Kategorie: Österreich
79. Doppelkonferenz
Auf eine poetische Doppelkonferenz darf man sich morgen im Literaturhaus am Inn freuen. Die Deutsche Nora Gomringer bringt zu diesem lyrischen Schlagabtausch ihren noch druckfrischen Band Monster Poems mit. Ihre Kollegin Olga Martynova hält ihren Lyrikband Tschwirik und Tschwirka und ihren jüngsten Roman Mörikes Schlüsselbein dagegen. Die beiden Autorinnen werden sich gegenseitig dem Publikum vorstellen. Nora Gomringer (geb. 1980) zählt zu den Shootingstars der deutschen Lyrikszene. Sie wurde bereits mit dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache (2011) und dem Joachim-Ringelnatz-Preis (2012) ausgezeichnet. Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte die quirlige Deutsche in den USA. Dort knüpfte sie enge Kontakte zur Performance-Poesie-Szene. Zurück in Deutschland, etablierte sie in Bamberg das vielbeachtete Poetry Slam Festival. / Der Standard 19.6.
20. 6., Literaturhaus am Inn, Innsbruck, 20.00
69. Wild
Aus einem Gespräch von Paul Jandl mit Friederike Mayröcker, Die Welt 15.6.:
Mayröcker: Ende 2011 habe ich mir gedacht, dass es schön wäre, wenn ich Proeme schreiben könnte. Der französische Schriftsteller Francis Ponge hat das gemacht. Es ist ein Mittelding zwischen Gedicht und Prosa. Ich habe damit begonnen, und dann wollte ich nicht mehr aufhören, ich hänge so sehr daran, dass sich das Buch mit diesen Proemen fast verzögert hätte. Sie waren immer eine Seite lang. Jeden Tag habe ich eine Seite geschrieben. Ponge mit seinen Prosagedichten hat mich sehr beeinflusst, ich liebe ihn sehr.
Die Welt: Zu den Quellen des Wahnwitzes zählt auch die Literatur selbst. Ihre Bücher leben auch in und mit der Sprache anderer Bücher und Autoren.
Mayröcker: Das Buch hat den Titel “Études”, und da habe ich so einen Hang, immer wieder französische Wörter einzufügen, und die wiederholen sich dann auch, zum Beispiel “fleurs”. Natürlich ist das auch sehr beeinflusst durch Jean Genet, der ja fast in Blumen badet, und durch Jacques Derrida. Seit zehn Jahren begleitet er mich, gerade lese ich zum dritten Mal “Das Glas”. Ich lese ihn als Dichter. Er hat mich am Gängelband, sein “Glas”, die “Postkarte” …
(…)
Die Welt: Ihre literarischen Anfänge in den Fünfzigerjahren mussten fast ohne Öffentlichkeit auskommen.
Mayröcker: Ich habe mich sehr gut mit Andreas Okopenko und H. C. Artmann verstanden. Meine wildesten Zeiten hatte ich, als es bei uns das reine Experimentieren war. Jandl, Okopenko und mich hat ja niemand veröffentlicht. Wir haben zehn Jahre lang für die Schublade geschrieben. Aber was das Wilde betrifft, habe ich das Gefühl, dass ich jetzt noch wilder bin als damals. Jetzt weiß ich, ich muss mit dem Kopf durch die Wand.
59. Lyrikpreis München
Der Lyrikpreis München 2013 hat – wie jedes Jahr – drei Lesungen, in denen die jeweilige Abendjury die Kandidaten für das Finale auswählt, das diesmal im Februar 2014 stattfinden wird. Der Preis ist wieder mit 1000 Euro ausgeschrieben, der zweite Platz mit € 500,-.
Die Nominierten für die erste Lesung am Freitag, den 21. Juni 2013, sind
Dominic Angeloch, Berlin
Kerstin Becker, Dresden
Axel Görlach, Nürnberg
Dagrun Hintze, Hamburg
Oravin, Graz
Werner Weimar-Mazur, Waldkirch
Die Veranstaltung im Münchner Literaturbüro, Milchstraße 4, beginnt um 19:30 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
56. Ernst-Jandl -Lyriktage
Vom 14. bis 16. Juni steht die steirische Marktgemeinde Neuberg an der Mürz wieder ganz im Zeichen deutschsprachiger Lyrik. Bereits zum siebten Mal finden hier die Ernst-Jandl -Lyriktage statt, in deren Rahmen auch der mit 15.000 Euro dotierte Ernst-Jandl-Preis für Lyrik 2013 vergeben wird.
