14). 36 S. Germersheim: Queich Verlag 2011.
  34. Tomas Tranströmer: Poesiealbum 298.  Hg. u. ausgew. von Richard Pietraß, Grafik Isaac Grünewald, Nachdichtung Hanns Grössel und Richard Pietraß. 32 S. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2011.
  35. Matthias Traxler: You’re welcome. kookbooks, Berlin 2011.
  36. Verica Tričković: Als rettete mich das Wort. Gedichte teils deutsch, teils serbisch. Leipziger Literaturverlag. 120 Seiten.
  37. Charlotte Ueckert ∙ Dein Haar ist mein Nest, Vorwort von Peter Engel, 34 Seiten, Broschur, fix­poetry.Verlag, Ham­burg 2011.
  38. Nepumuk Ullmann: Von der Überwindung der Eiszeit in den Gefühlen. fhl Verlag Leipzig 2011, 170 Seiten.
  39. Sandra Uschtrin (Hg.) ∙ Federwelt. Zeitschrift für Autorinnen und Autoren, 91. Ausgabe, Lyrik-Re­daktion And­reas Noga, Gedichte von Friedrich von Hagedorn ∙ Katharina Lanfranconi ∙ Ingrid Miller ∙ Irmhild Oberthür ∙ Klaus Roth ∙ Walle Sayer u.a., 58 Seiten, geheftete Broschur, Uschtrin Verlag, München 2011.
  40. Günter Vallaster (Hg.) · Paragramme. Ein Sammelband, 156 Seiten, Broschur, Gedichte von Thomas Hav­lik · Christine Huber · Peter Huckauf · Gerhard Jascke · Ilse Kilic · Richard Kostela­netz · Axel Kutsch · Gerhard Rühm · Fritz Widhalm u.v.a., edition ch, Wien 2011.
  41. Verein Literaturgruppe Perspektive (Hg.) · perspektive. Hefte für zeitgenössische Literatur, Ausgabe 67/68: Aufstandsbeschreibungen, Gedichte von Dominic Angeloch · Ralf G. Landmesser · Rebekka Olbrich · Kai Pohl · Clemens Schittko u.a., 238 Seiten, Broschur, Graz 2011.
  42. Mikael Vogel: Massenhaft Tiere. Gedichte. Verlagshaus J. Frank, Berlin 2011. 100 S.
  43. Florian Voß: Datenströme. Datenschatten. Staub. Gedichte. Verlagshaus J. Frank, Berlin 2011. 80 S.
  44. Achim Wagner ∙ Flugschau, 67 Seiten, Hardcover, [SIC] – Literaturverlag, Aachen ∙ Zürich 2011.
  45. Friedrich Wilhelm Wagner: Jungfraun platzen männertoll. hochroth Verlag 2011.
  46. Friedrich Wilhelm Wagner: Irrenhaus. hochroth Verlag 2011.
  47. Friedrich Wilhelm Wagner · Jungfraun platzen männertoll / Irrenhaus (edition grillenfänger 18). 38 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  48. Jan Wagner · Die Sandale des Propheten. Beiläufige Prosa, 240 Seiten, Hardcover mit Schutzum­schlag, Ber­lin Verlag, Berlin 2011.
  49. Jan Wagner: Poesiealbum 295. Hg. u. ausgewählt von Richard Pietraß, Grafik Werner Friedrichs. 32 S. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2011.
  50. Immanuel Weißglas · Der Nobiskrug. Gedichte. Nachwort von Bernhard Albers (Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 55; Lyrik-Taschenbuch Nr. 72). 80 Seiten, broschiert, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  51. Ralf S. Werder: Bruchland. Broschur, 28 S. Schock Edition, EdK/Distillery, Berlin 2011.
  52. Walt Whitman · Liebesgedichte / Love Poems. Englisch / deutsch. Ausgewählt und übertragen von Frank Schablewski. Vorwort von Johannes Urzidil. Nachwort von Jürgen Brôcan. 128 Seiten, fadengeh. Klappenbroschur, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  53. Ron Winkler (Hg.): Schneegedichte. Schöffling & Co., Frankfurt am Main 2011.

