Kategorie: Kongo (Kinshasa)

103. Tchicaya U Tam’si-Preis

Seit 1990 vergibt das Afro-arabische Kulturforum in Assilah (Marokko) in jedem zweiten Jahr einen nach den kongolesischen Dichter Tchicaya U Tam’si (1931 – 1988) benannten Literaturpreis.  In diesem Jahr erhielt ihn der marokkanische Autor und Übersetzer Mehdi Akhrif und die senegalesische Autorin Fama Diagne Sene.

Mehdi Akhrif veröffentlichte seit 1979 Lyrik und Prosa und übersetzte u.a. Fernando Pessoa. Fama Diagne Sene, Direktorin der zentralen Universitätsbibliothek in Bambey (Senegal) veröffentlichte Lyrik, Novellen, Kindergeschichten, Romane und Dramen. Sie erhielt 1997 den  Grand Prix du Sénégal pour les Lettres und 2003 den Prix de la Poésie in Genf.

Der Preis wurde bisher u.a. an Edward J. Maunick (Insel Mauritius), René Depestre (Haïti), Ahmed Abdel Mo’ti Higazi (Ägypten) und Niyi Osundare (Nigeria) vergeben. Die Jury wird von dem senegalesischen Schriftsteller Alioune Badara Bey geleitet, der auch Präsident des senegalesischen Schriftstellerverbands ist. / El Watan 26.7.

9. lyrikline

Neues auch vom Berliner Ohrenschmaus:

Kurz vor Weihnachten präsentieren wir einen israelischen Weihnachts- und Poesiefilm, basierend auf einem Gedicht von Jan Wagner (Deutschland).

Freuen kann man sich für 2011 schon einmal auf neue Dichter aus dem Maghreb, aus Italien, Israel, Katalonien, Zypern, Belgien, Russland und aus Skandinavien, und natürlich noch auf viele andere mehr.

Neue Autoren

Auf lyrikline.org sind zahlreiche Autoren neu. Mit dabei sind u.a. Gedichte des Booker-Preisträgers Michael Ondaatje (Kanada), der vor allem durch seinen Roman „Der englische Patient“ bekannt wurde. Cole Swensen (USA) und Yang Lian (China/USA) sind weitere nordamerikanische Autoren, die jetzt online zu lesen und zu hören sind. Ebenfalls neu sind die afrikanischen und asiatischen Dichter Nina Kibuanda (DR Kongo) und Babangoni wawa Chisale (Malawi) sowie Alaa Khaled (Ägypten), Zakaria Mohammed (Palästina) und Monzer Masri (Syrien).

Aus Europa sind neu dazugekommen:

Ulrikka S. Gernes (Dänemark), Konstantin Ames (Deutschland), María Eloy-García (Spanien) und die griechischen Dichter Jazra Khaleed, Dimitra Kotoula und Yannis Stiggas.

Neue Gedichte

gibt es von Gerhard Falkner (Deutschland).

Neue Übersetzungen

Außerdem wurden wieder zahlreiche neue Übersetzungen eingestellt:

Ins Arabische: Gerhard Falkner (Deutschland)

Ins Chinesische: Jan Wagner (Deutschland)

Ins Deutsche: Babangoni wawa Chisale (Malawi), María Eloy-García (Spanien), Ulrikka S. Gernes (Dänemark), Alaa Khaled (Ägypten), Jazra Khaleed (Griechenland), Nina Kibuanda (Kongo), Dimitra Kotoula (Griechenland), Zakaria Mohammed (Palästina), Monzer Masri (Syrien), Michael Ondaatje (Kanada), Yannis Stiggas (Griechenland), Cole Swensen (USA), Yang Lian (China/USA)

Ins Englische: Tsead Bruinja (Niederlande), Hélène Gelèns (Niederlande), Ulrikka S. Gernes (Dänemark), Jazra Khaleed (Griechenland)

Ins Französische: Tsead Bruinja (Niederlande)

Ins Hebräische: Monika Rinck (Deutschland), Jan Wagner (Deutschland)

Ins Litauische: Tsead Bruinja (Niederlande)

Ins Spanische: Tsead Bruinja (Niederlande)

Ins Türkische: Arjen Duinker (Niederlande), Joan Margarit (Spanien), Nikolai Madzirov (Mazedonien), Thomas Möhlmann (Niederlande), Ulrike Draesner (Deutschland)

Ins Ungarische: Jan Wagner (Deutschland)

 

