Lyrikzeitung & Poetry News

21. Februar 2012

92. Sprache

Einsortiert unter: Jiddisch — Schlagworte: , , — lyrikzeitung @ 09:59

Wir kennen Bobrowskis Formel: “Sprache/ abgehetzt/ mit dem müden Mund/ auf dem endlosen Weg/ zum Hause des Nachbarn.”

Hier ein anderer Aspekt:

„אַ שפראַך איז אַ דיאַלעקט מיט אַן אַרמײ און פֿלאָט“

„a schprach is a dialekt mit an armej un flot“

in englischer Transkription: “A shprakh iz a diyalekt mit an armey un flot” —Max Weinreich, 1945.

So wird die Quelle jedenfalls meist angegeben. Und dort steht es auch:

[Max Weinreich. “der yivo un di problemen fun undzer tsayt”, pp 3–18 in yivo bletter yanuar-yuni 1945 (nyu-york), p. 13.]

Die Autorschaft ist indes zweifelhaft, siehe hierhier und hier.

9. Dezember 2011

39. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (1)

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Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift

Zusammengelesen von Theo Breuer, Mitarbeit Michael Gratz

Wird in den nächsten 6 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden.  (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur A + B. – Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)

Auf dem Weg in ein poetisches Neuland, den jedes gelun­gene Gedicht geht (und dem damit zugleich das Kunst­stück gelingt, dieses Neuland als längst vertraut erschei­nen zu lassen), sind also die formalen Möglichkeiten so vielfältig wie die Anzahl denkbarer Gedichte, befreit von den Fesseln eines festgelegten Formenkanons.