16. November 2011

66. Wortbedeutungen laufen um ihr Leben

Einsortiert unter: Argentinien, Deutschland, Mexiko, Spanisch — Schlagworte: , , , — lyrikzeitung @ 01:17

“Wortbedeutungen laufen um ihr Leben”, heißt es in einem Gedicht von Maricela Guerrero aus Mexiko. Natürlich denkt man da sofort auch an Menschen, die um ihr Leben laufen – Poesie weckt Assoziationen. “Da man mir keine andere Wahl lässt, spreche ich”, formuliert stolz der Poet Martin Gambarotta aus Argentinien. Beide Dichter waren jetzt zu Gast im Heine-Institut Düsseldorf, zum Poesiefestival Latinale, das außerdem Lesungen nach Wuppertal, Bochum, Köln, Bonn und Berlin bietet. / WERNER SCHWERTER, Rheinische Post

11. November 2011

47. LATINALE 2011: Ein mobiles Festival der Entdeckungen

Eine Kooperationsveranstaltung von KRASH NEUE EDITION und Instituto Cervantes Berlin – gefördert vom NRW KULTURsekretariat (Wuppertal) und vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport

Die LATINALE versteht sich als jährlich stattfindendes Forum, auf dem aktuelle Tendenzen der lateinamerikanischen Lyrik präsentiert werden. Seit ihrer Gründung 2006 durch Rike Bolte und Timo Berger hat sich das Festival als Plattform für in ihren Heimatländern herausragende, in Deutschland aber noch weitgehend unbekannte junge Autorinnen und Autoren etabliert. Die LATINALE bemüht sich, in Zusammenarbeit mit deutschen Autoren und Autorinnen, Übersetzern und Übersetzerinnen sowie Studierenden, Schülern und Schülerinnen und den jeweiligen dahinter stehenden Institutionen, einen ästhetischen und intellektuellen Dialog zwischen den Kulturen zu initiieren.

Die LATINALE legt seit ihrem Anbeginn großen Wert auf professionelle Übersetzungen ins Deutsche. Im Jahr 2011 werden deutsche Autorinnen und Autoren aktiv am Festival teilnehmen; ihre Werke werden ins Spanische übersetzt, so dass die lateinamerikanischen Gäste in den Genuss kommen, in Berlin, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Köln, Wuppertal (und später in Guadalajara) deutschsprachige Literatur kennen zu lernen. Gleichzeitig werden die Gedichte der lateinamerikanischen Gäste ins Deutsche übersetzt, so dass ein paralleles Cross-Over in beiderlei Richtungen möglich wird. Ziel ist die Förderung des nachhaltigen Kulturaustausches (in Form von Publikationen, Audio-Aufnahmen und einem „Übersee-Archiv“) zwischen beiden Erdteilen.

Die LATINALE ist ein mobiles Festival, das sich an verschiedenen Orten präsentiert, neben dem Schwerpunkt Berlin wurden in den letzten Jahren immer auch andere Bundesländer mit bedacht. Im November 2011 wird nach einer Veranstaltungsschiene in Berlin ein eigenes NRW-Programm realisiert, das – neben den Aspekten Nachhaltigkeit und Interkulturalität – auch wegen der vergleichsweise geringen Wahrnehmung zeitgenössischer Lyrik im bevölkerungsreichsten Bundesland begrüßenswert erscheint. Denn Lyrik-Veranstaltungen sind in NRW noch dünn gesät. In den Programmen der Literaturhäuser und anderer institutioneller Veranstalter gibt es kaum oder gar keine Lyriktermine. Hier kann die LATINALE mit mehreren attraktiven Poesie-Veranstaltungen Ergänzung und Anstoß bieten.