13. poesiefestival berlin

Eröffnet wird das poesiefestival am 4. Juni mit dem Kolloquium »Mittelmeer und Europa – die andere Geschichte der Literatur«. Es fragt, wie sich der Flüchtling in der Dichtung jener Region spiegelt und wie er heute zivilrechtlich behandelt wird. An der verlesenen »Europäischen Verfassung in Versen« haben gut 50 Dichter mitgeschrieben. Der Abend gehört »Weltklang – Nacht der Poesie« in der Akademie der Künste, wo das Festival bereits im dritten Durchgang sein Domizil hat. Stars der Szene tragen in Originalsprache ihre Gedichte vor, so die Deutschen Elke Erb und Michael Krüger, der Russe Dmitry Golynko, Nina Kibuanda aus dem Kongo, Yang Lian aus China, Michael Ondaatje aus Kanada, Anat Pick aus Israel, Cole Swensen aus den USA, Raúl Zurita aus Chile. In einer eigens publizierten Anthologie kann man dem Weltklang jener Gedichte in deutscher Übersetzung folgen. Auch Berliner Autoren haben ihr Podium: In sechs Bezirken lesen sie an öffentlichen Orten.

Tägliche »Poesiegespräche« forschen bis zum 12. Juni dem Stand der Dichtung in den Anrainerstaaten und darüber hinaus nach. Ondaatje, bei uns mehr für seinen Roman »Der englische Patient« bekannt, obwohl Autor von 13 Gedichtbänden, ist dabei; Abbas Beydoun aus dem Libanon, Alaa Khaled aus Ägypten berichten über die Hafenstädte Beirut und Alexandria sowie – mit Kollegen aus Palästina und Syrien – über Poesie als Ort der Freiheit. / Volkmar Draeger, ND 3.6.

155. Shakespeare and Company

Die Buchhandlung “Shakespeare and Company” liegt an der Rive Gauche, dort, wo sich an diesen Abenden der Geruch des ölschwarzen Wassers mit der heraufziehenden Winternacht, dem Stimmengewirr der Bistros und der Straßenmusik zu einem dichten Großstadtgemälde mischt. Metroausgänge spucken Touristen und Studenten in die Gassen des Quartier Saint Michel, die Türme von Notre Dame stützen tiefhängende Regenwolken.

“Ich lese gerade D. H. Lawrences Lady Chatterly’s Lover”, sagt die amerikanische Literaturstudentin Alex, die erst vor fünf Tagen aus New York gekommen ist, “mein Vorbild ist Virginia Woolf.” Ein dichter Pony fällt ihr ins Gesicht, ihre Stimme ist warm und dunkel. Das US-Magazin The Nation hat einige ihrer Texte gedruckt. Jetzt will sie nach Paris ziehen, vielleicht für lange. Eine Freundin hat ihr von diesem besonderen Buchladen erzählt, nun ist sie Gast, schläft nachts zwischen den Regalen, hilft tags beim Verkauf. / Johanna Schmeller, Freitag 21.12.

Shakespeare and Co., 37 Rue de la Bûcherie, Paris Ve, Öffnungszeiten: 10-23 Uhr

The Shakespeare and Company Literary Festival: Storytelling, Politics and The Imagination, 18-20 Juni 2010

Ernest Hemingway, Paris – Ein Fest fürs Leben, Rowohlt, München, 2004 (5. Aufl.), 192 S., 7,95 Euro

Sylvia Beach, Shakespeare und Company – ein Buchladen in Paris, Suhrkamp, Frankfurt a. Main, 2005 (8. Auflage), 247 S., 9 Euro

*) in der Rubrik Books von The Nation findet man 3 Gedichte aus der Dezember- und Januarausgabe, von Andrzej Sosnowski (Polen), Tchicaya u Tam’si (Kongo) und Marina Zwetajewa (Rußland).

12. Graz engagiert kongolesischen Lyriker als Stadtschreiber

Als erster Afrikaner wird der aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Lyriker, Erzähler und Dramatiker Fiston Mujila Mwanza 2009/10 als Grazer Stadtschreiber fungieren. Wie Kulturstadtrat Wolfgang Riedler am Freitag mitteilte, habe die Jury unter 64 Bewerbungen aus 24 Ländern jene des 28-Jährigen ausgewählt. … “Kunst und Literatur aus Afrika wird zurzeit hohes kreatives Potenzial zugeschrieben”, sagte Riedler, der sich von der Entscheidung “spannende Interaktionen mit der Grazer Szene” erwartet.

Der 28-jährige Lyriker, der aus Lubumbashi, der zweitgrößten Stadt des Kongo, kommt, machte Ende 2008 mit dem Gedichtband “Poemes et revasse-ries” auf sich aufmerksam. Sein Studium der Literaturwissenschaften hat er mit einer Arbeit über die Identitätskrise und neue Schreibweisen in der frankophonen Literatur abgeschlossen. Seit vergangenem Herbst lebt Mwanza als Stipendiat des Böll-Fonds des Landes Nordrhein-Westfalen in Köln, zurzeit hält er sich für ein Projekt in Paris auf.  / Der Standard 3.7.