Kategorie: Tschechien
66. Dresdner Lyrikpreis
Ausschreibung
Zum zehnten Mal wird im November 2014 der mit 5.000 Euro dotierte Dresdner Lyrikpreis vergeben, ausgelobt durch die Oberbürgermeisterin Helma Orosz.
Bewerberinnen und Bewerber aus dem deutschsprachigen Raum und der Tschechischen Republik können von Verlagen, Herausgebern und Redaktionen von Literaturzeitschriften, Autorenverbänden und literarischen Vereinigungen vorgeschlagen werden. Weiterhin sind Eigenbewerbungen ausdrücklich erwünscht! Von der/dem Bewerberin/Bewerber ist mindestens eine Veröffentlichung entweder in Buchform (auch innerhalb einer Anthologie) oder in einer Literaturzeitschrift nachzuweisen. Ausschließliche Publikationen im Eigenverlag oder im Web werden nicht akzeptiert. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 30. September 2013.
Eingereicht werden sollen mindestens 6 und höchstens 10 selbstverfasste Gedichte in fünffacher maschinen- oder computergeschriebener Ausfertigung und eine knappe biobibliographische Darstellung mit aktueller Anschrift. Da das zweistufige Auswahlverfahren anonymisiert ist, darf auf den Texten nicht der Autorenname erscheinen. Stattdessen muss ein Kennwort auf allen Textseiten sowie auf der gesonderten Biobibliographie angegeben werden.
51. Gestorben
Der tschechische Lyriker, Essayist und Literaturhistoriker Zdenek Rotrekl, den das kommunistische Regime von 1948 – 1989 zum Schweigen verdammte, starb am Sonntag im Alter von 92 Jahren. Nach dem kommunistischen Putsch von 1948 wurde er in einem manipulierten Prozeß zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde später in lebenslange Haft verwandelt, 13 Jahre verbrachte er im Gefängnis und im Uranbergbau. In den 70er und 80er Jahren engagierte der mit Publikationsverbot belegte Dichter im Widerstand. 1995 wurde er von Václav Havel mit dem Tomas-Masaryk-Orden geehrt. / tv5.org
6. Weißensee 2
Freunde der Kultur!
Vom 7. bis 16. Juni 2013 findet das erste Literaturfestival in Berlin Prenzlauer Berg unter dem Namen WEISSENSEE 2 statt. An vier Orten werden ca. 30 Veranstaltungen von kompetenten, kompromißlosen Kulturschaffenden präsentiert, die größtenteils in Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee zu Hause sind. Mehr als 60 Künstlerinnen und Literaten stellen sich der »freiwilligen Aufgabe«: sie bieten der Gemeinde den Gegenwert für die Aufmerksamkeit, die gegenwärtig in Pankow für 4 Euronen pro Kopf und Jahr zu haben ist. Ihre Spontaneität ist ihre wirksamste Kraft, die Muskulatur einer utopischen Kultur, die bereits heute auf bargeldlosem Zahlungsverkehr beruht:
auf Poesie.
Aus dem Programm:
Freitag, 7. Juni
21 Uhr, Rumbalotte
Elke Erb
Das Hündle kam weiter auf drein
Lesung
Sonntag, 9. Juni
18 Uhr, staatsgalerie
Depesche auf Rädern.
Dichtungen des tschechischen Poetismus 1923–1939.
Eine Vorstellung von Peter Ludewig mit einem poetistischen Spezialgast.
20 Uhr, Rumbalotte
Kohle auf Papier
Ilia Kitup stellt seinen Propeller Verlag vor.
Montag, 10. Juni
19 Uhr, BAIZ
Über die Klebrigkeit von Sprengstoff
Andreas Paul und Denis Faneitis proben den Aufstand mit Gedichten & Slam
Poetry.
19 Uhr, Rumbalotte
Women are hungry
Henryk Gericke, Cornelia Jentzsch, Sarah Marrs, Robert Mießner, Bert Papenfuß
Rückblickende Buchvorstellung von Slam! Poetry (Druckhaus Galrev, 1993)
Illustrationen: Sarah Marrs
21 Uhr, Rumbalotte
Batterie Bolu
Deutsch-serbische Texte von Silke Galla und Zoran Naric plus vaterlandslose
Geräuschmusik von Helko Reschitzki
Dienstag, 11. Juni
19 Uhr, Rumbalotte
Rothahndruck präs.:
Engel- und Türklopfer
Alexander Krohn und Kai Pohl lesen aus dem Siebdruck.
www.distillerypress.de
www.pappelschnee.de
Mittwoch , 12. JUNI
19 Uhr, Rumbalotte
Tone Avenstroup
ineinandersetzung
Lesung, Hintergrundmusik von Krohn/Kenner/Gabriel
33. Prager Buchmesse
Die 19. Prager Buchmesse „Svět knihy“, Buchwelt 2013, findet vom 16. bis 19.5. statt. Ehrengast ist die Slowakei, Messeschwerpunkt in diesem Jahr: Die Vielfalt der Poesie / Bücher die nicht loslassen / Blogger als Schriftsteller, Schriftsteller als Blogger.