Im Jahr 2011 wird der räumliche Fokus des Festivals neben den deutschen Spielstätten erstmalig auch in Guadalajara, Mexiko, liegen. Hier werden einige der deutschen Autorinnen und Autoren (u.a. Swantje Lichtenstein, Tom Schulz, Enno Stahl und Uljana Wolf) nach den Veranstaltungen in der Spree-Metropole und in NRW in einem weiteren faszinierenden Kulturgebiet mit Aussicht auf einen zukunftsträchtigen Austausch auftreten. Neben den Berliner Festival-Initiatoren und Kuratoren Timo Berger und Rike Bolte wird der NRW-Teil kuratiert von Enno Stahl.

Folgende Termine werden NRW angeboten:

(weiterlesen…)

30. August 2011

136. Nachtrag zu Qinghai

Einsortiert unter: Argentinien, China, Finnland, Mongolei, Tschechien — Schlagworte: , , , , — lyrikzeitung @ 14:14

Das Qinghai-See-Festival wird seit 2009 alle zwei Jahre in der Stadt Xining oder am See ausgerichtet (die Stadt liegt 100 km östlich vom See, die Berichte scheinen nicht sehr genau). Eine Tourismus-Seite wirbt, Qinghai sei “one of the olddest birthplace for poem”.

Wikipedia weiß, daß 29 Flüsse in den See strömen (vor den 60er Jahren sogar 108). Wikipedia Deutsch erwähnt, daß 108 im Tibetischen eine heilige Zahl ist. Die englische Version spricht davon, daß hier einer der Herde der asiatischen Vogelgrippe war, die französische ergänzt die Information um ein berüchtigtes Zwangsarbeitslager und daß hier die chinesische Atombombe herkommt, plus Urananreicherung plus Atommüll. (Anscheinend sollen die Dichter helfen, das Image der Region aufzuwerten.)

Der Name des Sees ist auf Tibetisch mTsho sngon po und Mongolisch Köke Naγur, wovon der historische Name Kukunor stammt. Pierers Lexicon weiß:

Die Kukunormongolen durchstreifen meist als Nomaden ihr wildes Gebirgsland, in welchem die Quellbezirke des Hoangho u. Yantsekiang liegen.

Viel ist von der sakralen Bedeutung des Sees zu erfahren, wenig von der behaupteten poetischen. Der finnische Dichter Lauri Viita (1916 – 1965) veröffentlichte 1949 den Band ”Kukunor” (1973 und 1989 wurde er in Finnland verfilmt. Kukunor heißt dort ein Troll.). Viita ist ein wichtiger finnischer Dichter, aber ob in China bekannt? Google findet ein Buch in kyrillisch geschriebenem Mongolisch: Songs of the Kukunor Mongols / Deed Mongolyn yarüü  düün (Deed Mongolyn yarüü nairgiin deej).  Ulaanbaatar,
2006.  120 pages.  ISBN 978-99929-50-005 $25.00. Eine Teilnehmerliste des diesjährigen Festivals konnte ich aber nicht finden.

Gesponsort wird das Festival von der Regierung der Provinz Qinghai, dem Poetry Institute of China und der Chinese Minority Writers’ Society. Der Golden Tibetan Antelope - Preis wurde 2009 zum ersten mal vergeben, Preisträger war der argentinische Dichter Juan Gelman.

Bilder einiger Teilnehmer, darunter Bei Dao mit 3 Dichtern und einer tschechischen Lyrikdebatte auf einem Stein im Qinghai-See gibt es hier

Hier eine Luftaufnahme des größten Binnen-Salzsees in China

Vgl. L&Poe 2011 Aug #77. Uninspiriert / 134. Für die „Reinheit der Poetik“

 

13. Juli 2011

52. Ermordet

Einsortiert unter: Argentinien, Guatemala, Spanisch — Schlagworte: — lyrikzeitung @ 13:09

Die Ermordung des berühmten argentinischen Dichters und Sängers Facundo Cabral (74) bewegt ganz Lateinamerika. Dieser, ein “Brassens latino”, wurde am 8.7. beim Verlassen eines Konzerts in Guatemala im Auto erschossen. Die guatemaltekische Regierung hat drei Tage Staatstrauer angeordnet. Möglicherweise galt das Attentat dem nikaraguanischen Geschäftsmann Henri Fariña, der ihn zum Flughafen begleitete und der bei dem Anschlag verletzt wurde. / Courrier International

16. März 2011

72. Überlandleitung

Im April 2011 startet die Lesereihe Überlandleitung in der Lettrétage in Berlin Kreuzberg.