Diesjährige Gewinnerin des Ernst-Jandl-Preises für Lyrik ist die deutsche Autorin Elke Erb. “Bei Elke Erb ist die Sinnlichkeit der Wörter auch die Sinnlichkeit eines lyrischen Ichs, das sich in der Welt herumtreibt, um sich in sich selbst zu finden”, heißt es in der Begründung der Jury. Zugleich ist Elke Erb die erste Frau, die diesen Preis erhält.
(…)
Das vollständige Programm ist abrufbar unter
http://www.bmukk.gv.at/kunst/jandlpreis2013/programm/index.xml
/ ots.at
Jurymitglieder waren 2007 Friederike Mayröcker, Jörg Drews, Alfred Kolleritsch, Klaus Reichert und Felix Philipp Ingold. 2011 und 2013 setzte sich die Jury aus Paul Jandl, Alfred Kolleritsch, Friederike Mayröcker, Thomas Poiss und Klaus Reichert zusammen.
Preisträger
- 2001 Thomas Kling
- 2003 Felix Philipp Ingold
- 2005 Michael Donhauser
- 2007 Paul Wühr
- 2009 Ferdinand Schmatz
- 2011 Peter Waterhouse
- 2013 Elke Erb
42. Gedichtkonferenz
10.6. Montag
19.00
LQ
Alte Schmiede, Wien
GEDICHTKONFERENZ – Poetische Spiele, dichterische Kühnheiten und volksverbundene Archaik
HANS HAID (Ötztal/Tirol) liest aus 74 ÖTZTALER GEDICHTE (Kyrene Verlag, 2012) • REINHOLD AUMAIER (Mühlviertel/Oberösterreich) liest aus GSCHEID SCHTAD. Gedichte in Mühlviertler Mundart (Edition Geschichte der Heimat, 2012) • STEPHAN EIBEL ERZBERG (Steiermark – Wien) liest aus seinem Gedichtband LICHT AUS. Texte und Typografie (Styria Verlag, 2012) • Einleitungen und Moderation:
MICHAEL HAMMERSCHMID und Kurt Neumann
Hans Haid ist einer der Pioniere der neuen österreichischen Dialektdichtung, die nicht nur auf eine Fixierung mündlicher Traditionen bedacht ist, sondern sich den Errungenschaften der literarischen Moderne öffnet. In seinen archaisch klingenden Ötztaler Gedichten scheinen Beschwörung, Anklage, Litanei nicht nur den realen Verhältnissen, sondern auch dem Klang der Sprache verdankt zu sein.
Im Mühlviertler Dialekt sinniert Reinhold Aumaier in seinen Gedichten über das Gute und das Schlechte im Leben, über die Liebe, das Älterwerden und seine Lebenserfahrung. Die kurzen Texte folgen einfachen Reimformen, aus denen sie in der Kombination mit der mundartlichen Ausdrucksweise leichtfüßige Witzigkeit beziehen.
In räsonierendem, umgangssprachlichem Gestus erzählt Stephan Eibel Erzberg in Gedichten und Bonmots heiter aus einer Welt voller Triebe, Absurditäten und Abgründigkeiten, in der jedoch ab und zu ein Funken Schönheit aufblitzt.
Hans Haid, *1938 in Längenfeld im Ötztal, Studium der Volkskunde in Wien. Seit 1967 zahlreiche literarische Veröffentlichungen und Sachbücher über Brauchtum, Dialekt und Kultur im alpinen Raum. Zuletzt: Aufbruch in die Einsamkeit. 5000 Jahre Überleben in den Alpen (1992); Von Schneekanonen & Transitlawinen (1993); Alpenbräuche. Riten und Traditionen in den Alpen (1994); Stadel, Alm & Gaudi. Neue Texte von Hans Haid (1997); Mythos Gletscher in den Alpen (2004); töet vöer dr töet keemen ischt. Gedichte im Ötztaler Dialekt mit schriftsprachlichen Übertragungen (2006).