Jan Wagner

  1. Silja Aðalsteinsdóttir, Jón Bjarni Atlason und Björn Kozempel (Hg.): Isländische Lyrik. Berlin: Insel 2011. 223 S.
  2. Kurd Adler · Gedichte (edition grillenfänger 29). 34 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  3. Gerd Adloff. Versensporn – Heft für lyrische Reize Nr. 4. Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2011.
  4. Pegah Ahmadi „Mir war nicht kalt“, Gedichte, Sujet Verlag 2011
  5. Ahne · Gedichte, die ich mal aufgeschrieben habe. Voland & Quist, Dresden und Leipzig 2011., 95 Seiten.
  6. Bernhard Albers · Der Fall Michael Guttenbrunner. Eine Verteidigungsschrift (Guttenbrunner-Studien Bd. 3; Rimbaud-Taschenbuch Nr. 73). 8 Abb., 52 Seiten, brosch., Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  7. Amanda Aizpuriete (Hg.): Kur Dieviņi paliksi. Wo Gott wirst du bleiben dann. Lettische Volkspoesie. Ausgewählt von Amanda Aizpuriete. Nachgedichtet von Manfred Peter Hein anhand der Übersetzung von Horst Bernhardt (Fäkätä 13). Queich Verlag Germersheim. Imprint des SAXA Verlags 2011. 20 S.
  8. Andreas Altmann · Axel Helbig (Hg.) ∙ Es gibt eine andere Welt. Neue Gedichte. Eine Anthologie aus Sachsen mit Gedichten von Uta Ackermann, Lars-Arvid Brischke, Uwe Claus, Renatus De­ckert, Margot Ehrich, Swen Friedel, Peter Gosse, Martina Hefter, Jayne-Ann Igel, Manfred Jendryschik, Thilo Krause, Kito Lo­renc, Dieter Mucke, Uwe Nösner, Kerstin Preiwuß, Bertram Reinecke, Ulrike Almut Sandig, Sandra Trojan, Günter Ullmann, Guntram Vesper, Michael Wüstefeld, Ulrich Zieger u.v.a., Nachwort von Peter Geist, 400 Seiten, Hardcover mit Schutzum­schlag, poe­tenladen, Leipzig 2011.
  9. Klaus Anders · Andreas Struve (Hg.) · So schmeckt ein Stern. Norwegische Lyrik des 20. Jahrhun­derts, über­setzt und kommentiert von Klaus Anders und Andreas Struve, Gedichte von Olaf Aukrust, Paul-Helge Haugen, Kristofer Uppdal u.v.a., 254 Seiten, Klappenbroschur, Edition Ru­gerup, Berlin · S-Hörby 2011.
  10. Eugénio de Andrade · Das Salz der Sprache & Die Furchen des Durstes – O Sal da Língua & Os Sulcos da Sede. Gedichte [zweisprachig]. Aus dem Portugiesischen von Juana und Tobias Burghardt. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt. 199 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  11. Guillaume Apollinaire · Poesiealbum 294. Herausgegeben und ausgewählt von Richard Pietraß. Grafik Raoul Dufy. Märkischer Verlag Wilhemshorst 2011.
  12. Michael Arenz ∙ Noch nicht ganz aber fast, 42 Seiten, geheftete Broschur, Silver Horse Edition, Marklko­fen 2011.
  13. Michael Arenz (Hg.) ∙ Der Mongole wartet. Zeitschrift für Literatur und Kunst, 22. Ausgabe: Lyrik ∙ Prosa ∙ bildende Kunst, Gedichte Michael Arenz ∙ Peter Ettl ∙ Bernd harlem Fischle ∙ Erna Fitzner ∙ Florian Günther ∙ Kai Pohl ∙ Ruth Velser ∙ Johannes Witek ∙ Maximilian Zander, 504 Seiten, Zenon Ver­lag, Düs­seldorf 2011.
  14. Tone Avenstroup, Stefan Döring, Bert Papenfuß, Michael Peschke, Stefan Ret, Hugo Velarde (Hg.): Gegner. Quartalsschrift. H. 29, September 2011. Gedichte von Jóanes Nielsen, Prosa von Lothar Trolle, Ilia Kitup, Johannes Jansen u.v.a.
  15. Bassirou Ayeva, Cahier D’exil, Gedichte französisch-deutsch, Sujet Verlag 2011
  16. “Matthias” BAADER Holst·  Versensporn 2. Exdition Poesie schmeckt gut. Jena 2011
  17. Ulrike Bail ∙ wundklee streut aus. 47 gedichte über theodora, 103 Seiten, Broschur, CONTE Verlag, Saarbrü­cken 2011.
  18. Hugo Ball ∙ Zinnoberzack, Zeter und Mordio. Alle DADA-Texte, herausgegeben von Eckhard Faul, 144 Seiten, Klappenbroschur, Wallstein Verlag, Göttingen 2011.
  19. Hans Jürgen Balmes, Jörg Bong, Alexander Roesler und Oliver Vogel (Hg.): Neue Rundschau, 122. Jahrgang, Heft 1/ 2011. Thesen zur Literaturkritik. Lyrikosmose 3, zusammengestellt von Michael Braun und Michael Lentz, Gedichte von Konstantin Ames,  Franz Richard Behrens, Ulrich Koch, Dagmara Kraus, Renate Rasp, Werner Riegel, Jürgen Theobaldy. Carte Blanche, Gedichte von Uwe Dick. 248 S.
  20. Mary Jo Bang, Eskapaden, luxbooks, 2011.
  21. Maximilian Barck (Hg.): Kunst- und Literaturzeitschrift HERZATTACKE. Sonderband 2011: Wolfgang Hilbig. Mit Texten von Andreas Altmann, Maximilian Barck, Rita Bischof, Thomas Böhme, Rene Char, Francis Scott Fitzgerald, Eberhard Häfner, Andreas Koziol, E. O. Kuilman, Stéphane Mallarmé, Thomas Martin, Gérard de Nerval, Gert Neumann, Philipp Passeur, Simone Katrin Paul, Arthur Rimbaud, André Schinkel und Ilona Stumpe-Speer. Kunstverein HERZATTACKE e. V.
