Tag: 12. März 2010

70. Weltsprache

Falbs virtuose Bildsprache erzeugt Kurzschlüsse, deren erratische Konfrontation plötzlich bekannte Formeln wie „porentief rein“ bloßstellt vor der intensiven Lesehaltung, dem gebannten Blick. Die Funktion dieser Lyrik als semantischer Hebebühne, auf die die Narrheit der Welt gestellt wird, soll nicht davon ablenken, dass diese Bühne… Continue Reading „70. Weltsprache“

69. Besser nicht gezahlt

Wahrscheinlich gibt es mehr isländische Dichter als Isländer, sicherlich aber haben die Isländer mehr Schulden als Dichter. 93 Prozent haben jetzt den Vertrag über die Rückzahlung britischer und niederländischer Kredite abgelehnt. Die vielen wollen nicht bluten für das Pokerspiel der wenigen. In der Edda,… Continue Reading „69. Besser nicht gezahlt“

68. Kriegsgeschrei

Zu den bedrückendsten Lese-Erfahrungen, die das vergangene Jahrhundert bereithält, gehören die Begeisterungsschreie, mit denen die Schleppenträger des deutschen Geistes den Ausbruch des Ersten Weltkriegs begrüßt haben. Inständig beteten Dichter und Denker zu Gott, damit er den Feind im deutschen Kugelhagel verrecken lasse. In anderthalb… Continue Reading „68. Kriegsgeschrei“

67. Über Berliner Autoren

auf der Leipziger Buchmesse schreibt das Magazin Zitty: Michael Lentz: „Offene UnruhFischer, Frankfurt/Main 2010. 175 S., 16,95 Euro Michael Lentz moderiert am 20.3. um 20 Uhr eine Veranstaltung mit Herta Müller im Zentraltheater, Boesestr. 1, Leipzig Volker Braun: „Flickwerk“, Suhrkamp, Frankfurt/Berlin 2009, 77 S.,… Continue Reading „67. Über Berliner Autoren“

66. Windgedichte

Die Revolution frisst ihre Kinder. Die Beatliteratur machte da keine Ausnahme. Der amerikanische Dichter Louis Gordon war ein Nischenkind. Ein Aufständischer, der gegen alles und jeden aufbegehrte. Einer, der sich am Ende selbst auffraß, verdaute und in seine kleinen dreckigen Gedichte wieder ausspuckte. Louis… Continue Reading „66. Windgedichte“