Kategorie: Indien

89. Poemandu

KATHMANDU: Zum Welttag der Poesie starteten die BP Koirala India Nepal Foundation und die indische Botschaft “Poemandu” als monatliches Lyriksymposion. Es will eine gemeinsame Plattform für Dichter aus Nepal und Indien sein. 30 Dichter aus Nepal und Indien lasen in Sprachen wie Englisch, Hindi, Nepal Bhasha (Newari), Maithili, Bhojpuri, Urdu und Awadhi. Unter den Gästen war auch der “Nationaldichter” Madhav Prasad Ghimire. / The Himalayan Times

61. For the Delhi girl

The shock created by the rape and murder of ‘Nirbhaya’, the Delhi rape victim, is still creating waves among the people and that fright is being reflected in the social sphere in many ways. The latest example is a book of poems, ‘Delhi Penkutikku’ (For the Delhi girl), edited and created by the students of Kannur University’s Department of Mass Communication and Journalism.

The book is a poetic homage to the Delhi rape victim and it also strongly criticizes and raises voice against the recent Tirur rape incident and other sexual assaults on women in the state. The book is a collection of 24 poems written by the Journalism Department’s students and teachers. / P Sudhakaran, Times of India

117. Voices of protest

Während das ganze Land [?] den Tod der Studentin betrauert, die an den Folgen einer Massenvergewaltigung starb, widmete Megastar  Amitabh Bachchan ihr ein bewegendes Gedicht, in der Hoffnung, die Welt möge aufwachen und für das Recht und die Würde der Frauen eintreten. Das in Hindi und Englisch veröffentlichte Gedicht des Schauspielers nennt die 23jährige ‘Damini’ und ‘Amaanat’:

With the passage of time, the candles shall burn out and lose their flame…
The flowers offered with devotion, shall in the absence of water, get dry and weathered out…
The voices of protest both vocal and silent, shall lose their strength…
But the ‘fearless’ ( nirbhayata ) fire that has been ignited, shall rekindle the flames in our hearts…
The waterless dry and weathered flowers, shall be brought to life drenched by the tears in our eyes…
With a burning throat the soul of ‘Damini’ and ‘Amaanat’, shall be voiced in the entire universe…
That I am the Mother, sister and daughter of my Bharat…
Respect and dignity are my birthright possessions ..
Bharat the country is my Mother…
Forget about me, become at least the recognised worthy face of your Mother..!!

/ Times of India

34. Vogelgespräche

Gibt es in Frankreichs Verlagswelt einen Nischen-Verlag, dann sind es die Editions Diane de Selliers. «Wir veröffentlichen jedes Jahr ein Werk», erklärt die Gründerin und Namensgeberin der NZZ. «Der Verlag hat vor zwanzig Jahren sein erstes Buch herausgegeben, die am 18. Oktober erschienenen ‹Vogelgespräche› von Fariduddin Attar sind also unsere 21. Schöpfung.» (…)

Für deren Ausgabe liess sie 207 persische Miniaturen etwa in Istanbul, Kabul, Kairo, New York, Teheran abfotografieren, deren Szenen oder Bildmotive mit bestimmten Passagen des mystischen Poems in Resonanz treten. Dasselbe gilt für das mit 520 japanischen Malereien illustrierte «Genji Monogatari» und das mit 660 indischen Miniaturen bebilderte «Ramayana». Beide Bände enthalten zudem ausführliche Kommentare zu jedem einzelnen Bild, die von Koryphäen verfasst wurden.