  22. Roland Bärwinkel: Bevor es zu spät wird. Wartburg Verlag: Edition Muschelkalk der Literarischen Gesellschaft Thüringen, Band 34.
  23. Christoph W. Bauer: getaktet in herzstärkender fremde. Haymon. 20 Seiten
  24. Christoph W. Bauer: mein lieben mein hassen mein mittendrin du. Haymon. 89 Seiten
  25. Sandra Beasley: Die Abtastnadel in der Rille eines traurigen Lieds. Gedichte (übersetzt von Ron Winkler), hochroth Verlag 2011.
  26. BELLA triste 30. [Pappschachtel] Beiträge von Niklas Bardeli ∙ Christian Filips ∙ Monika Rinck ∙ Bo Wiget ∙ Dieter M. Gräf ∙ Hendrik Jackson ∙ Judith Schalansky ∙ Marius Schmidt ∙ Philipp Schönthaler  ∙ Michael Stavaric ∙ Laetizia Praiss ∙ Andreas Töpfer ∙ Robert Wenrich ∙ Uljana Wolf ∙ Christian Hawkey
  27. Hans Bender ∙ O Abendstunde. Ausgewählte Gedichte, mit einem Nachwort von Arnold Stadler, 40 Seiten, handfadengebundene Broschur, Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn 2011.
  28. Timo Berger, Rike Bolte, Juan Carlos Guédez Méndez, Enno Stahl (Hg.): Frachtgut Überseepoesie (Latinale 2011). Remesa Poética de Ultramar: Neue Gedichte aus Lateinamerika und Deutschland / Nuevos Poemas de Latinoamérica y Alemania«. Mit llustrationen von Mónica León, unter Verwendung des Logo von Ana Albero. Mit Gedichten von Luis Alberto Arellano, Damaris Calderón, Luis Chaves, Martín Gambarotta, Maricela Guerrero, Victoria Guerrero, Adrian Kasnitz, Odile Kennel, Björn Kuhligk, Stan Lafleur, Swantje Lichtenstein, Marie T. Martin, Benjamín Moreno, Jinn Pogy, Minerva Reynosa, Monika Rinck, Tom Schulz, Enno Stahl, Ernesto Suárez, Andira Watson, Uljana Wolf. sUkUltUr, November 2011.
  29. Aloysius Bertrand, Gaspard de la nuit, Übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Jürgen Buchmann, Reinecke & Voß, Leipzig 2011, 150 Seiten.
  30. Wolf Biermann: Fliegen mit fremden Federn. Nachdichtungen und Adaptionen. Hoffmann und Campe 2011, 526 S. Aus dem Griechischen, Portugiesischen, Spanischen, Koreanischen, Tschechischen, Italienischen, Schwyzerdütschen, Schwedischen, Englischen, Russischen, Hebräischen, Jiddischen, Lettischen, Finnischen, Litauischen, Estnischen, Französischen. Texte u.a. von José Marti, Ernesto Cardenal, Victor Jara, Giacomo Leopardi, Mani Matter, William Shakespeare, Robert Burns, William Butler Yeats, Andrew Marvell, Robert Frost, John Keats, John Donne, e.e. cummings, W.H. Auden, George Orwell, Dylan Thomas, Bob Dylan, Bulat Okudshawa, Sergej Jessenin, Novella Matwejewa, Wladimir Wyssozki, Andrej Wosnessenski, Julij Daniel, Jizchak Katzenelson, Elie Wiesel, Hirsch Glik, Uri Zvi Grinberg, Mordechaj Gebirtig, Pierre-Jean de Béranger, Boris Vian, Louis Aragon, Jacques Prévert, George Brassens, Guillaume Apollinaire, Paul Verlaine, Arthur Rimbaud.
  31. Bilhana: Gestohlene Lust. Hg. u. aus dem Sanskrit übersetzt von Albertine Trutmann. München: C.H. beck textura 2011. 128 S.
  32. Horst Bingel, Stafettenlauf. Gedichte aus dem Nachlaß. Corvinus Presse
  33. Paulus Böhmer ∙ Teigwaren auf der Terrasse nachts. 36 Seiten. Ostheim/Rhön, Peter Engstler 2011.
  34. Dietrich Bode (Hg.): Blumen, Gärten, Landschaften. Bilder und Gedichte. Reclam. 183 Seiten, 75 farbige Abbildungen (Gestaltung: Susanne Zippel).
  35. Rike Bolte und Ulrike Prinz (Hg.): Transversalia. Horizontes con versos. Horizonte in verkehrten Versen. Verlagshaus J. Frank. Quartheft 31, Edition Polyphon. 220 S.
  36. Jürgen Born: Endlosreise. (Schock Edition Fünf mal zwölf Gedichte Herausgegeben von Kai Pohl)
  37. Nora Bossong ∙ Sommer vor den Mauern, 96 Seiten, Hardcover, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, Mün­chen 2011.
  38. Michael Braun · Kathrin Dittner · Martin Rector (Hg.): Gegenstrophe. Blätter zur Lyrik 3. Mit Texten und Gedichten von Paulus Böhmer · Michael Braun · Cornelia Jentzsch · Simone Kornappel · Michael Krüger · Nadja Küchenmeister · Michael Lentz · Dirk von Petersdorff · Marion Poschmann · Martin Rector · Bertram Reinecke · Jan Volker Röhnert · Àxel Sanjosé · Jan Wagner · Levin Westermann. 120 Seiten, Hardcover, Wehrhahn Verlag, Hannover 2011. (http://www.wehrhahn-verlag.de/index.php?section=03&subsection=details&id=596)