Reinhold Aumaier, *1953 in Linz, Studium der Germanistik und Musik in Wien. Seit 1976 freischaffend künstlerisch tätig: Lyrik, Prosa, Zeichnung, Kompositionen (für E-Bass und Stimme, Klavier solo), Improvisationen, Ausstellungen. Regelmäßige Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften. Jüngste Einzelpublikationen: Lusthäusl & Lottabäng. gedichta, büdln & a gschicht (2005); wIenGREDIENZIEN (2006); Rutschbonbon. Prosa (2007); hundsdreg & dschogladbabia. weana gmiadboesie (2008); Zwischentraum. Romanfantasie (2009); Beischlafpulver. 99 Sekunden-Romane (2011).
Stephan Eibel Erzberg, *1953 in Eisenerz, Kaufmännische Lehre, Lohnverrechner.
Im zweiten Bildungsweg Studium der Soziologie, Pädagogik und Philosophie. Er schreibt Lyrik, Prosa, Theaterstücke, Hörspiele, Filmdrehbücher. Buchveröffentlichungen zuletzt: Luxusgedichte (1995); Gräber raus aus den Friedhöfen. Briefroman (1996); Tschechow. 77 mal 7 Zeilen plus ein Gedicht (1998); Bei den Fischers. Bei den anderen Fischers (2000); gedichte zum nachbeten (2007); Sofort verhaften! Romanzo anarchico (2008).
28. Christine Lavant
Vierzig Jahre tot, ist das ein Grund zu feiern? Nein, aber ein Grund, sich an Christine Lavant zu erinnern, das schon. Gerade für sie, die dem Tod immer ganz nah war, ist der 7. Juni der richtige Gedenktag.
Als Christine Lavant am 7. Juni 1973 in der Geriatrie im LKH Wolfsberg starb, hatte sie die Dichtung schon lange hinter sich gelassen. Die Gedichte waren nur eine Etappe auf ihrem Lebensweg, wenn auch eine, die ihr Glück gebracht hat. Das Schreiben rettete sie in der Depression und hielt sie davon ab, in letzter Verzweiflung selbst gewaltsam den Weg in den Tod anzutreten.
Die Sache ist also ernst, zu ernst, um sie dem Deutschunterricht und Universitätsseminaren zu überlassen. (…)
Christine Lavant schrieb um ihr Leben, und deshalb, jenseits aller Kunstfertigkeit, rauben uns diese Texte heute noch den Atem. Wie einst Werner Berg können auch wir der Dichterin verfallen. Werner Berg lernte Christine Lavant am Tonhof in St. Veit kennen. Dort, unter den aufstrebenden und wichtigen Schriftstellern und Malern, sah er eine ausgemergelte Frau, große Augen, Finger gleich Spinnenbeinen. / Wilhelm Kuehs, Kleine Zeitung
4. Sommerlied
zum Junianfang, im Gedenken an Johannes, Inge, Uwe, Georg, Wolfgang, Thomas, Michael, Ernst, Sarah und all die anderen
sommerlied
wir sind die menschen auf den wiesen
bald sind wir menschen unter den wiesen
und werden wiesen, und werden wald
das wird ein heiterer landaufenthalt
- Ernst Jandl, dingfest
aus: E. J.: Poetische Werke in 10 Bänden. Hrsg. von Klaus Siblewski. Bd. 5: dingfest & verstreute gedichte 4. Luchterhand Literaturverlag, München 1997
107. Gestorben
Der vielseitige Musiker Erich Meixner ist am vergangenen Freitag, dem 24. Mai einer Krebserkrankung erlegen. Meixner war mit der 1969 gegründeten Folkband “Schmetterlinge” bekannt geworden, wo er unter anderem mit Georg Herrnstadt, Willi Resetarits, Beatrix Neundlinger und Herbert Tampier musizierte.
(…) Später begleitete er etwa den Dichter Ernst Jandl bei Gstanzeln, die dieser hochtrabend “Stanzen” nannte*. / Wiener Zeitung
*) ein Bildungsbürger, aha
100. Huellkurven
… heißt ein Online-Magazin für
sound poetry, poésie sonore, lautpoesie, noise poetry, sound-text composition, auditive poesie, audio poetry etc.
dessen erste Nummer soeben erschienen ist – hier zum Anhören oder Downloaden. Mit
01 Dirk Huelstrunk – in diesem falle/in this case
„in diesem falle/in this case“ has been recorded with voice, megaphone and loop pedal directly to one mono-track. no overdubs or effects.02 Helmhart – EI
von markus helmhart und wolfgang helmhart03 Tomomi Adachi – This means “Oh boy, that BBQ meat is too big.”