Das «Ramayana» mit seinen 1700 Seiten, seinen 14 Kilogramm Gewicht und seinen sieben Bänden (zuzüglich eines Kommentarbands) ist die bis anhin teuerste Publikation des Hauses. Der Ladenpreis beträgt stolze 950 Euro. Während keines der 21 in der «grande collection» erschienenen Werke unter einem dreistelligen Euro-Betrag zu haben ist, werden vergriffene Titel seit 2007 in der «petite collection» in einem reduzierten Format und zu einem erschwinglicheren Preis wiederaufgelegt. / Marc Zitzmann, NZZ

  • Le Cantique des oiseaux d’‘Attâr illustré par la peinture en Islam d’orient traduction intégrale versifiée par Leili Anvar, commentaires iconographiques de Michael Barry (Diane de Selliers, 2012)
  • Fariduddin Attar: Vogelgespräche und andere klassische Texte. Vorgestellt von Annemarie Schimmel. C.H.Beck
  • Navid Kermani: Der Schrecken Gottes. Attar, Hiob und die metaphysische Revolte. C. H. Beck Verlag, München 2005
  • Kenneth Avery, Ali Alizadeh (Hgg.): Attar: Fifty Poems of Attar, re-press 2007, ISBN 978-0-9803052-1-0Online (PDFOpen Access).

45. PYAASA

Ms. Davis präsentiert in diesem Monat den indischen Klassiker PYAASA (1957) von Guru Dutt, der 39-jährig an einer Überdosis Schlaftabletten starb. In seinem Werk versuchte er, das kommerzielle Bollywood-Kino als sozialkritisches Sprachrohr zu nutzen und gleichzeitig ästhetisch herauszufordern. Im Mittelpunkt des Films steht ein erfolgloser Dichter, der nicht einmal innerhalb der eigenen Familie Anerkennung findet. Aufgrund einer Verwechslung wird er für tot erklärt. “Posthum” wird sein Werk plötzlich als Erfolg gefeiert, während man ihn unerkannt in eine Nervenheilanstalt einweist. (11.11.) / Arsenal Berlin

21. Miraji (1912-1949)

Damals versuchten die drei Dichter Miraji, Tasadduq Husain Khalid und Rashid, freie Verse in die Urdu-Dichtung einzuführen. Am mutigsten und zuversichtlichsten unter ihnen Miraji. Er bezog seine Inspiration aus drei Quellen: der westlichen Literatur, der modernen Psychologie und der alten Hindumythologie.

Er veröffentlichte eine Reihe von Artikeln in der Zeitschrift Adabi Duniya , die Maulana Salahuddin in Lahore herausgab. Darin stellte er führende westliche und östliche Dichter vor, darunter François Villon, Charles Baudelaire und Mallarmé, Whitman und Poe, DH Lawrence und Katherine Mansfield, Puschkin, Heine, Sappho, Li Bai und die Inder Chandidas und Vidyapati  Von jedem übersetzte er ausgewählte Gedichte

Stärker als jeder Zeitgenosse verdient er es, als moderner Dichter im wahrsten Sinne des Wortes “Moderne” angesehen zu werden. Vielleicht hat Akhtar Suliman recht, wenn er ihn einen Vorläufer der modernen Urdudichter nennt. / Intizar Husain, dawn.com

20. Suche nach der verlorenen Szene

Hans Zimmermann, Görlitz

4. Rundbrief 2012: S’ist Krieg

3.November 2012

Liebe Freunde,

es gibt im großen indischen Epos über den Kampf der Pândavas gegen ihre Vettern, die Kauravas, um den Königsthron eine kleine Szene, die so unscheinbar ist, daß sie in den üblichen literaturgeschichtlichen oder handbüchenen Zusammenfassungen der in 100.000 Doppelversen ausgebreiteten Handlung gewissermaßen unter den Tisch fällt. Ich kannte diese kleine Szene noch aus einem früheren Leben, als ich Indologie studierte, sie kam mir aber in diesen Tagen in den Sinn und ich schrieb ein kleines Gedicht, das mit dem Motiv dieser verschwindend-kleinen Szene beginnt (Nr.7 im 8-Stern-Zyklus). Aber ich wollte die Geschichte gerne genauer nachlesen. Letzten Sommer, während der Indienreise, las ich deshalb die höchst empfehlenswerte 300-Seiten-Nacherzählung des Mahâbhârata (so heißt dieses Epos), die Biren Roy 1961 (Diederichs Gelbe Reihe) veröffentlicht hat, aber da fand sich die gesuchte Szene nicht; auch nicht bei Glasenapp oder in der recht guten Wikipedia-Zusammenfassung. So besorgte ich mir vor zwei Wochen endlich antiquarisch den alten “Winternitz”, den ich im Indologiestudium gelesen hatte, und da fand ich die Stelle.