  39. Michael Braun (Hg.): Lyrikkalender 2012. 740 Seiten, Tagesabreißkalender zum Stellen und Hängen, Verlag das Wunderhorn, Heidelberg 2011 (http://www.wunderhorn.de/wunderhorn/content/buecher/pool/978_3_88423_365_8/index_ger.html)
  40. Bess Brenck-Kalischer. Versensporn – Heft für lyrische Reize Nr. 3. Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2011.
  41. Tom Bresemann · Berliner Fenster, 94 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Berlin Verlag, Berlin 2011.
  42. Rainer Weiss, Martin Bruch (Hg.): „Kein herz ungeteilt”. 99 Haiku von Frauen. Frankfurt/Main: Weissbooks 2011. 96 S. Mit Farbseiten zum Ausklappen, Illustrationen im Siebdruck. Beiträge von Barbara Bongartz, Daniela Danz, Tanja Dückers, Nora Gomringer, Martina Hefter, Ursula Krechel, Swantje Lichtenstein, Elsemarie Maletzke, Ilma Rakusa, Silke Scheuermann, Sabine Scho, Anja Utler u.a.
  43. Helwig Brunner. Vorläufige Tage: Prosagedichte. Leykam
  44. Helwig Brunner + Stefan Schmitzer. gemacht/gedicht/gefunden: über lyrik streiten. Droschl.
  45. Werner Bucher ∙ Spazieren mit dem gelbgrünen Puma, 98 Seiten, Broschur mit Schutzum­schlag, Verlag im Waldgut, CH-Frauenfeld 2011.
  46. Werner Bucher · Malcolm Green · Spazieren mit dem gelbgrünen Puma, CD und Booklet, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
  47. Werner Bucher · Rütegger Gedichte, 108 Seiten, Klappbroschur, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
  48. Werner Bucher ∙ Jolanda Fäh ∙ Virgilio Masciadri (Hg.) ∙ Poesie Agenda 2012, Cartoons, ∙ Ge­dichte, ∙ Bil­der ∙ Zitate von Michael Arenz ∙ Hans Bender ∙ Gottfried Benn ∙ Claus Bremer ∙ Blaise Cendrars ∙ René Char ∙ Simon Dach ∙ Margot Ehrich ∙ Peter Ettl ∙ Lawrence Ferlinghetti ∙ Brigitte Fuchs ∙ Alexander Xaver Gwerder ∙ Friedrich Hölderlin ∙ Hadayatullah Hübsch ∙ Alfred Ilk ∙ Kla­bund ∙ Axel Kutsch ∙ Ivo Lederger­ber ∙ Erwin Messmer ∙ Andreas Noga ∙ Frank O’Hara ∙ Vera Piller ∙ Salvatore Quasimodo ∙ Joachim Ringel­natz ∙ Christian Saalberg ∙ Barbara Traber ∙ Jürgen Völkert-Marten ∙ William Carlos Williams ∙ Maximilian Zander u.v.a., 256 Seiten, Broschur, orte-Verlag, CH-Oberegg 2011.
  49. Werner Bucher ∙ Virgilio Masciadri (Hg.) orte. Schweizer Literaturzeitschrift. Nr. 167, Mai/Juni 2011. Sag was zur Nacht – oder: die Gomringers sind hier. Enthält: Werner Bucher: Claus Bremer – von der konkreten Poesie bis zur Einsicht, dass wir andere sind. Gedichte von Eugen Gomringer, Nora Gomringer, Virgilio Masciadri; Beiträge über Eugen Gomringer, Nora Gomringer, Forugh Farrokhzad.
  50. Christoph Buchwald ∙ Kathrin Schmidt (Hg.) ∙ Jahrbuch der Lyrik 2011, Gedichte von 138 Au­torinnen und Autoren, darunter Urs Allemann ∙ Friedrich Ani ∙ Anke Bastrop ∙ Thomas Böhme ∙ Mara-Daria Cojo­caru ∙ Crauss ∙ Carolin Dabrowski ∙ Róža Domašcyna ∙ Elke Engelhardt ∙ Elke Erb ∙ Karin Fellner ∙ Ludwig Fels ∙ Mara Gen­schel ∙ Tina Ilse Gintrowski ∙ Caroline Hartge ∙ Mi­chael Hüttenberger ∙ Jan Imgrund ∙ Mag­dalena Jagelke ∙ Manfred Jendryschik ∙ Synke Köhler ∙ Axel Kutsch ∙ Christian Lehnert ∙ Vesna Lubina ∙ Ma­rie T. Martin ∙ Friederike Mayröcker ∙ Mar­cus Neuert ∙ Harry Oberländer ∙ Hellmuth Opitz ∙ Eva Paula Pick ∙ Richard Pietraß ∙ Jan Volker Röhnert ∙ Hendrik Rost ∙ Ulrike Almut Sandig ∙ Vera Schindler-Wunderlich ∙ Marita Tank ∙ Hans Thill ∙ Isabella Vogel ∙ Ernest Wichner ∙ Bastian Winkler ∙ Eva Christina Zeller ∙ Michael Zoch u.v.a., Essays von Jürgen Brôcan · Andre Rudolph · Christa Wißkir­chen u.v.a., Nachworte von Chris­toph Buchwald und Kathrin Schmidt, 272 Seiten, Klappenbroschur, Deutsche Verlags-An­stalt, Mün­chen 2011.
  51. Hansjürgen Bulkowski, Und wie! Corvinus Presse.
  52. Hans Georg Bulla, „Wechselgetriebe – Ausgewählte Gedichte und Notate“, herausgegeben von Gerd Kolter, mit Zeichnungen von Peter Marggraf und einem Nachwort von Hermann Kinder, 174 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag, Bücher der Nyland-Stiftung, Köln, Aisthesis-Verlag, Bielefeld 2011.
  53. Erika Burkart: Nachtschicht. / Ernst Halter: Schattenzone. Weissbooks. 150 S.
  54. John Burnside · Versuch über das Licht, zweisprachige Ausgabe, aus dem Englischen und mit einem Nachwort versehen von Iain Galbraith, 138 Seiten, Hardcover, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, München 2011.
  55. Matthias Buth, Weltummundung, Gedichte, Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2011.