Die Gesprächs- und Lesereihe präsentiert Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die sowohl persönlich als auch von ihren Texten her zwischen Sprachen schreiben und leben.

Dabei soll aufgezeigt werden, wie das Schreiben fremde Sprache und Kultur näherbringen kann, ob und wie literarische Texte über die Sprachen, aus denen sie gemacht sind, hinausweisen. Gehen sie neue Verknüpfungen ein und zeigen so verschiedene Denkmuster und Perspektiven aber möglicherweise auch Parallelen auf? Gibt es grundlegende Unterschiede, Sprachbarrieren oder ein anderes Bewusstsein beim Verfassen von Texten in verschiedenen Sprachen?

Die Beteiligten

Abbas Khider, HEL Toussaint, Jean Krier, Katharina Deloglu, Maria Cecilia Barbetta, Nikola Richter, Norbert Miller, Simone Kornappel, Tzveta Sofronieva

Übersicht der Termine

  • 06.04. Lesung: Tzveta Sofronieva / anschließend im Gespräch mit: Simone Kornappel
  • 08.04. Lesung: Abbas Khider / anschließend im Gespräch mit: Nikola Richter
  • 16.04. Lesung: María Cecilia Barbetta / anschließend im Gespräch mit: Katharina Deloglu
  • 20.04. Lesung: Boris Schapiro / anschließend im Gespräch mit: HEL Toussaint
  • 04.05. Lesung: Jean Krier / anschließend im Gespräch mit: N.N.

ZU ALLEN TERMINEN: Eintritt frei!

Überlandleitung wird unterstützt vom Berliner Senat und dem Staat Luxemburg
Medienpartner: tageszeitung

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1. März 2011

3. Übersetzungsschwierigkeiten

Einsortiert unter: Argentinien, Spanisch — Schlagworte: , , , — lyrikzeitung @ 11:49

Die Übersetzer sind also gefordert, wohl auch überfordert – die berühmte «Unübersetzbarkeit», der unweigerliche Verlust von Bedeutungsschichten.

Als Beispiel hier nur der Titel des letzten Buchs. «Mundar» ist im Spanischen ein Neologismus, Gelman hat aus el mundo ein Verb gemacht. Solches tut er hier nicht zum ersten Mal, schon in Texten aus der frühen Zeit des Exils, um 1977/78, finden sich Prägungen wie piesar, was die Burghardts treffend mit «füsseln» wiedergeben. In «Welteln» haben sie die Verwendung dieser ans Diminutive anklingenden Endung aber zum Übersetzungsprinzip für solche Fälle gemacht. Tobias Burghardt rechtfertigt diese Entscheidung nicht zuletzt mit der Prise Humor, die er bei Gelman zu finden glaubt, und konsequenterweise lässt er Gelman hin und wieder ein wenig «jandln». Wie dem auch sei, «Welteln» scheint mir, zumal als Titel, ein Fehlgriff zu sein. Angeboten hätte sich «welten», klein geschrieben, auch auf der Titelseite, so hätte man die grammatische Ambivalenz besser (und feinsinniger) bewahren können. / Leopold Federmair, NZZ 22.2.

Juan Gelman: Welteln/Mundar. Aus dem argentinischen Spanisch von Juana und Tobias Burghardt. Edition Delta, Stuttgart 2010. 259 S., Fr. 30.–.