Auf der Messe wird auch ein spezieller Preis vergeben, der “Folterbank”-Preis für schlechte Übersetzungen, also solche, denen es nicht gelingt, einen Text faktisch und semantisch korrekt zu übersetzen, die die künstlerische Absicht des Originals mißachten und gegen die übersetzerische Ethik verstoßen.
2010 ließen tschechische Verlage Bücher aus 44 Sprachen übersetzen. An der Spitze steht Englisch, etwa die Hälfte, dann Deutsch (17%) und Französisch (5%)
Deutschsprachige Literatur auf der Prager Buchmesse „Svět knihy“
50. Kolibris
Ein Sprechen über etwas, worüber man eigentlich nicht spricht, weil sich die Gedanken meist außerhalb des eigenen Körpers zu bewegen scheinen, so sieht Ann Jäderlund ihre Situation, in der sie Antworten auf ihre Fragen sucht. Bei Petr Borkovec hingegen können schon mal Kolibris durch seine Zeilen schwirren, ein silberner Arm eine Rolle spielen oder das Leben im Zirkuszelt stattfinden. Zwei ganz unterschiedliche Herangehensweisen, jede auf ihre Art mühelos in der Lage, die Zuhörer mitzunehmen.
Viel Beifall für einen vielversprechenden Auftakt der diesjährigen Mühlberger-Tage. / Südwest Presse
100. Non-written poems
Early experimental poetry from (communist) Czechoslovakia:
The following set of “Non-Written” poems includes an introduction to the process of creating this type of poetry:
Nebeský wonders if his early binary poems were ahead of their time. Certainly many circumstances of his life and in the world during the period after the creative upsurge of the 1960s were not conducive to their full development. The invasion of Chechoslovakia in 1968 suppressed some of the artistic flowering of the mid 1960s, but it’s not wise to see declines in creativity solely in political or other simplistic terms.
The world of the present may be more cordial, and Nebeský’s personal circumstances greatly improved. The world, after all, now depends completely on binary mediation, and much of society would collapse without the digital infrastructure that has grown since the 1960s. It is a pleasant irony to put binary poems on the world wide web, which is brought to you by binary systems. The dictatorships of the left and the right in the 1960s and 70s saw art forms such as Nebeský’s as self-indulgent, an affront to the “people” and a decadent waste of time and energy by aesthetes. At present, binary communication is not only highly practical and engrained in the fabric of daily life for a large portion of the world’s population, the technology seems poised on the edge of bringing about a revolution that could empower many people or could become a tool of oppression. If it does the latter, the best way to resist it would include understanding it and finding it familiar.
Ladislav Nebeský was born in 1937, at Jilemnice, a small town about 100 km north-east of Prague. Begining in 1939, his father was a member of the underground anti-Nazi movement. In 1940, he was arrested by the Gestapo; in 1942, he was killed in Berlin. Ladislav Nebeský spent his first 18 years in Jilemnice. In the period 1955 – 1960 , he studied mathematics at Charles University in Prague. In 1962, he began working as a researcher at Charles University. This lead to full-time teaching at that school, where he became an Associate Professor in mathematics. The present academic year will be his last year there. He lives with his wife in Prague. They have one son, David.
The development of his poetry falls into two major periods: 1964 – 1972 and 1995 – … (Beginning in the seventies, he pursued mathematics more intensively). In the first period, he was a member of a free group of Czech authors of experimental poetry; he had many contacts with other poets. In the second period, the contacts with other writers became rather rare. In the earlier period, one of the high points for him and several other Czech poets was inclusion in the exhibition Poesía Concreta International in Mexico City, 1966. Another high point was the Konkrete Poesie exhibition, Stedelijk Museum, Amsterdam, 1970. Some of his early poetry was published in international magazines, and he is particularly pleased with one published in Ovum 10, Montevideo, Uruguay, in 1970.
63. Buchmesse 1
30. Lyrisches
hat die Bamberger Onlinezeitung auch sonst zu bieten, zB Vítĕzslav Nezval, Gerhard Falkner, Hans-Ulrich Treichel, Sarah Kirsch, William Carlos Williams (mit einer Erinnerung an den Freiburger Übersetzer, Lyriker und Verleger Rainer Maria Gerhardt) und viel mehr.