1. September 2011

4. Jiddisch und Englisch

Einsortiert unter: Australien, Englisch, Jiddisch, Polen — Schlagworte: — lyrikzeitung @ 20:41

HOLOCAUST survivor Jacob Rosenberg was a poet, author and storyteller who died in October 2008, aged 86.

After years of writing poetry and prose in Yiddish, Rosenberg wanted to reach a wider audience and started writing in English.

His first book of poems in English was My Father’s Silence, published in 1994. After publishing two more collections of poetry, he wrote a book of short fiction, Lives and Embers (2003), his memoirs East of Time (2005) and Sunrise West (2007), and a novel, The Hollow Tree (2008).

Now some of Australia’s leading writers are paying tribute to Rosenberg in a new book being launched last week in Melbourne, titled Singing For All He’s Worth. …

Rosenberg was born in Poland in 1922 and went to a state school until his formal education was cut short by the Nazi invasion.

The Rosenberg family was confined to the Lodz ghetto until August 1944, when they were transported to Auschwitz. Rosenberg spent two months in Auschwitz and the rest of the war in other camps – he was the only member of his family to survive. / jewishnews.net.au

30. Juni 2011

150. Uri Zvi Greenberg (1896-1981)

Einsortiert unter: Österreich, Hebräisch, Israel, Jiddisch, Polen — Schlagworte: , — lyrikzeitung @ 21:44

Der israelische Dichter Uri Zvi Greenberg (1896-1981) war einer der großen expressionistischen Dichter der hebräischen Lyrik. Er wurde in einer Chassidim-Familie in Bialikamin in Galizien geboren, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Als er anderthalb Jahre alt war, zog seine Familie nach Lwow (Lemberg).

