Startseite » 2009 » November » 08

Archiv für den Tag 8. November 2009

Im Netz seit 1.1.2001

33. Dunckler Enthusiasmo in Leipzig

Christian Filips liest

Pier Paolo Pasolini:

Dunckler Enthusiasmo

Am Dienstag den 10. November, 20.00 Uhr

Im Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04107 Leipzig

Worin liegt der Antrieb zum Schreiben?

Ist die Renaissance des politischen Gedichts seine Reform?

Ist Ketzertum  eine Grundeinstellung?

Dass Kunst zuallererst der Verschönerung der Welt diene, schreibt Nietzsche. Und er meint damit wohl, zumindest sollte er das meinen, dass es einen Punkt gibt, an dem ein ästhetisches Engagement in politisches  umschlägt, umschlagen muss.

Das Paradies wäre die Identität von Gutem und Schönem.

Pasolinis Texte sind von der Sehnsucht nach dem Paradies durchdrungen und gerade deshalb politische Texte.

Edit-Redakteur Jan Kuhlbrodt unterhält sich mit Christian Filips und Konstantin Ames über Pasolini, Dialekt und Dialektik, Kunst und Politik. Filips und Ames werden lesen.

32. Novemberstreifen

Vier Autoren aus der Region laden unter dem Motto „Novemberstreifen“ am 22. November (Sonntag) um 18 Uhr in der Burg Lüdinghausen ihre Zuhörer zu literarischen Streifzügen durch ihre eigenen Werke ein, heißt es in einer Pressemitteilung des veranstaltenden Kulturforums KAKTuS.
Die gebürtige Schwedin Bodil Edmar-Kerstin schreibt seit ihrem 16. Lebensjahr Gedichte, die sie unter anderem in den Sammelbänden „Mit meinen Worten“ und in „Literamus“ (Trier) veröffentlicht hat. Zuletzt las sie im März dieses Jahres im Olfonium in Olfen. Sie nahm an zahlreichen und Kunstseminaren sowie an Gemeinschaftsausstellungen in Senden und Recklinghausen teil. Bodil Edmar-Kerstin ist Mitbegründerin der Kulturinitiative Senden. Ihr Gedicht „Novemberstreifen“ gibt dem ganzen Literaturabend den Namen. …

Der vierte im literarischen Kleeblatt ist Jochen Rademacher-Beckmann. Schon als Student hat er mit Lyrik-Aktionen zum Beispiel durch Plakatierung einer ganzen langen Allee in Bonn mit Lyrik und aphoristischen Provokationen auf Randgebiete aufmerksam gemacht. In seinen Texten trifft man immer wieder auf den Versuch, über sich selbst zu lachen. Ironie und Satire liegen ihm sehr am Herzen und selbst bei psychischen Tiefgängen kann er sich ein Augenzwinkern nur selten verkneifen. Jochen Rademacher-Beckmann veröffentlicht seine Werke regelmäßig in der Literaturzeitschrift „Literamus“ aus Trier.

Als Ergänzung, Verdeutlichung und Zugang mit anderen Sinnen dürfen sich die Zuhörer auf zwei Tänzerinnen freuen. Sandra Reekers und Monika Rudelbach aus Bochum werden mit Masken- und Musikperformance dem Abend einen besonderen Rahmen geben. / Münsterländische Volkszeitung

31. Keine Reden. Keine Lügen. Champagner.

Die letzten Telefongespräche mit Karin Hempel-Soos zeugten von nachlassender Kraft – körperlicher Kraft, nicht Willenskraft. Auch angesichts des Todes war diese Frau nicht gewillt, den Dingen einfach so ihren Lauf zu lassen. Sie wünschte sich eine Beerdigung in aller Stille. Und: “Keine Reden. Keine Lügen. Champagner.” …

Natürlich war die Beisetzung am Freitag auf dem Poppelsdorfer Friedhof eine öffentliche Angelegenheit. Würdevoll, aber nicht ganz still. Beethovens 7. Sinfonie war unter anderem zu hören, Maria Callas (“Casta Diva”) und Literarisches von Karin Hempel-Soos.

Der Text “Hören Sie endlich auf zu verwildern” spiegelte die Lyrik und die Persönlichkeit der unsentimentalen, gleichzeitig hochsensiblen Autorin. Das kleine Rahmenprogramm hätte ihr gefallen.

Unter den zahlreichen Trauergästen waren langjährige Wegbegleiter, führende Köpfe aus Kultur, Wirtschaft und Politik. Eine große Koalition ministerialer Größen – gegenwärtiger und vergangener – war zur Beerdigung der am 23. Oktober gestorbenen Karin Hempel-Soos gekommen: Peer Steinbrück, Franz Müntefering, Ulla Schmidt und Norbert Röttgen. …

Peer Steinbrück und Thomas Franke lasen Gedichte von Karin Hempel-Soos.

Das Lakonische, mitunter provozierend Freche ihrer Poesie arbeitete Steinbrück mit dem ihm eigenen trockenen Witz perfekt heraus. Liebe und Sexualität, Eros und Tod, Familienleben, Männer und Frauen in der Politik – die Themenvielfalt der Lyrik von Karin Hempel-Soos war groß. Sie besaß die Empfindsamkeit der Dichterin und das (politische) Temperament der Kabarettistin, wenn es darauf ankam, blickte sie mit unerbittlichem Scharfblick auf die Welt. / Dietmar Kanthak, General-Anzeiger 7.11.

30. Michael Krüger fragt

Michael Krüger, Chef des Hanser Verlags, fragt: “Warum traut man jeder noch so langweiligen Prosa mehr zu als einem Gedicht, das oft in zehn kurzen Zeilen für eine Sekunde den Himmel aufreißt?”
Er fragt: “Ist unsere Welt so prosaisch geworden, so auf die Aussage fixiert, dass der hohe Ton, auf den die Poesie gestimmt ist, wie eine Zumutung wirkt?”
Krüger ist Mitherausgeber einer Bibliothek für die Ohren, in der Lyrik mehr denn je die Stimme ihrer Dichter hat: 122 Autorinnen und Autoren aus 100 Jahren lesen eigene (insgesamt 420) Gedichte vor.

Über die Dichterstimmen:

Unauffällig liest Bernhard. Paul Celan singt fast. Karl Kraus singt wirklich (“Das Lied von der Presse”). Ingeborg Bachmann haucht. Hermann Hesse vibriert. Anton Wildgans bebt. Franz Werfel nimmt sich wichtiger als Kurt Schwitters. Benn ist sehr berlinerisch, Friederike Mayröcker und Elfriede Gerstl haben Wien im Zungenschlag. / Kurier 8.11.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 285 Followern an