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Archiv für den Tag 5. April 2012

Im Netz seit 1.1.2001

19. Help Us Free Sylvia Plath

Liebe Leser, Autoren, Freunde von luxbooks,

am Todestag Sylvia Plaths haben wir eine große Kampagne gestartet: Help Us Free Sylvia Plath

Da die deutschsprachigen Rechte des bis heute unübersetzten Debütbands “The Colossus” durch ein Optionsrecht eines größeren Verlages blockiert werden, versuchen wir über Crowd-Funding Mittel einzusammeln, um ein konkurrenzfähiges Angebot an den Originalverlag machen zu können und so Sylvia Plaths Debütband zu befreien. Genaueres zum Editionsprojekt, zur Kampagne und Links zu den begleitenden Twitter-, Facebook- und YouTube-Accounts finden Sie/findet Ihr hier:

http://www.indiegogo.com/Help-Us-Free-Sylvia-Plath

Wir freuen uns über jede Hilfe, jede Weiterleitung, jeden Bericht & natürlich jede Spende!

Herzlich aus Wiesbaden
Annette Kühn & Christian Lux
luxbooks

18. Archaische Urheberrechtsdebatte

Woche der altgriechischen Poesie in L&Poe 2.-8.4.
Satyr mit Kantharos und Lyra

Satyr mit Kantharos und Lyra. Tondo eines Attisch-rotfigurigen Kylix,
460-450 v. Chr. Aus Vulci. (Wikimedia Commons)

Dirk Uwe Hansen (Greifswald)

Der griechische Dichter Theognis von Megara machte sich schon im 6. Jh v.u.Z. Sorgen um sein Urheberrecht. Versiegeln wollte er seine Elegien und damit seinen Ruhm – und den seines Geliebten Kyrnos – bewahren und sein Werk vor Diebstahl, Mißbrauch und unautorisierter Erweiterung schützen. Um Geld ging es damals offensichtlich noch nicht, um Ruhm viel eher:

Κύρνε, σοφιζομένωι μὲν ἐμοὶ σφρηγὶς ἐπικείσθω
 τοῖσδ’ ἔπεσιν, λήσει δ’ οὔποτε κλεπτόμενα,
οὐδέ τις ἀλλάξει κάκιον τοὐσθλοῦ παρεόντος·
 ὧδε δὲ πᾶς τις ἐρεῖ· ‘Θεύγνιδός ἐστιν ἔπη
τοῦ Μεγαρέως· πάντας δὲ κατ’ ἀνθρώπους ὀνομαστός.’
 ἀστοῖσιν δ’ οὔπω πᾶσιν ἁδεῖν δύναμαι·
οὐδὲν θαυμαστόν, Πολυπαΐδη· οὐδὲ γὰρ ὁ Ζεύς
 οὔθ’ ὕων πάντεσσ’ ἁνδάνει οὔτ’ ἀνέχων.

Kyrnos, schlau habe ich mir ein Siegel ausgedacht, das auf
diesen Worten liegen soll. So kann sie niemand unbemerkt stehlen,
niemand sie zum Schlechteren ändern, weil das Gute ja da ist,
und so wird ein jeder sagen: “Das sind die Worte des Theognis
aus Megara.” Doch auch wenn ich bei allen Menschen bekannt bin,
kann ich es nicht allen meinen Mitbürgern recht machen.
Und das ist kein Wunder, Polypaide, denn nicht einmal Zeus
macht es allen recht, weder, wenn er es regnen lässt, noch wenn er den Regen zurückhält.

Wir wissen nicht, worin dieses Siegel bestanden haben soll. Naive Erklärung: die Nennung des Namens “Kyrnos”, der wirklich in etlichen der Elegien vorkommt, soll die Gedichte markieren; materielle Erklärung: die für die Zeitgenossen ungewohnte Verschriftlichung des Werkes und die Hinterlegung eines Referenzexemplares mit der Ausgabe letzter Hand sollten diese Siegelfunktion erfüllen; komplizierteste Erklärung: irgendwo im Text findet sich verschlüsselt des Autors Name, man muss ihn nur zu finden wissen.