1912 veröffentlichte er erste Gedichte auf Hebräisch und Jiddisch. Im Ersten Weltkrieg war er Soldat im österreichischen Heer an der serbischen Front. Nach der Unabhängigkeitserklärung Polens 1918 gab es ein Pogrom in Lwow, das seine Familie wie durch ein Wunder überlebte.

1923 ging er in der dritten Einwanderungswelle nach Israel. 1931 – 1935 war er Redakteur der jiddischen Zeitschrift “Le monde” in Warschau. 1936 ging er nach Palästina zurück, 1937 wieder nach Polen und 1939, zwei Wochen nach Kriegsausbruch, endgültig nach Israel. Seine Angehörigen wurden in der Shoah ermordet. Er wurde Abgeordneter der ersten Knesset und bekam 1957 den israelischen Preis für Schöne Literatur. / Eliane Ketterer, Israel Valley 23.6.

Hier gibt es (nationalistische) Gedichte auf Englisch

25. April 2011

110. Sephardische und jiddische Musik

Einsortiert unter: Andalusien, Deutschland, Jiddisch, Ladino, Sephardisch — Schlagworte: , , — lyrikzeitung @ 14:29

Zum siebten Mal veranstalten Caroline von Bismarck und Eliah Sakakushev ein Internationales Kammermusikfestival im Schloss Wonfurt. Unter dem Titel „Jüdische Feste und Weisen“ präsentiert das Paar vom 23. Juni bis 3. Juli sephardische Musik und Lyrik des Mittelalters, hochkarätige Kammermusik des frühen 20. Jahrhunderts, Prosa und Dichtung jüdischer Autorinnen, Lieder des fränkischen Komponisten Jakob Schönberg und Klezmermusik. …

„Der Schwerpunkt liegt auf der Neuentdeckung der Tradition des spanischen (sephardischen) Judentums mit seinen geheimnisvollen Klängen eines goldenen Zeitalters“, so von Bismarck. „Dessen Musik und ihre modernen Interpreten, regionale Komponisten und Stars der klassischen Kammermusik werden in einem einzigartigen Rahmen vorgestellt.“ Die Schirmherrschaft hat Josef Schuster (Würzburg), Vizepräsident des Zentralrates der Juden Deutschlands, übernommen. Die Musik der Juden, schreibt Schuster in seinem Grußwort, sei im Mittelalter in Spanien, dem Sfarad, und dort in Andalusien entstanden. Nach der blutigen Vertreibung der Juden nahmen diese ihre Lieder, in Ladino gesungen, nach Nordafrika, Griechenland und in die Türkei mit.

Das „Jiddische“ wiederum, das die aus Deutschland stammenden Juden sprachen und sangen, sei mit den fliehenden Juden nach Polen und Russland gelangt. So bilde das Festival „Jüdische Feste und Weisen“ das Leben der Juden in vielfältiger Weise ab.  / Mainpost

23. März 2011

104. Jüdische Lieder

Der sich anschließende Auszug aus Mieczyslaw Weinbergs Zyklus „Jüdische Lieder auf Verse von Shmuel Halkin, op. 17“ stand in jeder Hinsicht in krassem Gegensatz zum spätromantischen Auftakt. Während Brahms’ Lieder von Liebe, Sehnsüchten und träumerischer Weltabgewandheit handeln, hat Weinbergs 1944 entstandenes Werk das Leid der jüdischen Bevölkerung im von Deutschland besetzten Polen zum Thema. … Besonders eindrucksvoll geriet „Tife griber, rote leym“. Der 1996 verstorbene Weinberg hinterließ ein umfangreiches Œuvre, in dem es noch viel zu entdecken gibt. / Manuel Wenda, Main-Spitze

Shmuel Halkin (1897-1960) war ein sowjetischer jiddischer Dichter aus Weißrußland.