13. Oktober 2010

53. Bücher aus Hausmüll

Wenn jemand einem Verleger sagt, sein gesamtes Programm bestehe nur aus Müll, dürfte das die schlimmste aller möglichen Beleidigungen sein. Das Gegenteil gilt für Washington Cucurto: Er ist stolz darauf, als erster Verleger der Welt ausnahmslos Müll zu publizieren. Dabei überbietet der Katalog seines Hauses „Eloisa Cartonera“ inzwischen qualitativ selbst die feinsten Verlage. Denn nicht der Inhalt ist „Trash“, die Bücher selbst sind es: gefertigt aus den leeren Kartons der Hausmülltonnen und Supermärkte. …

Etwa um die Jahrtausendwende schloss sich Cucurto mit weiteren Underground-Autoren zusammen, um Bücher im Eigenverlag zu verbreiten. Denn „Cucus“ bunte, sinnliche, oft offen sexuelle, aus allen Migrantendialekten der Multikulti-Metropole Buenos Aires wild zusammengemixte Literatur wurde von den etablierten Verlagen verschmäht, so dass er sein Geld meist als Möbelpacker verdiente. Bibliothekare taten sich sogar zusammen, um seinen ersten Gedichtband „Zelarayán“ aus den Regalen zu entfernen und als „obszönes Schundwerk“ öffentlich zu verbrennen. …

Inzwischen reißt sich ein bedeutender Teil der argentinischen Großschriftsteller-Garde darum, eine Müll-Version ihrer Werke vorweisen zu können. Kaum einer von ihnen fehlt im Katalog von Eloísa Cartonera: Martín Kohan, Ricardo Piglia, Alan Pauls, Anna-Seghers-Preisträger Fabián Casas, der selbst den Verlag mitbegründete; daneben die großen Namen der lateinamerikanischen Literaturavantgarde wie Mario Bellatín oder Reinaldo Arenas. Derzeit verhandelt Cucurto mit der Borges-Witwe María Kodama darüber, ob auch der größte aller argentinischen Dichter noch seinen Weg in den Abfall findet. / Florian Borchmeyer, FAZ 6.10.

 

 

10. Oktober 2010

41. Anderes Argentinien

Ein ganz anderes Argentinien, dasjenige der gewaltigen Landschaften des Paraná oder der Pampa, spiegelt sich in den Arbeiten je eines Dichters und eines Erzählgenies. Juan L. Ortiz, von seinen Freunden „Juanele“ genannt, ist der argentinische Vertreter einer wunderlichen Naturlyrik, die mit einer raffinierten Syntax den Lauf des Paraná-Flusses nachzuahmen versucht. Ortiz ist ein Mystiker sui generis, aber auch ein Erbe der Symbolisten mit Einflüssen aus der orientalischen Poesie. Der zu seinen Lebzeiten (1898 bis 1978) weitgehend unbekannte Dichter hat in späten Jahren erst die Anerkennung erfahren, die ihm als einem der größten Lyriker Argentiniens zustand. …

Im Macho-Land Argentinien hatten aber auch Frauen stets eine literarische Stimme. Alfonsina Storni (1892 bis 1938) schrieb Gedichte voller Sehnsucht nach Liebe und besang das Drama des Lebens im grauen Alltag, schwankend zwischen Fatalismus und bitterem Protest. … Auch die Lyrikerin Alejandra Pizarnik (1936 bis 1972), zu deren Band „Arbol de Diana“ (Baum der Diana) kein Geringerer als Octavio Paz das Vorwort schrieb, endete wie Storni im Selbstmord.

Ihre Altersgenossin María Elena Walsh hat sich mit geistreichen, humorvollen und intelligenten Kinderliedern und -gedichten einen festen Platz im argentinischen Literaturbetrieb und in den Herzen nicht nur der jungen Leser erobert. Die 1951 geborene Reina Roffé wagte sich schon 1976 mit „Monte de Venus“ (Venusberg) an die Problematik einer lesbischen Beziehung. / Josef Oehrlein, FAZ.net

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