103. Skandalös uninteressant
»Biographie skandalös uninteressant«, schreibt Hermann Grab 1947 im New Yorker Exil über sich selbst. »Geboren am 6. Mai 1903 in Prag, studierte Philosophie und Musik in Prag, Wien, Berlin, Heidelberg, Dr. phil. in Heidelberg. (…) Dann einige Jahre Journalist (Musikkritiker) und Musiklehrer in Prag. ›Stadtpark‹, geschrieben 1932, publiziert Neujahr 1935. Daneben viel unpublizierte Lyrik, Roman und Novellen. (…) Ging 1939 nach Paris, entkam Juni 40 nach Lissabon, Ende 40 in New York eingewandert. In New York als Musiklehrer tätig, Lehrstelle für Klavier an einem Konservatorium. In der Emigration nur ein paar kleine musikalische Dinge veröffentlicht, einige Novellen geschrieben und Arbeit an einem Roman.«
(…)
Hermann Grab starb am 2. August 1949 in New York. »Drei Jahre brachte er im Kampf mit der unheilbaren Krankheit zu, deren Wesen er heroisch sich verschwieg. Sein helles Bewusstsein schien aller rohen Fatalität zu spotten. Dass er starb, ohne zu vollenden was ihm möglich gewesen wäre, bezeugt etwas von der Ohnmacht des Geistes selber«, schreibt Adorno. Es bleiben nicht nur noch zu entdeckende literarische Texte, die nun erst allmählich in Einzelausgaben im Verlag Neue Kritik zugänglich gemacht werden, sondern ebenso das Zeugnis einer Literatur im Widerstreit zwischen Gehalt und Kommunikation, einer geschichtlichen Spannung, die heute zugunsten der verallgemeinerten Kommunikation und einer Modernität, wie sie Coelho für sich reklamiert, aufgelöst zu sein scheint. Grab hat auf dem Gehalt beharrt, nicht die eine Anschauung abstrakt gegen eine andere gesetzt oder Anweisungen zur besseren Bewältigung des alltäglichen Lebens im literarischen Gewand präsentiert, sondern den Blick offen auf die Misere der Gesellschaft in ihrer Totalität gerichtet und diese Erfahrung sich in der literarischen Form sedimentieren lassen. In dieser Hinsicht ähnelt sein Verfahren Adornos Bestimmung: »Kunst heißt nicht: Alternativen pointieren, sondern, durch nichts als ihre Gestalt, dem Weltlauf zu widerstehen, der den Menschen immerzu die Pistole auf die Brust setzt.« / Jakob Hayner, Jungle World
Wiki Deutsch:
Hermann Grab (* 6. Mai 1903 in Prag; † 2. August 1949 in New York) war ein deutschsprachiger katholischer österreichischer Schriftsteller und Musiker jüdischer Abstammung. Sein voller Name lautete Hermann Grab von Hermannswörth (tschechisch Heřman Grab z Hermannswörthu).
Englisch:
Hermann Grab (6 May 1903 – 2 August 1949) was a Bohemian German-language writer.
Tschechisch:
Hermann Grab (* 6. května 1903 v Praze; † 2. srpna 1949 v New Yorku) byl český klavírní virtuos, německy píšící spisovatel a právník židovského původu, ale katolického vyznání.
Hermann Grab (* 6. Mai 1903 in Prag; † 2. August 1949 in New York City) war ein tschechischer Pianist, deutschsprachiger Schriftsteller und Jurist jüdischer Herkunft, aber katholischer Religion.
141. Dresdner Lyrikpreis an Hartwig Mauritz
Der mit 5000 € dotierte Dresdner Lyrikpreis geht an Hartwig Mauritz.
“In diesem 48jährigen Dichter, der nahe Aachen gleich hinter der niederländischen Grenze lebt, haben wir einen poetischen Nachfahren von Dichtern wie Hans Magnus Enzensberger und dem Schweden Lars Gustafsson. Fasziniert von Grenzüberschreitungen im Wissensdurst wie im Lebenshunger, von Biografien und Lebensleistungen, die Türen öffneten in neue Erkenntnis- und Erlebensräume, schrieb Hartwig Mauritz lakonisch und doch voller transzendenter Feinheiten, die uns zu fesseln vermögen”, so der Laudator Richard Pietraß.
Ebensfalls für das Finale nominiert waren Thomas Böhme (Leipzig), Anna Brikciusová (Prag), Petr Čermáček (Brno), Daniela Danz (Kranichfeld), Renatus Deckert (Lüneburg), Radek Fridrich (Decin), Michal Šanda (Prag) und Irena Šťastná (Dobroslavice).
Die Ausschreibung für den Dresdner Lyrikpreis 2014 beginnt am 15.3.2013.
In der Sächsischen Zeitung schreibt Undine Materni:
Der Leipziger Dichter Thomas Böhme bekannte, dass er vorwiegend gegen die Angst anschreibe, gegen die Angst und gegen das Vergessen. Daniela Danz aus Thüringen möchte in ihren Texten die Komplexität der Sprache bewahren, Renatus Deckert, der als Lyriker, Essayist und Herausgeber in Lüneburg lebt, gestand, dass er Idealen misstraue und im Gedicht hinter die Fassaden schauen möchte. Radek Fridrich möchte seine Stimme im Gedicht eher anderen Personen leihen, als sich selbst ins Zentrum zu setzen, Michal Šanda lässt sich gern im Alltäglichen vom Gedicht finden.
Der in den Niederlanden lebende Hartwig Mauritz denkt viel über die Entstehungsgeschichte der Dinge nach, Petr Cermácek schreibt gegen das Vergehen der Zeit an. Die Cellistin und Dichterin Anna Brikciusová lässt sich zuweilen von der Musik inspirieren, und Irena Štastná schreibt oft unter Hochdruck und liebt das kurze Gedicht.