“Er nahm Bilder und Themen aus Bibel, Talmud, Kabbala und dem Chassidismus auf, die er als universelle Symbole und Metaphern einsetzte. Nicht weniger wichtig war der Einfluß der russischen und deutschen Gedankendichtung, besonders Puschkin, Fjodor Tjutschew und Goethe. Der führende jiddischer Dichter Avram Sutzkever lobte Halkin für seinen ästhetischen Perfektionismus, der sich in der ‘ausgewogenen Balance von Wort und Ausdruck’ äußerte; nach dem amerikanischen Kritiker Nakhmen Mayzel war Halkin ‘einer der am meisten komplexen und raffinierten, tiefen und jüdischen jiddischen Dichter der Sowjetunion’”. (Mikhail Krutikov)

Über Halkin:

Shmuel Halkin, “Oytobiografye,” Di goldene keyt 39 (1961): 69–86, see preface by Avrom Sutzkever; Mikhail Krutikov, “Traditsye un haynttsaytikayt in der shafung fun Shmuel Halkinen,” Sovetish heymland 7 (1987): 102–108; Nachman Mayzel, “Shmuel Halkin,” in Dos yidishe shafn un der yidisher shrayber in Sovetnfarband, pp. 253–268 (New York, 1953).

Hier zur Biografie

Hier das Lied “Tiefe griber, roiter leym” (Tiefe Gräber, roter Lehm) Jiddisch und Englisch

In der Open Library (Steven Spielberg digital Yiddish library) gibt es einige seiner Bücher

3. März 2011

17. Lider Togbuch aufgeführt

Gilead Mishory, 1960 in Jerusalem geboren, Musikprofessor in Freiburg, spielte im Lyrik Kabinett München “vor wenigen Connaisseurs” seine Vertonung von 13 Gedichten des großen jiddischen Dichters Abraham Sutzkever, berichtet die Süddeutsche:

Für Mishory war Jiddisch in jungen Jahren die (Fremd-)Sprache des Großvaters, mit der der Klavierstipendiat, Ironie des Schicksals, erst 1984 in München näher in Berührung kam. Sutzkevers Sprache – ‘ein immenses Glühen, das übersprang’ (Mishory) -, bildhaft, heimelig, weh, aber auch voller Humor, hat ihn zu dieser seiner ersten Komposition motiviert, der noch weitere Literaturvertonungen, zum Beispiel von Werken Else Lasker-Schülers und Marc Chagalls, folgten.

Das ‘Lider Togbuch’ wurde anlässlich des Israel-Schwerpunkts der Münchner Frühjahrsbuchwoche uraufgeführt und damals nicht weiter zur Kenntnis genommen. Ein Fehler. Der Lieder-Zyklus beginnt mit klirrenden Akkorden – ein Sonnenaufgang wie splitterndes Glas. Dieses schmerzende Vorspiel verweist auf die nur angedeutete Düsternis unter dem Sonnenglast und erfasst damit das vieldeutig Schillernde. Mishori selbst singt die Gedichte. Bei den ersten könnte man meinen, er habe Schönbergs Sprechgesang fortgeschrieben. Stimmt. Aber seine Komposition kennt viele Farben und Schichten. Bei der ‘Abgehackten Hand’, einer gruseligen Ballade, schwingt er scharfe Konsonanten statt einer Axt. /  Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung

23. Februar 2011

105. Lider-Togbuch

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LYRIK KABINETT München

Lider-Togbuch

Ein Zyklus mit Gedichten von Abraham Sutzkever (1913-2010) in der Vertonung und Darbietung von Gilead Mishory
Einführung: Elgin Heuerding

Dienstag, den 01. März 2011, um 20 Uhr
Amalienstr. 83 a (U 3 / U 6: Universität)

Eintritt: € 10 / € 7
Mitglieder Lyrik Kabinett: ermäßigter Eintritt

Abraham Sutzkever (geb. 1913 bei Wilna) war einer der größten jiddischen Dichter des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit 21 Jahren schloss er sich der avantgardistischen Gruppe „Junges Wilna“ an. 1937 erschien sein erster Gedichtband: Lider. Ab 1941 in das Wilnaer Ghetto interniert, erlebte er dort die Ermordung seiner Mutter und seine Sohnes und schloss sich einer jüdischen Widerstandsbewegung an. 1943 gelang ihm und seiner Frau die Flucht aus dem Ghetto – zunächst zu sowjetischen Partisanen. 1947 emigrierte Sutzkever nach Israel (Tel Aviv). 1985 erhielt er den israelischen Nationalpreis. Er starb im Januar 2010. Sein reiches Werk umfasst Gedichte sehr verschiedener Formen, erzählende und nicht-fiktionale Prosa.

