Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Es betet ein Mädchen auf meinem Schiff
Unter den Segeln werde ich sie halten
Dies sind die Kniee der Nacht.
Noch wissen wir nichts von ihren Augen.
Die Stirn, die Frühe, die hellen Haare
folgen später.
Das Raffinierte am modernen Leben
raubt mir die Kraft, entflammt die Hysterie.
Und durch Verzweiflung, Tod, ewige Nebel
rollt mir mein Hirn hinab zum Ennui.
An einer Stätte aber
voll Unterholz und Gestrüpp
wärmt mich mit schrägem Strahl
bereits die Nachmittagssonne.
Josep Palau i Fabre (* 21. April 1917 in Barcelona; † 23. Februar 2008 ebenda) FrauIch kann dieses Feuer –diese Rose in meinen Händen – nicht löschen.Ich selbst hab sie gesucht,und nun gebricht’s mir an Wasser.(ca. 1942) Nachdichtung von Uwe Grüning, aus: Ein Spiel… Continue Reading „Frau“
Dann hebt sie
ihren gehörnten Kopf zum weiten Himmel
mit tragisch großer Geste, regt die Lider
über den toten Pupillen und geht dann,
an Licht verwaist unter sengender Sonne,
geht zögernd
#JoanMaragall #ÀxelSanjosé
Wahrheit, Lüge,
Zwei Lippen, blau,
Die eine spricht, die andere spricht,
Nie aber geben Wahrheit und Lüge ihr gewundenes
Geheimnis preis
#LuisCernuda #ErichArendt #otd
Möge er auch nicht mit Hochmut
richten, was er nicht versteht,
und bevor er Urteil spricht,
soll er selber es erst kosten.
#ÀxelSanjosé #Katalanisch
Denn hätte ich’s vorher gewusst
– ich war da etwas dumm –,
gäb man mir auch ganz Montagut
ich wär dort nie hinein.
#ÀxelSanjosé #katalanisch
und die so oft geles’nen Bücher, die altvertrauten,
sie sind dann prall und voll wie gute Muskatellertrauben,
die wir am Abend essen, die in uns Hoffnung wecken,
als wären weder Welt noch Menschen ein Jahr älter
#MàriusTorres #ÀxelSanjosé
Ich habe das Feuer in meinen Händen. Ich verstehe es und arbeite auf eine perfekte Art und Weise mit ihm, aber ich kann nichts darüber sagen – ohne Literatur.
#Lorca #Oliver #otd #heute
Salvador Espriu (* 10. Juli 1913 in Santa Coloma de Farners; † 22. Februar 1985 in Barcelona) SO EINFACH, DASS ES DIR NICHT GEFALLEN WIRD Müde so vieler Verse, die nicht Gesellschaft leisten — der rühmenswerten Verse von exzellenten Meistern —‚ müde der Staatsaktionen… Continue Reading „So einfach, dass es dir nicht gefallen wird“
Juan Ramón Jiménez (* 24. Dezember 1881 in Moguer, Andalusien; † 29. Mai 1958 in San Juan, Puerto Rico) ACH, NATUR, wer doch aufheben könnte deinen großen nackten Leib, wie die Steine, die wir als Kinder aufhoben, und darunter fände dein Geheimnis, klein und unendlich! Aus dem Spanischen von Fritz Vogelgsang, aus: Juán Ramón… Continue Reading „Ach, Natur!“
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