04 Marc Matter – Une Propagation Du Nouvel Alphabet Lettrique / A Propagation Of The New Lettrist Alphabet
Contemporary interpretation of the “Nouvel Alphabet Lettrique” – the first version of the Sound-Alphabet introduced by LETTRIST Isidore Isou in 1947.
The Voice-alphabet was recorded according to Isous descriptions in a soundstudio. Then, the original voice sounds have been reworked and alienated with turntablist techniques by Marc Matter. A drawing from the REVUE OU (Henri Chopins Anthologie of Concrete Poetry, 1963 – 1974) was used as a GRAPHIC SCORE. Robert M Ochshorn (ex- M.I.T. Interrogative Design Group) designed an Open-Source SOFTWARE that arranged the very short voice-snippets due to the graphic score into 4 tracks.05 Zuzana Husárová – My voices someone answers
“My voices someone answers” is created by 2 sound layers: a mixture of fragments of poetic texts – “The Love Song of J. Alfred Prufrock” by T. S. Eliot and “Text for Nothing #4″ by Samuel Beckett that seem to create one coherent text and on the top of it my own poem. The piece juxtaposes these canonical works (read at fast pace) and sonically covers them with a poem starting with “my ideas were here already“. The work creates a multilingual remixed-subjective expression across discourses, eras, genders, poetics.
06 Evgenij V. Kharitonov – Argo vs. Dali Performance (2007-2012)
07 Jelle Meander – Spam, Dorothy, Spam!
Spam, Dorothy, Spam! (2004, 1:13) – Spam poetry for three voices.
According to certain sources Jelle Meander is a poet and a musicologist. He wonders what Khlebnikov meant with “scrape language and you will see space and its skin”.08 a rawlings, Ciara Adams, Richard Windeyer – Bella swallows
Excerpted from Bella, an audible consideration of before or after. Discovered in the depths of Marie Darrieussecq’s La Musée de la mer. Voiced by Ciara Adams and a rawlings. Recorded by Richard Windeyer.09 johannes leo weinberger – shadow health
meine “electroacoustic noise poems” sind übersetzungen mentaler prozesse und situationen in klang/text. sie bestehen im wesentlichen aus stimm-elementen, field recordings und elektronischen signalen.10 Petra Ganglbauer – LANDSCHAFT MIT FRAU, MANN, KRIEG
“sprache und geräusch/klang in meiner arbeit miteinander zu verbinden, bedeutet für mich in erster linie ausloten und überschreiten meiner wahrnehmungsgewohnheiten. spannend finde ich die mit dieser – zwischen musik und literatur angelegten – gattung verbundene freiheit im umgang mit dem material, die ein nahverhältnis zur realen wirklichkeit / welt herstellt. LANDSCHAFT MIT FRAU, MANN, KRIEG ist ein audiopoetisches stück, das einen empfindungsraum erzeugen will. DANK an das ORF-KUNSTRADIO für das zur-verfügung-stellen von einigen kürzestsequenzen aus meinen audiostücken.”11 fritz widhalm – ei, wie fein info
ei, wie fein besteht aus einem kurzen text, der mehrmals hintereinander in ein mikro gesprochen, geflüstert, gestottert wurde, wobei eine menge geräusche wie das knarren des drehstuhls, das knistern von papier, durchs offene fenster dringender baustellenlärm vom nebenhaus und sonstig zufälliges mit aufgezeichnet wurde. das ganze wurde dann am computer geschnipselt und verfremdet und in form gebracht, also zur poesie geformt, ja, da sagen wir: “freut euch”!12 Linnunlaulupuu – Muhmare
Linnunlaulupuu is an open collective of artists, musicians, poets and sound designers who experiment with audiopoetic and electroacoustic improvisation in wildly varying ways. Muhmare is a mashup of two days and four people doing things together with objects, movements in space, live and sampled vocals, effects pedals, various computer programs, sequencers and audio editors in different rooms and in the same rooms, while feeling mostly tired and depressed. It features the members Tuukka Haapakorpi, Lauri Hyvärinen, Teemu Manninen and a surprise appearance by the Icelandic writer Kári Tulinius.13 Michael Fischer, Alessandro Vicard – Palarmo