Der Zyklus Lider-Togbuch nach 13 Gedichten Sutzkevers von Gilead Mishory entstand 1998 als Auftragswerk der Stadt München. Mishory selbst schreibt über die Texte: „Jedes Gedicht ist eine eigene Welt aus Rhythmus, Duktus, Metrum, Melodie. In diesem Sinne ist es nicht schwer, zu diesen Gedichten Musik zu schreiben. Man muss nur zuhören. Und schreiben.“

Gilead Mishory, Pianist und Komponist, geb. 1960 in Jerusalem, seit 1984 in Deutschland, seit 2000 Professor für Klavier an der Musikhochschule Freiburg. Außer Sutzkever vertonte Mishory u.a. Texte von Lasker-Schüler, Celan, Chagall und König David.

Elgin Heuerding studierte Germanistik und Musikwissenschaft. Sie ist freiberufliche Moderatorin und Journalistin, überwiegend bei BR-Klassik (Bayerischer Rundfunk).

Von allen Wörtern bin ich nur auf eines neidisch:
das Wort jehí, es werde. Schenkte mir der Schöpfer
einen Funken dieses Worts, ein kleinstes Zeichen seiner Kraft,
jehí spräch ich, es werde Lied, und es ward.

Es werde Lied ein sterbendes Ende des Regenbogens,
eine einzelne Ameise, verirrt in der Wüste,
mondhelles Elfenbein, geboren im Dschungel,
ein Menschen-Schädel, lachend über sich selbst – im Spiegel.

[...]

29. Januar 2011

120. Wenn ich Schweiz sage

Sie lesen alle selbst. Auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch, Schweizer Mundart, Jiddisch, Spanisch und Englisch. Die beeindruckende Gedicht-Sammlung “Wenn ich Schweiz sage…” offenbart die ganze Vielfalt und Buntheit des Landes. Von Kurt Aebli bis Albin Zollinger lesen 87 Dichter aus ihrem Werk. …

Unter den mehr als 200 Gedichten sind auch Hans Arps “Kaspar ist tot”, Blaise Cendrars “Iles”, Walter Gross’ “Die Mutter”, Remo Fasanis “Il fiume”, Kurt Martis “wie geit’s?”, Elisabeth Meylans “Liebesgedicht 2″, Beat Sterchis “Gring” und Nora Gomringers “Ursprungsalphabet”. Das Titel-Gedicht “Wenn ich Schweiz sage…” stammt von Dragica Rajcic. Sie erzählt darin von ihren Erfahrungen und von ihren Gefühlen als Ausländerin in der Schweiz. / relevant.at

“Wenn ich Schweiz sage… Schweizer Lyrik im Originalton von 1937 bis heute”, Hörbuch, Steinbach Sprechende Bücher/Merian Verlag 2010, 154 Minuten, 25,00 Euro, ISBN 978-3-85616-429-4.

12. Oktober 2010

47. Lebn will ich

Einsortiert unter: Jiddisch, Polen — Schlagworte: , — lyrikzeitung @ 11:56

“Lebn will ich”, schreibt Dawid Sierakowiak am 27. Juli 1942. Ein Gedicht in tiefer Niedergeschlagenheit, als bewusst gesetzter Punkt, als Trotz gegen Auszehrung und körperlichen Verfall; er schreibt dies auf Jiddisch im jüdischen Ghetto von Lodz.

Die Reife dieses Jungen und seine Disziplin, die uns in seinen Aufzeichnungen begegnen, ringen Bewunderung ab. Er wird ein Jahr später, im August 1943, dem grauenhaften Hunger und der Tuberkulose erliegen wie rund ein Viertel der Bewohner im Ghetto. / Wiener Zeitung 11.10.

Das Ghettotagebuch des Dawid Sierakowiak
mit Arne Gottschling
Volkstheater
Eingang Empfangsraum, Neustiftgasse
18. Oktober, 19.30 Uhr im Empfangsraum, Karten 10 Euro
Kartentelefon: 01-52111-400

 

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