Sicher ist jedoch eines: Theognis´ Siegel hat versagt. In der Sammlung, die unter seinem Namen überliefert ist, finden sich Gedichte aus mindestens 200 Jahren, kaum eine der Elegien ist vollständig, und eine Reihe der hier zusammengetragenen Dichter sind uns namentlich bekannt.

Und doch: liest man die Theognidea in einem Stück, so machen sie einen seltsam geschlossenen Eindruck, so als hätte der Autor Theognis dem lange nach seinem Tod gesampleten Stück am Ende noch sein Siegel aufgedrückt. Ob er damit zufrieden gewesen wäre, wissen wir natürlich nicht.

17. Gestorben

Raymond Jean, “Dichter, Romancier, Essayist, Kritiker und militant communiste” (L’Humanité), starb im Alter von 87 Jahren.

16. Kein Ende

Mehr als 1500 Nachrichtenbeiträge zu Grass’ Israelgedicht meldet Google. Literarisch ist es ja nicht so bedeutend, daß man sich lang aufhalten müßte. Und die Welt ist wie sie ist, Empörung zwecklos. Die Boulevardblätter verteidigen Israel, Linke geben Grass recht. Und bei den Stammtischen wird Grass punkten.

Was sagt das Ausland? Focus zitiert La Repubblica“:

„Günter Grass tritt wieder auf den Plan. Und er tut dies mit einem lyrischen Text, der dazu bestimmt ist, einen Streit auszulösen. Der Literatur-Nobelpreisträger meint, dass Israel die wahre Gefahr für den Frieden ist und nicht der Iran. Die israelische atomare Abschreckung ist es und nicht das Arsenal, von dem es heißt, Mahmud Ahmadinedschad baue es auf. Das Ergebnis seines Gedichts besteht allein darin, ein konfuses Rauschen zu erzeugen, eine unmögliche Gleichstellung von Israel mit dem Iran, eine unglaubwürdige Verdrängung jener Bedrohung, die das Regime in Teheran für Jerusalem darstellt. (…)

In diesem ganzen (Konflikt) ist das Schweigen Europas ohrenbetäubend. Das Europa nach dem deutschen Maß von heute ist ein politischer Zwerg, eine schweigende Zuschauerin. Es wird jedoch kein Gedicht sein, das Europa aus dieser Ecke herausholt. Und sicherlich nicht dieses Gedicht.“

Die linksliberale „La Repubblica“ gehört zu den Zeitungen, die das Grass-Gedicht abgedruckt haben.

Bei der New York Times finden sich online nur Blogbeiträge. Auch der Link zum Gedichttext geht zur Süddeutschen:

In the poem, titled “What Must Be Said,” Mr. Grass, 84, asks why he has remained silent about Israel’s nuclear might — which Israel has never publicly confirmed — and concludes that he had been constrained by a broader fear of being judged an anti-Semite.

Und Irans Nachrichtenagentur lobt Grass, weil er die Heuchelei des Westens entlarve.

15. Forschergeist

Die “Große Scheibenelektrisiermaschine” aus dem Physikalischen Kabinett im Kulturhistorischen Museum Görlitz und das Gedicht “Parabase” von Johann Wolfgang von Goethe bilden im April den Rahmen für Gedichte zum Thema “Forschergeist”. …

Forschergeist kann sich aber nicht nur in der Wissenschaft zeigen. Dass man mit ihm auch die eigene Sprache erkunden kann, zeigen die Gedichte vieler Lyriker. Im April freuen wir uns daher auf eure Gedichte zum Thema Forschergeist: Dichtet über berühmte Forscher, bahnbrechende Erkenntnisse, darüber, was diese Forscher antreibt und worüber sie wohl denken. Vielleicht springt ja der Funke über und ihr schickt uns auch Gedichte zur Scheibenelektrisiermaschine?

