Tag: 27. Februar 2010

184. Liebesgedichte und Videolesung

Über die Leser anspruchsvoller Lyrik in Deutschland kursieren ohnehin nur Dunkelziffern. Thomas Kling vermutete einmal, es könne sich höchstens um dreihundert handeln, während Hans Magnus Enzensberger ihre Zahl auf immerhin 1354 schätzte – aber das ist auch schon zwanzig Jahre her. Die Auflage der… Continue Reading „184. Liebesgedichte und Videolesung“

183. Schlüsselroman

Ein früher Schlüsselroman der Beat-Generation konnte jetzt, nachdem alle Beteiligten tot sind, erscheinen: „Und die Nilpferde kochten in ihren Becken“, geschrieben 1945 von William S. Burroughs und Jack Kerouac. / FR 8.2. Mehr: FAZ 19.2.

182. Alles gleichzeitig

Peter und Thomas Brasch starben im Juni und November 2001. „Die Männer der Familie Brasch waren nicht sehr kräftig“, sagt Katja Lange-Müller, „aber sie wollten in geradezu rasendem Aktionismus immer alles gleichzeitig machen.“ / FR 15.2.

181. Westerwelle und Goethe

Westerwelle, Goethe und andere schicken die deutsche Sprache in die Welt. Was soll daran schlecht sein? Die etwas angestrengte Form der Sprachwerbung vermochte Zweifel nicht zu zerstreuen. Schöner ist es, wenn die deutsche Sprache unerwartet ins Spiel kommt. – Zur Erklärung reiche ich 3… Continue Reading „181. Westerwelle und Goethe“

180. Geendlert, geerbt

Ob der wunderbare Titel „Vokalise geht einkaufen“ oder das Wort „höricht“ auf Oskar Pastior hinweisen, bleibt ungewiss, auch die „flughunde“ sind wohl eher metaphorische Fledermäuse als eine Hommage für Marcel Beyers gleichnamigen Roman*. Das autobiografischste Gedicht „wer anderen ein ei ins nest färbt“ ist… Continue Reading „180. Geendlert, geerbt“

179. Werner Karma, Gebrauchstexter

Alles Rot heißt die neue Platte von Silly. Sie erscheint in drei Wochen. 14 Jahre nach dem Tod der Sängerin Tamara Danz hat sich die Band neu erfunden. Tamaras Männer, Uwe Hassbecker, Ritchie Barton und Jäcki Reznicek, wagen mit einer anderen Frau, mit Schauspielerin… Continue Reading „179. Werner Karma, Gebrauchstexter“

178. Irrtum

„Frau Auffermann irrt“, ruft Sascha Anderson in einem Essay zur Hegemann-Debatte: Die Aussagen der Literaturkritik à la Verena Auffermann sind von einem grundsätzlichen Nicht-Wissen um die Probleme des sogenannten schöpferischen Prozesses geprägt: 1. Die Erfahrung des Schreibenden schließt das Wissen um das Nicht-Erfahrene ein.… Continue Reading „178. Irrtum“

177. Mawlîd-Gedichte

Der Begriff „Mawlîd“ bedeutet Geburt, Geburtsort und –zeit. Literarisch bezeichnet der Begriff hauptsächlich Werke, die sich mit der Geburt des Propheten Muhammad (saw), seinem Leben, Verhalten, Aussehen, seinen Wundern bis hin zu seinem Tod beschäftigen. Viele dieser Werke wurden mit der Absicht verschriftlicht, diese… Continue Reading „177. Mawlîd-Gedichte“

176. Frauen-Farben

Vom 1. bis 6.3. findet in der Hauptstadt Benins, Cotonou, der 4. Internationale Salon der frankophonen Dichter in Benin (SIPOEF) statt. Er steht unter dem Motto „Frauen-Farben“ (Couleurs Femmes). / Afrique en ligne

175. Richtig

Schneider blätterte sich durch den Fußballteil und das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung und ertappte sich, wie er einen Satz von Tobias Lehmkuhl, der einen Satz von Theodor W. Adorno drehte und wendete, aufmerksam las: Adorno hatte in der ursprünglichen Fassung von »Minima Moralia« nicht… Continue Reading „175. Richtig“

174. Nicht im Elfenbeinturm

Sie leben und arbeiten in der Hauptstadt und schreiben vor allem Gedichte: Jan Wagner, Björn Kuhligk, Florian Voß und einige andere. Zu sehr sind sie als Lyriker Individualisten, als dass sich von einer neuen Berliner Dichterschule sprechen ließe. Und doch verbindet sie manches –… Continue Reading „174. Nicht im Elfenbeinturm“