MICHAEL FISCHER, tenor saxophone, voice
ALESSANDRO VICARD, double bass, live-processing
recorded and edited by Michael Fischer
The sound-samples for Parlarmo were selected from a recording of 30-min performance by Fischer / Vicard at the Goethe-Institut Palermo in April 2013, later condensed / mounted / collaged and supplemented with samples of sounds from an orange grove by night some days later.14 ilse kilic – verrueckt
“in dieser arbeit habe ich nur meine stimme verwendet. diese nähert sich brummend, kreischend, zischelnd, singend usw. dem kleinen angstgedicht. angst braucht stimme gegen angst.”15 jörg piringer – stine
four fast computer speech layers reciting fibonacci syllable sequences.16 Heike Fiedler – Weisser Raum
Heike Fiedler, 1963. Born in ancient West Germany, living in Geneva. Author, poet, performer, sound and visual artist. Performs with laptop, pencil, book and paper roles, live electronics and projections. The composition “White room” (3:09) is a space of my experiences with silence and the moment of its interruption.17 Sophie Reyer – Es
Sophie Reyer, geboren 1984 in Wien, lebt in Wien und Köln.. Publikationen: “geh dichte” (Lyrik, EYE- Verlag 2005), ”vertrocknete vögel” (Roman, Leykam 2008), “baby blue eyes” (Roman, Ritter 2008), “binnen” (Lyrik, Leykam 2010) und “flug (spuren)” (Leykam 2012). “Master of Arts” im Komposition/ Musiktheater 2010 sowie Diplom in “Szenisch Schreiben” bei uniT 2010.18 Thomas Havlik – dökeba zündschnur
Das Material von DöKeBa Zündschnur besteht aus einer Auswahl aus dem Syllables-Shooter, einer Sammlung aus Silben und Phonemen, die im Zuge des Digital-Arts-Produzentenfestivals Schmiede Hallein 2012 von insgesamt 18 Personen in 5 unterschiedlichen Sprachen eingesprochen und von Thomas Havlik aufgenommen wurden. Dieses Stück besteht aus den akustischen Fingerabdrücken von Michael F. Schreiber, Caroline Wimmer, Nils Medina sowie Jean-Baptiste Béchu.
Aufgrund ihrer klanglichen Eigenschaften ausgewählte Sprachpartikel bilden Lautgruppen und werden durch das Zusammenwirken beispielsweise der Silben “st(e)” und “-ige” zu auditiven Irritationsinseln, die von Hörsituation zu Hörsituation anders entweder als die Aufforderung: “steige!”, das Substantiv “Stiege” oder als bloße kompositorische Klänge wahrgenommen werden können. Unterschiedlich lange, in verschiedenen Geschwindigkeiten abgespielte Silbenketten erzeugen Rhythmen, während die phonografisch nicht mehr ohne weiteres (re)notierbare Stimme, die an laut- bzw. ethnopoetische Traditionen erinnert, für den spielerischen Auflösungsversuch der Grenze zwischen dem steht, was mit Schriftzeichen ausgedrückt werden kann, und was nicht, zwischen Subjekt und Unterbewußtsein, Gedicht und Rezipient.19 Jörg Zemmler – time is on my side (the rolling stones)
jörg zemmler, 1975 bozen, z.Z. in wien. arbeitet unterschiedlich.
gewann 06 den fm4 protestsongcontest, 09 den Ö-slam und 2012 den Ö1 Lyrikpreis “Hautnah”.
hier: gitarre, uhr, stimme, exit.
(der text der stones ist nicht von den stones, aber er passt auch sehr gut.)
74. Literaturfest Salzburg
Sie sei nicht verrückt geworden, sie habe Reime gemacht, sagt die in den USA lebende Klüger, die mit der Literatur, speziell mit Gedichten, gelebt und überlebt hat. Um die Sprache als analytisches, zuweilen verstörendes, auf Nuancen pochendes, Erinnerungen speicherndes Lebenselixier dreht sich auch beim Literaturfest Salzburg vieles. Eröffnet wird die viertägige Veranstaltung heute um 19.30 Uhr in der großen Universitätsaula mit Lesungen von Ruth Klüger, Eckhard Henscheid und Eva Menasse. / Stefan Gmünder, DER STANDARD 22.5.