Einsendeschluss ist der 30. April 2012!  / DLF

Parabase

Freudig war vor vielen Jahren
Eifrig so der Geist bestrebt,
Zu erforschen, zu erfahren,
Wie Natur im Schaffen lebt.
Und es ist das ewig Eine,
Das sich vielfach offenbart.
Klein das Große, groß das Kleine,
Alles nach der eignen Art.
Immer wechselnd, fest sich haltend,
Nah und fern und fern und nah;
So gestaltend, umgestaltend -
Zum Erstaunen bin ich da.

14. 9 neue Ergebnisse für gedicht*

Das Gedicht von Günter Grass: “Was gesagt werden muss”

STERN.DE

In dem Gedicht “Was gesagt werden muss” greift Literaturnobelpreisträger Günter Grass Israel scharf an. Wir dokumentieren das in der “Süddeutschen Zeitung” erschienene Gedicht im Wortlaut. Günter Grass mischt sich wieder ein: In einem Gedicht geht der 

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Israelkritik: Grass’ Anti-Israel-Gedicht steckt voller NS-Stereotypen

Berliner Morgenpost

Günter Grass’ Anti-Israel-Gedicht “Was gesagt werden muss” transportiert zahlreiche Denkfiguren der NS–Ideologie. Von Tilman Krause Das Foto zeigt das Gedicht des Schriftstellers Günter Grass mit dem Titel “Was gesagt werden muss” in der “Süddeutschen 

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Publizist Henryk M. Broder zu Gedicht von Günter Grass: „Damals war er ein SS 

FOCUS Online

Antisemitismus unterm Deckmäntelchen der Kunst: Der Publizist Henryk M. Broder geht hart mit dem Anti-Israel-Gedicht vonGünter Grass ins Gericht. Der Nobelpreisträger sei damit zu seinen nationalsozialistischen Ursprüngen zurückgekehrt.

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Historiker Wolffsohn über Grass-Gedicht “Der Mann ist die Summe seiner Vorurteile”

Spiegel Online

Mit dem Gedicht “Was gesagt werden muss” stehe er klar in dieser Tradition, stellt der Historiker fest. Er wirft dem Nobelpreisträger vor, keine Ahnung von dem Thema zu haben. SPIEGEL ONLINE: Wie gefällt Ihnen das Gedicht von Günter Grass?

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Gedicht von Günter Grass: Grass nennt Israel Gefahr für den Weltfrieden

STERN.DE

Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat in einem Gedicht Israel und Deutschland kritisiert. Israel könne mit deutscher Waffenhilfe ein Verbrechen begehen, wenn es den Iran angreife, so der Autor. Vor dem Hintergrund des Atomstreits mit dem Iran hat 

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Gedicht zum Konflikt zwischen Israel und Iran – Was gesagt werden muss

sueddeutsche.de

In seinem Gedicht mit dem Titel “Was gesagt werden muss” fordert der Literaturnobelpreisträger deshalb, Israel dürfe keine deutschen U-Boote mehr bekommen. von den Regierungen beider Länder zugelassen wird. Mir gefällt, daß ein prominenter,

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Gedicht von Günter Grass: Atommacht Israel gefährdet den Frieden

FOCUS Online

„Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden“, schrieb der 84-jährige Autor in einem am Mittwoch von der „Süddeutschen Zeitung“ und anderen internationalen Blättern veröffentlichten Gedicht mit dem Titel „Was gesagt werden muss“.

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Grass’ Israel-Schelte Dichter im Abseits

Spiegel Online

Sein Gedicht zum Konflikt zwischen Israel und Iran hat deshalb in Berlin heftige Reaktionen aus den Reihen von Regierung und Opposition provoziert. Die Zeilen des Nobelpreisträgers stoßen fast ausnahmslos auf Ablehnung. Berlin – Als Günter Grass 80 

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Spiegel Online
Günter Grass Der Antisemitismus will raus

ZEIT ONLINE

So denkt ES in ihm: Günter Grass schreibt ein Gedicht über Israel, das Sigmund Freud jubeln ließe. Denn es gibt tiefe Einblicke in sein Unterbewusstsein. Antisemitismus ist pfui, Antisemitismus ist wieder da. Beide Sätze sind richtig, man muss nur zwei 

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