(Und nur bei Winternitz S.269 und nicht eben bei Biren Roy oder Glasenapp steht übrigens auch die skurrile Begründung für die edle Blässe des “Bleichgesichts”=Pându, dessen fünf Söhne die Pândavas sind, sowie für die Blindheit von dessen Bruder Dhrtarâshtra, dem Vater der 100 Kauravas.)

Diese 60 Seiten aus der “Geschichte der indischen Litteratur” von Moritz Winternitz habe ich also nun ins Netz gestellt, mit einem verlinkten Inhaltsverzeichnis vorweg, mit allen Anmerkungen und Seitenzahlen, färbte alle Sanskrit-Namen und -Begriffe (wie bei mir üblich) blau ein, nun, da steht’s: http://12koerbe.de/hanumans/mbharata.htm

Die innerhalb des komplexen Getümmels so “verlorene” Szene?, ach ja: Der Kampf endet nicht mit Sonnenuntergang, wie üblich und vereinbart (und es ist ja alles, jeder Kampf: wer wie wann gegen wen und wer wie wann gegen wen nicht, wie ein Spiel in ritterliche Regeln gefaßt und “vereinbart”!), sondern tobt in wahnsinniger Verletzung all dieser Regeln bis tief in die Nacht hinein und lebt nach kurzen Erschöpfungspausen (die ich beim Schreiben meines Gedichts, d.h. bevor ichs bei Winternitz wiederlas, vergessen hatte) noch vor der Morgendämmerung wieder in aller Heftigkeit auf, und da nun geschieht das, was mich so beeindruckt hat: Die Sonne geht auf — und alle unterbrechen für einige Minuten das große Morden, um die Sonne im Gebet zu verehren.

Die wesentlichen Schlüsselszenen der Handlungsfolgen in der Haupterzählung des riesigen Epos sind natürlich andere: Wie kommt es überhaupt zum “großen” (maha) Krieg der “Bharatas”? Durch ein Würfelspiel zwischen den königlichen Vettern, das die Pândavas verlieren: Sie haben nacheinander alles eingesetzt, auch ihr Königreich, schließlich sich selbst und dann noch die allen fünfen gemeinsame (!) Gattin Draupadî, aber das wollt ihr bestimmt sofort selber nachlesen,

grusz, hansz

    115. Diplomatenlyrik

    Eine wachsende Schar indischer Diplomaten sucht emotionale Erleichterung in Lyrik und kreativem Schreiben, um den Blues des Arbeitsplatzes und den Stress des Entscheidenmüssens zu bekämpfen. Sie ergießen ihr Herz in ihr Schaffen, das oft nahe an den Geist der Rebellion grenzt.

    Während Diplomaten wie Vikas Swarup, Navtej Sarna und Navdeep Suri Romane und Kurzgeschichten schreiben, bereicherte der neue indische Botschafter in Argentinien, Amarendra Khatua, das Genre der Diplomatenpoesie mit einem Band Liebesgedichten:  “Love Abracadabra”. / zeenews.india

    127. Anschlag auf Dichtertreffen in Karatschi

    Die indischen Dichter Manzar Bhopali und Iqbal Ashar gehörten zu den Überlebenden eines Anschlags auf eine “mushaira”, ein traditionelles Dichtertreffen in der Hafenstadt Karatschi. Mindestens ein Mensch kam bei dem Angriff der etwa ein Dutzend Bewaffneten ums Leben. Das Treffen wurde anschließend planmäßig fortgesetzt. / Outlook India 27.3.